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Nepenthes pervillei auf Mahé - Copolia


Thilo.K

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Hallo,

im zweiten Teil werde ich nun einen mehr klassischen Standort, als es der Gongo Rouge ist vorstellen: Den Copolia.

Dieser Berg unterscheidet sich vom Gongo Rouge darin, dass es hier große Granitflächen am Gipfel gibt, der übrigens bei vergleichsweise geringen 495m liegt.
Der recht kurze und gut markierte Wanderweg kann auch ohne Führer begangen werden und bietet großartige Aussichten auf das Morne Seychellois-Massiv und die Hauptstadt Victoria (25.000 Einwohner):

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Zumindest auf dieser Ostseite bietet der Copolia durchaus ein wenig "Tafelberg-Feeling": ;)

Die Nepenthes wachsen in riesiger Anzahl in den Spalten auf dem Plateau und bilden zusammen mit ein paar anderen Pflanzen inselartige Lebensgemeinschaften:

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Ein "Nepenthes-Teppich":

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Nepenthes pervillei ist eine Art, die entlang des Haupttriebs enorm viele Nebenrosetten bilden kann.
So könnte dieses Bild eine einzige Pflanze zeigen, die fast vollständig vom Granit umgeben ist:

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Eine Kanne mit sehr schönem, roten Deckel:

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Anders als am Gongo Rouge waren die Pflanzen mit Blüten und Fruchtständen geradezu übersät.
Die männlichen Blüten:

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Leider konnte ich keine weiblichen Blüten finden, aber dafür jede Menge Fruchtstände, die Tausende von Samen enthielten und häufig von sehr schöner Farbe waren:

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Die Samen sind einzigartig innerhalb der Gattung Nepenthes. Anstatt hauchdünn, bräunlich und in die Länge gezogen (um durch den Wind transportiert zu werden) sind diese Samen kleine schwarze Körner, die durch ihre Form verhindern, dass sie vom Wind einfach weggeblasen werden. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Samen in das Meer oder in zu tiefe Gebiete fällt ist sehr hoch.

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Die Pflanzen können ganze Bäume überwuchern:

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Die roten Kannendeckel sind dabei gut erkennbar.

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Eine weitere Population, die Ausläufer quer über den Granit legen kann:

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Junge Rosetten auf dem Granit:

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Beim Fotografieren des Morne Seychellois bemerkte ich weiter unten etwas...

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Die bei WEITEM größte Ansammlung an Nepenthes pervillei während der gesamten Reise und wohl auch eine der größten der Seychellen:

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Hier sieht man auch noch die vielen Blüten und Früchte, die vorhanden waren:

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Soweit zu den schönen Stellen am Copolia.

Im letzten Jahr gab es auf den Seychellen eine monatelange Trockenperiode in der es viel zu wenig regnete. Möglicherweise stand diese im Zusammenhang mit der Trockenheit am nicht weit entfernten Horn von Afrika, wo jedoch eine schlimme Hungerkrise die Folge war.
"Eine unachtsam weggeworfene Zigarette hätte gereicht, um sämtliche Urwälder Mahés zu vernichten", so unser Führer Basil Beaudouin am Gongo Rouge.

Glücklicherweise kam es nicht dazu, allerdings bot sich uns nur wenige Meter entfernt von der riesigen Population oben ein ganz anderes Bild:

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Einige Teppiche sind vollständig vertrocknet!

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Nicht nur die Kannenpflanzen sind betroffen, sondern auch die anderen Pflanzen, wie dieses Bild zeigt (unten sind wieder ehemalige Nepenthes zu sehen):

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Damit noch nicht genug: Zur Zeit unseres Besuchs hat es auf den Seychellen bereits seit fast 2 Wochen nicht geregnet und während unseres gesamten zweiwöchigen Aufenthalts (sowohl auf Mahé, als auch auf Silhouette!) fiel fast kein Tropfen vom Himmel!
Leitungswasser stand daher nur einige Stunden morgends und abends zur Verfügung.

Dies blieb nicht ohne Auswirkungen selbst auf die Pflanzen, die die Trockenheit 2011 überlebt hatten:
Bei vielen Kannen war der Deckel ganz dicht über die Kannenöffnung geneigt, vermutlich um Verdunstung der Kannenflüssigkeit zu vermeiden.
Mir scheint es so, als würden einige Pflanzen den Insektenfang fast vollständig aufgeben um das restliche Wasser in den Kannen optimal nutzen zu können.
An Standorten, die schnell austrocknen (offene Granitflächen) ist es durchaus sinnvoll, wenn die Pflanze das Reservoir in den Kannen nutzen kann.
Ist es jedoch aufgebraucht passiert das, was auch wir dieses Jahr beobachten konnten:

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Die geschädigten oder abgestorbenen Pflanzen machten allerdings glücklicherweise nur einen Bruchteil der Gesamtpopulation am Copolia aus.
Trotzdem könnte es bei Fortschreiten des Klimawandels und den dadurch verbundenen Extremwetterlagen durchaus zu lang anhaltenden Trockenperioden und somit zu einer Gefahr nicht nur für die Kannenpflanzen auf den Seychellen kommen.

Zum Schluss aber nochmal ein paar schöne Eindrücke:

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Und eine Pflanze am Abgrund...

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Es sind vielleicht ein bisschen zu viele Bilder, aber mir fällt es einfach verdammt schwer, von den 500 Bildern am Copolia weniger, als 30 Bilder zu verwenden.

Viele Grüße,

Thilo

Edited by Thilo.K
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Wow,echt Klasse

Hast du auch Samen mitgenommen?

Edited by Leo.C
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W O W ! ! !

sehr schöne pflanzen die armen pflanzen wegen der trocken heit :(

Gruß

ps: wie lang warst du da?

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Hallo !!

Echt Klasse Fotos !! Danke fürs zeigen !

Ich finde die N. pervillei einfach nur bezaubernt :bow: . Leider ist sie schwer zu halten .

LG Jonas

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Hi!

super Fotos :cool:

Wenn du doch 500 Bilder davon hast, dann kannste doch nochmal 30 Bilder von dem "Unkraut" hier reinstellen. :laughing: :laughing:

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Hi,

vielen Dank für diese tolle Dokumentation des Standortes, die Bilder sind spektakulär. Hat sehr viel Spaß gemacht deinen Bericht zu lesen, auch wenn nicht alles erfreulich war... Freu mich schon auf die anderen 470 Bilder ;-)

Gruß, Maik

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Benedikt Schmitt

Super!

Einfach geil so was zu sehen, bin echt neidisch! Aber mal ganz im ernst, auch wenn es nicht richtig ist, es faellt doch schon sehr schwer hier nicht mal 30 Samen mit zunehmen. Ich werde wohl nie das Glueck haben in die Versuchung zu kommen, aber ich wuesste nicht ob ich widerstehen koennte.

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Guest OlliK1983

Wow!

Einfach nur wow!

Das sind echt super tolle Bilder!

Danke dafür!

Ich hätte noch 100 Bilder davon ansehen können!

Liebe Grüße,

Oliver

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Hallo,

Vielen Dank für die netten Kommentare!

Zu der Sache mit den Samen: Ich erkenne nicht den Sinn, Samen einer Art zu sammeln, die bereits in Kultur ist und von der es keine speziellen Standortsformen gibt.
Zudem sollen diese Samen auch noch äußerst schlechte Keimeigenschaften besitzen, was bei der Wuchsform dieser Pflanzen auch nicht sehr verwunderlich ist.

Jedenfalls sind hier noch ein paar Bilder, die ich aus dem ersten Beitrag gestrichen habe, um ihn etwas zu verkürzen.

Das Morne Seychellois-Massiv, rechts der Trois Frères, an dem es auch viele Nepenthes geben soll:

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Blick vom Copolia nach Südosten, in der Ferne der internationale Flughafen der Seychellen:

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Überblick über das Plateau:

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Noch eine männliche Blüte...

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Und ein Skink am Abgrund:

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Achja bald gibt es noch den Bericht vom Standort auf der Insel Silhouette, den ich bereits zum zweiten Mal besuchen durfte.

Thilo

Edited by Thilo.K
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Schon wieder so Tolle Fotos! :ohmy:

Dürfte man Fragen, wie groß die riesige N. pervillei Kolonie, in deinem Ersten Post ungefähr war?

Damit man sich mal eine Vorstellung von diesen Ausmaßen machen kann.

LG sumpfi

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Hallo,

Die Größe dieser Kolonie dürfte grob geschätzt mindestens 10 mal 10 Meter betragen, wobei sich dies nur auf den gut sichtbaren Teil bezieht.

Möglicherweise ziehen sich die Ausläufer, verdeckt von der Vegetation, noch wesentlich weiter...

Viele Grüße,

Thilo

Edited by Thilo.K
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Nils Schön

Hallo Thilo,

wie auch schon im ersten Thread sind die Bilder einfach klasse.

Wenn man schon selber nicht dazu kommt, die Naturstandorte zu besuchen, dann ist es umso schöner, wenn andere dann wenigstens viele Bilder mitbringen ;)

Vielen Dank fürs Zeigen!

Grüße

Nils

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Thomas Straubmüller

Hallo Thilo!

Wirklich sensationelle Fotos!

Da ist eins wirklich schöner als das Andere!

Sehr stark Kalenderverdächtig!!!

Danke fürs zeigen!

Gruß,

Thomas

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