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Thorsten.A

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Hallo meine lieben Pflanzenfreunde/innen,

ich habe mir vor einigen Tage mal wieder eine Bananenstaude zugelegt.

Meine erste Staude wurde leider von Spinnmilben dahin gerafft, auch Spruzid konnte da am Ende nicht mehr helfen.

So jetzt erstmal zu der kleinen Story.

Ich im Baumarkt und nach den Stauden geschaut, 5 Leute standen neben mir und waren am diskutieren welche

sollen wir denn nehmen, die meisten entschieden sich für die grössten, ich mich erstmal weiter umgeschaut und konnte mich

zum verrecken nicht entscheiden da die Stauden sehr klein sind.

Irgendwann nach ca 5 Minuten und nach dem alle weg waren entdeckte ich eine mit einem kleinen Ableger.

Hmmm sehr nett, wieder weggestellt und gaaaanz hinten oh was ist das? Eine mit 3 kleinen Ableger.

Aber die Pflanze war sehr sehr klein, kurz die Synapsen im Kopf aktiviert (Pflanze wird schon von alleine grösser) und ab

zur Kasse.

Zuhause angekommen erstmal den 5 Liter Kanister vom "Destilierten Wasser" den Boden abgeschnitten und als Topf missbraucht.

Erde rein, Staude rein, Dünger rein und ein bischen Wasser.

Mittlerweile machen sich die kleinen Wunderbar.

Hier ein paar Bilder.

Rechts mein kleines Minimoorbeet und unten links meine Peperoni Pflanzen

img_0239bcrky.jpg

img_0240s0q3y.jpg

img_0241jvo5j.jpg

img_0242pqong.jpg

Links sind Gurken und Zucchini am wachsen und rechts sind 2 Salate die ich hoffentlich im August ernten und essen kann.

img_0243zuovn.jpg

Links sieht man die noch nicht fertigen Erdbeeren und in der Mitte des Bildes mein kleines Minimoorbeet

img_02440mp8f.jpg

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Hallo Thorsten,

wenn es eine Musa basjoo ist, kann sie recht groß werden. Als Beispiel zeige ich Dir mal meine M. basjoos (Bild ist von Ende Mai 2011, und es bildeten sich die ersten Blütenstände).

ban_stickstoff01.jpg

Hier mal ein Link von meinen Blüten (Ende August)

http://www.jeepzone....ne_1/index.html

...ich bezweifel allerdings ein wenig, dass es sich bei Deinem Exemplar um eine Musa basjoo handelt. Ohne großes Rhizom kindeln Basjoos eigentlich erst ab einem Alter von einem Jahr. Und ein Jahr alte Basjoos sehen einfach anders aus (siehe Bild).

banane.jpg

Hier mal ein Bild von meinem Horst im Herbst 2010 (mit angefangenem Winterschutz)

ban_herbst.jpg

-volker-

Edited by Volker S
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Ja ich denke mal auch das die Ableger "nicht" von der Pflanze sind sondern von der Mutter Pflanze kommen.

Aber eine Musa basjoo ist es 100 %.

Edited by Thorsten.A
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Hallo,

das ist ein sehr interessanter Thread!

Ich habe auch schon oft von der "winterharten" Banane gelesen. Soweit ich verstehe hat man folgende 3 Optionen für die Überwinterung:

  • Die ganze Pflanze bei mindesten 5 °C übberwintern, dann bleibt sie wie sie ist
  • Der Pflanze im Herbst eine ~1m hohe Box bauen und diese z.B mit Laub oder Stroh isolieren, so bleibt der Stamm der in der Box ist lebendig, alles darüber stirbt ab.
  • Die Pflanze gar nicht / nur wenig über dem Boden vor Kälte schützen, so stribt die Pflanze oberirdisch komplett ab, aber treibt wenn es nicht zu kalt war wieder aus (dadurch bleibt die Pflanze allerdings kleiner als bei Methode Nr 2).

Jetzt meine Frage an Volker: Du machst ja scheinbar Methode Nr. 2, wie sind bei dir allgemein die Erfahrungen? Gibt es Probleme mit Schimmel? Ist es theoretisch, dass man mit abernten und nachreifen lassen essbare Früchte bekommt?

Viele Grüße,

Jan

Edited by jan
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Hallo Jan,

Du hast mit den 3 Punkten schon alles erfasst, wenn es darum geht eine Basjoo über den Winter zu bekommen. Ebenfalls richtig erkannt hast Du meine Überwinterungsmethode - die ich seit 2008 (seit ich die Basjoo habe) auch anwende. Es gibt noch eine 4.te Methode - die kostet aber in Form von Strom eben Geld. Dabei wird um die Basjoo ein isolierender Verschlag gebaut und dieses Teil wird dann halt über 0°C gehalten. So etwas ist aber nicht mein Ding - man versucht damit die Blüten/Bananen ins nächste Frühjahr zu bringen. Außerdem wird damit versucht die komplette Höhe des Horstes beizuhalten (nur werden alle Blätter abgeschnitten).

Dieses Abschneiden gehört zu jedem Winterschutz dazu. Und wenn der Winterschutz nur 1m hoch ist, wird eine 4-5m hohe Basjoo eben auf 70-80cm gekappt. So hat man dann noch 30 bis 20cm Platz nach oben zum Deckel der Überwinterungsbehausung.

An meinem oberen Bild wird klar, wie ich vor gehe. Die Basjoo bleibt solange stehen, wie es eben geht (ab 0°C werden die Blätter zu Matsch). Das fallende Laub von meinem Grundstück wird dabei in das Rundelle verbracht. Damit ich mal etwas mehr Stamm erhalte, habe ich während 2 Winter den Schutz auf 2m Höhe aufgebaut. Da ich fast nur Nußbaumlaub verwende (hohe Gerbsaüre) gibt es absolut keinen Schimmel. Aber auch Eichenblätter haben einen hohen Gerbsäureanteil. Der Nachteil: Man erhält auch keine Kompostwärme der Bakterien - eben weil das Milieu zu Sauer ist. Hier am Niederrhein geht der 'Kaltkomposter' (der während des Winters durch die Restfeuchte trotzdem kletschnaß wird) sehr gut.

In kälteren Regionen muss man halt mit anderem Laub mischen, oder gänzlich auf anderes Laub ausweichen. Wichtig ist eine doppelte Isolierung an den Seitenwänden (30er Noppenfolie). Oben kommt normale Baufolie drüber und ein Dach aus Well-PVC.

Wenn Dich das Thema wirklich interessiert, darf ich Dich zu meinem Temperaturmitschnitt des Komposters verlinken (sonst wird das hier zu viel).

http://exotenfans.eu...nun-mitgeloggt/

Edit: Ups, habe ja noch gar nicht alles beantwortet: :)

Nachreifen, oder sonst wie die Früchte durch den Winter bringen lohnt sich m. M. nicht.

1.) Es sind keine Essbananen. Sie schmecken nicht

2.) Die Früchte brauchen mindestens 9 Monate Sonne und Wärme. Ein Bekannter hat mal im Herbst einen ganzen Fruchtstand in einem Obst-Nachreifelager nachreifen lassen. Als sie gelb waren hat er sie gekostet - sie schmeckten fürchterlich. Trotzdem sind solche Fruchtstände im heimischen Garten etwas ganz Besonderes. Etwas tropischeres gibt es ja wohl nicht.

-volker-

Edited by Volker S
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Hi Volker,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, habe grade dank deinem Link mindestens ne halbe Stunde im Exotenforum verbracht, wirklich ein sehr interessantes Thema!

Ich denke ich würde es erstmal 1-3 Jahre mit kleinem Aufwand betreiben und nur den Wurzelbereich schützen, wenn das gut klappt und man gerne größe Pflanzen hätte, kann man ja immernoch aufstocken was die Überwinterungsmaßnahmen betrifft :)

Eine Frage habe ich aber noch: Was ist denn generell die unproblematischste Banane für die Außenkultur in Deutschland, sowohl in Kultur als auch Frosthärte?

Neben Musa basjoo scheinen ja auch noch Ensete ventricosum Maurellii und Musa sikkimensis in Frage zukommen.

Für mich ist das Thema grade sehr interessant, ich habe noch eine Packung Samen von Busa basjoo gefunden, die zwar eigentlich nichtmehr keimen dürften aufgrund des Alters, aber Versuch macht Kluch ;)

Edit: Ok, soweit ich gelesen habe hängt die basjoo alle anderen ab was tiefe Temperaturen angeht ;)

Edited by jan
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Hallo Jan

Ich denke ich würde es erstmal 1-3 Jahre mit kleinem Aufwand betreiben und nur den Wurzelbereich schützen, wenn das gut klappt und man gerne größe Pflanzen hätte, kann man ja immernoch aufstocken was die Überwinterungsmaßnahmen betrifft :)

Normalerweise macht man es umgekehrt :)

Je größer das Rhizom eines Hostes ist, desto mehr Power hat die Banane (aus dem Boden heraus). Mein Rhizom könnte ich beispielsweise mit etwas Laub abdecken und dann einfach eine Plane drüber schmeißen (also ohne Umzäunung). Im darauf folgendem Jahr würden sie höchstwahrscheinlich auch wieder 4m werden. Ich schütze ja auch nicht mehr auf 2m Höhe - sondern baue nur noch einen Ring mit 1m Höhe.

Wenn Du das mit einer kleinen Pflanze machst, wirst Du höchstwahrscheinlich immer wieder eine kleine Banane bekommen. Habe hier mal eine kleine Basjoo ganz ohne Schutz gepflanzt. Sie hat einen Winter überstanden und wurde nicht höher als 70cm.

Aber Versuch macht klug (wie Du schreibst), und so teuer sind sie ja nicht.

Neben Musa basjoo scheinen ja auch noch Ensete ventricosum Maurellii und Musa sikkimensis in Frage zukommen.

Enseten darfst Du nicht abschneiden - danach kindeln sie nur noch und die Hauptpflanze kommt nie wieder. Die Ensete Maurelli ist zwar einer sehr schöne Banane (und wächst noch schneller als eine Musa), aber aufgrund der Einwinterung (ausgraben, die Basisblätter abschneiden und das Monstrum in einem kühlen Raum schaffen, der noch ausreichend hoch ist) ist mir meine Gesundheit/Rücken lieber.

Edit: Hier mal ein Link über eine Maurelli (die ganze Homepage ist übrigens sehr interessant - also nicht nur der Maurelli-Link)

http://www.bananenhobby.de/Maurellii%20doku.htm

-volker-

Edited by Volker S
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Nochmals Danke!

Auf die Homepage war ich auch schon aufmerksam geworden, wirklich sehr viele Informationen, auch wenn mir das meiste zu aufwändig wäre (und die weniger aufwändigen Sachen ja leider oft nicht klappten). Aber wirklich Respekt dafür, was man hierzulande für tropische Wälder im Garten wachsen lassen kann!!!

Normalerweise macht man es umgekehrt :)

Je größer das Rhizom eines Hostes ist, desto mehr Power hat die Banane (aus dem Boden heraus). Mein Rhizom könnte ich beispielsweise mit etwas Laub abdecken und dann einfach eine Plane drüber schmeißen (also ohne Umzäunung). Im darauf folgendem Jahr würden sie höchstwahrscheinlich auch wieder 4m werden. Ich schütze ja auch nicht mehr auf 2m Höhe - sondern baue nur noch einen Ring mit 1m Höhe.

Wenn Du das mit einer kleinen Pflanze machst, wirst Du höchstwahrscheinlich immer wieder eine kleine Banane bekommen. Habe hier mal eine kleine Basjoo ganz ohne Schutz gepflanzt. Sie hat einen Winter überstanden und wurde nicht höher als 70cm.

Was hatte ich so wirklich nicht bedacht!

Man bräuchte also quasi bereits 3 jährige Pflanzen ;) Ich denke ich würde es dann im ersten Jahr erstmal wie Thorsten oben beschreibt machen, also die Banane im Kulturgefäß draußen wachsen lassen, einmalig drinnen überwintern und im Folgejahr dann auspflanzen und das Rhizom im Boden überwintern lassen.

Es wäre dann auch definitiv die Musa basjoo, scheint ja wirklich die resistenteste von allen zu sein

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