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Carnivorenhaltung auf Schwimminsel


cooldog

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Hallo,

bin neu hier im Forum und hätte gleich mal ne Frage, bin zwar Gärtner von Beruf aber in Sachen Carnivoren bin ich noch relativ unbedarft.

Wollte eine Schwimminsel besetzt mit winterharten Sarracenia, Drosera und Dionaea in meinem Koiteich zu Wasser lassen habe aber Bedenken da das Wasser doch ziemlich nährstoffreich ist.

Wie würdet ihr die Situation sehen?

LG Bernd

Edited by cooldog
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Gordon Shumway

Hallo!

Ich habe selbst in unseren Koiteich vor 3 Jahren experimentiell 2 Sarras eingesetzt.

Der Teich selbst ist vor allem im Sommer schon eine ganz schöne Brühe und es wird auch sehr viel zugefüttert.

Dennoch sind die Pflanzen bis Ende letzten Jahres ganz gut gewachsen. Dieses Jahr sehen sie allerdings ziemlich schlecht bzw sogar ziemlich tot aus.

Allerdings glaube ich eher, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass seit letztem Jahr der Wasserstand für die Pflanzen zu hoch wurde (meistens Unterkante Rhizom, oft sogar darüber). Außerdem campiert die Schildkröte vor allem im Frühjahr sehr gerne direkt auf dem Rhizom, was den Pflanzen logischerweise auch nicht besonders gut bekommt.

Als Fazit würde ich sagen, dass es prinzipiell sehr wohl möglich ist, zumindest Sarras auch in nährstoffreichen Gewässern zu kultivieren. Bei den Schwimminseln hast du das Problem mit dem sich ändernden Wasserstand nicht, daher sind sie wohl besonders gut geeignet.

Hier im Forum gibts auch schon den ein oder anderen Beitrag zum Thema Karnis im Gartenteich, musst du mal suchen.

Ob es auch einen Beitrag explizit zu den Inseln gibt, weiss ich nicht. Allerdings kultiviert Thomas Carow auch Pflanzen auf solchen Inseln, daher sollten die schon was taugen : )

MfG,

Gordon

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Danke für die Antwort Gordon,

es wird viel geschrieben über Schwimminseln, bei mir in der Nähe ist ein Schaugarten die haben auch üppig mit Sarracenien bewachsene Inseln im allerdings fischfreien Teich.

Zum Einsatz dieser Inseln in fischbesetzten dadurch nährstoffreichen Teichen ist nix zu finden.

LG Bernd

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Hi,

ich habe mir auch vor 2 Tagen eine solche Schwimminsel gebaut. Diese wurde dann in meinen Koiteich gesetzt. Sie ist mit VFF und Sarracenien bepflanzt. Bei der Brühe hatte ich auch Angst, aber bislang sind sie gewachsen. Sobald sich neue Entwicklungen ergeben, werde ich berichten.

Mit freundlichen Grüßen,

karnivoren_fan

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Gordon Shumway
Hi,

ich habe mir auch vor 2 Tagen eine solche Schwimminsel gebaut.

...aber bislang sind sie gewachsen.

( :

2 Tage sind schon ein bißchen arg kurz, um überhaupt irgendwelche Schlüsse zu ziehen...

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Hi,

ich weiß, Gordon, aber sobald sich etwas neues ergibt, werde ich berichten.

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Hallo Bernd,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum, soviel Zeit muss wohl sein.

Also ich würde die Finger davon lassen, das mag bei Sarracenia vielleicht eine Weile gut gehen, aber ich schätze mal, Drosera und Dionaea kommen mit dem Nährstoffangebot nicht zurecht und gehen dir ein. Weiterhin müssen solche Schwimminseln schon recht groß sein, damit sie nicht umkippen, wenn vor allem Sarracenien richtig groß werden, dann verlagert sich der Schwerpunkt nämlich nach oben und sie werden instabiler. Da reicht dann ein ordentlicher Wind oder eine neugieriger Koi und am nächsten Tag liegt alles quer oder kopfüber im Teich bzw. auf dem Grund. Weiterhin halte ich den Aufwand bzgl. Zeit und Material (kosten) für weit höher, als z.B. direkt neben dem Teich einen Mörtelkübel einzubuddeln, Wasserspeicher rein, Torf drauf und fertig ist die Laube.

Als nächstes ist der Pflegeaufwand zu beachten, auch eine Schwimminsel / ein Mörtelkübel muss gepflegt werden (Binsen rausreißen, Unkraut entfernen, evt. Blüten abschneiden oder bestäuben etc.) Das geht an Land wesentlich besser als mit so einem schwimmenden Ding auf dem Teich, den du evt. nicht mal richtig ans Ufer ran ziehen kannst, weil dieses flacher ist als die Insel tief. Abgesehen davon, das Teil erstmal einzufangen.

Dazu haben deine Pflanzen je nach Windrichtung natürlich ständig einen anderen Aufenthaltsort, evt. tagelang Schatten, dann wieder pralle Sonne etc. Das genau mögen Pflanzen aber eigentlich gar nicht so gerne, vor allem Karnivoren (die man als reinste Sonnenanbeter bezeichnen kann) nicht.

Letzten Endes hat es doch nur einen einzigen Vorteil, man braucht sich nicht um das Giessen zu kümmern (ok, und hat auch weniger Probleme mit Nacktschnecken, obwohl wenn dann mal wirklich eine auf der Insel ist und da nicht wieder weg kommt, dann hat sich deine teure Vegetation dort innerhalb von 2 Tagen in Nichts aufgelöst).

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Hi cooldog!

Auch von mir erstmal ein herzliches willkommen hier. :-)

Ob eine schwimmende Insel jetzt gut oder schlecht für die Pflanzen ist, muss im endefekt jeder selbst herrausfinden. Denn kein Fischteich, ist wie der Andere.

Die Pflanzen wachsen zwar in der Nartur in Mooren und Näührstoffarmen Gebieten, aber da kommt ja vorallem im Herbst einiges an Laub zusammen, was ja auch zu einer Närstoffanreicherung führt.

Desshalb denke ich, dass ein Fischteich nicht gerade den Tod für die Pflanzen bedeutet .

Weiterhin müssen solche Schwimminseln schon recht groß sein, damit sie nicht umkippen, wenn vor allem Sarracenien richtig groß werden, dann verlagert sich der Schwerpunkt nämlich nach oben und sie werden instabiler. Da reicht dann ein ordentlicher Wind oder eine neugieriger Koi und am nächsten Tag liegt alles quer oder kopfüber im Teich. Dazu haben deine Pflanzen je nach Windrichtung natürlich ständig einen anderen Aufenthaltsort, evt. tagelang Schatten, dann wieder pralle Sonne etc. Das genau mögen Pflanzen aber eigentlich gar nicht so gerne, vor allem Karnivoren (die man als reinste Sonnenanbeter bezeichnen kann) nicht.

Man kann die Insel doch verankern ;) .

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Die Pflanzen wachsen zwar in der Nartur in Mooren und Näührstoffarmen Gebieten, aber da kommt ja vorallem im Herbst einiges an Laub zusammen, was ja auch zu einer Närstoffanreicherung führt

Da gebe ich dir Recht, bedenke aber bitte, das Laub auf "festem" Boden, d.h. auf Spaghnum weg geweht wird, während es in Teichen quasi immer zu auf den Grund sinkt und da Nährstoffe bildet. Die meisten Moore sind flache Ebenen, da fegt der Wind alles weg, was sich nicht festhalten kann. Dazu kommt das Fischfutter bzw. die Reste von dem sowie die Ausscheidungen der Kois, das gibt es in Moortümpeln nicht, ist aber auch nicht unerheblich (meiner Meinung nach sogar ausschlaggebend)

Man kann die Insel doch verankern ;) .

Stimmt, kann man, gehen wir mal von dem "Verankerungsszenario" aus.

Langer Strick dran, Stein (o.ä.) unten festbinden und in der Mitte verankern? Und wie kriegst du das Teil wieder ran, wenn du da ran musst? Dann schrubbt nämlich dein Anker so richtig schön über die Teichfolie, was ja wohl nicht im Sinne des Koiliebhabers ist, weil er nämlich befürchten muss, das sein Teich am nächsten Morgen leer ist und seine teuren Fische tot sind. Und liegt der Anker nicht auf dem Grund auf, wird die Insel trotzdem dorthin getrieben, wo der Wind es will, bis der Anker dann auf Grund aufliegt. Von hier ab s.o.

Du kannst die Insel natürlich auch mit drei Seilen von den Ufern her abspannen, nur die Prozedur, das dann an Land zu holen und den Aufwand hierfür male ich mir gar nicht erst aus.

Du rutscht doch quasi jedesmal auf dem Bauch halb im Teichrand vergraben rum, um überhaupt nur deine Insel (bzw. deine Karnivoren, um die es ja eigentlich geht) mal näher in Augenschein nehmen zu können, das macht doch auf Dauer keiner mit, ergo kümmert man sich (zu 90%) nach spätestens 2 Jahren nicht mehr um die Insel, sofern sie nicht eh schon abgesoffen ist. Und wenn da die Binsen erstmal die Herrschaft übernehmen, dann "Gute Nacht" an Drosera und Dioanea, sofern sie es bis dato ausgehalten haben sollten.

Klar kann man das machen, aber ich persönlich halte das für eine Verschwendung von Zeit, Geld und Pflanzen.

Edited by Wolfgang L.
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Ich habe seit einem Jahr ein Moorbeet direkt am Gartenteich angebaut. Als Bauprinzip wählte ich die Ufergrabenmethode. Das Moorbeet hat keinen direkten Kontakt zum Teich - das Wasser wird über einen Wall mittels einer Ufermatte ins Moorbeet gesaugt. Damit ist im Moorbeet immer der gleiche Wasserstand wie im Teich, die Gerbstoffe und Huminsäure usw. vom Torf gelangen hingegen nicht in den Teich.

Ich habe im Moorbeet einige Saras, VFF, Sonnentau und Pings - alle wachsen gut und sehen prächtig aus.

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Hallo,

also wenn ich die Beiträge so durchlese komme ich mehr und mehr von meinem Vorhaben mit der Insel ab allein schon weil ich im Rollstuhl sitze und es daher schwer wäre die Pflanzen zur Pflege zu erreichen.

Werde wohl auf Plan B zurückgreifen und mir ein halbiertes Holzfass als Morbeet herrichten und auf die Terasse stellen.

Will mir auch mein Aquarium (120 x 40 x 60 cm, Beleuchtung 2 x 54 Watt Juwel Nature Röhren mit 4200 Kelvin) einrichten.

Möchte dort dann tropische Carnivoren pflegen die kein Winterruhe benötigen.

LG Bernd

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Hallo,

also wenn ich die Beiträge so durchlese komme ich mehr und mehr von meinem Vorhaben mit der Insel ab allein schon weil ich im Rollstuhl sitze und es daher schwer wäre die Pflanzen zur Pflege zu erreichen.

Werde wohl auf Plan B zurückgreifen und mir ein halbiertes Holzfass als Morbeet herrichten und auf die Terasse stellen.

Will mir auch mein Aquarium (120 x 40 x 60 cm, Beleuchtung 2 x 54 Watt Juwel Nature Röhren mit 4200 Kelvin) einrichten.

Möchte dort dann tropische Carnivoren pflegen die kein Winterruhe benötigen.

LG Bernd

Hallo Bernd,

das mit dem Rollstuhl wusste ich (und wahrscheinlich alle anderen hier auch) nicht, aber die Situation kenne ich, da meine Exfrau ebenfalls an den Rollstuhl gefesselt ist.

Ich rate dir hier zu einer Art Hochbeet, d.h. den Moorkübel auch nicht vergraben (was für den Winterschutz sinnvoller wäre, aber für die Pflege doch um einiges anstrengender ist). Stelle einfach einen Moorkübel / Holzfass oberirdisch auf, zum Winter hin umwickelst du es mit ordentlich Luftpolsterfolie und deckst es von oben ab, wenn Barforst herrscht. Bei massig Schnee brauchst du nichts machen, der isoliert besser als jede technische Hilfsmaßnahme. Für dich sollte der praktische Nutzen überwiegen, d.h. kommst du jederzeit an jede Stelle deines Beetes, kannst du dir jederzeit jede Pflanze aus der Nähe betrachten?

Da müssen evt. Ansprüche der Pflanzen halt schon mal zurück stehen. Außerdem kannst du ja auch ganz gezielt auf robuste Pflanzen zurück greifen.

Und nebenbei, meine erste Karnivorenkultur bestand aus genau dem besagten, halbierten Holzfass, Folienauskleidung rein, Torf rein (damals wusste ich noch nichts von Wasserspeichern) und dann die Sarracenien, Drosera etc.

Und das ist so lange gut gegangen, bis dieses Mistfass einfach v0on außen verfault war. :-)

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Hallo,

ja ist schon klar das so ein Holzfass nicht ewig hält. Aber da meine Terasse überdacht ist sollte die "Halbwertzeit" des Fasses wesentlich höher liegen.

LG Bernd

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Hallo,

ja ist schon klar das so ein Holzfass nicht ewig hält. Aber da meine Terasse überdacht ist sollte die "Halbwertzeit" des Fasses wesentlich höher liegen.

LG Bernd

Meine lag bei nicht überdachter Terrasse bei ca. 6 Jahren, also mach dir da mal keine Sorgen.

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