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Byblis Wanzen (Setocoris bybliphilus) auf B. gigantea


Stefan

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Hallo,

nachdem ich letzten Herbst das große Glück hatte, drei Setocoris-Wanzen zu bekommen (vielen herzlichen Dank nochmal, darf ich Deinen Namen hier reinschreiben?), hier mal ein Foto der Nachzuchten auf Byblis gigantea:

post-582-0-69584100-1338635817_thumb.jpg

Viele Grüße

Stefan

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Andreas Wistuba

Hallo,

nachdem ich letzten Herbst das große Glück hatte, drei Setocoris-Wanzen zu bekommen (vielen herzlichen Dank nochmal, darf ich Deinen Namen hier reinschreiben?), hier mal ein Foto der Nachzuchten auf Byblis gigantea:

post-582-0-69584100-1338635817_thumb.jpg

Viele Grüße

Stefan

Klasse!!!

Viele Grüße

Andreas

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Christian Dietz

Hallo Stefan,

herzlichen Glückwunsch! Die sehen echt interessant aus (und ganz anders als die grünen, die wir auf den Drosera gefunden haben).

Gruß,

Christian

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Siggi_Hartmeyer

... und ganz anders als die gelb-grünen Wanzen, die wir auf Byblis filifolia bei Kununurra (Kimberley) gefilmt haben. Viel Glück bei der Kultur!

Gruß

Siggi

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Maik Rehse

Hallo,

wirklich sehr interessant. Handelt es sich dabei um flugunfähige Wanzen? Ich kann jedenfalls keine Flügel erkennen. Wie verhalten sie sich denn im Winter wenn die Pflanze sich in der Ruhephase befindet? Oder zieht sich Byblis gigantea bei dir nich komplett zurück?

Viel Erfolg weiterhin, ich hoffe du kannst den Bestand noch weiter vergrößern.

Gruß, Maik

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Andreas Fleischmann

Hallo zusammen,

Stefan, herzlichen Glückwunsch zum Zuchterfolg! Setocoris bybliphilus scheint nicht schwierig zu sein (wenn man denn Byblis gigantea oder B. lamellata gesichert in Kultur hat), zumal da sich die Tiere wohl vor allem parthenogenetisch vermehren. Ich habe selbst weder in Natura noch in Kultur bisher Männchen beobachtet.

Maik, ja, diese Art ist flugunfähig (zumindest die Weibchen), was damit zusammenhängt, dass die adulten Weibchen Ameisenmimikry berteiben. Bis zum letzten Nymphenstadium sind die Tiere grün und ziemlich flink, und verkriechen sich bei der leisesten Bewegung in die Blattachseln ihrer Byblis, oder lassen sich zu Boden fallen. Die adulten Weibchen dagegen bewegen sich bei Störung ameisenartig umher. (Es ist interessant, dass sich in Australien ziemlich viele Insekten finden, die zu einem Zeitpunkt ihrer Entwicklung Ameisen imitieren. Bei einigen Gespensschrecken sind es die ersten Larvalstadien, hier die ausgewachsenen Tiere).

Siggi, Christian, die Wanzen auf Drosera und den nordaustralischen Byblis sind die flugfähigen Cyrtopeltis, da gibt es mehr Arten als bei Setocoris. Und Cyrtopeltis sind gar nicht einfach bis auf Artebene zu bestimmen, weil sie sich in der Färbung nach den Häutungen an "ihre" jeweilige Pflanze anpassen können (wie z.B. einige Krabbenspinnen bei uns). Daher gibt es vielleicht gar nicht so viele Arten dieser Sundewbugs, wie ich bisher angenommen habe, sondern nur viele Farbvarianten.

Schöne Grüße,

Andreas

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Hallo Stefan,

vielen Dank für's Zeigen und herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg.

Eine Frage hätte ich noch:

Für eine erfolgreiche Zucht braucht man warscheinlich ständig neue Beute an der Pflanze.

Was macht man im Winter?

Oder können die Wanzen längere Zeit ohne Futter auskommen?

Die sehen echt interessant aus (und ganz anders als die grünen, die wir auf den Drosera gefunden haben).

Das waren wahrscheinlich Blattläuse ;)

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Hallo

Ich wusste garnicht das es Wanzen gibt,die auf B.gigantae leben.

Ich habe noch eine Frage,wie können sich die Wanzen auf der Byblis fortbewegen,ohne an den Klebetropfen kleben zu bleiben?

Und danke fürs zeigen!

LG Leo

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Siggi_Hartmeyer

Hallo Andreas, die von uns 1995 und 2001 bei Kununurra gefilmten Wanzen auf Byblis waren teils geflügelt, wie man sehen kann. Du meinst also, dass sind keine Setocoris sondern Cyrtopeltis? Der Unterschied zu den sympatrischen Cyrtopeltis auf Drosera ist dort in Farbe und Größe erheblich.

Siehe dazu unsere Aufnahmen bei Kununurra auf Byblis filifolia und Drosera ordensis (YouTube-Link unten, Byblis von Timecode 5:08 bis 5:30, Drosera von 7:05 bis 7:50).

Edited by Siggi_Hartmeyer
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Andreas Fleischmann

Hallo Siggi,

Das Problem ist, dass die beiden Gattungen, wie die meisten Blindwanzen, unglaublich schwierig zu bestimmen sind - meist sicher nur anhand der Genitalapparate der Männchen. Und die sind leider auch auf Euren exzellenten Makroaufnahmen noch nicht zu erkennen, da muss man schon unter dem Binokular präparieren ;).

Es gibt zudem nur sehr wenige Spezialisten weltweit für Miridae, und die arbeiten ein bisschen in entgegengesetzte Richtungen - einige separieren Setocoris von Crytopeltis (ich würde das auch befürworten, weil beide Gattungen im Verhalten und in ihrer Ökologie sehr unterschiedlich sind), andere gehen von nur einer Gattung aus.

Die nordaustralischen Byblis- und Drosera-Wanzen sind wohl beides Cyrtopeltis spec., ich persönlich gehe bei Setocoris "klassisch" nur von den ungeflügelten Ameisen-Immitatoren der zwei westaustralischen Byblis-Arten aus, wie es dem Typus der Gattung entspricht.

Aber da gibt es noch sehr viel zu erforschen, fast nichts ist über diese Tierchen bekannt.

Die Klebetropfen können die Wanzen (sowohl auf Drosera, als auch auf Byblis) mit den Beinen abwischen, ich kann mir gut vorstellen, dass sie ein Detergenz produzieren, mit dem sie den viskosen Schleim lösen können. Wie Siggi in Nordaustralien habe auch ich im Südwesten beobachten können, dass die Wanzen (auf Zwergdrosera, Knollendrosera und Byblis gigantea) die Tentakelbasis oft anstechen, und wohl auch Pflanzensaft saugen. Und auch gelegentlich den Saugrüssel in die Klebetropfen halten (ob sie davon aber trinken, oder vielleicht nur die Viskosität messen, weiß ich nicht. Denn im Gegensatz zu Roridula, deren Harz ja immer gleich stark klebt, ist die Klebekraft der Kanrivoren mit wasserbasiertem Leim ja von Luftfeuchtigkeit und Bodenfeuchte abhängig).

Es ist also immer spannend, etwas Neues zu Verhalten und Biologie der Wanzen-Mutualisten auf unseren Karnivoren zu erfahren - fast alles, was berichtet wird, ist für die Wissenschaft neu. Selbst zu den Blindwanzen auf heimischen (nicht karnivoren) Pflanzen, die sich dort von gefangenen Insekten ernähren (z.B. auf Salbei, Hasel, Lichtnelken), ist noch kaum etwas bekannt - obwohl sie fast vor jeder Haustüre vorkommen!

Schöne Grüße,

Andreas

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Simon Poppinga

Hierzu vielleicht noch der Hinweis auf ein aktuelles Paper:

Sticky plant captures prey for symbiotic bug: is this digestive mutualism?

B. Anderson, A. Kawakita, I. Tayasu

Plant Biology 2012 (in press)

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1438-8677.2012.00573.x/full

Eine "Situtation" wie sie oftmals vorkommen könnte...

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