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Sphagnum in stillgelegten Weihern


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Hallo

Ich habe heute eine kleine Radtour durch den Wald gemacht. Nach einiger Zeit gelang ich ein ein Feld von fünf stillgelegten Weihern. Ich habe zu meinem Erstaunen große Flächen von Sphagnum in den Weihern gefunden. In einen von ihnen befand sich sogar Utricularia vulgaris, leider waren die Pflanzen zu weit weg um ein gutes Foto zu machen.

Ich dachte bisher immer das die Böden von solchen Weihern total ungeeignet für die Torfmoose sind, aber offenbar habe ich mich da geirrt.

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Sogar rotes Sphagnum war vereinzelt zu finden:

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Am Ufer unseres Badesees gibt es auch haufwenweise Sphagnum. Da hab ich mich auch gewundert, so von wegen sauer und nährstoffarm und so. Der See ist voller Algen :)

Posted (edited)

Hallo,

von wegen sauer und nährstoffarm und so

das liegt eigentlich daran, dass Sphagnum nicht die Folge, sondern viel mehr der Auslöser des "Übels" für den Rest der Vegetation ist. :devil:

Zum Beispiel an meinem Moorbeet verlässt das Moos bereit an den Randbereich das eigentliche Beet. Es hat an der breitesten Stelle bereits einen dicken Teppich zum angeschlossenen Überlaufteich gebildet, überwächst handtellergroße Sandsteinblöcke und treibt ins Gras aus im Schutz der Schilfe und Farne neben an. Seit 2008 ca. 50 - 60 cm! Wohlgemerkt ich wohne AUF dem Rheinhochgestade = eiszeitliches Schwemmland mit Unterschichten Kiese und Sande. Also alles andere als wasserspeichernd sauer etc. Das klappt so lange wie der nötige Wasserhaushalt vorhanden ist. Im Fall meines Beetes, wenn ich nur gut weiter befeuchte. Im Fall der stillgelegten Teiche und des Badesees, so lange wie sich genügend Wasser durch Regen oder Adhäsion nachziehen lässt.

Im Prinzip steht ihr also in beiden Fällen (Weiher /Teich) am möglichen Beginn eines künfitgen Moores. Die Torfbildung durch Sphagnum und Co. beträgt 1mm pro Jahr. Bleiben die Bedingungen, so sind theoretisch in 1000 Jahren 1m Torfschicht möglich. Für viele Pflanzen ist es dann schon längst nicht mehr möglich an die Bodennährstoffe zu gelangen, oder es wird für sie durch die Huminsäurefreisetzung des Sphagnums tödlich sauer. Sträucher, Büsche und Bäume kommen später an die Reihe. Letztlich sind alle Moore so entstanden, nur eine Frage der Zeit und Umwelteinflüsse.

Fazit: Sphagnum ist keine moorabhängige Moosart, sondern ein Killermoos, das seine eigenen Bedingungen erzeugt und im Zusammenspiel mit seinen Moorkumpels dieselben erst erschafft.

Gruß Piesl

Edited by Piesl
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