Tommy Friedrich Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 Hallo an alle, hab mich immer gefragt ob mann nich Carnivoren zB. Dionaeas,Droseas und Sarracenias die mann nich loswird und zuviele hat im Heim,in Mooren und Wasserlöchern im Wald aussetzen darf, um sie ihr Schickal zuüberlassen? Gruß Tommy
Andre S. Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 Hallo Tommy, Grundsätzlich sagt mir mein Verstand: Auswildern ist immer ne schlechte Idee! Besonders, wenn es Pflanzen sind, die in dem Gebiet nicht vorkommen wie Dionaea oder Sarracenia. Und wenn dann schon nicht eigenmächtig auswildern. Ich denke mal, dass man schon nen guten Grund braucht um Pflanzen überhaupt auswildern zu dürfen! Überhaupt würden die Pflanzen wahrscheinlich nicht lange bestehen können oder aber sich weiter ausbreiten und sich negativ auf die natürliche Flora und Fauna auswirken. Schöne Grüße, Andre!
Marcus Vieweg Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 Hallo Tommy, die Antwort ist ein ganz klares NEIN! Selbst bei einheimischen Arten ist das schon umstritten. Bei Arten die aus anderen Ländern stammen steht es soweit ich weiß in Naturschutzgebieten und Ähnlichem sogar unter Strafe! Bitte greift nicht in die Natur ein, es könnte negative Konsequenzen für euch und die Natur haben. LG Marcus PS: Die Naturschutzbehörde Bayern entfernt gerade jegliche ausgewilderte Sarracenia in ganz Bayern, da sie angeblich zu invasiv sein soll... Nun ja!
Louis W. Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 (edited) Hallo zusammen, Selbst bei einheimischen Arten ist das schon umstritten. und wie sieht es bei stark bedrohten Arten wie Drosera anglica, intermedia und rotundifolia aus? Werden in Deutschland eigentlich von entsprechenden Behörden bedrohte Pflanzen ausgewildert? Das wäre doch zumindest sinnvoll, da man ja weiß, dass sie keine anderen Arten verdrängen weil das ja ihr natürlicher Lebensraum hier bei uns ist. Bei anderen nicht heimischen Pflanzen ist ein Auswilderungsverbot natürlich verständlich, aber warum ist es bei heimischen Arten umstritten? Viele Grüße, Loui Interessantes Thema find ich übrigens Edited December 5, 2012 by Loui de carnivore
Feldenberg Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 (edited) Hi Loui, das ist m.E. ein Scheinproblem: Wenn Du an einem von D.rotundifolia und P.vulgaris besiedelten deutschen Hochmoor noch einige Exemplare dazupflanzt wird das (wenn es so gemacht wird, dass nicht noch Schaden an der sonstigen Vegetation entsteht) a) keinen Menschen interessieren und auch keiner bemerken :-). Ich glaube nicht, dass es wirklich so ausgeprägte "Standortvarianten" bei uns gibt und schliesslich könnte ja auch mal Saatgut von D.rotundifolia aus Skandinavien über Wasservögel nach Zentraleuropa gelangen usw. Ich finde diese "Artreinhaltungsdebatte" sehr künstlich. Es mag mit den Sarracenien in USA anders ausschauen, aber die bei uns gängigen Karnis.. ich weiss net.. Ich würde mich bei solchen Aktionen halt auf bereits etablierte Standorte zurückgreifen und tatsächlich nur die dort schon vorhandenen Arten "ergänzen". Alles andere - vor allem die Ansalbung "exotischer" Arten ist tatsächlich Biotopveränderung und mehr oder minder strafbar. Beispielsweise finde ich es auch nicht so cool, wenn im englischen New Forest Dionaea und Sarracenien wachsen.. Aber als "invasiv" sind diese Arten tatsächlich wohl eher nicht anzusehen. Da sollten sich die Naturschutzbehörden lieber erstmal ums Drüsige Springkraut oder wie dieses schreckliche Monstergewächs heisst kümmern... Grüsse Feldi Edited December 5, 2012 by Feldenberg
Louis W. Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 (edited) Hallo Feldi und Andreas, Da sollten sich die Naturschutzbehörden lieber erstmal ums Drüsige Springkraut oder wie dieses schreckliche Monstergewächs heisst kümmern... Genau! Das Zeug wächst bei uns echt überall. Das ist indisches Springkraut so weit ich mich erinnere. Ich verstehe ehrlich nicht wie man in solchen Aktionen Sarracenia entfernt und sich nicht auf das Springkraut konzentriert. In den ganzen Naturschutzgebieten im Umkreis wächst dieses Zeug und man kann praktisch zusehen, wie Brennesselarten verdrengt werden. Das Auswildern von Pflanzen in Naturschutzgebieten ist genauso eine Ordnungswidrigkeit, wie das Entnehmen! Wie ist das eigentlich mit Samen? Ist es auch verboten Drosera Samen zu verstreuen? Dan wildere ich ja keine Pflanzen aus, oder? Viele Grüße, Loui Edited December 5, 2012 by Loui de carnivore
Feldenberg Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 Loui, das mit den Samen ist bloss spitzfindig. Wenn es um die Erhaltung von Genpools geht, dann solltest Du Dir nächstens die Schuhe besser unterseits abputzen, bevor Du auf dem Weg ins Naturschutzgebiet um die Ecke einen kleinen Umweg über Dein Moorbeet im Spätsommer nehmen solltest :-) Also: Einfach keinen natürlichen Standort karnivorer Pflanzen. mit "standortfremdem" Pflanzenmaterial gleich welcher Entwicklungsstufe und Herkuft kontaminieren. Mir leuchtet diese Logik schon ein. Vielleich rate ich Dir jetzt tatsächlich lieber, die überzähligen Drosera usw. in einem dauerfeuchten aufgegeben Steinbruch oder am Boden von Kiesgrupen anzusalben. Da gibt es ja einige "neue" Standorte bereits in Dtl. Wie dauerhaft sowas ist, ist natürlich eine andere Sache. Als Pionierpflanzen werden sie ja eher verdrängt.. viele Grüsse Feldi
Redstav Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 Hi zusammen, wenn es doch schon heimische Pflanzen einer Art gibt, warum soll man den Pflanzen aus USA, Russland oder sonst woher ansalben? Ich habe z.B. mindestens 4 verschiedene Formen D. intermedia in meinem Moorkübel. Da sind Pflanzen mit norddeutscher, nordamerikanischer, skandinavischer und was weiß ich noch drin. Ja, die unterscheiden sich! Die haben eigene Merkmale, was das Wachstum und das Aussehen betrifft. Welche Gene sich da irgendwann durchsetzen, weiß niemand, aber dass die heimische Flora verfälscht wird ist doch auch klar. Das wird bei ein paar Pflanzen nicht ins Gewicht fallen, aber wenn du jetzt an einer günstigen Stelle einige tausend Samen in einem deutschen Hochmoor ausstreust? Dieser Absatz zeigt doch eigentlich ganz gut auf, dass jeder Moorbeetbesitzer im weiteren Sinne doch auch eine Florenverfälschung betreibt. Im ersten Satz beschreibst du noch, warum man sich Pflanzen von wo auch immer her "ansalben" sollte. Im zweiten Satz erklärst du, dass du vier verschiedene Formen von D. intermedia im Moorkübel hast. Zu guter letzt kommt genau der entscheidende Punkt ... - ein geeigneter Standort zur Entwicklung Wenn nun Vögel oder andere Tiere in deinem Beet landen, nach Würmern suchen und das Drosera Saatgut von einem anderen Kontinent macht sich an dessen Krallen breit, wird weitergetragen bis zum nächsten Tümpel, wo es keimt, blüht, .... Nun worauf ich hinaus will, ist einfach dass jedes noch so kleine Moorbeet seinen Teil zur Forenverfälschung beiträgt, dazu muss man nicht erst Saatgut in nen Tümpel werfen - oder? Andererseits kann man das ganze auch von einem entgegengesetzten Blickwinkel betrachten. Wie oft wurde unsere Flora schon "beeinflußt" durch Eiszeiten, Trockenperioden, Meteoriteneinschlägen, etc. Im Endeffekt hat es sich doch alles auf der Erde erst entwickelt ... Ich denke grundsätzlich ist es sicher interessant über das Thema zu reden, ob allerdings auch die gewünschten Antworten zu finden sind bleibt meiner Meinung nach fraglich. Viele Grüße Ulrich
Feldenberg Posted December 5, 2012 Posted December 5, 2012 (edited) Hallo, einheimische Arten werden sicher bei Renaturierung von Mooren auch eingesetzt. Gefärlich ist es aber einheimische Arten einfach so auszuwildern, wo es sie noch gibt. Jeder Standort hat ja seinen eigenen Genpool. Wenn ich jetzt eine skandinavische D. intermedia in einen norddeutschen Bestand setze, dann kann das für den angestammten Genpool das Aus bedeuten. Das ist eben alles nicht so einfach, denn das können ganz andere Pflanzen sein, mit ganz anderen Merkmalen. Wo es keinen einheimischen Bestand mehr gibt, könnte man es einfach mal versuchen, finde ich. Allerdings hat es natürlich einen Grund, warum die Arten dann dort ausgestorben sind und ich würde die Erfolgschancen geringer als gering einschätzen, die Pflanzen dann tatsächlich langfristig etablieren zu können. Gruß Andreas Andy, Nur um der "Rechthaberei" willen :-) Das war doch Dein Punkt, den Du ganz am Anfang gemacht hattest, und den ich auch sehr plausibel fand (und meine eigene etwas naive Denke hinsichtlich Standortverfälschung durch Fremdvarianten korrigiert hat). Ich persönlich würde z.B. weder irgendwo was "aussetzen" noch was "ausgraben" - wozu auch? Ich hab zu tun und freu mich daran, wenn es bei mir auf dem Fensterbrett überhaupt wächst! Nur sehen wir (unabhängig davon) am Umgang mit invasiven Arten, wie schwer sich der ursprüngliche Naturschutzgedanke (Ideal der unberührten, unverfälschten Natur) mit einer hoch mobilisierten, durchkultivierten Globalgesellschaft verträgt. Du musst ja zugeben, dass etwa die von Tommy Friedrich oben aufgeworfene Frage zur Zeit der ersten Naturschutzgebiete in Deutschland (jaja, in den 30ern..) noch völlig irrelevant war - wer hatte da schon ein Moorbeet o.ä.?. Heute wird aber tatsächlich durch die relativ zunehmende Verbreitung von Moorbeeten bzw. den tonnenweise produzierten Baumarktcarnivoren ein "Pool" von notwendig standortfremden Varianten "in die Umwelt" (die ja keine Balken hat) eingeführt. Daher sind die auf den ersten Blick abstrusen Beispiel mit dem Moorbet und den Schuhen (oder den Vögeln, oder dem Wind) gar nicht so abwegig. Ich meine einfach : in der Sache hast Du völlig recht, und man sollte dem nicht noch aktiv Vorschub leisten - aber auf längere Sicht werden sich zumindest die Populationen in relativer Siedlungsnähe genetisch durchaus verändern. Edited December 5, 2012 by Feldenberg
Eve Posted December 7, 2012 Posted December 7, 2012 Vielleicht lieg ich mit meinen Gedanken dazu ja total falsch - hier in Österreich sagt das Naturschutzgesetz (grob vereinfacht), daß geschützte Pflanzen weder der Natur entnommen (auch keine Samen) noch hinzugefügt werden dürfen. Prinzipiell, denn Ausnahmen gibt's und die sind im Gesetz auch ausgeführt (betrifft Personen, nicht Pflanzen). Praktisch alle Karnivoren sind geschützt - also fallen sie ebenfalls unter dieses Gesetz. So zumindest mein Verständnis. Klar, Vögel verbreiten Samen. Das tun Pflanzen von sich aus im Prinzip ja auch. Ich reihe das allerdings unter 'Natur' ein. Entweder es keimt und kann sich etablieren - oder nicht. Der Mensch aber, der hier verändernd eingreift - den reihe ich nicht grad unter 'Natur' ein Liebe Grüße Eve
Tommy Friedrich Posted December 7, 2012 Author Posted December 7, 2012 Ich sag mal so,es müssten auch geeignete Gegenden vorhanden sein damit se überleben können. Und wenn ich das bei uns sehe im Sommer,wenn die ganzen Tümpel und Wasserlöcher austrocknen hätten se eh keine Chance zuüberleben! Aber ich denke nich das se irgendwas an den heimischen Pflanzen was ausrichten könnten,dafür können se sich garnich behaupten.
Andreas Wistuba Posted December 7, 2012 Posted December 7, 2012 Ich sag mal so,es müssten auch geeignete Gegenden vorhanden sein damit se überleben können. Und wenn ich das bei uns sehe im Sommer,wenn die ganzen Tümpel und Wasserlöcher austrocknen hätten se eh keine Chance zuüberleben! Aber ich denke nich das se irgendwas an den heimischen Pflanzen was ausrichten könnten,dafür können se sich garnich behaupten. Mit so Aussagen wäre ich sehr vorsichtig. Von den Ansprüchen her dürften durchaus einige nicht-heimische Arten gute Überlebenschancen haben. Es gibt ja in Europa diverse Auswilderungen von Sarracenia. Auch Dionaea könnte Chancen haben. Daher sollte man die Finger von solchen Experimenten lassen. Es gibt schon viel zu viele Neophyten. Auch Eichhornia war mal ganz harmlos....! Grüße Andreas
Tommy Friedrich Posted December 7, 2012 Author Posted December 7, 2012 Hallo Andreas, ich meinte sie könnten nicht an ausgetrockneten Orten überleben,die im Frühjahr sehr feucht sind und im Sommer wenns jeden Tag 30°C sin denn austrocknen würden. Gruß de Tommy
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