Thomas Ravensburg Posted December 11, 2012 Posted December 11, 2012 Hallo Zusammen, dieses Jahr überwiner ich meine VFF zum ersten Mal - mehr oder weniger - im Freien. Habe mir einen Styroporkasten gebastelt, dieser hat in alle Richtungen eine Stärke von 8mm. In dem Kasten befindet sich die Pflanzschale mit dem Töpfen. Habe am Sonntag mal reingesehen um eben auch etwas zu lüften und habe festgestellt, dass die Erde und die Pflanzen gefroren sind - die Temperatur lag bei ca. 0 - -1°C. Da ich im Frühjahr eher ungern matschiges Grünzeug da rausholen möchte, wollte ich fragen ob diese Überwinterungsmethode auch bei -20°C funktioniert und ob das die Pflanzen im Styroporkasen überleben? Hat jemand damit schon Erfahrung gemacht? Der Kasten steht auf einem rel. windgeschützten Balkon in einem Eck. Vielen Dank für die Antworten! LG, Thomas
Volker S Posted December 11, 2012 Posted December 11, 2012 (edited) Hi Thomas, Erfahrung habe ich speziell mit dieser Art und Weise bei der VFF nicht. Meine bleiben alle im Moorbeet und haben beispielsweise vorigen Winter 2 Wochen Dauerfrost mit Spitzenwerten von kurzzeitig -14°C wegstecken müssen (seit Jahrzehnten musste ich in diesem Winter beispielsweise wieder meinen Teich beheizen / 30cm Eisschicht). Und das Ganze dann noch ohne Schneeauflage. Einzig und allein etwas Reisig hatte ich vorigen Winter drüber gelegt. Bis jetzt sind sie bei mir immer komplett zurück gefroren und haben immer (vermehrt) neu ausgetrieben. Diese Erfahrung hilft Dir aber leider nicht sonderlich weiter, weil das Moorbeet immer noch Reserven aus dem Erdboden anzapfen kann - was ein allein gestellter Topf (auf dem Erboden) nur im sehr geringen Maße bewerkstelligt. Mit 60mm Styrodur-Isolierung überwinter ich aber ausgepflanzte Exoten (Palmen) im Garten. Aber auch hier ist eine gute Isolierung natürlich nicht gefeit vor Dauerkälte. Alle Isolierungsüberwinterungen beruhen auf Wärmequellen in einem möglichst kleingehaltenen Volumen. Bei meiner Palme nutze ich zwar sehr lange die Erdwärme, indem ich am Boden ca. 3m² relativ flach überbaut habe - dann darüber einen 'Kamin' mit 0,25m² Grundfläche in die Höhe ziehe. Dieser Rombus schützt dann den Stamm der Palme. Aber ohne aktive Wärmequelle wird das auch hier nichts - von daher sind um dem Stamm noch 12m Lichterschlauch gewickelt, der die innere Temperatur per Regler auf ca. -8 bis -10°C hält. Durch diese starke Isolierung springt der Lichterschlauch auch nur sehr kurz im Winter an. Alle anderen Schutzbauten werden ungeregelt mit Grabkerzen in den kältesten 2 Wochen des Jahres mit aktiver Wärme versorgt. Das hält so ca. 5 Tage und macht pro Kerze so ca. 30-50 Watt. All das Blahblah, um Dir zu zeigen, dass Du bei Dauerfrost - ohne Wärmequelle - in diesem Schutzbau recht bald ähnliche Temperaturen hast, wie es die Umgebung hat. Ein stetig warmer Boden in Hausnähe würde in manchen Gegenden schon reichen. Oder Du wohnst in einer Gegend, wo Du nur die Tiefstwerte in der Nacht abpuffern möchtest (hast also Tagsüber Deine Wärmequelle á la Sonne, wo sich der Erboden wieder aufwärmen kann). Alternative: Irgendwo eingepflanzt lassen - abdecken mit Reisig oder Styropor (damit der Wind nicht so stark greift) und abwarten. Falls es tatsächlich nicht funktionierte, nächstes Jahr beim Aldi ne neue Pflanze holen. Falls Du es tatsächlich als Topfpflanze in einem Styroporschutz versuchen möchtest (so habe ich Dich verstanden), kann man auch warmes Wasser als Wärmequelle nehmen (Kanister, Wärmeflasche, kannst Du drin lassen bis es gefriert - bringt nämlich auch Wärme - hält auch eine Zeit, je nach Verhältnis Wasservolumen/Schutzvolumen) - ich würde mich aber für die Überwinterung im Boden entscheiden. -volker- Edited December 11, 2012 by Volker S 1
Volker S Posted December 12, 2012 Posted December 12, 2012 (edited) damit man sich das oben beschriebene etwas besser vorstellen kann, kommen hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu isolierendem Winterschutz bei ausgepflanzten Pflanzen. hier mal die Schalthysterese meiner Trachy in einem 60mm Styrodurschutz mit 120W Lichterschlauch (man beachte die noch relativ 'warmen' Bodentemperaturen (Trachy -2cm) im Schutz - außerhalb ist der Boden schon viel stärker durchgefrostet. So gesehen sind auch dieses -0,5°C Oberflächenbodentemperatur eine stetige Wärmequelle, wenn es im Schutz schon viel kälter ist. Schutzeinrichtungen mit Grabkerze werden Tag- und Nacht befeuert, wobei die nicht isolierte Regentonne merklich Wärme verliert. Orleanderkurve - Standort Stall (Steinhaus) - ebenfalls mit 120W LS geschützt (mach ich aber nicht mehr - bringt kaum was) Punika - im 50er Styrodur-Würfel (40mm Dicke) - Grabkerzenbefeuerung (x1) Kamelie - in einer umgestülpten 200L-Regentonne - Grabkerzenbefeuerung (x1) ...und damit man sich von der Größe des Trachyschutzes etwas vorstellen kann - hier noch ein Bild: ...und nun noch ein aktuelles Bild des 50er Styrodurwürfels (40mm dick) ohne Beheizung (gerade gestern mitgeschnitten). Hier profitiert der Schutz nur von der Wärme des Bodens (diesmal nicht aufgezeichnet). Da wir uns noch im Herbst/Frühwinter befinden, ist a) der Boden noch überhaupt nicht in tiefere Bereich durchfroren und liefert ständig Wärme nach oben zum Schutz tagsüber die Sonne im Herbst sehr oft ins 'Plus' kommt und den Boden wieder auftankt/aufwärmt. Das meinte ich mit der Pufferung im oberen Beitrag. Wenn ich hier aber längere Zeit Dauerfrost bekomme, müssen meine Systeme auch längere Zeit tiefere Temperaturen vertragen können. Bis auf die Regentonne (nicht isoliert) können sie das alle, da sie beheizt werden (die Regentonne verliert einfach zu viel - ich müsste dann mehr Kerzen rein stellen). PS: je kleiner die Grundfläche der Umbauung, desto schneller kann der Bodenfrost von außen eindringen. -volker- Edited December 12, 2012 by Volker S
Thomas Ravensburg Posted December 14, 2012 Author Posted December 14, 2012 (edited) Danke für Deine Antwort Volker. Die kältesten Tage sind wohl erstmal vorbei - lt. Wetterbericht soll es ja dann wieder etwas milder/wärmer werden. Habe die letzten Tage immer mal wieder in die Box und auf das Thermometer gesehen, aber das kälteste was ich gesehen habe, waren -4°C, also ganz Ok. Mal sehen wie sich der 80mm starke Styroporbehälter verhält wenn es mal 2 Wochen zweistellige Minustemperaturen gibt... Edited December 14, 2012 by Thomas Ravensburg
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