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Blüten von U. fulva öffnen sich nicht.


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Posted (edited)

Hallo und guten Abend allerseits

Ich kultiviere seit diesen Jahr auch eine U. fulva. Die hat auch bereits Ende September die ersten Blütenstängel gezeigt. Nur leider haben sie sich bis jetzt nicht geöffnet und ich frage woran das liegt.

Brauch sie es zum blühen eher kühler oder wärmer? Will sie dabei nass stehen oder eher trockener? Brauch sie viel Licht? Meine steht auf dem Südfensterbrett ohne Zusatzbeleuchtung, derzeit, da ich zu Hause bin, bei ca. 20°C am Tag, nachts etwas kühler. In den letzten Wochen war es so warm nur am Wochenende, sonst bin ich die Woche über nicht da und dann ist das Zimmer merklich kühler, vielleicht 15-17°C.

Wenn ich mal mit den Bildern aus Australien vom Thilo vergleiche stehen die Pflanzen ja eher feucht. Seiner Aussage nach trocknen die Standorte aber bald aus. Jedoch sind die Bilder wohl etwas älter (von unseren Sommer, also dem australischen Winter wenn ich annehmen darf). Da ist es dort ja eher nass. Jetzt frage ich mich eben ob meine kultur zu trocken ist, obwohl er schrieb, dass die Pflanze doch recht anpassungsfähig sei. Ich möchte die Pflanze jetzt im Winter bei weniger Licht eben nicht zu nass halten.

Sie steht bei mir jetzt auf einem Untersetzer den ich recht selten auffülle. Das Substrat trocknet zwar nicht komplett aus, ist aber schon relativ trocken. Die anderen Utricularia blühen auch (bzw. schieben jetzt erst Blütenstängel) aber U. fulva, die schon lange Zeit Blütenstängel besitzt, blüht einfach nicht auf. Im Gegenteil, einige Blütenstängel sterben schon langsam ab wie es scheint.

In meinem Miniterrarium stehen auch 2 Blütenstängel die nach U. fulva aussehen. Diese stehen da auch schon seit 2-3 Monaten, besitzen aber deutlich mehr Knospen. Die Knospen sehen auch relativ dick aus, wodurch ich schließen würde, dass sie sich bald öffnen könnten. Das Substrat dort könnte natürlich etwas feuchter sein, also könnte "mehr wässern" keine schlechte Idee sein, oder? Da ich das Miniterrarium auch nicht stärker gieße als die kleinen Töpfe, es nur durch die große Substratmasse mehr Feuchtigkeit speichern könnte, sind das alles nur Vermutungen, dass es dort unter der Substratoberfläche etwas feuchter ist.

Woran kann das liegen, was kann ich besser machen? Oder muss ich noch etwas warten und geduldiger sein? Ich habe mal ein Bild vom Oktober und drei von heute angehangen. Sorry für die schlechte Bildqualität, aber am Tag habe ich es nicht geschafft die Bilder zu machen und bevor ich über die Feiertage wieder nicht dazu komme zu fragen, dachte ich mir es jetzt zu tun. Man erkennt auch ganz gut den schon vertrockneten Blütenstängel, an dem sich aber ein Seitentrieb bildet.

Viele Grüße

Stefan

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Edited by Stefan H.
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Hallo!

Meine U. fulva hat bisher erst einmal geblüht, daher bin ich sicher kein Experte.

Bei mir stand sie unter starker Beleuchtung 70W HQI und sehr warm.

Ich tippe mal auf fehlendes Licht und zu geringe LF als Grund, warum die Blütenstengel absterben.

Deine sieht auch nicht besonders "glücklich" aus. Unter meinen Bedingungen ist ein neuer Topf nach einiger Zeit mit saftig-grünen Blättchen vollgewachsen, auf deinen Fotos sehe ich kaum Laub.

Daführ bekomme ich meine nicht mehr zum Bühen, habe nur einen Haufen "Gras".

Grüße,

Stefan

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Hallo

Ja, ich habe die Pflanze erst Mitte des Jahres bekommen, deswegen ist auf dem Oktoberbild noch nicht viel Laub zu sehen. In den Dezemberbildern dominiert leider das Moos, das gebe ich zu. Aber ansonsten hat sich die Pflanze eigentlich ganz gut entwickelt. Leider steht sie, wie du es schon angesprochen hast, etwas zu dunkel, seit dem sie vom Gewächshaus auf das Südfensterbrett gewandert ist. Ich hatte jedoch gehofft, dass gerade bei bereits ausgetriebenen Blütenstängeln die Beleuchtungsstärke kein größeres Problem darstellen sollte?! Ich meine in meinem Miniterrarium, wo es nicht heller ist, sieht sie irgendwie besser aus. Zumindest hat sie deutlich mehr Knospen am Blütenstängel, die sich jedoch auch nicht öffnen.

Meinst du sie steht zu kühl bei mir?

Reduzierst du die Beleuchtungsdauer? Das soll nämlich einen durchaus großen Einfluss auf die Blütenbildung haben. Also vielleicht das mal probieren, um sie zum Blühen zu bringen.

Viele Grüße

Stefan

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Hallo Stefan

Bei mir zählt U. Fulva eher zu den temperierten Utricularia, also welche die es nicht so warm mögen und ausserdem ein Winter brauchen. Ich denke U. Fulva brauch zur Blütenbildung eine Kombination aus mehreren Faktoren.

Zum einen blühen die Pflanzen bei uns erst im Herbst, wenn die Tage kürzer werde, also die Beleuctungsdauer etwas abnimmt, zum anderen die Tage und Nächte kühler werden. Auch sieht man auf den meisten Fotos von Naturstandorten, dass die Blüten direkt aus dem Wasser ragen, also wird ein zunehmender Wasserstand auch eine Rolle spielen.

Auch habe ich von einigen Leuten gehört das ein frischer Topf mit fulva reichlicher blühen soll, als ein mehrjäriger Topf.

Auch ich habe meine fulva auf dem Fensterbrett stehen, doch weil ich weitesgehends auf eine direkte Zusatzbeleuchtung verzichte und die Temperaturen im Schlafzimmer kühl sind, öffnen sich die Blüten bei mir.

Leider etwas spährlicher als letztes Jahr, als ich sie erst sehr spät aus dem Gewächshaus geholt hatte.

Ich hoffe das hilft dir ein wenig weiter.

Gruß Thomas

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Hallo Thomas

Das hilft mir schon gut weiter, vielen Dank für die Informationen. Also blühen die Pflanzen beim Übergang zur Trockenphase, was ja auch Thilo seine Bilde rund Beschreibungen gezeigt haben. Also vom Übergang des australischen Winters zum Sommer, Frühjahr also. Eventuell halte ich die Pflanzen dann falsch: Nass und warm in unseren Sommer und trockener und kühler um Winter. Zumindest im Winter müssten sie noch nass/feucht stehen, mehr als im Sommer oder?! Und trotzdem blühen sie in Kultur... seltsam. Denn ich kultiviere sie ja wie viele andere hier auch. Ich probiere es also zunächst sie feuchter zu halten, eventuell öffnen sich dann die Blütenknospen noch.

Viele Grüße

Stefan

Posted (edited)

Hallo,

Ich versuche nochmal die Bedingungen am Naturstandort von U. fulva zusammenzufassen:

Die Pflanzen blühen dort hauptsächlich in den Monaten von April bis September, also in den australischen Wintermonaten. Diese zeichnen sich durch etwas kältere Temperaturen (25-35°C am Tag und 10-20° in der Nacht) und vor allem durch absolut keinem Niederschlag aus! U. fulva blüht also fast ausschließlich in der Trockenzeit, was unter den nordaustralischen Wasserschläuchen wohl einmalig ist. Trockenzeit (Mai-Oktober) und Regenzeit (November-April) dauern jeweils etwa sechs Monate.

U. fulva wächst entlang Flüssen, deren Wasserpegel im australischen Winter, also in der Trockenzeit, logischerweise immer weiter sinken. Soweit ich beobachten konnte, werden Blüten erst dann gebildet, wenn der Wasserspiegel auf Höhe der Blätter gesunken ist. Die Blütenbildung hört erst dann auf, wenn keine Feuchtigkeit mehr im Boden vorhanden ist, der Standort also komplett austrocknet.

Sobald die Regenzeit wieder so richtig beginnt (also üblicherweise im Dezember), schwellen die Flüsse enorm an und die Standorte werden vollständig überflutet. Daran ändert sich bis ca. April ziemlich wenig. Erst dann beginnt die Trockenzeit erneut und der Wasserspiegel beginnt wieder zu sinken bis die Blätter erreicht werden und Blüten gebildet werden...

Da Nordaustralien bereits zu den Tropen gehört, variiert die Tageslänge dort ziemlich wenig. Im australischen Winter (wo U. fulva ja bevorzugt blüht) beträgt sie 11-12 Stunden, während sie im australischen Sommer 12-13 Stunden beträgt.

Wenn man also die Bedingungen am Naturstandort möglichst exakt nachahmen möchte, sollte man vor allem auf den Wasserstand achten. Ideal wäre also eine sechsmonatige Überflutung und eine genau so lange Trockenphase, in der das Substrat nur noch leicht feucht gehalten wird. Die Temperatur würde dann in der überschwemmten Zeit möglichst immer über 30°C betragen und in der Blütezeit 20-30°C.

Dies wären die im Bezug auf den Naturstandort idealen Bedingungen. Meine zwei Jahre alte U. fulva im Terrarium hat jedoch selbst bei ganzjährig warmen Temperaturen (27°C) und gleichbleibendem Wasserstand (knapp unter Topfkante) bereits zwei mal geblüht!

Viel Licht braucht U. fulva sicherlich immer. Die Standorte sind meist vollsonnig und selbst der australische Winter ist noch ziemlich hell. ;)

Ich würde deinen Pflanzen also vor allem mehr Licht und höhere Temperaturen gönnen, wobei sich meine Kulturerfahrungen auch wirklich in Grenzen halten.

Viele Grüße,

Thilo

PS: Am Standort wächst U. fulva übrigens ziemlich oft in wirklich extrem sandigem Substrat, vielleicht ist das ja auch noch ein Faktor...

Edited by Thilo.K
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Hallo Thilo

Vielen Dank für deine Informtionen zu den Standorten. So wie du das beschreibst dachte ich mir das in etwa auch und habe das versucht auch so umzusetzen. Es mangelt dann wohl nur am Licht und eventuell etwas an der Temperatur. Blütenstände sind ja da. Hoffen wir mal, dass sie sich bald öffnen. Also scheint jetzt mehr Wasser zu geben nicht der richtige Ansatz zu sein. Interessant ist, dass alle anderen Utricularia bei mir jetzt wo sie trockener stehen vermehrt Blütenstände bilden und teilweise auch schon blühen. Nur U. fulva mag noch nicht,... also so falsch kann die Kultur nicht sein, auch wenn U. fulva wie du schreibst ja doch etwas anders zu kultivieren ist wie viele andere. Im Sommer (Überflutung) haben zwar viele andere vereinzelt auch geblüht aber erst jetzt wo sie trockener stehen treiben sie größere Blüten-(An)Zahlen.

Viele Grüße

Stefan

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