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Moorbeet: Schutz der Hibernakel vor Nagern (Mäusen)


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Posted

Hi,

 

da ich selbst davon betroffen bin und ich das überhaupt nicht auf der Rolle hatte, wollte ich das Thema hier noch einmal aufgreifen. Prädestiniert für solche Angriffe sind wohl Pings, die sich in ihrer Winterruhe nicht vollständig von der Oberfläche zurück ziehen und somit schutzlos - sozusagen als 'Salat'kopf - auf den Verzehr des Selben warten.

 

Aber auch hier gibt es wohl Ausnahmen, oder es war einfach nur Glück, dass meine ebenfalls nicht untergetauchte Pinguicula corsica komplett verschont wurden.

 

Eindeutig gefährdet ist wohl:

Pinguicula alpina  (fast alle 5 sind restlos abgeknabbert worden - bei einer Knospe stehen noch Fragmente)

Pinguicula villosa (gemeldet von Marcus Vieweg)

 

...falls Jemand noch weitere Erfahrungen gemacht hat, welche Pinguicula von Nagerverbiss betroffen sind - eine Erweiterung der Liste würde ich interessant finden. Vielleicht kann man damit dann abklären, ob wirklich alle schutzlosen Winterknospen davon betroffen sind - oder ob sich die Mäuse nur an bestimmte Spezi vergreifen.

PS: Bei den Winterknospen von P. grandiflora konnte ich (im unabgetauchten Zustand im vorigen Winter) noch keinen Nagerschäden feststellen. Dieses Jahr sind allerdings auch die P. grandiflora von der Oberfläche verschwunden und waren somit erst recht geschützt (nur noch sehr viele Brutzellen waren oberflächlich zu erkennen).

 

...zum Schutz:

Ich selbst benutze z.Z. zwar einen anderen Schutz, aber mir ist heute beim Einkaufen ein Teesieb aus Edelstahl aufgefallen, welches sich für einen temporären Schutz hervorragend eignen könnte. Leider hatte ich schon meine Schutzgitter angebracht. Ich stelle es mal einfach vor:

Edelstahl-Teesieb ohne Griff (http://www.ebay.de/itm/Teesieb-Teefilter-aus-Edelstahl-63mm-Edelstahlsieb-/320810539596?pt=Kaffee_Tee&hash=item4ab1cc5a4c) + Edelstahl-Rundring zur Beschwerung (http://www.ebay.de/itm/5-St-Rundringe-5-0-x-60mm-Edelstahl-Niro-VA-Rundring-O-Ring-O-Ringe-/360601355178?pt=Schneidereiausstattungen&hash=item53f58403aa).

Genau so etwas würde ich nun bevorzugen, wenn man gerade mit einer Population einer gefährdeten 'Oberflächen'-Ping anfangen würde. Erst recht, wenn es sich um eine schwer zu beschaffende = meist etwas teureren Art handeln würde.

 

 

-volker-

Andy Böhnke
Posted

Hallo Volker,

 

ich selbst habe noch keine Pings im Moorbeet. Ich habe dies zwar schon seit Ewigkeiten vor, aber bin noch nicht dazugekommen.

Die Idee mit dem Teesieb klingt aber sehr gut. Die Gefahr, die ich aber sehe, dass die Mäuse das Sieb beiseite schieben.

 

Schöne Grüße

Andy

Posted (edited)

Hi Andy,

 

ich habe hier einen 40er Ring mit 10mm Drahtstärke liegen. Der ist schon ganz schön schwer. Mit 2 Ringen pro Sieb sollte es aber auf jeden Fall ausreichen. Falls man aber bedenken hat und es der Maus weiter erschweren möchte, dann könnte man Käsepieker oder andere preiswerte 'Stöckchen' innerhalb des Teesiebkreises in den Bodengrund stecken. Wenn man von Denen 4 Stück um die Knospe steckt, dann das Sieb drüber stülpt, hat die Verschieberei ein Ende.

 

Oder man nimmt 2 dünne VA-Nägel, und schlägt sie von oben durch das Sieb (in Randnähe/oder durch den Rand). Eventuell vorher etwas kleiner vorbohren. Nun hast Du ein Sieb mit 2 Bodennägel, welche zur Verankerung des Siebes ausreichen sollten.

 

Ist ja nur erst mal ein Vorschlag - ich denke aber mal, dass diese Gefahr nicht von der Hand zu weisen ist. Hätte ich das vorher gewusst (denn so etwas steht in keiner Faq) - glaube mir, ich hätte präventiv mein Kalkbeet geschützt.

 

Das mit den Sieben hört sich vielleicht lästig an, aber wenn ich weiß welche Pings gefährdet sind, würde ich immer einen Teil dieser Population schützen wollen. Wenn man irgendwann großflächigere Populationen besitzt, kann man sich Gedanken über einen anderen Schutz machen. Oder man hat 'nur' Moorkübel, die man meist recht einfach vollflächig schützen kann. Bei einem Moorbeet sieht das oft anders aus.

 

Sicherlich, der beste Schutz ist wohl: Einfach keine 'Oberflächensiedler' anbauen. Aber auch hier fehlen mir entsprechende Kenntnisse dazu, um demnächst nur 'Abtaucher' zu erwerben. Ist das Abhängig vom Alter der Pflanze, oder von den Witterungsverhältnissen?

 

Bei meiner P. grandiflora könnte ich bisher mutmaßen: Je größer und älter die Knospe, desto tiefer verschwinden sie. Wenn aber demnächst ein Winter kommt, wo auf einmal wieder alle adulten Hibernakel oben bleiben, muss ich das oben gesagte wieder revidieren. Dann wäre das Verhalten eher wetterabhängig.

 

Aus den bisher gemachten Erfahrungen und Äußerung ist eine Abhängigkeit des Überwinterungsverhalten auf jeden Fall spezibedingt (man kann bei diesen Spezies dann eher von einer Oberflächenpflanze sprechen). Evtl. kann man auch Rückschlüsse draus ziehen (Mutmaßung) wie sich die Pflanze verhält, wenn man mal Ihr natürliches Habitat betrachtet. Auch wenn P .alpina in Wiesen anzutreffen ist, gehört sie definitiv (wie der Name es schon sagt) zu den alpinen Hochlandgewächsen (welche auch auf Moosinseln direkt auf nacktem Fels anzutreffen ist). P. vallisneriifolia kenne ich wiederum nur an vertikalen Felsvorsprüngen wachsend. Man sagt ihr sogar nach (ist jetzt nicht wissenschaftlich begründet), das sie längere Sommerblätter entwickelt, um so schräger sie steht.

 

In den Sieben sehe ich nur eine kostengünstige Möglichkeit, sich an einer neuen Spezi ran zu wagen (Erfahrungen zu sammeln) ohne einen Verlust durch Dritte zu erleiden. Da meine verlorenen Exemplare noch nicht mal eine Saison in meinem Beet waren, konnte ich Null Erfahrungen sammeln, ob sie sich wohl gefühlt hätten. Das nervt mich am Meisten (zusätzlich zur Beschaffungsproblematik bei P. alpina)

 

-volker-

Edited by Volker S

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