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Karnivoren bei Derby - D. hartmeyerorum


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Thilo.K

Hallo,

 

hier sind nun die letzten Fotos von Karnivoren aus dem Norden Australiens. Nach dem im letzten Beitrag gezeigten Steinschlag mussten leider die meisten geplanten Karnivorenstandorte und auch viele Wasserfälle gestrichen werden. Darunter war auch ein äußerst vielversprechender Standort, an dem die sehr seltenen, fast noch nie fotografierten Utricularia antennifera, U. kenneallyi und die weißen Form von U. leptoplectra vorkommen sollen...

Dennoch konnten wir zumindest ein paar Standorte entlang der "Hauptstraße" (Gibb River Road) kurz besuchen.

Sobald man sich auf dieser Straße der winzigen "Stadt" Derby nähert, scheinen die Baobab-Bäume immer größer zu werden:

 

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Plötzlich weckte dieses Schild meine Neugier:

 

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Und tatsächlich tauchten ganz in der Nähe an einem kleinen See die ersten Karnivoren auf:

 

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Dies ist vermutlich eine bereits bekannte, jedoch noch nicht beschriebene Art aus der Sektion Arachnopus ("D. indica-Komplex"). Vielleicht ist es aber auch nur eine ungewöhnliche Form von Drosera indica. Das lässt sich momentan wohl noch nicht genau sagen...[Nachtrag 2015: Diese Pflanzen kann ich auch nach Aufspaltung des D. indica-Komplex nicht eindeutig zuordnen. Am ehesten trifft es D. finlaysoniana...]

 

Die Blüte:

 

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Die Pflanze beherbergte einige Symbiosewanzen aus der Gattung Cyrtopeltis:

 

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Auch Byblis filifolia [wohl eher B. rorida] war hier recht häufig anzutreffen. Diese waren enorm dicht von den Wanzen besiedelt:

 

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Die große Überraschung folgte dann aber an einer sehr sandigen Stelle am Ufer des Sees:

 

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Hier wuchsen hunderte Exemplare von Drosera hartmeyerorum!

Diese Art kommt ausschließlich in der Kimberley-Region in Nordwestaustralien vor und wurde erst 1995 von Siegfried und Irmgard Hartmeyer bei Kununurra (etwa 600km entfernt) gefunden.

 

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Die Art kann durchaus recht groß werden, wie dieses Foto zeigt:

 

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Die berühmten Emergenzen sind bei der Kompakten Wuchsform dieser Pflanzen aus einiger Entfernung kaum zu sehen:

 

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Erst aus nächster Nähe erkennt man diese faszinierenden gelben "Dinger" ;)

 

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Hier ist auch eine Cyrtopeltis-Symbiosewanze zu sehen, die häufig auf den Pflanzen herumliefen:

 

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Die "normalen" Tentakel:

 

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Leider hatte ich keine Zeit, um irgendwelche Untersuchungen am Standort (zum Beispiel welches Beutespektrum die Pflanzen haben) durchzuführen :wallbash: Ich habe mir inzwischen fest vorgenommen, nie wieder einen Standort weniger als eine Stunde lang zu besuchen :-)

 

Hier ist zumindest mal ein gefangenes Insekt:

 

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Drosera hartmeyerorum besitzt übrigens auch eine sehr schöne Blüte:

 

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Auch am Blütenstiel werden von der Pflanze diese gelben "Kügelchen" gebildet (hier sind besonders viele an den noch ungeöffneten Blüten zu erkennen):

 

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Etwas näher:

 

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Nahaufnahme der Blüte:

 

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An einem anderen Standort in der Nähe von Derby konnte ich ebenfalls noch einige wenige Exemplare dieser Art finden. Es handelt sich hierbei um die Taylors Lagoon, ein recht berühmter Standort von eigentlich vielen Karnivorenarten. Durch intensive Viehwirtschaft ist das Wasser jedoch nur noch eine stinkende Brühe und der Nährstoffeintrag so enorm, dass kaum noch weitere Karnivoren zu finden waren:

 

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Diese D. hartmeyerorum ist nur ganz knapp dem sicheren Tod entgangen:

 

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Trotzdem dürfte dieser massive Nährstoffeintrag ein großes Problem für diesen Standort darstellen...

 

Ein anderer Standort (der Typusstandort von Byblis guehoi) ohne irgendwelche Bewirtschaftung war dann schon erfolgreicher:

 

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Diese Pandanus-Palmen markierten hier wiedermal einen Karnivorenstandort. Sofort tauchten Unmengen an Drosera broomensis auf:

 

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Die Pflanzen sind nur sehr schwer von D. derbyensis zu unterscheiden und waren bereits weit eingezogen:

 

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Einige Exemplare bildeten interessanterweise solche "Türmchen":

 

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Leider traf ich nicht auf die erwarteten, sich stark verzweigenden Byblis guehoi-Sträucher.

Nach einiger Zeit konnte ich zumindest Pflanzen finden, die sich ein paar Mal verzweigten:

 

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Ob es sich hierbei tatsächlich um Byblis guehoi, oder aber um ungewöhnlich häufig verzweigte Byblis filifolia handelt, kann ich leider schlecht beurteilen [Es ist sicher nicht B. filifolia, jedoch lässt sich wohl kaum sagen, ob es sich um B. guehoi oder B. rorida handelt, da diese Arten fast nicht zu unterscheiden sind]

Hier sind jedenfalls einige weitere Fotos dieser Regenbogenpflanze:

 

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Die Fangblätter:

 

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Edited by Thilo.K
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Thilo.K

Und noch einige Variationen der Blüten:

 

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Die Rückseite der Blüte:

 

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Keine Byblis aber trotzdem interessante und schöne Blüten:

 

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Ich werde im nächsten und wohl endgültig letzten Bericht aus Australien wohl noch einige Arten aus der ebenfalls sehr faszinierenden Gattung Stylidium vorstellen, die häufig mit Karnivoren vergesellschaftet sind und von denen ich auch einige recht seltene Arten beobachten konnte.

 

Viele Grüße,

 

Thilo

 

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Unglaublich tolle Bilder, Thilo

 

Mein Neid auf dich für deine Erlebnisse vor Ort ist dir ewig sicher

 

:-)

 

Gruß

 

Wolfgang

 

P.S.: Ich freue mich auf deinen nächsten (und leider) letzten Bericht.

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