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Kleine Beobachtung


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Hi Leute,

 

neben meinen noch sehr kleinen Hochlandnepenthes besitze ich auch eine mittelgroße Baumarktnepenthes ("Louisa"). Heute habe ich eine Beobachtung gemacht, die ich euch gerne kurz zeigen/ beschreiben möchte:

 

Gestern fand ich in unserer Wohnung eine tote Hummel. Als Art "Recycling" warf ich sie in eine der Kannen. Als ich heute aus Langeweile in die Kanne sah, war aus der Kannenflüssigkeit etwas geworden, dass aussah wie eingetrockneter Flüssigkleber.

 

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Das eine Bild ist in der Kanne aufgenommen mit "normaler" Kannenausrichtung, das Zweite nachdem ich die Kanne auf den Kopf gedreht hatte. Wie ihr seht hat sich nichts verändert. Die hummel ist richtig festgeklebt.

 

Jetzt meine Fragen:

1) Was genau ist in der Verdauungsflüssigkeit passiert?

2) Wie wird die "Beute" jetzt weiter zersetzt? Sie klebt ja förmlich da drin und Verdauungsflüssigkeit ist keine mehr da :/

3) Ist das normaler bei so großer Beute? Die Kanne ist eigentlich auch ziemlich groß (15cm)

 

MfG Yanik

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Spielmannsfluch89

Vielleicht ja mal paar Tropfen Wasser beigeben. Ansonsten kann ich mir nciht richtig vorstellen wieso das so .. wie nennen wir es .. dehydriert? trocknet? klumpt? .... Jedenfalls hab ich keine Ahnung ;)

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Steffen Huebner

Hi Yanik,

 

hatte die Hummel eventuell viele (sichtbare) Pollen an sich?

Diese bestehen nämlich zu einem gewissen Teil aus Pektin, welches in wässriger Lösung zusammen mit beispielsweise Calcium stark verdickt.

Das funktioniert nach dem sogenannten "egg-box"-Modell, wobei die langen Pektinketten das Calcium sowie Wasser quasi ineinander einschließen und so ein Gel bilden. Pektin wird daher z.B. auch in Lebensmitteln als Gelbildner bzw. Verdickungsmittel eingesetzt, unter anderem auch in Marmeladen und Soßenpulver.

Es kommt von Natur aus auch in allen Obst-/Gemüseschalen bzw. Pflanzen im Allgemeinen vor.

 

LG Steffen

Bearbeitet von Steffen H.
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Hi Steffen,

 

ob die Hummel viele Pollen bei sich hatte weiß ich nicht. Ins Auge gesprungen ist mir nichts. Denkbar wäre deine Theorie schon, das Problem ist ja nur, wenn die Hummel schon so lange bei uns in der Wohnung war, dass sie verhungert o.Ä. ist, kann sie dann noch viele Pollen bei sich gehabt haben?

Aber so gibt es immerhin schonmal eine mögliche Erklärung :thumbsu:  Danke dafür :D (Wie siehts deiner Meinung nach dann mit der weiteren Verdauung aus?)

 

Bin aber gerne auch offen für weitere Theorien. Immer her damit, dann gibts was zu diskutieren.

MfG Yanik

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Steffen Huebner

Hi Yanik,

 

möglich wäre es denke ich, dass die Hummel noch einiges an Pollen "bei sich" gehabt hat, zumal sie ja schon ein ziemliches "Fell" besitzt.

 

Falls du Zugang zu Rhabarber hast, welcher in seinen Blättern nämlich einen hohen Anteil an Oxalsäure besitzt, kannst du ja mal etwas vom Blatt (nicht den Stiel) klein schneiden und mit Wasser "zermatschen". Dann entnimmst du etwas vom Gel in der Kanne, gibst es in einen kleinen Becher, gießt etwas von dem Rhabarber-Wasser darauf (die Blattreste möglichst nicht) und rührst ein wenig. Dann sollte das Calcium als Calciumoxalat ausfallen und das Gel wieder flüssig werden. So könntest du dann das Pektin nachweisen und wüsstest dann zumindest, ob es sich um Pektin handelt oder nicht.

Ob das Ganze so aber in der Praxis mit dem Rhabarber auch funktionieren tut, kann ich leider nicht garantieren ;)

 

In der Kanne selbst würde ich das Ganze aber auch nicht unbedingt anwenden. Da würde ich nur auf jeden Fall Wasser in die Kanne geben um das Ganze ein wenig zu verdünnen, denn die Enzyme der Verdauungsflüssigkeit bzw. Enzyme allgemein funktionieren nur in wässriger Lösung.

Da müsste man dann aber wahrscheinlich mit einem Stock oder Spatel, vorsichtig ein wenig rühren oder das Gel zumindest etwas auflockern, da sich das Ganze wahrscheinlich nicht allzu schnell lösen bzw. verdünnen lässt, wenn das Gel schon so viskos ist, dass es sich nicht mehr "bewegt". Ich weiß nämlich nicht, ob die Nepenthes genug Verdauungsflüssigkeit produziert, sodass sie den "Klumpen" von selbst wieder abbauen kann, bevor die Kanne gegebenenfalls absterben würde.

 

LG Steffen

Bearbeitet von Steffen H.
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Hi Steffen,

Klingt soweit ganz gut. Nur die Sache mit dem Rhababer wird schwer. Habe ich nicht Zuhause, ich könnte aber Vlt welchen kaufen. Eine andere Option wäre doch rein hypothetisch, das Calcium anderweitig zu binden. Ich habe, dadurch dass ich einen Chemie LK besuche, Zugang zu einem kleinen Labor. Wenn ich das Calcium nun anderweitig Binde und daraufhin das Gel wieder flüssig wird, wäre bewiesen das es sich um Pektin handelt, oder?

In der Sammlung der Schule gibt es keine Oxalsäure. Hat jemand einen anderen Vorschlag als Nachweis?

MfG Yanik

ps: es handelt sich wie oben beschrieben um eine Nepenthes ;)

Bearbeitet von YanikB.
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Steffen Huebner

Hi Yanik,

 

ja, das mit der Nepenthes ist mir aufgefallen, kurz nachdem ich den Post abgeschickt habe. Habe schon befürchtet, dass du den Post vor meinem Edit lesen wirst ^^

 

Oxalsäure wäre übrigens ein Feststoff, könnte also evtl. doch bei dir, z.B. als Natriumoxalat, in der Schule vorhanden sein?

 

Ansonsten könnte Calcium auch mit wasserlöslichen Carbonaten oder Phosphaten als schwerlösliches Salz gefällt werden. Allerdings wäre hierbei das Problem, dass das nur in neutraler oder schwach ammoniakalischer Lösung funktioniert. Das würde ich dann aber nicht mehr unbedingt als Pekinnachweis gelten lassen, da hierbei ja alles mögliche reagieren könnte, falls es sich nicht um Pektin handelt.

Denn eigentlich wird ja nur das Calcium nachgewiesen und das Pektin daher nur indirekt. Als Oxalat wäre das kein Problem, da das in saurer Lösung stattfindet und das Gel von sich aus schon sauer sein sollte.

 

LG Steffen

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Steffen Huebner

Hi Yanik,

 

was natürlich auch funktioniert und mir gestern irgendwie nicht eingefallen ist, ist, dass man mit einer Bleiacetatlösung (müsste es eigentlich auch in der Schule geben) auch direkt auf Verdickungsmittel testen kann. Dazu nimmst du etwas vom Gel, verdünnst es soweit mit Wasser, dass es sich vollständig gelöst hat und gibst einige Tropfen Bleiacetatlösung dazu. Falls dann etwas weißes ausflockt, hast du Verdickungsmittel bzw. das Pektin nachgewiesen.

Alternativ würde das Gleiche theoretisch auch gehen, wenn du statt dem Bleiacetat einfach wieder Calcium im Überschuss dazugibst (z.B. über eine Calciumnitratlösung), denn dann müsste erneut Calciumpektat ausfallen, also das Ganze wieder etwas gelieren bzw. ausflocken. Jedoch würde man hierbei wirklich nur etwas sehen, wenn auch wirklich genug Pektin vorhanden ist. Daher wäre die Bleiacetatlösung wohl eher zu empfehlen.

 

LG Steffen

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Hi Leute,

 

ich war heute in der Sammlung und habe das ganze schnell ausprobiert:

 

post-3435-0-54557900-1372257003_thumb.jppost-3435-0-94944400-1372257004_thumb.jp

Hier der Glibber im Transportgefäß und in das Wasser gegeben, dann versucht das Ganze möglichst gut zu lösen

 

->post-3435-0-29221600-1372257006_thumb.jp

ging nur mittelmäßig und stank wie ne S**

 

Und hier nach Zugabe von Bleiacetat:

post-3435-0-63364000-1372257007_thumb.jp

 

Es scheint sich also um Pektin (oder ein vergleichbares Verdickungsmittel) zu handeln. Danke Steffen für den Tipp ;)

 

Zurück zu meiner Nep:

Um die Verdauung wieder anzuregen/ in Gang zu setzen werde ich dort Wasser hinzugeben (und mich dann schnellst möglich des Gestanks wegen von der Kanne entfernen :P ). Enzyme arbeiten ja wie Steffen schon sagte "ungern" (nicht!) ohne Wasser ;)

MfG Yanik

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