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Wildentnahme


weiglt

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Liebe GFP-Gemeinde,

 

Vielleicht bin ich hier in diesem Thread ja nicht ganz richtig, aber ich denke hier kann ich euch, meine lieben Nepenthesenthuiasten am besten erreichen.

 

Ich möchte euch vor einem Verkäufer aus Facebook warnen, der Gewliderte Nepenthes Klossii verkaufen will.

Sein Name ist "Garden Plant" und "Felix Albert".

 

Ich finde es sehr schade. Als ich mit ihm privat Kontakt aufgenommen habe, gab er sogar zu, dass diese der Natur entnommen seien. Seine Ausrede war, es würden Häuser auf das Habitat gebaut, was ich nur schwer nachvollziehen kann.

 

Ausserdem habe ich erfahren, dass ein Nepenthes Rigidifoliastandort komplett, bis auf eine Pflanze geplündert wurde.

 

Ich kann nur allen abraten, diese Pflanzen zu kaufen, da dies die Wildendentnahme nur fördert.

Gerade bei einer, in der Natur so selten vorkommenden Art, finde ich es einfach nur traurig, da durch solche Aktionen diese komplett von der Bildfläche verschwinden lassen.

 

Anbei ist noch ein Bild von einer der gewilderten Klossii!

 

mfg

 

Tom

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Hi,

 

Wildentnahmen gepaart mit einer exzessiven Sammelleidenschaft sind ein weites Feld. Wobei gerade die Jagd nach Raritäten die schlimmsten Auswirkungen auf die Natur hat.

 

Ich kenne mich nun überhaupt nicht mit Deiner Nepenthes aus, aber wenn die 'N. klossii' auch sehr selten ist, sollte sie doch eigentlich auf der roten Liste des Waschingtoner Artenabkommens stehen, oder nicht?

 

 

-volker-

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@Andreas

...mit Citespflanzen darf man aber handeln - die Sachen, die auf der roten Liste stehen dürfen nicht mehr vom Großhändler eingekauft werden. Allerdings müssen natürlich - so weit mir bekannt - Citespapiere (bei den Pflanzen auf der Citesliste Anhang I) vom Händler anbei liegen.

 

 

 

[Edit:]

 

@Wolfgang,

 

das die Flora/Fauna allein durch Urbanisierung ausgerottet werden ist einfach Fakt (wir vermehren uns halt). Darüber zu diskutieren gibt eine Endlosschleife.

Da ich selbst früher mal zoologische Artikel verkauft habe, kenne ich leider das Sammelgen mancher Aquarianer zu genüge. Erst wenn ein Tier auf der Artenschutzliste landet wird es für Viele richtig interessant. Vorher wurden diese Tiere kaum nachgefragt, weil sie eher unscheinbar waren. Danach (der Abverkauf läuft) spielt Geld keine Rolle mehr.

Obwohl ich zur damaligen Zeit selber Aquarianer war, hätte ich einem generellen Verbot von Wildfängen (jetzt nicht listenabhängige Tiere) durchaus zugestimmt. Jahrelang hatte man normale Skalare, dann gab es Autum-Skalare (mit wesentlich steileren Rückenflossen) - und jeder wollte sie haben.

Das Argument vom "Bewahren der Art" halte ich als Aquarianer für absoluten Quatsch, damals jedenfalls - als man das Tier einfach nur kaufen brauchte. Für mich ist das absolut auf Pflanzen übertragbar - jedenfalls für 80% der Durchschnittspflanzenpfleger.

 

 

-volker-

Bearbeitet von Volker S
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Martin Hingst

Auf die Gefahr hin, jetzt als Befürworter von Wildentnahme gebrandmarkt zu werden-

 

Ich bin absolut bei Wolfgang.

 

Vergleicht man die Naturzerstörung und Artengefährdung von Wildentnahme vs Habitatzerstörung, ist ersteres nahezu lächerlich.

 

Wie hat Andreas Wistuba neulich so schön gesagt im Meerwasser-Aquaristik-Thread: der Krieg wird mit dem Schleppnetz geführt, nicht mit dem Kescher. (oder so ähnlich ;-)

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Auch ich muss Wolfgang beipflichten.

Allerdings hat besagter Sammler die N. klossi für 1000$ anbieten wollen. Und da scheint es wohl klar, dass die Entnahme der Pflanze aus der Natur unter anderem (wenn nicht sogar komplett) finanziell motiviert war. Und das ist ja wohl ein absolutes no go.

Auch wenn der Anbieter sonst ein "ganz feiner kerl" und ein begeisterter Sammler sein mag - Ausrupfen und Reibach machen wollen so wie er es gemacht hat stellt ihn für mich auf die gleiche Stufe wie die Leute, die Nashörner wildern.

Vielleicht wird er sich ja noch auf facebook rechtfertigen. Bin mal gespannt.

Grüße,

Justin

Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2

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Hallo Wolfgang,

ich muss Dir leider vollständig recht geben. Ich war früher oft in Südamerika wegen Tillandsien. Etliche Leute kennen meine Berichte in der "Bromelie". Wir habe damals immer nur wenige Pflanzen einer Art mitgenommen, für uns und andere Liebhaber. Erst wenn professionell für Händler von Einheimischen gesammelt wird, geht der Raubbau los. Es werden dort jedoch auch gnadenlos ganze Standorte durch Baumaßnahmen usw. vernichtet. Till sprengeliana wuchs auf einem kleinen Stück in der Gegend von Arrail do Cabo, direkt am Meer. Heute so weit das Auge schaut Häuser. Die Menschen dort wollen halt auch in Häusern, wie wir, leben. Wie oben schon erwähnt. Es müssen neue Straßen gebaut werden zu deren Zweck z.B. in Brasilien ganze Berge weggesprengt werden. Till. grazielae entging um Haaresbreite der totalen Vernichtung wegen des Baues einer Straße. Die ganze Diskussion bei uns ist scheinheilig. Ich möchte die hiesigen Naturschutz(schein)heiligen sehen, die mit den Fingern auf den Bauer in Afrika zeigen, wenn deren  ganze Ernte von Elefanten vernichtet würde. Ich warte nur noch darauf dass diese Leute verlangen, dass keine Medikamente mehr dorthin geliefert werde, weil sonst die Leute dort zu alt, sich stark vermehren oder weiss der Gott noch was.

Um mal bei dem ganzen Schwindel über Cites usw. Hintergrundwissen zu bekommen, kauft bitte das Buch von Hansen "Orchideenfieber". Gibt´s bei Ebay für wenig Euros.

Sehr interessant ist die Partie über Kew Garden und was bei Popow im Namen des Artenschutzes alles getrieben wurde. Auch dort hatte ein Mitarbeiter von Kew Garden seine Finger im Spiel. Hier bekannt G. Braem. Lest mal nach was diesem passierte. Das Buch ist für uns Liebhaber spannend wie ein Krimi. Der Autor räumt auf mit der Scheinheiligkeit der Citesbehörde auf und dass es dabei hauptsächlich um Macht geht. Ah, noch was. Man kann auch nachlesen was Wolfgang bzgl. Orchideen ausgraben,( in den USA geht) wenn Grundstücke usw. aufgelassen werden um zu bauen. Ich würde mich freuen, wenn jemand das Buch gelesen hat, sich mal hier zu Wort meldet.

Vorsicht das Buch ist ein wahrer Schock für jeden ernsthaften Liebhaber, der aber auch die Natur schützen will.

Harro

Bearbeitet von Harro
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Spielmannsfluch89

Ah Harro ist auch hier ;D Grüß dich....

 

 

 

... und danke für den Beitrag!

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Ob es eine ganze genetische Linie ist wage, ich zu bezweifeln.

Kauf Dir das Buch und Du bist kuriert von all der Scheinheiligkeit und dem Gesetz über Artenschutz.

Ah Benjamin, Du kennst ja bestimmt auch meinen Artikel, die ich kürzlich DBG Forum darüber geschrieben habe.

Bearbeitet von Harro
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Spielmannsfluch89

Ich meine ja, glaube es aber damals nur überflogen zu haben.. Hol ich nochmal nach!

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Marcus Vieweg

Hallo,

 

Auf die Gefahr hin, jetzt als Befürworter von Wildentnahme gebrandmarkt zu werden-

 

Ich bin absolut bei Wolfgang.

 

Vergleicht man die Naturzerstörung und Artengefährdung von Wildentnahme vs Habitatzerstörung, ist ersteres nahezu lächerlich.

 

Wie hat Andreas Wistuba neulich so schön gesagt im Meerwasser-Aquaristik-Thread: der Krieg wird mit dem Schleppnetz geführt, nicht mit dem Kescher. (oder so ähnlich ;-)

 

lieber Martin, wir sind gut befreundet und ich schätze dich sehr, aber bei dieser absolut pauschalisierten Aussage muss ich dir entschieden entgegen treten!

 

Sicherlich mag es gute Argumente geben warum Wildentnahmen nicht so schädlich sind. Allerdings kommt es immer auf den Einzelfall an. Pauschalisiert zu sagen, och 10, 20 oder 100 Pfanzen zu entnehmen schadet nicht ist einfach nicht korrekt. Gerade bei selteneren Arten, von denen man nicht weiß wie viele Exemplare es gibt, ist das unverantwortlich!

Kommt mir bitte nicht mit Argumenten wie: "was denkst du wo deine Pflanzen herkommen?". Darum geht es mir nicht und das ist auch ein schlechtes Argument. Natürlich müssen Arten der Natur entnommen werden, will man sie in Kultur etablieren, aber eine ständige unkontrollierte Entnahme mit anschließendem Verkauf ist eine völlig andere Geschichte!

 

Woher wollt ihr denn bitte wissen wieviele Pflanzen da entnommen worden sind? Solange der Rubel rollt fördert man mit Sicherheit kein Umdenken! Mag sein das dort wirklich Häuser gebaut werden, aber der Mensch ist nun einmal kreativ wenn es darum geht Vorteile für sich zu ergreifen. Deshalb sehe ich so eine Aussage in Verbindung mit einer Gewinnerzielungsabsicht als absolutes No-Go! Sollte er die Pflanzen wirklich retten wollen, warum dann nicht ohne Gewinn?

 

Was das Thema Gesetze angeht, so hat man sie nun einmal zu respektieren, so dämlich sie einem auch vorkommen. Da gibt es sicherlich noch krassere Regeln als im Pflanzenschutz und gerade die deutsche Gesetzgebung ist für mich im weitesten nicht mehr nachvollziehbar. Das entbindet mich jedoch nicht davon sie einzuhalten.

Ich für meinen Teil entscheide deshalb gerade bei Pflanzen eher nach meinem moralischem Gewissen und sonst gar nichts. Wenn man es OK findet eine solche Pflanze zu kaufen, nun gut, aber das auch noch als normal zu propagieren, da sehe ich unsere Vereinsziele doch nicht mit in Einklang zu bringen.

 

Jetzt noch ein wirklich sehr makaberes Beispiel, der freundliche Herr aus Thüringen, der mit dem unruhigen Zeigefinger, der hat doch nur eine Wildentnahme vorgenommen. Warum regt sich denn da jemand drüber auf? Hätte er eine Herde vergiftet wäre das schlimm gewesen, aber nur das eine Tier für sich, das ist doch kein Problem... RICHTIG? Zugegeben hinkt der Vergleich hier, zumal der freundliche Mann ja auch noch kontrolliert einen älteren Bullen schießen durfte. Naja, wohl bekomms!

 

Das es noch Dinge gibt die Populationen noch schneller ausrotten ist schlimm genug. Sie als Argument zu benutzen noch weiter aufs Gas zu treten meiner Meinung nach aber auch sehr verwerflich. Wenn durch den Bau von Häusern 100 N. klossii dahin gehen, ist es dann kein Problem von den restlichen 100  50 Stück zu horenden Preisen als Versuchskanninchen an wohlhabende Hobbyzüchter zu verkaufen. Also meie Entscheidung ist klar!

 

Der Satz "Take only pictures, leave nothing but foodsteps" hat für mich Sinn und sollte wenn dann von jedem selbst beurteilt werden. Für mich eine rein moralische aber mit Sicherheit keine pauschale Entscheidung!

 

LG Marcus

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Marcus Vieweg

Hallo Wolfgang,

 

Ich denke, die Lösung wäre relativ einfach.

 

Ist ein "einmaliger, schützenswerter"  Standort bedroht durch Bebauung o.ä., bekommen zugelassene, überprüfte und eingetragene Vereine wie z.B. BUND, NABU, GFP etc. automatisch und ohne großen Zirkus die Erlaubnis, die bedrohten Pflanzen zu entnehmen und weiter zu kultivieren unter der Maßgabe, sie nicht zu veräußern und sie wieder auszupflanzen, sollte ein entsprechender Standort gefunden werden.

 

Die entsprechenden Mitglieder der jeweiligen Organisationen/Vereine werden namentlich registriert ob des Besitzes der neuen Pflanzen, der jeweilige Bestand jedes einzelnen kann dann von den zuständigen Behörden je nach Bedarf kontrolliert werden.

 

Wahrscheinlich nicht das Ei des Kolumbus, aber immer noch besser als ein Totalverlust einer Population

 

da sagt mein moralisches Gewissen: "Wo muss ich unterschreiben?" Sofort stimme ich hier zu. Allerdings haben wir dieses wunderbare Konstrukt nicht. Warum nicht? Weil es Politiker einen feuchten *** interessiert, nicht hier in Deutschland und schon gar nicht in einem Entwicklungsland. Würden wir ein paar Milliarden ins Gespräch bringen, wäre die Politik sofort Feuer und Flamme, aber unser Lobbyismus ist da nicht so gut wie der der großen Konzerne...

 

LG Marcus

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Darian-Wolz

Soll er die Pflanze für 10 € anbieten und damit billiger sein als die, die es privat vermehren und verkaufen??

Wenn schon Wildentnahme dann schön teuer! Unterstreicht doch das der Verkäufer den Wert der Pflanze schätzt. 
Würde er einfach vor die Haustüre jeden Tag gehen und sich so ein Ding "pflücken", würde er die für 200€ verschleudern da es für Ihm selber keinen Wert hat.

Von daher, passt doch

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Martin Hingst

 

lieber Martin, wir sind gut befreundet und ich schätze dich sehr

Ich weiß Marcus - aber deshalb brauchst du mich doch nicht im Pluralis majestatis anzusprechen ;-)

 

Du weißt, ich selbst entnehme keine Carnivoren aus der Natur - und ich hatte wirklich einmalige Gelegenheiten.

Aber der Punkt war mir ein anderer - Wolfgang kritisierte das Zitat, dass Wildentnahmen die schlimmsten Auswirkungen auf die Natur hat. Dem schließe ich mich an - die schlimmsten Auswirkungen kommen woanders her. Übrigens oftmals von denen, die angeblich mit ihren Regeln die Natur schützen wollen. Ich denke z.B. an E10, Energiesparbirnen etc.

 

Was das Thema Gesetze angeht, so hat man sie nun einmal zu respektieren, so dämlich sie einem auch vorkommen

 

Oh, oh, da muss ich dir jetzt leider widersprechen. Und ja, ich mag dich auch sehr :-)

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Andreas Wistuba

Wem sollen wir noch glauben wenn es um den Schutz der Natur geht.

 

Vor allem dem gesunden Menschenverstand und dem Gewissen. Papier ist geduldig und Gesetze sind nur so gut wie die, die sie erlassen (...).  

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Marcus Vieweg

Guten Morgen ;-)

 

Ich weiß Marcus - aber deshalb brauchst du mich doch nicht im Pluralis majestatis anzusprechen ;-)

 

Du weißt, ich selbst entnehme keine Carnivoren aus der Natur - und ich hatte wirklich einmalige Gelegenheiten.

Aber der Punkt war mir ein anderer - Wolfgang kritisierte das Zitat, dass Wildentnahmen die schlimmsten Auswirkungen auf die Natur hat. Dem schließe ich mich an - die schlimmsten Auswirkungen kommen woanders her. Übrigens oftmals von denen, die angeblich mit ihren Regeln die Natur schützen wollen. Ich denke z.B. an E10, Energiesparbirnen etc.

 

 

Oh, oh, da muss ich dir jetzt leider widersprechen. Und ja, ich mag dich auch sehr :-)

 

Ach Martin, ich spreche dich an wie ich will :P

Natürlich weiß ich das du keine Wildentnahmen selbst praktizierst oder unterstützt. Deshalb war mir deine Aussage, die ich letztlich auch falsch verknüpft habe einfach etwas zu pauschal. Ansonsten weiß ich auch das wir da beide ziemlich gleich ticken :)

 

Vor allem dem gesunden Menschenverstand und dem Gewissen. Papier ist geduldig und Gesetze sind nur so gut wie die, die sie erlassen (...).  

 

Genau das wollte ich auch ausdrücken. Wir können uns letztendlich weder hinter Schlimmerem, noch hinter zweifelhaften Gesetzen und leider auch nicht mehr hinter großen Organisationen (z.B: WWF u.a.) verstecken. Letztendlich ist jeder Naturfreund für sein Handeln selbst verantwortlich und muss sich entscheiden.

 

LG Marcus

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Martin Hingst

Super. Da bin ich dabei.

Und deshalb finde ich diese Diskussionen hier auch wirklich spannend (und hab sogar ein kleines bisschen gepusht ;-)

 

Wenn wir als Verein eine Verantwortung haben, dann ist das meiner Meinung nach:

 

Bewusstsein und Verständnis für Natur und deren Schutz unterstützen.

 

Und das geht am besten über eine offene, konstruktive Diskussion- seine eigene Meinung mal aufschreiben (und dann mal drüberlesen, manchmal ganz hilfreich ;-) und die Argumente der anderen mit aufzunehmen.

 

Und am schlechtesten: unreflektiert irgendwelche geistigen Ergüsse nachzubeten von Berufsregulierern mit fragwürdigen Absichten (die gestern noch Verteidigungsminister waren, heute schon "Umweltexperte", und morgen wieder das Gegenteil behaupten). Das halte ich übrigens nicht nur für schlecht, sondern für gefährlich. Ernsthaft.

 

Und noch einen obendrauf:

Wir haben ein Verhältnis zu unseren Pflanzen und deren Lebensräumen. Damit sind wir die Autoritäten in Sachen Natur. Wenn ich im klossi Thread auf Facebook lese, wie stolz dubiose Personen verkünden, dass dieser Wilddieb nun endlich an die "Indonesian authorities" gemeldet wurde. kann ich mich nur noch gruseln. Na das ist doch mal  ein happy end...diese freundlichen indonesischen Behörden sind ja moralisches Vorbild für die ganze Welt und haben nur den Schutz der Natur im Sinn...(wer mag, hier mal ganz wahllos der erste google Hit von heute dazu: Quelle FAZ http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/unruhen-indonesische-regierung-gibt-schiessbefehl-fuer-borneo-11266837.html

 

Nein - WIR sind die guten.

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Hallo allerseits,

 

also ich war eben erst auf Papua, und zum Standort von N. klossii bei Enarotali konnten wir gar nicht, weil es dort Kämpfe zwischen Rebellen und Armee gab. Außerdem ist Enarotali ist ein Kaff mitten in der Wildnis. Das man Häuser mitten in die Wildnis in ein umkämpftes Gebiet stellen will, kann ich mir nicht vorstellen - wer bitteschön soll dort wohnen??? Papua ist ein sehr wildes und kaum besiedeltes Land. An dem Standort gibt es keine Infrastruktur, keine Jobs, nix. Dass da ein Wohngebiet entstehen soll, erscheint mir absurd. Das einzige ist, dass da durch den einen Standortteil anscheinend eine Straße geplant war. Aber das rechtfertigt definitiv nicht die Plünderung des gesamten Standortes. Der andere Standortteil liegt in bergigem Gebiet und dort kann ich mir noch weniger den Bau eines Wohngebiets vorstellen. Da gibt es weiß Gott geeignetere Stellen! Ich glaube, das mit dem Häuserbau hat der Anbieter nur gesagt, damit seine Käufer vor sich selber ihren Kauf moralisch rechtfertigen können. Und das scheint ja leider auch zu klappen! Da verdrängt man einfach ganz schnell, dass der Anbieter einem werweißwas erzählen könnte, weil das ja schließlich in seinem Interesse liegt. Und überprüfen tut man die Aussage sicherheitshalber schon gar nicht.

Ich bin entsetzt, mit welchen dünnen Argumenten und fadenscheinigen Rechtfertigungsversuchen immer öfter Wildentnahmen abgesegnet werden. Als ich mit diesem Hobby angefangen habe, waren Wildentnahmen einfach ein No-Go, und das war auch gut so! Legale Wildentnahmen von einzelnen Experten, die die Pflanzen in Kultur bringen und botanische Gärten beliefern sind im Sinne der Arterhaltung - massive Wildentnahmen von Privatleuten hingegen sind definitiv eine Bedrohung! Einige Nepenthes sind deswegen bereits am Naturstandort verschwunden. So etwas kann man nicht rechtfertigen! 

Bearbeitet von David M.
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Ich kenne mich nun überhaupt nicht mit Deiner Nepenthes aus, aber wenn die 'N. klossii' auch sehr selten ist, sollte sie doch eigentlich auf der roten Liste des Waschingtoner Artenabkommens stehen, oder nicht?

 

 

-volker-

 

Hi Volker,

 

Leider sind diese Listen oft nicht die aktuellsten. Sie werden unregelmäßig, wenn überhaupt, aktualisiert. Da Nepenthes oft nur an einem einzigen Berg vorkommen, braucht nur mal ein kommerzieller Sammler dort alles abernten, und schon ist eine Art bedroht/ausgestorben, die vorher noch nicht als akut bedroht wahrgenommen wurde.

 

Gruß,

David

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David,

in den Bot. Gärten die Art erhalten ist ja gut gemeint, stimmt aber nicht. Wenn Arten erhalten werden, dann bei Liebhaber. Der Chef des Bot. Gartens bestimmt, welche Arten dort gepflegt werden (welche Arten mag er besonders). Ich habe vor ca. 2 Jahren mit einem kurz vor der Pensionierung stehenden Direktors eines Bot. Gartens im Norden telefoniert. Ein Freund von mir hatte dort einen Ast mit einer seltenen Tillandsienart deponiert. Er war einfach nicht mehr aufzufinden. Im Gespräch klagte er mir sein Leid. Der Geldgeber muss/will immer neue Attraktionen bieten. Er nannte es Neudeutsch Events. Es wird immer neuer Platz dafür benötigt, also werden ganze Sammlungen auf andere Bot. Gärten verteilt. Oft bieten diese keine geeigneten Bedingungen. David ich weiß von was ich rede. Als früherer Vorsitzender der Deutschen Bromeliengsellschaft konnte ich hinter die Kulissen blicken. Ich kenne Tillandsienliebhaber die exzellente Sammlungen aus Altersgründen an bekannte  Bot. Gärten verschenkt haben. Heute bereuen sie es zutiefst und verfluchen ihr Tun. Da ich auch so langsam in die Jahre komme weiß ich nicht was ich mit meiner umfangreichen Sammlung tun werde. An einen Bot. Garten, nein kommt nicht in die Tüte, ich möchte meine Pflanzen an denen wirklich mein Herzblut hängt, nicht langsam vergammeln sehen. Ich möchte nicht wissen wie viele Liebhaber ihre Sammlungen von vielleicht Farnen oder anderer Pflanzen dort gut betreut glaubten. Bitte gehe in Google und suche: Deutsche Bromelien Gesellschaft Forum, denn Experten-Talk, dann WA Listen. Da kannst Du meinen vorher erwähnten Artikel mit vielen belegten Einzelheiten nachlesen.

Aber nochmals zu der Wildentnahme. Waren nicht alle Pflanzen, die wir sammeln mal Wildentnahmen ? Jetzt wird´s dann wahrscheinlich philosophisch. Als Beispiel: Kreieren wir eine neue Tillandsienart, z.B. Tillandsia halligalli als Wildentnahme. Bekanntlich sterben Tillandsien nach der Blüte ab und bilden Kindel. Also T. halligalli bildet nur ein Kindel. Was ist dieses Kindel dann ? Eine 1/2 Wildentnahme. Beruhigt der Kauf des Kindels nun diese, die Wildentnahmen ablehnen. Stimmt nicht ganz, aber es wäre so, dass der Käufer eines gestohlenen Dinges sagt, ich weiß, dass es so ist, ich habe es aber nicht geklaut. Der bekannte Spruch dazu, der Hehler ist so schlecht wie der Stehler. Ich bin für Arten- und Naturschutz, aber so wie es jetzt läuft ist es dieses Wort nicht wert. Wie in dem Beitrag: der Pakt mit dem Panda herausgearbeitet wird. Wenn die, die immer für Schutz u. Arterhaltung sind (auf dem Papier), aber immer die Spielregeln, wenn es sie selber betrifft ändern, verdienen nicht, dass man sie mit Unsummen von Mitgliederbeiträgen unterstützt.

Was mich an dieser ganzen Geschichte so zornig macht, ist die Scheinheiligkeit vieler und die Dummheit der anderen, die an Ehrlichkeit der Vielen glaubt .

Bearbeitet von Harro
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...am Besten kehrt Jeder vor seiner eigen Tür und verantwortet es nach bestem Gewissen. Schwarze Schafe gibt es überall. Ob das nun russische Zoo's sind, die ihre Bären nicht mehr los werden und verfüttern, oder botanische Gärten die natürlich auch einnahmenabhängig sind - und so aufgebaut ist unsere gesamte Marktwirtschaft - gewinnorientiert.

 

Jetzt erschreckt sein das es Konzerne mit der Umweltliebe nicht so genau nehmen, und sich mit der Tierliebe und Pflanzenverrücktheiten Milliarden scheffeln lassen, ist in unserem System eigentlich etwas blauäugig.

Von daher wollte ich diese ganzen negativen Auswirkung der Urbanisation eigentlich auch von vornherein ausklammern. Dieser Weg ist nämlich so verfahren, dass ich keine Lösung parat habe (außer vielleicht den Urwaldmenschen im Regenwald die gesamte Verantwortung der Welt zu übertragen).

 

Von daher sehe ich es als äußerst wichtig an, selber für unsere Mitlebewesen auf dieser Erde Verantwortung zu tragen. Und das kann man und es braucht auch nichts kosten.

Als Ottonormalverbraucher lässt man einfach die Finger von kränkelnder, seltener Natur und erfreut sich daran, dass man es noch erleben durfte.

Das mag vielleicht im Geschäftsleben manchmal schwerer sein, gerade weil man die halblegalen Kontakte kennt - es macht aber glücklicher dem Mammon mal nicht hinterherzulaufen, auch wenn man dann für verrückt erklärt wird.

 

Das sich dieses hohe Anspruchdenken weder in einer profitorientierten Gesellschaft, noch in den armen Regionen der Welt sich durchsetzen kann ist leider Realität. Dazu müsste ein riesiges Umdenken einsetzten, was bei der heutigen Bevölkerungsdichte (es wird von großen Industrienationen bereits Ländereien zum Agraranbau von sogenannten Drittländern abgekauft - selbst in Äthiopien, die selbst nicht genug zu mampfen haben, wird Fleisch und Getreide für unsere 'guten' Länder angebaut und exportiert) kaum noch zu realisieren ist. Mist, genau diese Rundkeule der 'großen' Umweltsünden wollte ich eben nicht besprechen.

 

...also fangt bei Euch selber an!

 

 

-volker-

Bearbeitet von Volker S
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