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Kann die Kommune (oder eine andere Behörde) den Zugang ins Moor verwehren ?


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Hallo,

kann die Behörde - hier in dem Fall die betreffende Kommune - den Besuch des Moores außerhalb der markierten Pfade, von denen aus nichts zu sehen ist - verwehren und verbieten ?

Heute war super Wetter, nicht zu kalt nicht zu warm, Sonnenschein, blauer Himmerl und weiße Schäfchenwolken - ich wollte heute zu einem mir bekannten Vorkommen des rundblättrigen Sonnentaus in unserem hiesigen (relativ bekannten) Moor wandern und bin aber schon beim Hineinwanderrn unglücklicherweise auf einen Mitarbeiter gestoßen, der da Förster, Biossphären-Reservat-Ranger oder sowas war. Jedenfalls hatte er einen Ausweis und einen Aufnäher auf der Jacke und das sächsische Wappen am Arm. Damit war mein Ausflug aber auch schon beendet. Der sah meine Leica, das Stativ und meine Gummihosen, in denen ich steckte - und da war für ihn die Sache klar. Wieder einer, der alles breit trampelt, Pflanzen ausreißt und sonstwie Schaden macht. Da wo ich hätte lang gedurft hätte und er mich begleitet hätte , da gibt es nichts - zumindest nicht das, was ich suche und die Stelle, wo größere Mengen des Sonnentaus wachsen, darf ohne eine Sondergenehmigung nicht mehr betreten werden. Außerdem wurde mir andeutungsweise und versteckt unterstellt, dass ich vielleicht Pflanzen entnehmen wolle ... (das hätten alle gemacht, die man dort schon angetroffen hätte). Das hatte ich aber nicht vor.

 

Ist der einheimische Sonnentau so gefährdet, das man ihn "wegstecken" muß ? Bei den Rotbauchunken habe ich das ja schon mal erlebt, da durfte man auch nicht mehr hin, weil angeblich die Aquarianer die Tiere unberechtigt fingen. Gut, da war ich ja einig mit dem, denn die Rotbauchunke ist wirklich sehr selten geworden.

 

Was macht Ihr denn, wenn Ihr einheimische Karnivoren fotografieren wollt ? Beantragt Ihr Genehmigungen ? Wo ? Wie lange dauert wo etwas ?

Oder geht Ihr einfach ins Moor auf gut Glück, ohne vorher zu fragen und hofft drauf, dass Euch keiner erwischt ?

 

Gruss

vom Bären

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Hallo Bärchen [interessanter Nick für einen offenkundig 'gestandenen Mann' ;-), aber ok],

 

schön mal was von einem Carni-Interessierten aus der alten Lausitzer Heimat zu hören! Was Du berichtest klingt natürlich für DDR-Sozialisierte schon altvertraut: Jeder der östlich der Elbe ne Uniform anhat, nahm und nimmt seinen Dienst halt bitter ernst! ;-)

 

Gut, - der Fairness halber gesagt: westlich der Elbe kann das mit privaten Landeignern und in Reservaten (!) vielleicht schon auch passieren. Aber Spass beiseite - abhängig von der Grösse bzw. Kleinheit des Standortes kann  Dein Vorgehen in einem Biosphärenreservat (!) durchaus rechtswidrig gewesen sein und der Biotopenschutz (nicht nur wegen des Sonnentaus) auch solche Betretungsverbote rechtfertigen. Da hilft Meckern auch nix...

 

Ich habe einheimische Carnivoren im Schwarzwald mitunter zufällig und beiläufig am Wegesrand fotografieren können - andererseits aber auch von den touristischen Bohlenwegen in Hochmooren aus überhaupt nichts sehen können. Ich bin allerdings nie auf die Idee gekommen, mit Gummihose ins Moor zu waten (ist bei grösseren Hochmooren neben der Ökosache auch nicht ganz ungefährlich).

 

Wenn Du Dich über PN hier vielleich von versierten Leuten 'beraten' lässt, gibt es sicher auch in Sachsen noch 'niederschwellig' erreichbare Standorte außerhalb von expliziten Reservaten, die für Fotozwecke unproblematisch sind.

 

viele Grüße

Feldi

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Marco Ebert

Hallo,

 

was benötigte man denn für eine solche Genehmigung? Wenn du den Herrschaften Sachkunde vorweisen kannst, wäre das ja mal ein Versuch wert.

 

Gruß,

Marco

 

PS: Über die Bilder würden wir uns auf jeden Fall freuen!

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Bärchen, wie kommst du denn zu der Annahme, dass ausgerechnet du derjenige bist, der das Recht hat, quer durch ein Biosphärenreservat (Naturschutzgebiet oder was es da bei euch sonst so alles geschütztes gibt) zu trampeln, obwohl es aus gutem Grund verboten ist (und mit Sicherheit auch darauf hingewiesen wird)? Wenn da jedes Wochenende Hobbyfotografen, Familien, Hundehalter, Amphibienfreunde etc der gleichen Meinung sind wie du, die ausgewiesenen Wege gelten nicht für sie, weil man vom Weg aus nicht das sehen kann, was man sehen will, dann siehts da aber ziemlich schnell ziemlich traurig aus.

Soviel Respekt Flora und Fauna gegenüber sollte einfach sein, dass man als Privater nicht einfach quer durch solch hochsensible Biotope spaziert. Gleich verhält es sich mit Kippen, mit Abfall, mit freilaufenden Hunden- hat alles nichts abseits der Wege oder im Moor allgemein verloren.

 

Der Förster sieht dir nicht an, ob du zu denen gehörst, die Pflanzen oder doch nur Fotos mitnehmen. Und ich behaupte mal, dass die allermeisten "Sonntagsspaziergänger" tatsächlich noch etwas einpacken- merkt ja niemand und hat ja eh noch so viele davon. Man will alles sofort haben und Gesetze gelten nur für die anderen. Auch wenn Feldi so eine Mühe hat mit den Uniformierten östlich der Elbe ;) - das ist schon gut so, dass ein bisschen auf die Natur aufgepasst wird. Und wohl nur zu oft nötig.

 

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Hallo,

 

Das Verbot betrifft natürlich nicht nur mich (abgesehen davon gibt es aber nirgendwo einen sichtbarebn Hinweis, ein Schild oder so etwas, wo das Verbot benannt ist, es stand wohl angeblich mal in der Zeitung) An der realen Gefahr, dass da was zertrampelt wird, ist natürlich auch was dran, ein anderer mir bekannter Fotograf und Buchautor hat vor 30 Jahren mal unglücklicherweise in der Zeitschrift "Der Falke" den Ort seiner Aufnahmen des Eisvogels preisgegeben, da sind dann dann die anderen "Naturfotografen" in Scharen selbst mit ihren Autos bis dort hin gefahren und die Waldpfade sahen danach aus, als ob die Armee dort eine Übung gemacht hätte.

 

Die Gummihose, die bis an die Brust reicht, die habe ich übrigens von einem Karpfenfischer - ist recht praktisch, man kann sich in den Dreck knien, ohne dass man selbst zum Moorgeist wird - zum Wandern oder Autofahren ist sie allerdings völlig ungeeignet. Ich ziehe das Ding immer "vor Ort" drüber oder dann auch wieder aus. Ist z.B. praktisch, wenn man bei der Krötenhochzeit im Frühjahr mittendrin im Teich (50cm tief) stehen kann und nicht immer nur am Uferrand herum turnt.

 

Ich verstehe ja auch, dass sich Unkundige abseits der offiziellen Pfade in Gefahr bringen, im Moor zu verschwinden, aber ich kenne das Moor, seit ich hier wohne und das sind nun mittlerweile 40 Jahre. Es hat sich aber in dieser Zeit sehr viel verändert. Zu Zeiten der tiefsten DDR hat dort niemand was verboten, weil man sich um das Moor nicht scherte, das wäre spätestens im Jahr 2000 sowieso der Braunkohle zum Opfer gefallen (so die offizielle Meinung), außerdem galt es als nutzlos und war nur zum Torfstich geeignet. Aber der Dreck, wie man ihn heute dort findet, bis hin zu wilden Feuerstellen, weil da welche gesetzwidrig zelteten - den gab es damals nicht. Vielleicht waren die Menschen damals ordetnlicher, vielleicht ist aber auch nur deshalb, weil es in der DDR keine Tetrapacks und wenig anderen Einwegemist gab. Selbst die Milch war in der Glasflasche mit 20 Pfennig Pfand, also wurde die Flasche wieder mit genommen.

 

Seit das Zittern um das Dubringer Moor zu Ende ist, die Kohle wird es also nicht mehr kassieren, sind nachweisbar aber auch die Verstöße gegen Gesetze und Verordnungen angestiegen. Ich habe gestern abend nochmal recherchiert und mir vom Bergbauamt Freiberg die Grafiken über die Flächen geladen - im Prinzip ist das gesamte Biossphärenreservat gesperrt. Der mögliche Trick dabei ist der, dass das Hohe Bergbauamt Freiberg die ganzen Flächen wegen angeblicher Rutschungsgefahr für jegliches Betreten und Befahren - Befahren im Sinne des Bergrechts -  gesperrt hat (für manche Flächen an Tagebaurändern trifft dass auch zu, für die vielen anderen aber eben nicht)

 

Man kommt z.B an keine der Reiherkolonien mehr weit genug ran, um wenigstens mit einem 300mm Tele und einem 1,7er Konverter Bilder zu machen, man darf nicht mehr raus auf die Weideflächen, wo die Heckrinder (die "Nachbildung" des Auer-Ochs), die Przewalskipferde oder die Wisente stehen. Ich habe da schon paarmal von der Forstverwaltung die rote Karte gesehen. Begründet wird das alles entweder mit der Rutschungsgefahr oder dem Naturschutz. Der Zugang zu den Heckrindern, Wisenten und Urpferden ist seit etwa 5 Jahren nur noch ausgesuchtem Klientel möglich, für die gilt auch die Rutschungsgefahr wohl nicht.

 

@Janine

für mich ist das nur etwas plötzlich und ungewohnt. Ich bin noch nie aus dem Dubringer Moor verwiesen worden - seit 40 Jahren nicht, mich erwischte das vorgestern zum ersten Mal eiskalt und unerwartet. Als ich meiner Frau meinen Ärger vorgeklagt habe, hat sie nur gefragt - Woran kann man Dich von den anderen, den "Bösen" denn unterscheiden ? Woher soll der wissen, dass Du keine Pflanzen ausreißt, keine Molche und Unken klaust, steht Dir Deine Lauterkeit im Gesicht geschrieben ? Wohl kaum, so wenig, wie dem anderen seine bösen Absichten im Gesicht zu ersehen sind. Also muß man den Zugang für beide verbieten - für den Guten und für den Bösen. So einfach ist das.

 

Ich muß mich da erstmal dran gewöhnen, ich war 1990 das letzte Mal im Moor, damals noch mit der PentaconSix - da schickte mich keiner wieder weg - danach ließ mir mein Job bis jetzt 2014 keine Zeit mehr, erst jetzt als Rentner hätte ich die Zeit dafür, aber die Zustände haben sich scheinbar geändert.

 

@Andreas

ein Bußgeld gibt es das nächste Mal, lt. dem Forstbeamten im Wiederholungsfalle bei Vorsätzlichkeit der Mißachtung des Verbotes bis 50.000 Euro. Das sind Preise ! Dafür kann man so viele schöne Karnivoren kaufen und super Gewächshäuser bauen :money:

 

Schöne Grüsse

vom Bären

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Siggi_Hartmeyer

Leider sind in Deutschland die geschützten Moorflächen inzwischen so geschrumpft, dass es nur zu verständlich ist wenn das Betreten der letzten Refugien strikt eingeschränkt wird. Toll, wenn das sogar durch wie auch immer Uniformierte überwacht wird! Ohne Genehmigung darf man in vielen Naturschutzgebieten die Wege nicht verlassen, das gilt für Alle, also auch für gutmütige "Bärchen" und das ist gut so. Meine Frau und ich haben voriges Jahr im Nationalpark Harz nach Karnivoren gesucht, um diese zu filmen. Selbstverständlich haben wir uns vorher wegen einer Drehgenehmigung an die dortige Nationalparkbehörde gewandt und durften dann mit sachkundiger Begleitung zum Filmen einige Wege verlassen. Selbstverständlich unter den strengen Augen des Naturschützers. Wären wir "schwarz" in das Gebiet, hätte es zurecht eine saftige Strafe gegeben. So sollte das auch an anderen geschützten Naturstandorten sein und ich bin was die Gründe betrifft mit Janine in der Hinsicht völlig einer Meinung. Auf eigene Faust und ohne Genehmigung im Gummianzug in geschützte Areale vorzudringen ist heutzutage ein No-Go!

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Hallo zusammen,

 

ich wollt nur nochmal einen Standpunkt zu Bärchens Ausgangsfrage klarmachen: Es GIBT meines Wissens in Dtl. sehr wohl Standorte, an denen man einheimische Karnivoren OHNE Verletzung bestehender Betretungsverbote fotografieren kann. In Sachen Naturschutz stehe ich selbstredend auf Seite der Kollegen hier (und des Gesetzes); nur: Wenn 'Bärchen' fotografieren möchte - vielleicht kann jemand von Euch/uns ihm einfach via PM ein paar Tipps geben.

 

Mir gefiel die Lösung des Problems im Hotzenwald z.B. sehr gut:

http://www.naturpark-suedschwarzwald.de/freizeit-sport/moor-wanderungen-schwarzwald/7-moore-weg-oberen-hotzenwald

An einem dieser Moore (welches hab ich leider vergessen), haben die Verantwortlichen am Rande des Originalstandortes eine Art "Moor-Hochbeet" mit Drosera rotundifolia u.a. am Infocenter eingerichtet - dort konnte man unter "quasi-natürlichen" Bedingungen alles in Ruhe anschauen und knipsen.

Im Feldberggebiet sind die Standorte von P.vulgaris/D.rotundifolia ebenfalls sehr gut von den offiziellen Wegen her einsehbar (man mus sogar aufpassen nichts 'regulär' zu zertrampeln so nah wachsen die Carnis am Wege...).

 

Jedenfalls habe ich in meiner Zeit im Hochschwarzwald trotz wirklich heftiger touristischer "Belastung" der einschlägigen Gipfelaufstiege an denen die entspr. Quellgebiete mit den Standorten liegen, keine sichtbare Schädigung derselben o.ä. wahrnehmen können! Es ist glaub ich  diese Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass Naturschutz UND Bergwandern/Fotografieren eben auch ohne "Uniformierte" rein durch aufgeklärtes appellieren an die Zivilisiertheit der Besucher miteinander vereinbar sein kann!

 

Wie gesagt: Ein Anhänger von wildem 'ins Moor stiefeln' bin ich deswegen noch lange nicht (wohl aber allergisch bei überborendenen und bevormundenden Verbotspraktiken - die Androhung der 50tausender Geldstrafe an Bärchen würde ich in der Richtung deuten..)

 

viele Grüße

Feldi

Bearbeitet von Feldenberg
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partisanengärtner

Die meisten Standorte gehen ohnehin durch überwachsen, auffforsten und sonstige völlig legale Geschehen verloren.

 

In einem Biotop aus zweiter Hand hier in Oberfranken wird der Standort durch gelegentliches Abschieben der obersten Bodenschicht mit Planierraupe erhalten.

Das wäre bald wieder mal fällig.

 

Der dazugehörige Originalstandort ist durch natürliche Sukzession mittlerweile erloschen die Düngung aus der Luft ist wohl die Ursache.

 

Vermutlich hat ein verantwortungsloser Naturfreund ein paar Samen die 2 Kilometer Luftlinie in die Sandgrube eingebracht (ob unabsichtlich durch seine Schuhe oder einen willentlichen Akt, wer kann das sagen)  . Von dort hat er sich selbstständig noch nicht ausgebreitet obwohl geeignete ungestörte Stellen dort reichlich vorhanden sind. (Zumindest nicht die letzten 20 Jahre, in denen der Originalstandort erloschen ist).

Seit 2 Jahren habe ich allerdings die entsprechenden Stellen nur wenig begangen und die Sandgrube ist erheblich ausgeweitet worden und wird teilweise auch schon wieder verfüllt. Allerdings nicht an diesem einen Standort.

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Ich finde es spricht nichts dagegen auf den Wegen zu bleiben.
 

Wenn ich mir vorstelle wie das Moor aussieht wenn ein Mensch in hüfthohen Gummihose dort durchgegangen ist, bekomme ich eine Gänsehaut.
Ich kann den Uniformierten nur zu gut verstehen.

 

Wer gerne bis über die Hüfte im Moor versinken möchte, sollte lieber ein Moorbad nehmen.

 

 

Sorry, für diesen etwas provokanten Beitrag....

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Nun wenn wir das gleiche Moor meinen gibt es dort Führungen und ich persönlich finde es auch nicht gut wenn dort jeder rumtrampelt.

Stell dir mal vor da latscht jeder durch. Du bist sicher vorsichtig aber andere nicht, daher denke ich schon das man das nur mit Genehmigung oder Führung betreten sollte.

Ich will hier niemanden zu nahe treten, ist nur meine Meinung.

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partisanengärtner

Lieber Hans bitte nochmal nachlesen. Dieser enthusiastische Fotograf legt oder kniet sich hin wenn er ein gutes Bild machen will. Das macht man auch heute noch so.

Wenn er bis zu Hüfte im Moor steckt wird er mehr als nur einen Ranger brauchen der ihn rausholt.

Ich nehme mal an das er vorher schaut wo er sich langmacht. Er kennt das Moor ja vermutlich länger als der eingesetzte Ranger. (40 Jahre)

Wenn es die Drosera bis in die Nähe der mässig begangenen Wege geschafft haben lieben sie die gestörten Randzonen der Wege um zu keimen. Daher muss man da aufpassen wo man geht.

Ich finde es auch eine ausgesprochen intelligente Idee solchen erreichbaren Biotopen eine Hilfestellung zu geben.  Auch auf solchen Wegen wird ein enthusiastischer Fotograf so eine Wathose gut gebrauchen können. Ich möchte mich nicht so schlammverschmiert in mein Auto setzten.

 

Ich finde es ganz gut das einige Gebiete dem Menschlichen Eingriff zeitweilig entzogen sind. Leider zieht so eine Situation auch schwache Persönlichkeiten an die sich dann aufblasen wie ein balzender Moorfrosch. Entschuldigt diese harsche Formulierung, aber der Bericht klingt sehr nach so einem Exemplar.

 

Gerade große Tiere (Dazu zähle ich auch einzelne Menschen) hinterlassen Stellen die für einen zartbesaiteten  Naturliebhaber schrecklich aussehen. Aber gerade die Dynamik solcher Stellen begünstigt Pionierarten wie den Sonnentau oder auch Pinguicula vulgaris. Die größten Bestandsdichten kenne ich von gestörten Standorten.

Auf einem Sphagnumbult halten sie sich schon eine Zeit lang aber tendenziell mit fallenden Zahlen. Kann ja jeder an seinem Moorbeet sehen.

 

Hier im Landkreis hat die Naturschutzbehörde das ganz gut verstanden. Die stärksten Bestände  von z.B. P.vulgaris sollen an turnusgemäß abgefrästen Straßenrandhängen sein.  Dabei muss man allerdings drauf achten das nicht die ganzen Strecken auf einmal behandelt werden. Standorte verraten die aber nicht. Sie hatten allerdings ein Terrarium im Landratsamt in dem sie viele Jahre lang P,vulgaris von so einer gepflegten Fläche hatten.

 

Sowas geschieht in Gemeindebereichen immer wieder. Diese Standorte sind aber auch ein unerwünschter Kostenfaktor.

So manche kostengünstige Grabenpflege hat ganze Bestände an seltenen Tieren und Pflanzen zum erlöschen gebracht. So mir bekannt von Bachneunauge und eben Fettkraut. Den Gemeindearbeitern ist das gewöhnlich egal, da Kenntnis nicht zum Berufsprofil gehört. Wenn da nicht so einer, sowas als Hobby hat, wars das dann.

Verdammt mir also solche Hobbyisten nicht. Schilder waren auch keine da, wie eingangs beschrieben ist.

Das hört sich sehr nach Moorfrosch an. Man kann sowas auch vernünftig handhaben.

Der Ton macht die Musik und ich hoffe Bärchen hat den passenden Ton drauf gehabt.

 

Gerade mit Genehmigungen sind Behörden tendenziell extrem sparsam. Wenn man da kein Promi oder gut mit ihnen bekannter ist wird das in vielen Gemeinden Bundesländern etc. sehr stiefmütterlich behandelt.

 

Da könnte ja jeder kommen und am Ende bei entsprechend wichtigen Projekten mitreden, die solche Lebensräume entfernen, böse formuliert.

Es gibt auch vernünftige Menschen die dort arbeiten nicht nur Mr. Wichtigs, muss auch gesagt werden. Ich kenne beide Sorten und halte mich auch an Betretungsverbote.

Bearbeitet von partisanengärtner
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Hallo lieber Axel,

 

ich gehe ja auch gerne ins Moor. Wenn ich dort jemaden sehen würde der mit einer Watthose unterwegs ist, gehe ich davon aus, dass der Bereiche erkunden will die sonst nicht von Besuchern betreten werden.

 

Vieleicht wäre es ganz anders gelaufen ohne diese Hose.

 

In einer Gesellschaft wo sich Behördenmitarbeiter in Parks hinter Bäumen verstecken, um Omas einen Strafzettel zu verpassen die ihren Dackel nicht angeleint haben, kann ich aber die negative Einstellung gegenüber Uniformierten verstehen.

 

In diesem Fall aber habe ich mehr Verständnis für den Uniformierten.

 

Viele Grüße

Hans

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ich denke inzwischen auch, die Hose war das Problem. Aber ohne Hose brauche ich mich nicht in den Dreck zu knien, das ist nicht mein Ding. Früher waren auch nicht die die besten Handwerker, die am Ende am dreckigsten aussahen.

 

Jetzt hole ich mir meinen rundblättrigen Sonnentau vom Züchter und kann ohne Hose fotografieren. Dann ein bischen Bildbearbeitung und Montage, Gimp macht alles, was man will und dann habe ich das Bild, was ich für einen Messestand haben will. Die dortigen Verantwortlichen informiere ich natürlich darüber, dass sich das Bild aus zwei Bildern zusammensetzt. Ich liefere dort schon seit einigen Jahren einzelne schöne Naturbilder für den Messestand wie sie bestellt werden. Das erste Bild hatten die vor Jahren mal auf der fotocommunity von mir rausgefischt, mit denen die Kohle ja auch ausdrücken will, was nach ihr kommt und/oder was sie teilweise auch bewußt schützen und erhalten, wenn das geht. Ich bin kein fanatischer Grüner, sondern sehe das mit der Kohle realistisch. Das Kriegsgeschrei, so ähnlich wie bei der gewaltsamen Landnahme in den Indianerkriegen um jedes devastierte Bauernhaus ist m.E. weitgehendst politisch motiviert (Stichwort Lakoma, kann jeder nachgoogeln), denn die Ersatzbauten - die Vattenfall großzügig weit übern Wert bezahlt und neu hinsetzt - ein paar Kilometer weiter rechts oder links sind hochwertiger, größer und wertvoller und moderner als die teilweise alten vergammelten Höfe, die der Kohle weichen müssen. Der vielbeschworene Untergang der sorbischen Kultur ist politischer Unsinn und dient nur der Scharfmache, weil eine Ortsveränderung von ein paar Kilometern kein Kulturuntergang ist. Die Medien haben da viel Falsches verbreitet und verbreiten das noch, deshalb gehöre ich auch zu denen, die die Kohle unterstützen und real darüber berichten, auch mit Bildern

 

Ich sehe das Bild von der Natur und das vom Tagebau nicht unbedingt als Widerspruch an, denn das sind verschiedene Zustände zu verschiedenen Zeiten. Wenn die Montage  aber handwerklich gut ist und das zum Ausdruck bringt, was der Stromkonzern an seinem Stand u.a. zeigen will - nämlich dass auch er am Schutz dieses Moores interessiert ist und viel Geld aufgewandt hat, damit das Grundwasser nicht unvermittelt abfließt und sich das Moor von selbst trocken legt, wenn 10km weiter ein Tagebau neu aufgeschlossen würde - dann ist das schon in Ordnung. Ich habe dieses Bild der Agentur nun mal leichtfertig zugesagt und da muß ich versuchen, was geht. Wenn es handwerklich nicht geht oder nur noch ausgesuchtes Klientel ins Moor darf, dann muß eben eine andere Lösung her oder der Konzernchef geht mit dem Bürgermeister selbst ins Moor (natürlich ist das Ironie).

 

Der "Verantwortliche" hat wohl die Hose gesehen und vor allem, wahrscheinlich hat er diese Hosen wahrscheinlich nur bei den Fischern bisher gesehen, die hier bei uns die Karpfenteiche abfischen oder einjährige Fische umsetzen und da hat es bei dem im Kopf wohl den Rückschluß gegeben, da kommt einer, der uns das Moor wegtragen will.

 

Übrigens, wenn die Hose unter den Brustwarzen endet, heißt das noch lange nicht, dass man so tief ins Moor hinein zu patschen beabsichtigt. Ich hatte bis jetzt noch nicht das Vergnügen, mal drin zu stecken, aber ich behaupte, dass man bereits "unterhalb des Knie tief" drin, von allein nicht mehr rauskommt, aber man kann sich eben damit auch mal in den Dreck legen, der naß, schwarz und dann nicht gut für die Klamotten und die Autositze ist.

Ein Freund von mir benutzt die Hose vom ehemaligen Schutz-Anzug der DDR-NVA - für den Zweck, den man dachte, total sinnlos - aber für Schlamm, nasse Wiesen, Uferbereiche im Schilf und richtigen Dreck, wie gemacht. Weil man aber an diese Anzüge nicht mehr rankommt, habtte ich mir die alte Fischerhose besorgt, die erfüllt den gleichen Zweck und nicht so eng. Bären brauchen größere Hosen.

 

Wer mal eine Weile am Ufer auf die Rohrdommel oder den Haubentaucher gewartet hat und kein Boot besitzt, der weiß solche Gummimaskerade zu schätzen.

 

Schöne Grüsse

vom Bären

Bearbeitet von bärchen
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partisanengärtner

Hallo Bärchen

Ich kann Dich gut nachvollziehen.

Was machst Du eigentlich dann mit dem gekauften Sonnentau, nachdem er für Deine Fotosession ausgedient hat.?

Legst Du notgedrungen ein Moorbeet an falls wieder so eine Anfrage kommt?

Gruß Axel

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Den versuche ich bei mir zu kultivieren. Mit den Pflanzen ist es glücklicherweise nicht so wie mit den Aquarienfischen. Wenn ich da meine Fotos im Kasten hatte, mußte ich immer wieder ein neues Aquarium aufstellen, weil es kaum Abnehmer dafür gab, weil es meist ausgewachsene voll ausgefärbte Alttiere waren und die Fische zu "verwerfen" kam mir nicht in den Sinn. Bei anderen Fotografen endeten die Tiere dann auch schnell mal im Clo. Ich habe viele der adulten Tiere auch an Zoo's und an Naturkundliche Sammlungen abgegeben - bei letzteren endeten die Tiere dann im Formalin, leider. Aber eben noch für einen vertretbar guten Zweck, wenn man dort die Tiere noch nicht in der Sammlung hatte

 

in der heutigen Zeit ist es so, dass selbst die 6x6-Fotos auf diesem damalig üblichen DDR-Orwochromfilm qualitativ an kein digitales Foto mehr ranreichen, meine damaligen Aufnahmen werden von jedem Fotografen heutzutage übertroffen. Bei den 6x6 Kodakfilmen ist das anders, die sind noch heute brauchbar, aber wir hatten bis 1990 keine Kodakfilme.

 

Nächste Woche treffe ich übrigens den Dienstherrn des eifrigen Rangers, vielleicht kennen die meine Aquarien-Bücher von vor 1989 noch und ich kriege eine Ausnahme gebacken. Den Ranger kann man natürlich keinen Vorwurf machen, der hat nur seinen Job getan also heißt es jetzt Vitamin B wie "Beziehung", war früher so und ist auch jetzt so.

 

@partisanengänger

nein, die Pflanzen "verwerfe" ich nicht, ich versuche mich selbst dran

 

Schöne Grüsse

vom Bären

Bearbeitet von bärchen
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Hallo,

 

 

Nächste Woche treffe ich übrigens den Dienstherrn des eifrigen Rangers, vielleicht kennen die meine Aquarien-Bücher von vor 1989 noch und ich kriege eine Ausnahme gebacken. Den Ranger kann man natürlich keinen Vorwurf machen, der hat nur seinen Job getan also heißt es jetzt Vitamin B wie "Beziehung", war früher so und ist auch jetzt so.

da wünsche ich dir viel Erfolg. Und wenn du dich echt und dauerhaft für dieses Moor und seine Erhaltung interessierst, ist es sich vorstellbar, dass du als ehrenamtlicher Helfer selbst zum Ranger werden kannst. Aber auch für die gilt nicht automatisch die Generalerlaubnis kreuz und quer durch das Gelände zu marschieren, sondern ihre Aufgabe ist der Schutz des Areals und die Überwachung der Schutzge- und -verbote. Ein Angebot zur genehmigten Dokumentation des Moores und dazu gehört natürlich weit mehr als nur Droseras zu fotografieren, würde ich jedoch unterbreiten. Vielleicht wirst du so sogar wieder zum Buchautor (die alten am Besten gleich mitnehmen und aktuelle Reue bekunden) und eine Kundenklientel hättest du hier ja schon. Mit großer Sicherheit wirst du jedoch nicht mit offenen Armen vom Stuhl gerissen, sondern noch oft nach Kanossa wandern müssen.

 

Gruß Piesl

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Autorenschaften sind ein hart umkämpfter Markt. Ich habe mittlerweile von der Agentur erfahren, dass es da schon einen langjährigen "Hof-Fotografen & Buchautor" für das Dubringer Moor gibt, der sich damit u.a. auch einen großen Teil seines Auskommens verdient und bundesweit mit Büchern, Filmen und Vorträgen für den Naturschutz tätig ist. . Deshalb fange ich da kein Konkurrenzgehabe an, ich kriege meine Rente und muß niemandens Brot mehr streitig machen.

 

Ist aber im speziellen Falle auch nicht so wild, die Agentur hat von mir für den Messestand ein anderes Bild als Hintergrund für den Aufsteller genommen. Ist zwar der übliche (in meinen Augen) Kitsch - schöne Sonnenblume gegen strahlend blauen Himmel und im Hintergrund verschwommen die Boxberger Kühltürme aus denen weißer Wasserdampf gegen den blauen Himmel aufsteigt. Der Agentur hat es aber gefallen, das war wichtig. Es muß halt bunt und auffällig sein und auch bei größeren Abstand noch wirken und Leute anziehen.

 

Ein übergroßes Bild ( 100x100cm) vom rundblättrigen Sonnentau kriegen die von dem besagten Fotografen, damit kann ich aber auch leben. Mit einer Aufnahme aus einer Kamera mit einem Mittelformat-Sensor kann ich sowieso nicht konkurrieren.

 

 

Gruss

vom Bären

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