Zum Inhalt springen

Die kleine Teufelsblume


helmutpre

Empfohlene Beiträge

Hallo zusammen,

 

hier möchte ich kurz einen neuen Mitbewohner vorstellen, nämlich die "Kleine Teufelsblume" (Blepharopsis mendica).

Sie ist weder eine Pflanze, noch irgendwie diabolisch, trotzdem im Umgang mit ihrem Mittagessen

äußerst brutal: Wie alle Fangschrecken (Gottesanbeterinnen) fängt sie mit ihrem Fangorganen Insekten, Spinnen usw.

und frisst sie bei lebendigem Leibe auf.

Die Bilder zeigen ein semiadultes Tier. Erwachsene Tiere sind meist langgestreckt und haben Flügel, Jungtiere haben höchstens

Flügelansätze, der Hinterleib ist i.d.R. nach vorn gekrümmt und erinnert an Skopione (Mimikri ?). Auf jeden Fall sind sie

außergewöhnlich schön und zählen unter den Mantiden zu meinen Top-Favoriten!

 

Vor vielen Jahren hatte ich diese Art schon einmal gepflegt, leider nur mit mäßigem Erfolg: Ein Weibchen produzierte Ootheken

(Kokons, die bei Mantiden meist wie ein Stück Bauschaum aussehen), aus denen ameisenähnliche Larven schlüpften.

 

Damals war es mir nicht gelungen, diese groß zu ziehen. Sie brauchen Temperaturen von 35 bis 40 Grad oder mehr, das hatte damals wohl nicht gereicht. Das abgebildete Tier ist eines von ursprünglich zwei Pärchen, die ich im September 2014 erhielt.  Zwei Weibchen hatte ich getrennt untergebracht, die zwei Männchen aber zusammen in einem Terrarium. Die kleine Teufelsblume gilt als wenig aggresiv gegenüber Artgenossen, trotzdem habe ich nun nur noch ein Männchen (misst !).

Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht. Die verbliebenen drei Tiere sind äußerst agil, kräftig und respektlos (sie boxen gegen meine Fingernägel, wenn ich versuche, sie zu vertreiben). In einigen Wochen sollten sie erwachsen werden und sich vermehren können.

 

Von einer weiteren Art, der "Geistermantis", habe ich ebenfalls zwei Pärchen erworben. Photos davon kommen später einmal.

 

Viele Grüße

 

Helmut

 

 

 

 

 

post-1199-0-32988100-1413324014_thumb.jp

post-1199-0-47930900-1413324036_thumb.jp

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

BEZAUBERND! 

 

35 - 40°C Umgebungstemperatur?!?! :ohmy: Da kannst du sie ja fast im Backofen unterbringen! ;) Krass! Kommt diese Mantis etwa aus wüstenähnlichen Gebieten Persiens oder tropischen Asiens? 

 

Die Augen dieser Mantiden betören mich immer (vielleicht war ich in meinem früheren Leben mal ein männlicher Mantide! ;) )!

 

 

Sehr hübsches Exemplar! Danke für´s Zeigen!

 

 

Andreas

Bearbeitet von Latrodectus
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Ein Trick den mir meine verschiedenen Mantiden gezeigt haben ist die Weibchen zu füttern "unmittelbar vor dem Zusammensetzten ein großes Beutetier geben". Wenn sie anfängt zu fressen kann man das Männchen zusetzten.

Leider kann es aber vorkommen das diese Tiere bei Störungen sofort das Futter fallen lassen. Dann aber das Männchen sofort rausfangen.

So ist es mir wenigstens manchmal geglückt mit einem Männchen zwei Paarungen zu erreichen.

Waren Empusa und Mantis Arten. Bei den Empusa ist mir die damals die Nachzucht nicht geglückt. Leider schlüpften sie im Winter und selbst kleinste Drosophilla sind definitiv zu groß. Vor denen sind sie geflüchtet

Gruß Axel

Bearbeitet von partisanengärtner
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Helmut,

 

sehr schöne Tiere und gelungene Fotos! Tja, leider heißt "wenig agressiv" bei Mantiden trotzdem generell Einzelhaltung. Denn auch wenn im Überfluss Futtertiere im Terra wären, wenn eine® Hunger bekommt ist das nächst greifbare Tier fällig, egal ob Kumpel oder Fliege. Axels Tipp lässt sich sogar noch auf Sicherheit erweitern: schon im Vorfeld die Dame so sehr füttern, dass sie kaum noch oder gar kein Interesse mehr an Futter zeigt. Garantie war das bei mir aber auch nie und selbst eine überlebte Paarung hieß nicht gleich auch schlüpfende Brut.

 

Bin schon gespannt auf die nächsten Fotos!!!

 

@ Andreas: 

 

 

Die Augen dieser Mantiden betören mich immer (vielleicht war ich in meinem früheren Leben mal ein männlicher Mantide!  ;) )!

springt dir deine Frau ab und zu an den Hals wenn du ihr in die Augen siehst?? Dann könnte das schon sein  :lolu:

 

 

Gruß Piesl

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hey Leute, Hey Helmut,

wenig agressiv ist zwar ein dehnbarer Begriff, aber so einfach pauschalisierbar ist das alles auch nicht. Zusätzlich zur Art liegt es auch an den Haltungsbedingungen und nicht zuletzt auch an dem Individuum selbst. So gibt es selbst bei den friedlichen Arten immer mal wieder einzelne Tiere die zum Töten der Artgenossen neigen. Hierbei werden diese aber nicht immer gefressen sondern oft genug einfach nur geköpft ;)

Wer sich mit den Viechern mal mehr auseinandersetzen möchte sei herzlich dazu eingeladen sich bei uns im Forum (gottesanbeterin-forum.de) mal umzuschauen.

Liebe Grüße

Tobias

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

@ Andreas: 

springt dir deine Frau ab und zu an den Hals wenn du ihr in die Augen siehst?? Dann könnte das schon sein  :lolu:

 

 

Ich habe keine Frau! Liegt wahrscheinlich an meinen schlechten Erfahrungen aus besagter Zeit.....

 

 

:laughing:

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Guter Hinweis Tobias das wird sicher noch ein paar Fragen die ich aus meiner Halterzeit klären. Damals gab es sowas ja noch nicht.

 

Das mit dem vorher füttern bis nichts mehr reingeht habe ich auch probiert. Trotzdem wurden die Männchen meistens geköpft.  Nur in einigen Fällen wo sie noch beim fressen war sind die Männchen davongekommen. Einmal war das vorherige Männchen die Mahlzeit. Aber das sollte in dem Forum zu klären sein. Auch wenn ich sie nur mal draußen beobachte, wenn mir eine im Urlaub begegnet.

Ich habe immer das größte Terrarium genommen das ich frei machen konnte um den Männchen genügend Aktionsraum zu lassen. Meist war es mein großer Klotz.

Gruß Axel

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Damals gab es noch keine Importe, zumindest ist mir damals sowas nie begnet. Später habe ich nur über befreundete Halter (Übergangspflege) mitgekriegt welche Probleme auftauchen (oft waren nicht beide Geschlechter zu bekommen). Wirklich Männerverschleissend war M-religiosa. Das war auch die einzige Art die ich über mehrere Generationen halten konnte.

Alle anderen Mitbringsel von Rhodos (mehrere kleine Arten, die ich damals nicht bestimmen konnte)und Sardinien (Empusa) habe ich zwar bis zur Eiablage gehalten aber die Nachzucht ist mir trotz gelegentlichem Schlupf nicht geglückt.

Bei M. religiosa habe ich probiert die Färbung zu beeinflussen. Dazu habe ich die Terrarien mit farbigen Hinter-und Seitenwänden gestaltet. Waren naturbelassene rote oder gelbe oder grün eingefärbte Hölzer.

Das mit der Grünfärbundg war nicht so sicher aber in einem Behälter aus einem rötlichen Holz ist bei der Reifehäutung eine schöne leuchtend rotbraune  Mantis entstanden. Dieser Behälter hatte nur ein paar dürre Zweige als Deko.

War ein Männchen. Ich hatte nur einen roten Behälter darum war es auch nur ein Tier.

Die grünlichen Behälter waren schön mit lebenden Pflanzen dekoriert.

Ich habe damals leider keine Aufzeichnungen geführt, also kann ich auch nicht sagen in welchenm Prozentsatz das erfolgte.

Auf die Idee kam ich weil ich bei meinen Exkursionen meist sehr tarnfarbig angepasste Exemplare dieser Art sichtete.

Grüße Axel

Bearbeitet von partisanengärtner
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wann waren denn diese Zuchtversuchen wenn du damals schreibst ?

Mal Artenschutz etc. außenvor ist religiosa ein unheimliches Platzwunder. Man glaubt garnicht was in solche Typusformen alles an Futter passt. Manche Induvidien erscheinen dann eher rund als länglich.

Bei Empusa ist es etwas merkwürdig. Hier macht ehe die Diapause der Nymphen das Hauptproblem aus, als die Zucht an sich. Zwar leben die Männchen nicht sehr lange und sind auch nur kurzweilig wirklich paarungsfähig, aber daran scheitert es, Aufgrund der Generationszyklen, zumeist eben nicht.

Liebe Grüße

Tobias

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Das war in den 1970ern. Also ein wenig her. Das letzte mal war schon Ende der 80er. Die letzten Tiere habe ich wieder am ursprünglichen Fundort ausgesetzt. Danach habe ich sie nur beobachtet oder eben gelegentlich bei Kollegen versorgt. Das waren dann auch exotischere.

Empusa sah ich anfangs nur die kleinen im Spätsommer und dachte noch das ist so eine winzige Art.

Gruß Axel

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Deinem Gerät platziert. Das hilft uns diese Webseite zu verbessern. Du kannst die Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Du damit einverstanden bist, weiterzumachen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.