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Dieter

Arten im Drosera indica-Komplex

Empfohlene Beiträge

Dieter

Hallo zusammen,

 

Allen Lowrie hat den D. indica Komplex in eine Reihe von Arten aufgeteilt und diese im Detail in seinem Magnum Opus beschrieben. Da ich selbst die eine oder andere Variante aus dem Komplex in Kultur habe, habe ich nun versucht, etwas Ordnung in meine Pflanzen zu bringen und sie den neuen Namen zuzuordnen. Auf den ersten Blick ist bei mir D. serpens am stärksten vertreten, wobei ich mir nicht in jedem Fall mit der Bestimmung sicher bin. Rückmeldungen sind deshalb sehr willkommen.

 

Da es etwas Zeit kostet, die Fotos zu bearbeiten etc, werde ich sie nach und nach hier posten.

 

Den Anfang mache ich heute mit einer meiner Meinung nach sehr typischen D. serpens, einer weiß blühenden Form aus Sir John Gorge:

 

Zunächst zwei Fotos, die schon aus dem Jahr 2012 stammen, die ich aber anscheinend noch nirgends gezeigt habe:

 

Triebspitze (mit etwas Phantasie lassen sich schon typische Merkmale erkennen):

SirJohn_white1.jpg

 

SirJohn_white2.jpg

 

Nun etwas detaillierter zu den Merkmalen. Dazu zählen neben Blüte und Blattmorphologie auch die Strukturen, die den Stamm etc. bedecken. Bei D. serpens gibt es neben durchsichtigen Trichomen drei größere Arten: rot gefärbte, durchsichtige mit gelben, Pilz-artigen "Hut" und durchsichtige, Y-förmige Strukturen.

Da meine Augen für solche Details nicht mehr geeignet sind, half mir die Makrolinse sehr...

 

Hier die Rückseite eines sich entwickelnden Blatts. Die kleineren durchsichtigen und die großen, rot gefärbten Trichome sind gut zu erkennen. Bei einigen Varianten sind die roten Elemente so zahlreich, dass die Blattunterseite in diesem Stadium rot erscheinen kann.

SirJohn_white3.jpg

 

Nun ein Blütenstiel. Hier fallen nicht nur ein paar rote, sondern auch ein paar gelbe Punkte auf:

SirJohn_white4.jpg

 

Mit etwas mehr Vergrößerungsfaktor sind die gelben "Pilzköpfe" gut zu erkennen:

SirJohn_white5.jpg

 

Nun ein Ausschnitt mit einer Blattachse. Erstens bitte beachten, dass die Tentakeln nicht an der Blattbasis beginnen. Das ist bei einigen Arten der Fall, nicht aber bei D. serpens. Am Stamm sind wieder die gelben Pilzköpfe und die roten Strukturen zu erkennen. Wer genau hinsieht, findet nun auch die Y-förmigen Strukturen auf dem Blattstiel.

SirJohn_white6.jpg

 

Hier ein anderer Ausschnitt des Blattstiels, der bis an den Beginn der Tentaklen heranreicht:

SirJohn_white7.jpg

 

 

Zum Abschluss noch ein isoliertes "Y":

SirJohn_white8.jpg

 

 

Viele Grüße

Dieter

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Dieter

Ein Foto hatte ich glatt vergessen: einen Stammabschnitt mit reichlich gelben "Pilzköpfen":

SirJohn_white9.jpg

 

So etwas würde sich sicherlich für ein Stacking eignen, aber das überlasse ich mal den Fachleuten :-)

 

Viele Grüße

Dieter

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Jan Z.

Hallo Dieter,

wirklich gelunge Makroaufnahmen!

Vielen Dank für´s zeigen, ich freue mich auf weitere Bilder.

Mit freundlichen Grüßen,

Jan.

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Nicky Westphal

Hallo Dieter,

 

danke für den informativen Beitrag! ich bin mal gespannt, was ich jetzt alles umbeschriften darf! Viele der der Arten, die ich kultiviere stammen eh von dir, da warte ich mal ab bis du Ordnung geschaffen hast.

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Siggi_Hartmeyer

Bist Du sicher, dass die bis zur Umbenennung als D. indica "rote Emergenzen" bezeichnete Pflanze mit D. serpens identisch ist? Ich habe D. serpens ohne die roten Emergenzen (Foto) und die sind schon recht typisch. In der neuen Beschreibung von D. serpens habe ich keinen Hinweis darauf gefunden, zumal die roten Emergenzen auch an den Blüten vorhanden sind. Eventuell habe ich aber auch etwas übersehen, als ich in den 9 kg Büchern nachschlug (nach etwas Hanteltraining werde ich nochmal nachschauen). Was meinst Du? Die Fotos der Pflanze mit roten Emergenzen stammen von Jeremy Fuqua (USA).

post-27-0-34568900-1414407012_thumb.jpg

post-27-0-44088300-1414407013_thumb.jpg

post-27-0-21875600-1414407131_thumb.jpg

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Dieter

Hallo Siggi,

 

ich kenne die D. indica "rote Emergenzen" nicht und kann Deine Frage deshalb nicht beantworten. Mit ein wenig Phantasie könnte man meinen, dass auf dem linken Foto auch zumindest ein Y-förmige Emergenz zu erkennen ist. Das kann aber auch eine falsche Interpretation sein.

Andererseits würde ich nicht jede Pflanze, die diese roten Emergenzen zeigt, gleich als D. serpens klassifizieren. Ich werde noch zu einer meiner D. indica-Varianten kommen, die durchaus diese roten Emergenzen reichlich zeigt, aber deren Blüte nicht in die Beschreibung passt. Bei der bin ich noch recht ratlos, aber dazu später.

 

Bei der Beschreibung von D. serpens schreibt Allen "D. serpens is distinguished from its closest relatives by its major axis indumentum of many larger red trichomes bearing yellow, eglandular, mushroom-like heads (...), but with a +- double rim around its basal circumference; petiole indumentum free of all long retentive glands, and bearing distinctive, Y-shaped eglandular appendages with translucent white stems and translucent, pale yellow, upper V-shaped segments."

Demnach sind die roten Emergenzen kein Kriterium, das allein für D. serpens typisch ist, das aber bei dieser Art zu finden ist. Die Pilzköpfe und die Y-förmigen Emergenzen hingegen schon.

 

Viele Grüße

Dieter

bearbeitet von Dieter

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Dieter

Hallo zusammen,

 

hier habe ich zwei weitere D. serpens vorbereitet. Bei der ersten, eine weiß-blühende Form aus der Weary Bay, starte ich auch wieder mit zwei alten Fotos, die schon vieles zeigen: diese Form ist reichlich mit den roten Emergenzen bedeckt, die Y-förmigen Elemente an den Blattstielen sind auch gut zu erkennen:

 

serpens_Weary1.jpg

 

 

 

serpens_Weary2.jpg

 

Was ich jedoch bisher nicht gefunden habe, sind die gelben Pilz-Köpfe. Dennoch würde ich diese Form als D. serpens klassifizieren.

serpens_Weary3.jpg

 

 

 

 

Die zweite Variante ist eine Form vom Annan River. Sie hat keine, bzw. wenige blasse rote Emergenzen und eine weiße Blüte. Sie wirkt insgesamt viel blasser als die beiden bisher gezeigten Formen. Auch in diesem Fall finde ich keine der gelben "Pilz-Köpfe":

serpens_Annan2.jpg

 

serpens_Annan1.jpg

 

serpens_Annan3.jpg

 

 

serpens_Annan4.jpg

 

serpens_Annan5.jpg

 

 

Viele Grüße

Dieter

 

 

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Siggi_Hartmeyer

Lieber Dieter, die Form mit den roten Emergenzen (Köpfen) ist nicht identisch mit der neu benannten D. serpens! Zu Deinem Textauszug fehlt die Übersetzung, eventuell hattest Du das selber falsch verstanden:

 

 

"D. serpens is distinguished from its closest relatives by its major axis indumentum of many larger red trichomes bearing yellow, eglandular, mushroom-like heads (...)

 

"D. serpens wird von seinen nächsten Verwandten durch den Überzug mit roten Haaren auf dem Hauptspross unterschieden, die gelbe, drüsenfreie, pilzförmige Köpfe tragen ..."

 

es handelt sich also um rötliche Haare mit gelben Köpfen (wie auf dem Foto von Denis Barthel bei Wikipedia unter "Emergenzen"), aber nicht (wie bei der Art auf den obigen Fotos) um Emergenzen mit recht spezifischen dunkelroten Köpfen. Da bringst Du meiner Ansicht nach etwas durcheinander. Die mikroskopischen Emergenzen mit transparenten Stielen und gelben Köpfen auf (jetzt) D. serpens habe ich bereits vor über 10 Jahren unter dem Mikroskop fotografiert und publiziert. Das Foto steht  bereits seit Jahren auf Wikipedia und unserer Homepage. Diese gelben Köpfe kommen auch auf roten Stielen vor (wie im Magnum Opus beschrieben). Diese Emergenzen auf roten respektive transparenten Stielen als zur selben Art (D. serpens) gehörig zu betrachten, bereitet mir aufgrund des eindeutigen Größenunterschieds und morphologischer Details allerdings ein gewisses Bauchgrimmen. Ich möchte hier nicht "klugscheißen", aber mit den Emergenzen kenne ich mich aus. Ich kann für mich immerhin in Anspruch nehmen bereits vor rund 15 Jahren unter "heftigem Gegenwind" als Erster darauf hingewiesen zu haben, dass die Sektion Arachnopus aufgrund eindeutig verschiedener und durchaus artspezifischer Emergenzen unbedingt eine Überarbeitung verlangt. Die erste aufgrund dieser Erkenntnis (in der mich Jan Schlauer zu Beginn des neuen Jahrtausends gegen viele Widerstände unterstützte) von D. indica abgespaltene Art trägt seither und auch deswegen den Namen D. hartmeyerorum. Die obige Pflanze mit den roten Emergenzen - über die ich Mitte der Nullerjahre aus den USA Informationen erhielt - wurde von mir bereits vor knapp10 Jahren als Kandidat für eine "neue Art" bezeichnet. Daran hat sich nichts geändert und ich bleibe ausdrücklich dabei.

 

Bitte nicht falsch verstehen, denn dass die Aufgliederung der Sektion Arachnopus in unterschiedliche Arten jetzt angegangen wurde halte ich ausdrücklich für richtig, ja sogar überfällig. Viele der "neuen" Arten sind jetzt erfreulicherweise ziemlich eindeutig einzuordnen und zu erkennen, das ist gut so. Ich muss jedoch beim derzeitigen Stand der Dinge darauf hinweisen, dass die neuen Definitionen nicht in allen Fällen unumstritten sind. Dazu wird man in näherer Zukunft sicher noch einiges hören. Unabhängig von diesen Fakten finde ich übrigens Deine obigen Makroaufnahmen ausgezeichnet.

bearbeitet von Siggi_Hartmeyer

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Dieter

Hallo Siggi,

 

ich glaube, wir reden/schreiben schlicht an einander vorbei. Die roten Emergenzen treten laut der Beschreibung (und auch den Fotos von D. serpens) bei dieser Art auf, sind aber kein Art-spezifisches Merkmal, sondern eben auch bei anderen Arten vertreten. Deshalb tauchen sie auch nicht in meinem Zitat auf, sondern nur die "Pilzköpfe" (mit dem mehr oder weniger roten "Stiel" und diese, im oberen Bereich oft leicht gelblichen, Y-förmigen Emergenzen).

Ich möchte auch nicht bestreiten, dass Du Dich mit dieser Sektion besser auskennst als ich. Ich will lediglich meine Pflanzen mit neuen Schildchen versehen können, schon allein, weil mich mehrere danach gefragt haben, was sie da irgendwann einmal von mir bekommen haben. 

 

Um auf Deine D. indica "rote Emergenzen" zurück zu kommen: hast Du von der ein Blütenfoto? Ich hatte ja weiter oben eine meiner D. indica-Varianten angesprochen, bei der ich mir noch nicht sicher war, in welche Art sie nun gehört. Auch sie hat reichlich rote Emergenzen, aber eine gänzlich andere Blüte als D. serpens. Da bin ich mir nun recht sicher, dass es sich um D. cucullata handelt. Die Fotos werde ich noch bei Gelegenheit ergänzen.

 

Viele Grüße

Dieter

bearbeitet von Dieter

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Siggi_Hartmeyer

Es ist ja ein Phänomen der Arachnopus, dass sie sich nach meiner Kenntnis nicht kreuzen obwohl sie teils nebeneinander wachsen. Daher können selbst am gleichen Standort unterschiedliche Arten gemeinsam wachsen (mit und ohne rote Emergenzen). Zudem, an welcher Stelle in den neuen Beschreibungen werden die recht typischen roten Emergenzen erwähnt? Ich konnte noch nichts dazu finden.

 

Die Tatsache, dass diese jetzt auf einigen Fotos unterschiedlicher Arten auftauchen, jedoch in keiner Weise in den Beschreibungen erwähnt werden, erinnert mich an die Zeit nach der Jahrtausendwende, als die gelben Emergenzen von D. hartmeyerorum von australischer Seite als nicht ausreichend für eine Abtrennung der Art bezeichnet wurden. Andreas Fleischmann (damals noch Schüler) ließ bis Mitte der Nullerjahre keine JHV aus, um mich persönlich darauf hinzuweisen. Die Pflanzen fanden sich ab Mitte der 1990er Jahre auf der äußerst umfangreichen Verkaufsliste von Lowrie als "D. indica red "East (oder) West of Kununurra". So kamen sie weltweit in Kultur. Nach der Artbeschreibung wurden sie auf den Verkaufslisten demonstrativ noch einige Jahre als eine Reihe Varianten von "D. aff. indica" geführt und erst 2007, auf der EEE in Leiden, wurden seine aktuellen Verkaufslisten verteilt und es fanden sich plötzlich gleich sechs Varianten darauf, ab dann als D. hartmeyerorum. Ich staunte. Jetzt sollen die recht typischen roten Emergenzen gar keine Rolle spielen, sie sind halt da, basta, werden aber nicht im Beschreibungstext erwähnt und spielen Deinen Worten zufolge keine Rolle. Da habe ich jetzt wirklich ein Deja vu. Natürlich kann ich verstehen, dass Du korrekte Etiketten verteilen willst, aber bedenke dabei, dass das Thema offensichtlich noch nicht "vollständig gegessen ist".

 

Für mich ist dieser Fall jedenfalls eine sachliche Diskussion wert, es herrscht offensichtlich Klärungsbedarf. Ich bin gespannt was rauskommt.  

bearbeitet von Siggi_Hartmeyer

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Dieter

Hallo Siggi,

 

ich hatte dieses hier als Beschreibung der roten Emergenzen interpretiert (Zeilen 4&5):

"Major axis (...) indumentum dense, consisting of tiny, eglandular, translucent white trichomes, as well as a few, scattered, larger translucent red glands; (...)"

 

Bei D. cucullata ist es hier zu finden: "Petiole (...) abaxial surface and margins densely covered with (...) larger, scattered, red eglandular clavate trichomes"

 

Viele Grüße

Dieter

 

P.S. genau diese sachliche Diskussion wollte ich mit meinen Fotos ja anregen.

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Siggi_Hartmeyer

Zum Vergleich anbei noch ein Foto meiner derzeitigen D. serpens mit den wohl immer vorhandenen Y- und gelbköpfigen Emergenzen, jedoch ohne jegliche rote. So steht es beschrieben. Die Beschreibung "rote, nichtdrüsige, keulenförmige Trichome" bei D. cucllata trifft tatsächlich zu, stimmt. Aber red glands sind für mich rote Drüsenhaare und klingt für mich nicht nach "identisch mit den nichtdrüsigen Trichomen". Gibt es auch D. cucullata ohne die roten Emergenzen? Ich habe diese Pflanze leider noch nicht lebendig gesehen.

post-27-0-29573400-1414599742_thumb.jpg

bearbeitet von Siggi_Hartmeyer

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Dieter

Hallo Siggi,

 

da Du ja doch schon viele Standorte besucht hast, habe ich auch gleich eine Frage an Dich bezüglich des Kreuzens etc: ist Dir am Standort etwas in der Richtung aufgefallen, dass die verschiedenen Arten teilweise zu verschiedenen Tageszeiten blühen (können). Mir ist diesbezüglich insbesondere eine - nämliche eben jene, die ich für eine D. cucullata halte - dadurch aufgefallen, dass sie im Sommer morgens mit der Blüte beginnt und mittags schon wieder die Blüten schließt, während die anderen (meist D. serpens und D. finlaysoniana nach meiner ersten Einschätzung) dann erst so richtig die Blüten öffnen. Da ich ja nun mal leider nur auf meine Beobachtungen in der Kultur angewiesen bin, mag das ja nur ein Zufall sein. Ich weiß halt nicht, welche der Arten neben einander vorkommen.

 

Viele Grüße

Dieter

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Dieter

Nun weiter zur nächsten Variante. Diese zeigt keine roten Emergenzen, dafür aber eben die gelben "Pilzköpfe" und die Y-förmigen Emergenzen sowie die anderen Merkmale von D. serpens. Dieses Mal ist es eine pink blühende Form vom Pine Creek, die bei mir immer etwas später dran ist als viele andere Formen/Varianten/Arten aus dem indica-Komplex.

 

serpens_PineCreek1.jpg

 

serpens_PineCreek2.jpg

 

Hier habe ich auch Nahaufnahmen der "Pilzköpfe" im Angebot:

serpens_PineCreek3.jpg

 

serpens_PineCreek4.jpg

 

Da sind dann aber auch irgendwann Grenzen, was ich mir meiner Kameraausrüstung erreichen kann.

 

Zum Abschluss noch zwei Blütenfotos, die ich schon mal gezeigt hatte:

serpens_PineCreek5.jpg

 

serpens_PineCreek6.jpg

 

Damit bin ich bei den D. serpens nun weitgehend fertig, zumindest mit denen, die ich dieses Jahr als Pflanzen habe. Die Sandy Tate River und Adcock River Crossing Formen dürften ebenfalls D. serpens sein. Das werde ich aber bestätigen, wenn ich die das nächste Mal aus Samen ziehe.

Nicky, da Du die beiden vermutlich auch in Kultur hast, kannst Du sie Dir ja mal genauer ansehen.

 

Als nächstes werden dann ein paar andere Arten folgen.

 

Viele Grüße

Dieter

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Nicky Westphal

Hallo Dieter,

 

ja ich habe momentan einige D. "indica" Standortformen als adulte Pflanzen. Ich muss mal nachsehen welche das sind. die Adock River müsste dabei sein.

Mit so super Bildern, werd ich nicht dienen können, aber ich werde mein Bestes geben! Ich schau sie mir auf jeden Fall mal genauer an!

bearbeitet von Nicky Westphal

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Dieter

Also weiter mit D. finlaysoniana. Auch hier beginne ich wieder mit einer Form aus Sir John Gorge. Die weiß-blühende hat sich ja oben als D. serpens entpuppt, die pinke ist eine D. finlaysoniana
 
finlaysoniana_SirJohn1.jpg

finlaysoniana_SirJohn2.jpg

 

Als typisches Art-Merkmal wird hier beschrieben, dass die gesamte Oberseite des Blatts mit Tentakeln besetzt ist, dass der Blattstiel nicht existiert, so dass die Blattspreiten (?) direkt am Stamm beginnen.

 

Bei der dritten D. indica-Form aus Sir John Gorge (mit der hell-pinken Blüte) habe ich leider keine geeigneten Fotos für eine Bestimmung und ich habe sie dieses Jahr auch nicht in Kultur, so dass ich erst später einsortieren kann.

 

Ebenfalls eine D. finlaysoniana ist die Form aus Undara:

finlaysoniana_Undara1.jpg

 

finlaysoniana_Undara2.jpg

 

finlaysoniana_Undara3.jpg

 

Im Vergleich zur D. serpens mit ihren sehr unterschiedlichen Trichomen ist die D. finlaysoniana geradezu langweilig. Die Pflanzen sind allerdings schon prächtig!

 

Viele Grüße

Dieter

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Dieter

So, ich muss so langsam zur Arbeit, eine habe ich aber noch vorbereitet: Die schon mehrfach angesprochene D. cucullata aus Beverley Springs. Der Vollständigkeit halber sei ergänzt, dass nicht nur die D. indica-Varianten umbenannt wurden, sondern Beverley Springs Station auch. Das heißt nun Charnley River Station laut Wikipedia. Ich bleibe hier aber bei Beverley Springs als Angabe, um nicht für allzu viel Verwirrung zu sorgen.

 

Was bei dieser Art sofort auffällt, ist die Blüte mit den doch recht auffälligen Staubgefäßen. Deshalb beginne ich in diesem Fall mit ein paar Blütenfotos:

 

cucullata_BevSprings1.jpg

 

cucullata_BevSprings2.jpg

 

cucullata_BevSprings3.jpg

 

 

Wie weiter oben schon diskutiert, besitzt auch diese Art rote Emergenzen, und zwar nicht am Stamm, sondern auf der Unterseite der Blätter und den Sepalen.

Sigi, das würde doch auch zu Deiner Pflanze passen, oder?

cucullata_BevSprings4.jpg

 

cucullata_BevSprings5.jpg

 

 

Hier ein Foto von der Unterseite eines voll ausgebildeten Blatts:

cucullata_BevSprings6.jpg

 

Zum Schluss zwei Makroaufnahmen der roten Emergenzen (erstes Foto von einer Knospe, zweites von einem Blatt):

cucullata_BevSprings7.jpg

 

cucullata_BevSprings8.jpg

 

 

Viele Grüße

Dieter

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Siggi_Hartmeyer

Erstmal Hut ab, Deine Makroaufnahmen sind meiner Ansicht nach aufschlussreicher, als im Magnum Opus. Sorry für die Verspätung, ich bin derzeit immer mal wieder einen Tag offline. Verschiedene Arten der Arachnopus die am gleichen Standort wachsen ohne Hybriden zu bilden habe ich beispielsweise in der Nähe von Darwin gesehen (D. finlaysoniana und D. serpens), aber auch in Howard Springs (verschiedene), Beverly Springs und natürlich bei Kununurra (D. serpens und D. hartmeyerorum). Meine Kreuzungsversuche verschiedener damaliger D. indica mit D. hartmeyerrorum im Gewächshaus (um die Vererbung der Emergenzen zu untersuchen) schlugen alle fehl. Erst kürzlich sprach ich mit Jan Schlauer, der gerade aus Australien zurückkam, wobei auch ihm an weiteren Standorten im Northern Territory aufgefallen war, dass die völlig durcheinander wachsen ohne zu hybridisieren. Das ist schon speziell und völlig anders als bei den Lasiocephalla (D. lanata, D. derbyensis, D. petiolaris, D. ordensis, etc.), bei denen unterschiedliche Zwischenformen (Hybriden) sehr häufig sind und die Bestimmung "reiner Arten" teilweise recht abenteuerlich machen. Aber zurück zu den Arachnopus: in der Sektion sollten meiner Ansicht nach die unterschiedlichen Emergenzen als Hauptbestimmungsmerkmal dienen (natürlich ohne die Blüten zu vergessen). Das wird jedoch bei den Arten nicht unkompliziert, die gemischte Emergenzen aufweisen. Lässt man sich darauf ein, sollten gleiche Arten zumindest auch die gleiche Mischung an Emergenzen haben. Sind die "Mischungen" jedoch eindeutig unterschiedlich (Beispiel mit roten und ohne rote Emergenzen, dabei auch gestielte Keulen oder unvollständige Strukturen), bei gleichzeitig Y- und pilzförmigen (Pilze gibt es mit typischen Rand und ohne) Formen, sollte man auch bei der Zuordnung unterscheiden: gleiche Art = gleiche Emergenzen (resp. Emergenzenmischung).

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Martin Hingst

Schöne Bilder Dieter und interessanter Beitrag! 

 

Ist vielleicht doch nicht alles D. uniformis syn. D. omnis-aequalis... :D

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Maik Rehse

Hallo Dieter,

 

Die Fotos sind wirklich wahnsinnig toll und gestochen scharf. Man kann die Merkmale sehr gut erkennen. Dass es trotzdem (und trotz Magnum Opus) scheinbar schwer ist die einzelnen Pflanzen sicher zuzuordnen zeigt wie fließend die Grenzen zwischen den "Arten" sind. Für den Laien dürfte es zumindest in dem Fall -und sicher in vielen anderen- fast unmöglich sein die Pflanzen sicher zu bestimmen. Aber ich denke zumindest bei einigen Arten des ehemaligen D.indica Aggregates hilft dein Beitrag sehr sie sicher zu unterscheiden!

 

Viele Grüße,

 

Maik

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Dieter

Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!

 

Hier ist nun eine Art, die relativ leicht zu identifizieren ist, zumindest, sobald sie groß genug ist, dass sich die Merkmale ausbilden. Es handelt sich um D. barrettorum, die in mehrfacher Hinsicht Ähnlichkeiten zu D. hartmeyerorum besitzt (aber auch deutliche Unterschiede zu dieser Art). Eine für den Züchter auffällige Ähnlichkeit ist, dass die Samen bei mir im Wintergarten recht spät keimen (Juni oder gar Juli), was es in manchen Jahren schwierig macht, so groß genug für die Vermehrung zu bekommen. Dieses Jahr bin ich nicht sehr zuversichtlich, weil die Pflanzen noch recht klein sind.

 

Wegen der noch kleinen Exemplare in diesem Jahr gibt es ein paar Fotos aus dem Archiv, die Ihr vielleicht schon kennt:

barrettorum_DillieGorge1.jpg

 

barrettorum_DillieGorge2.jpg

 

barrettorum_DillieGorge3.jpg

 

Diese Art bildet auch gelbe Emergenzen an der Basis des Blatts, aber im Gegensatz zu D. hartmeyerorum sind sie platt (und manchmal gebogen). Allen Lowrie vergleicht sie mit Kartoffel-Chips, was ich recht treffend finde.

 

barrettorum_DillieGorge4.jpg

 

barrettorum_DillieGorge5.jpg

 

 

Die Blüten dieser Form sind intensiv pink.

barrettorum_DillieGorge6.jpg

 

barrettorum_DillieGorge7.jpg

 

Meiner Erfahrung nach ist es bei dieser Art von Vorteil, bei der Bestäubung nachzuhelfen. Ich weiß nicht, ob ein zweiter Klon nötig ist oder ob es lediglich um die Übertragung der Pollen auf die Nabe geht, aber zumindest war die Samenausbeute immer dann deutlich höher, wenn ich die Blüten zweier Pflanzen an einander gerieben habe.

Die Samen sind - wie bei meiner D. hartmeyerorum - recht winzig.

 

Viele Grüße

Dieter

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Dieter

Auch wenn nicht als neue Art beschrieben, macht es doch Sinn, hier auch gleich Fotos meiner D. hartmeyerorum zu ergänzen. Sie liegen noch auf einem älteren Speicherplatz mit limitiertem Traffic. Sollten die Grenze zu oft überschritten werden, werde ich sie noch anderswo hochladen:
 
Bei einigen Fotos habe ich den Standort auf den Fotos nicht korrekt angegeben. Sir John Gorge ist die richtig Angabe.

D_hartmeyerorum_SirJohn_7.jpg


D_hartmeyerorum_SirJohn_2.jpg

D_hartmeyerorum_SirJohn_3.jpg

D_hartmeyerorum_SirJohn_4.jpg

Am Blütenstiel sind die Emergenzen übrigens auch zu finden:
D_hartmeyerorum_SirJohn_5.jpg

D_hartmeyerorum_SirJohn_6.jpg


Und zu guter letzt zwei Bilder der Blüte:
D_hartmeyerorum_SirJohn_8.jpg

D_hartmeyerorum_SirJohn_9.jpg

Viele Grüße
Dieter

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Siggi_Hartmeyer

Zwar sind beide gelb, aber die Emergenzen von D. barrettorum sind völlig verschieden von D. hartmeyerroum, deren glasklare wabenförmige Riesenzellen gelbes Licht reflektieren. Leider entspricht die Zeichnung der Emergenzen im Magnum Opus eher einer vertrockneten Erbse als dem tatsächlichen Aussehen. Die dazu gereichte Hypothese, dass die Emergenzen - wie bei Passiflora - Parasiteneier imitieren sollen, um die Eier legenden Weibchen abzuhalten ist höchst unwahrscheinlich. Diese Vermutung wurde schon in den 2000ern in verschiedenen Foren verbreitet. Die Emergenzen liegen im Zentrum der Pflanze (abgesehen von denen an den Brakteen des Blütenstands) wo kaum ein geflügelter Parasit entkommen könnte. Daher wäre ein Sonnentau der potenzielle Beute mit so einer recht aufwändigen Struktur "abschreckt" schlicht dämlich. Auch die mitgereichte Theorie, die Emergenzen würden einen Geruch verströmen halte ich für äußerst unwahrscheinlich, da die Art im Gegensatz zu D. fragrans gar nicht riecht, Riesenzellen allerdings für ihre glasklare Durchsichtigkeit (z.B. bei Armleuchteralgen) bekannt sind. Die Diskussion hat schon einen Bart. 2002 sprach mich der bekannte Pionier der Forschung über bewegte Strukturen bei den Droseraceae, Prof. Stephen Williams (USA) in Tokio an, um ein gemeinsames Projekt zur Untersuchung der Emergenzen durchzuführen an. Ich präparierte daraufhin Proben in Glutaraldehyd und schickte sie dann in einer Pufferlösung in die USA. Seine Untersuchungen mit dem Rasterelektronenmikroskop zeigten, dass es sich um Riesenzellen handelt. Zusätzliche Untersuchungen mit dem Lichtmikroskop zeigten bei Trocknung, dass die "Linsen" tatsächlich glasklar sind und einfallendes weißes Licht an einer leuchtend gelben Zellstruktur im Zentrum gelb reflektiert wird. Die Arbeit wurde im CPN und im Taublatt publiziert, die Aufnahmen sind auf YouTube jedermann zugänglich. Aber das Projekt mit Stephen Williams passte wohl nicht ins Konzept von Opus Magnum und es findet sich aus dem Grund auch nichts dazu im Literaturverzeichnis. Anbei die von Regina Kettering, damals angehende Doktorandin bei Steve, aufgenommenen REM-Fotos, die auch schon lange auf Wikipedia zu sehen sind.

post-27-0-43377000-1414927863_thumb.gif

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bearbeitet von Siggi_Hartmeyer

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Nicky Westphal

Hallo Dieter & Siggi,

 

ich habe mal nachgesehen und habe aktuell nur die Form vom Adcock River Crossing in einer fotografierbaren Größe, bei der ich mit meiner Kamera erkennbare Details machen kann. Anbei also 3 Bilder auf denen man hoffentlich die nötigen Merkmale erkennen kann. D die Zuordnung überlasse ich den Experten, wenn es bei der Bildqualität überhaupt möglich ist! Sollte was nicht erkennbar sein, werde ich noch mal versuchen bessere Bilder zu machen!

 

post-3687-0-78706500-1415737128_thumb.jp

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post-3687-0-71276000-1415737111_thumb.jp

 

Grüße Nicky

 

PS. Die Sandy Tate River Form ist erst 2-3cm groß, da ist nichtserkennbar. Sobald die etwas größer sind, werde ich versuchen ein paar Bilder zu machen!

bearbeitet von Nicky Westphal

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