Lutz Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Hihooo, aus dem kalten Berlin. Ich habe da ein paar Drosera gigantea aus iv-Kultur, die ich gerade bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit eingewöhne. Wie beschrieben haben sich unter diesen Bedingungen Wurzeln an den Blattspitzen gebildet und das nicht nur ein paar. Es wäre so langsam an der Zeit, die Pflänzchen an die normale Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen, bei der sich bei mir an den D. gigantea keine "Luftwurzeln" bilden. Ich befürchte, dass dann die "Luftwurzeln" vertrocknen, was ich natürlich nicht will. Meine Frage ist am besten mit einem chinesischen Sprichwort auszudrücken: "Wat nu". Soll ich die Blätter abschneiden und ins Substrat stecken oder die Pflanzen weiter unter hoher Luftfeuchtigkeit halten oder einfach alles normal weitermachen, also die Luftfeuchtigkeit kontinuierlich verringern, bis sie auf Normal-Keller-Niveau ist? Hier das passende Bildchen dazu: Grüße Lutz Anbei noch ein paar aktuelle Knollenbildchen: Drosera lowrie Holt Drosera purpurascens Drosera prostratoscaposa 1
Nicky Westphal Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Hallo Lutz, schicke Bilder. Was die Luftwurzeln angeht, hab ich keine Ahnung, aber ich würde die Blätter mit den Wurzeln abschneiden und auf/in nasses Substrat packen. Vieleicht wird da ja was draus. Ansonsten hat der Rest der Pflanze sicherlich eigene Wurzeln. Mit den Wurzeln an den Blättern kann sie ja kaum was anfangen. Grüße Nicky
Lutz Posted December 12, 2014 Author Posted December 12, 2014 (edited) Hi, die Pflanze an sich ist (hoffentlich) gut bewurzelt und gerade die eine, die ich photographiert habe, so etwa bei 8 cm. Das mit den "Luftwurzeln" bei den D. gigantea dient ja wahrscheinlich eher der Vermehrung bzw. Verbreitung, zumal bei einer hohen Luftfeuchtigkeit ja auch davon auszugehen ist, dass das Substrat ebenfalls feucht ist und von daher keine zusätzlichen Wurzeln, erst recht nicht über der Erde, nötig sind. Nein, ich habe keine Angst um die Pflanze. Wenn ich mal in den Pott gucke sehe ich da mindestens so ... 20 - 40 "Luftwurzeln" in verschiedenen Längen und da spricht ein wenig die Gier aus mir: 30 "Luftwurzeln" = 30 zusätzliche Knollen? Lutz Edited December 12, 2014 by Lutz
Nicky Westphal Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Hallo Lutz, das mit der "Gier" sagt der Richtige! :sleep: Kannst du nur probieren, ob die dann aus den Blättern austreiben. Ich habe jedenfalls noch nichts darüber gelesen.Bei mir dürften es wohl auch so 50 Sämlinge sein, nur sind die noch lange nicht soweit, das die 8cm erreichen. Die ersten fangen gerade an zu klettern, aber ich bin schon froh, das die überhaupt gekeimt sind. Grüße Nicky
Stefan Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Hallo Lutz, ich würde bei einer Länge von 8 cm die Pflänzchen vorsichtig umbiegen, kleine Löcher ins Substrat bohren wo die Wurzeln sind und diese vorsichtig ins Substrat stecken. Dann höchstens noch etwas fixieren, dass sie da auch bleiben. Wie? Da bin ich mir sicher, dass gerade dir altem Fuchs was geniales einfällt! Viele Grüße Stefan
Siggi_Hartmeyer Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Das Phänomen ist (nicht nur) bei D. gigantea bekannt und wie oben von Stefan beschrieben eine einfache Möglichkeit zur Vermehrung.
Lutz Posted December 12, 2014 Author Posted December 12, 2014 N'Abend ich kann mich düster dran erinnern, dass Dieter irgendwo mal was von einer zweiten Art geschrieben hat, die solche "Luftwurzeln" an den Blättern bildet, konnte es aber nicht mehr finden. Von daher @ Siggi (oder alle anderen, die was dazu sagen können/wollen): Könntest du uns sagen, welche Arten das noch tun? Grüße Lutz
Nic Brown Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Wie oben schon beschrieben: Vorsichtig runter biegen, so dass die Wurzeln Kontakt zum Substrat haben. Normalerweise fixiert man das dann mit nem Stück Draht (Büroklammer). Aber auf keinen Fall abschneiden bevor das Biest angewachsen ist. Dann sollte sich in kürzester Zeit eine neue Pflanze ausbilden. Hat denn von euch keiner Erdbeeren im Garten? Viel Erfolg und Grüße Nic
Nicky Westphal Posted December 12, 2014 Posted December 12, 2014 Wie oben schon beschrieben: Vorsichtig runter biegen, so dass die Wurzeln Kontakt zum Substrat haben. Normalerweise fixiert man das dann mit nem Stück Draht (Büroklammer). Aber auf keinen Fall abschneiden bevor das Biest angewachsen ist. Dann sollte sich in kürzester Zeit eine neue Pflanze ausbilden. Hat denn von euch keiner Erdbeeren im Garten? Viel Erfolg und Grüße Nic Hallo Nic, ich habe keinen Garten, aber ich dachte Erdbeeren bilden die Wurzeln nicht an den Blättern, sondern an Ausläufern, die wie die Blütentriebe von D. prolifera, bei Bodenkontakt Wurzeln bilden. Ist auch egal, die aufs Substrat zu bringen wird wohl die richtige Methode sein, anstatt sie abzuschneiden. Wenn es aber so viele sind, würde ich es auch mal mit 2-3 abgeschnitten, wurzelbildenden Blättern probieren. Wenn man viele Pflanzen am Boden fixieren will , braucht man bei D. gigantea sicherlich einiges an Platz. Vieleicht funktioniert ja auch ohne massige Brücken legen zu müssen. Grüße Nicky
Lutz Posted December 13, 2014 Author Posted December 13, 2014 Hi, erstmal Danke für die Antworten. Das mit dem Umbiegen gestaltet sich ein wenig schwierig. Büroklammern etc. halten nicht im Substrat und der Topf ist proppenvoll, aber da ich Stefan nicht enttäuschen kann und will muss ich es hinbekommen, um nicht als Noob dazustehen. Ein Glück habe ich ein Schweißgerät! Alternativ dazu werde ich bei einigen kleineren mal die Blätter mit den "Luftwurzeln" abschneiden und auf das Substrat legen und die D. gigantea iv-Töpfe den ganzen Winter unter erhöhter Luftfeuchtigkeit lassen und erst so im Frühling akklimatisieren. Im Garten habe ich übrigens keine Erdbeeren sondern Karnivoren ;-). Grüße Lutz .
Dieter Posted December 14, 2014 Posted December 14, 2014 (edited) Hallo Lutz, damit Du nicht allzu lange suchen musst: weitere Arten, für die dieses Verhalten beschrieben ist, sind zum Beispiel D. intricata und D. radicans. Erstere macht es bei mir recht regelmäßig (häufiger als D. gigantea) und letzten Winter sehr ausgeprägt. Auf meiner Webseite habe ich es bei D. radicans erwähnt. Mit meinen Fotos war ich aber nicht so zufrieden, so dass ich keine gepostet habe (kann ich ja mal ändern). Hier ist eines aus dem Jahr 2012: Viele Grüße Dieter P.S. Ich stimme Stefans Vorschlag zu: herunterbiegen und irgendwie fixieren. Die Knollen werden vermutlich sehr klein ausfallen. Edited December 14, 2014 by Dieter
Lutz Posted December 14, 2014 Author Posted December 14, 2014 Vielen Dank Dieter, hast du die D. intricata (meine kommen gerade raus bzw, haben noch keine Blätter gebildet) irgendwie bei erhöhter Luftfeuchtigkeit gehalten oder ganz normal mit den anderen? Grüße Lutz
Dieter Posted December 14, 2014 Posted December 14, 2014 Ganz normal bei den anderen. Die Luftfeuchtigkeit war damals allerdings nicht so arg niedrig. Zur Zeit liegt sie bei 60-65%. Mal sehen ob sie es diesen Winter wieder tun wird. Da die D. intricata über den Boden kriecht (wenn ich sie nicht abstütze oder neben aufrecht wachsende Arten stelle), kann man es auch dadurch etwas fördern, dass man sie über einen Topf mit relativ feuchter Substratoberfläche wachsen lässt (sprich ohne die Sandschicht). Da hat sie letzten Winter aus jeder Blattachse mehrere Triebe gebildet. Das hatte ich auch versucht, auf ein paar Bilder zu bannen, ist aber dank schlechter Beleuchtung bzw. schlechter Erreichbarkeit mit dem Stativ nichts geworden. Viele Grüße Dieter
Lutz Posted December 29, 2014 Author Posted December 29, 2014 (edited) Hi, hier ein kleines Update. Also abschneiden und auf das Substrat legen ist eine blöde Idee. Umbiegen ist eine gute Idee. Hat auch ohne Schweißgerät funktioniert, indem ich einfach mit einem Bindfaden um die Unterseite des Topfes herum die Pflanzen gebogen habe. Jeden Tag ein paar mm mehr. Einfach so wachsen lassen ist auch eine gute Idee, die ersten haben die Substratoberfläche erreicht und wachsen weiter ins Substrat hinein. Grüße Lutz Edited December 29, 2014 by Lutz 1
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