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Hallo,

gibt es irgendwo so etwas wie eine Übersicht, welche Karnivorenart lange Wurzeln und welche kürzere haben, damit man nicht eine langwurzelige Droseraart in einer 5cm Pflanzschüssel quält oder andersherum eine andere Art, die kaum eine Wurzel hat nicht unbedingt in einen 20cm hohen Topf pflanzt.

 

Eigentlich - für mein Empfinden - wäre doch die Kenntnis der Tatsache, wie lang die Wurzel werden kann, ob sie als Pfahlwurzel und ein Strang tief nach unten geht oder ob sie kurz und weit ausbreitend - oder vielleicht gar keine dran ist - das wäre doch genauso wichtig und sinnvoll, wie das Wissen darum, wie groß die Pflanze im Endeffekt wird.

 

Selbst bei dem hochgelobten Adrian Slack finden die Wurzeln so gut wie gar keine Erwähnung, Blüten ja, Länge der Stiele ja, Blätter, Blattbreiten ja - aber Wurzeln nein. Nun, und ich meine eben, dass so unwichtig aber nicht ist.

 

Wenn es so etwas nicht gibt - wäre das dann nicht was für die FAQ oder Wiki, wie das heutzutage modern heißt ?   :)

 

Oder mal ein Thread, so wie eine Umfrage, wie lang war/ist die Wurzel meiner Pflanzen ? Offen gesagt, kann ich nicht einschätzen, was am sinnvollsten ist, so dass es etwas bringt und trotzdem nicht nervt.

 

Schöne Grüsse

Peter

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Hallo Peter,

 

eine Einteilung der Pflanzen nach Wurzellänge wirst du hier im Forum nicht finden. Wenn Du Dich über die Pflanzendatenbank http://www.fleischfressendepflanzen.de, Wikipedia und zum Teil auch hier im Forum zu bestimmten Arten informierst, wirst du grobe Informationen zu den Wurzeltypen und -längen bekommen.

 

MfG,

Stephan

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Nicky Westphal

Hallo Peter,

 

da hab ich dir mit meiner PN wieder Eins reingewügt. :sleep: Sorry!

 

Was eine Liste betrifft, kenn ich auch nichts. Der Link von Stephan ist da aber schon mal recht hilfreich. Was anderes wäre mir auch nicht eingefallen.

 

Wenn du im Forum stöberst, achte bei den Bildern auch mal mit auf die Töpfe! Gerade bei Christian Dietz sind da einige Beispiele zu finden, wo die Pflanzen vorbildlich, entsprechend der Wurzeltiefe getopft sind.

 

Generell fängt man bei Saaten immer mit flacheren Töpfchen an und beim Pikieren nimmt man dann etwas tiefere Töpfe. Wenn die Wurzeln unten rauswachsen, nimmst man beim Umtopfen dann eben einen noch tieferen Topf.

Einige Drosera-Arten, die tiefer wurzeln wären z.B. D. capensis, D. admirabilis, D. hamiltonii & D. aliciaea. Für diese kannst du, bei adulten Pflanzen, eine Subsrtathöhe von mehr als 10cm einplanen.

Zwergendrosera wurzeln im Verhältniss zu ihrer größe auch recht tief, da reinen meiner Meinung nach 10cm aber völlig aus.

Ansonsten kannst du für Dionaea (adult), Cephalotus, Drosophyllum und mehrjährige Byblis tiefere Töpfe einplanen. Dies ist aber meist bei der Pflanzenbeschreibung auf  http://www.fleischfressendepflanzen.de beschrieben.

 

grüße Nicky

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Danke erstmal, naja - ich denke halt ziemlich viel über alles nach und da fällt einem so manches ein. Die Wurzellänge halte ichfür genauso wichtig, wie die Größe der Pflanze :crazy:

 

Viele Grüsse

Peter

Bearbeitet von Peter S.
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Sonja Schweitzer

Hallo Peter,

Du benötigst auf jeden Fall tiefere Töpfe für die Arten/Gattungen,die die Ruhezeit als Speicherwurzel überdauern. Diese Wurzeln würden in der Trockenperiode in nur flachen Töpfen zu stark austrocknen und in der Folgesaison nicht mehr austreiben. Zudem sind diese Wurzeln,da sie als Speicherorgan dienen,auch recht lang und kräftig.Eine Tatsache,die ebenfalls einen tiefen Topf erfordert.

Meiner Erfahrung nach spielen tiefe Pflanzgefäße vor allem in der Drosera-Kultur eine große Rolle.

Zu den angesprochenen Arten gehören u.A. D.cistiflora,D.pauciflora,evtl.auch D.trinervia,sowie D.alba. Diese Arten ziehen komplett ein und überdauern den Sommer als Speicherwurzel im Substrat mit nur ein wenig Restfeuchte.

Aber auch D.cuneifolia,D.spiralis,D.graminifolia,D.ramentacea und D.hilaris,die im Sommer eine Ruhephase einlegen,aber nicht komplett einziehen, benötigen aufgrund ihrer Wurzeln solche tiefen Töpfe.

Und natürlich alle Knollendrosera,vor allem die Arten,welche mit den Jahren größere Knollen bilden.

Für alle o.A. benutze ich sogenannte "Rübenwurzlertöpfe". Dies sind Gefäße,die im Verhältnis zu ihrem Durchmesser/Kantenlänge besonders tief sind.

 

Bei Cephalotus und Darlingtonia,die große Kulturgefäße bevorzugen,um zu häufiges Umtopfen bzw. zu starke Erwärmung der Wurzeln zu vermeiden,ergibt sich die größereTiefe der Töpfe proportional zum deren Durchmesser.

 

Ich hoffe,diese Angaben helfen Dir ein wenig!

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Nur ein kleines Beispiel unter vielen...

 

Als ich vor wenigen Tagen einen Drosophyllum-Keimling umgesetzt habe, guckte die Pflanze 5 mm über dem Boden heraus.

Beim Umsetzen habe ich aber festgestellt, dass die recht starke Pfahlwurzel schon 2 -3 cm lang war.

Da aber genug Erde festhing, blieb die Feinwurzelmasse verschont und er hat es überlebt. ;)

 

 

 

Vielleicht noch eins.

 

Meine Heliamphora x nudoxa hab ich nach dem Kauf auch gleich umgetopft. Die Schläuche der Hauptpflanze waren ca. 8 cm lang, die Pfahlwurzel war etwa 10 cm lang, vielleicht sogar länger. Aber da gibts auch noch krassere Heli-Beispiele.

 

 

Von Zwergkrügen hab ich gehört, dass bei etwa 15 cm Wurzeltiefe Schluss sein soll.

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Sonja Schweitzer

Das stimmt,manchmal bilden die Pflanzen wirklich aussergewöhnlich lange Wurzeln.

In solchen Fällen bin ich aber trotzdem mit der Tiefe eines Topfes der nächsten oder übernächsten Größe ausgekommen. Das heißt,je größer der Topf war,den ich aufgrund des Wachstums der Pflanze verwenden musste,desto tiefer war er ja dann auch,was für einige Zeit erstmal wieder genügte.

Lediglich für Arten,die aufgrund einer Ruheperiode generell besonders tief wurzeln nehme ich diese Rübenwurzlertöpfe.

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Hallo zusammen,

zu beachten ist aber auch, dass die Wurzelbildung auch vom Gießverhalten und der Substratbeschaffenheit abhängt. Gerade bei Nepenthes merkt man das sehr stark. Kultiviere ich die Pflanzen recht trocken in lockeren Substrat, dann bilden sie ein größeres und längeres Wurzelwerk im Vergleich zu Pflanzen die immer recht feucht in dichtem Substrat stehen.

Bei Arten die es nicht so dauernass wollen, z.B. viele Nepenthes, können tiefe Töpfe auch problematisch sein, da sie deutlich länger zum durchtrocknen brauchen. Da kann das Substrat oben schon trocken sein, das Sphagnum auf den Töpfen ist schon zusammen getrocknet und doch ist das Substrat im unteren Topfviertel noch feucht. Wenn man das nicht beachtet kann das auf Dauer zu Problemen führen, vor allem wenn sich ein Hauptteil der Wurzeln im unteren Topfviertel befinden.

Weiter oben erwähnte Heliamphora sind auch eine Geschichte für sich bei mir. Ob es eine kleine H. minor ist oder auch eine H. pulchella oder größere Arten, irgendwie durchwurzeln die bei mir jeden Topf in 1-2 Jahren. Irgendwann reicht dann der Platz nicht mehr aus um 20cm hohe (oder höhere) Töpfe zu nehmen. Und wenn die Töpfe mal durchtrocknen ist das sicher auch nicht ganz so verkehrt, was aber bei kleineren Töpfen besser klappt.

Bei manchen Arten/Gattungen bin ich daher nicht mal ein so großer Befürworter für besonders tiefe Töpfe, obwohl es die Wurzellänge bzw. -größe augenscheinlich erfordern würde. Für Drosera kann ich hier jedoch nicht sprechen.

Bei kleinblättrigen Utricularia wähle ich die Töpfe so aus, das möglichst viele ins Terrarium oder auf einen Untersetzer passen und dass die Pflanzen dann trotzdem genug Fläche zum wachsen haben und auch genug Substratvolumen damit sie bei geringen Wasserstand nicht gleich austrocknen. Töpfe der Maße 7x7x9 hatte ich da und finde ich auch recht praktisch. Ich kenne aber Leute die nehmen deutlich kleinere Töpfe. Sehr tief wurzeln sie ja meist nicht, wenngleich manche Arten mit der Zeit auch meine recht großen Töpfe durchwachsen und damit zeigen, dass auch diese Topfgröße irgendwann ausgereizt ist. Falls das aber ein Problem darstellt (schlechteres Blühverhalten, Fremdpflanzen im Topf,...) kann man den entsprechenden Topf ja neu ansetzen.

Für meine mexikanischen Pinguicula nehme ich die selbe eben beschriebene Topfgröße wegen der gleichen Gründe. Gerade im Winter muss ich sie dann nur einmal aller vier bis sechs Wochen gießen, da sie nicht so schnell austrocknen aber auch nicht zu viel Wasser ziehen und speichern. Aber auch hier ist vieles vom Substrat abhängig (ich nutze hier fast gar keinen Torf mehr).

Bei Utricularia und Pinguicula gehe ich also weniger nach der Wurzellänge sondern mehr nach dem Wasserhaushalt, so wie es Sonja ja auch für einige Drosera beschrieben hat.

Viele Grüße

Stefan

Bearbeitet von Stefan H.
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Hallo zusammen,

 

zu Südamerikanern wie zum Beispiel oben erwähnt (D. spiralis oder auch D. graminifolia) kann ich aber sagen, dass es absolut keinen Unterschied macht ob man tiefe Töpfe benutzt oder auch nicht, 7x7x8 Töpfe reichen dafür absolut aus. Die Wurzeln sind recht dick aber das ist überhaupt kein Problem.

Die Wurzeln winden sich halt unten am Bodenrand, was aber auch absolut kein Problem ist, da diese Arten auch keine Ruheperiode einlegen und immer im Anstau stehen können, genau auch wie die meisten Südamerikaner.

Auch D. graomogolensis kann wie einige Südafrikaner Wurzeln von über 30cm Länge ausbilden, dafür benötigt man aber auch nicht unbedingt tiefere Töpfe, wegen des Anstau´s halt.

 

Viele Grüße,

Daniel

Bearbeitet von Daniel_O.
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Hi und guten Morgen,

ich lese nach wie vor noch mit - nicht dass einer denkt, da setzt der olle Zausel was in Gang und taucht dann unter. Jetzt wird die Wurzeldiskussion doch noch interessant  und vor allem substantiell aussagefähig.

Danke Euch allen (damit will ich das Ganze aber keinesfalls beenden, im Gegenteil)

 

Gruß

Peter

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  • 1 Jahr später...

@Peter S. habe gerade diesen Beitrag gefunden - vielen Dank! Nach genau so einer Auflistung suche ich auch schon gefühlt ewig und es beruhigt mich, dass ich mich nicht einfach zu dusselig anstelle.

Kann mir denn jemand die Arten mit den tendenziell kürzesten Wurzeln nennen? Die tatsächlich auch adult nicht länger als 4-5 cm werden?

Liebe Grüße,

Vanessa

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partisanengärtner

Dazu kann ich nicht viel sagen aber D. capensis habe ich jetzt zwei Jahre in Keramikteilen die unter 3 cm Substrathöhe haben.  Wachsen genauso wie in deutlich höheren Töpfen. Vermutlich ist das alles etwas übertrieben.

Schließlich wachsen sie ja auch auf feuchten Felsen ohne jegliches Substrat.

Bearbeitet von partisanengärtner
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Dann doch lieber U. reflexa...oder gibba. Die gibt's auch tropischer :crazy:

 

Bei meiner D. Slackii (die sich wohl nicht ganz so wohl fühlte), habe ich beim Umtopfen aus einem höheren Topf die mehrfach um den Boden gewickelte Wurzel entdeckt. Ein grober Richtwert wäre wirklich, wirklich grandios.

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