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Solidarität mit Charlie Hebdo


Siggi_Hartmeyer

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Siggi_Hartmeyer

Ich habe mich entschlossen, den Beitrag jetzt zu löschen. Die Solidaritätsaktion "Je suis Charlie" halte ich jedoch nach wie vor für wichtig und richtig. 

Bearbeitet von Siggi_Hartmeyer
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 Ich bin eigentlich dagegen hier politische Themen einzustellen, vom Angriff auf die Pressefreiheit sind wir jedoch alle betroffen.

 

Und ich bin ebenso von einem Angriff auf die Religionsfreiheit betroffen (soeben gemeldet: Boko Haram hat eine ganze Stadt niedergebrannt, angeblich ca. 2.000 Tote)

 

Ich kann Siggi gut verstehen, ich war selber total geschockt, als ich von dem Attentat in Paris hörte, aber zählt wirklich der Grund, weshalb einer/mehrere/viele getötet werden mehr als die Tatsache, dass diese Menschen überhaupt getötet wurden? Wo fangen wir an, wo hören wir bei den alltäglichen Massakern aus den verquersten, widerlichsten Gründen, die täglich auf der Welt geschehen? Welches Massaker aus welchem Grund darf hier erwähnt werden, welches nicht? ISIS oder IS schlachtet halb Nordafrika ab, Kim Yong Un sein halbes Volk, von den Gemetzeln verschiedener Stämme auf dem afrikanischen Kontinent, die teilweise einem Genozid ähneln, rede ich erst gar nicht. 

Nicht falsch verstehen, ich bin ebenso angewidert von dem, was da in Paris passiert ist und ich bin ebenso der Meinung, dass die Pressefreiheit ein heiliges Gut ist. Doch erlaubt mir eine persönliche Stellungnahme dazu:

 

Die Mitarbeiter von Charlie Hebdo waren gewarnt, sie standen teilweise schon unter Polizeischutz und wussten, was sie riskieren, wenn sie weitermachen. Sie hätten auch die Möglichkeit gehabt, die Arbeit einzustellen, dann wären sie möglicherweise mit dem Leben davon gekommen. Das ist keine Stellungnahme a la "selbst schuld", ganz im Gegenteil. Ich bewundere ihren Mut, trotz der Terrordrohungen weiterhin ihre Ansicht vertreten, ihre Meinung kundgetan zu haben.

Aber wie viele tausende Opfer von politischen, religiösen, sexistischen, menschenverachtenden oder schlichtweg wahnsinnigen Attentaten, die täglich auf unserer Welt passieren, haben die gleichen Möglichkeiten? 

 

Ich habe einfach nur Bauchschmerzen dabei, hier in unserem Forum einen Thread über Opfer eines Attentates zu lesen, die aus Gründen der Presse(un)freiheit getötet werden, während tausende, abertausende Opfer, die aus ähnlich menschenverachtenden Gründen getötet werden, nicht erwähnt werden (weil wir ja eigentlich hier keine politischen Themen, die sich nicht explizit mit unserem Hobby beschäftigen, haben wollen).

 

Ich denke, entweder achten und ehren wir alle Opfer solch sinnloser Gewalttaten oder gar keine, ich möchte mir nicht anmaßen, hier eine Meßlatte anzulegen und ich bin sicher, ihr alle wollt das auch nicht.

 

Insofern würde ich vorschlagen, entweder wirklich eine Art "Plauderecke" in einem Unterforum einzurichten oder diesen Thread komplett zu löschen. 

 

Siggi, ich denke, du verstehst meine "Bauchschmerzen" und weißt, das ich dich persönlich nach wie vor sehr schätze und das nicht gegen dich gerichtet ist.

 

 

Gruß

 

Wolfgang 

Bearbeitet von Wolfgang Liere
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Siggi_Hartmeyer

Ich war 1969 Chefredakteur einer Schülerzeitung und danach noch einige Jahre freier Mitarbeiter ("fliegender Reporter") beim Südkurier. Als ich auf der JHV die Wahl zum Pressesprecher annahm bin ich sozusagen in den Journalismus zurückgekehrt. Auch die G.F.P. gibt ein Magazin heraus! Es handelt sich bei der jetzigen Situation um einen direkten Angriff auf unsere Pressefreiheit in ganz Europa und meine Kollegen in der freien Presse, besonders auch in Frankreich, haben jetzt unsere volle Solidarität verdient. Es gehört für jeden durchaus Mut dazu, seine Meinung klar und identifizierbar im Internet zu zeigen. Genau diese Solidarität ist jetzt gefragt, um den (über)lebenden Karikaturisten den Rücken zu stärken, damit sie weitermachen. Je mehr Menschen die mit der Pressearbeit zu tun haben jetzt selber Rückgrat zeigen, desto besser für unsere Pressefreiheit. Das Feedback auf mein Je-suis-Charlie-Foto auf Facebook, etwa bei der ICPS, zeigt zum Glück, dass viele Menschen der gleichen Meinung sind und das Thema auch von internationalen Karnivorenfreunden sehr ernst genommen wird. Ich bin dagegen diesen Thread zu löschen, er soll jedoch keinesfalls dahingehend ausarten, die Konflikte der Welt lösen zu wollen. Aber jetzt wegducken wäre mehr als nur ängstlich, auch mit dem Argument "Das hat mit Karnivoren nichts zu tun". Die inzwischen weltweite Solidarität bestätigt das wohl ausreichend. 

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Siggi, du hast meinen vollsten Respekt für deine Aktion. Ich finde es ein sehr schönes Zeichen, welches du, unser Pressesprecher, hier setzst. Punkt.

 

 

"Leider" hat Wolfgang ebenfalls 100% recht. Keine Frage, jeden Tag geschehen auf dieser Welt so grausame Dinge, die nicht im geringsten eine solche Mitteilnahme und Solidarität erfahren, nur zu oft sogar völlig von der Weltöffentlichkeit vergessen gehen. Wo fängt man da an und wo hört man auf sich solidarisch zu zeigen? Ich weiss es nicht.

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Nicky Westphal

Hallo zusammen,

 

ich muss gestehen, das ich Siggi`s Beitrag gestern auch als ziemlich politisch und als Tropfen auf dem heißen Stein gesehen habe. Ist es ja auch, wenn man sich die Welt genauer ansieht, aber sowas sollte jeder erst mal sacken lassen und in Ruhe drüber nachdenken.

Auch wenn wir hier kein politisches Froum sind und es tausende Dinge gäbe, die man anprangern müsste, so ist diese Aktion ein Zeichen! Und sagen wir mal so, viele hier fühlen sich mit dem Naturschutz verbunden, der am Ende ja auch ein politisches Anliegen ist. Dieser funktioniert aber auch nur über Öffentlichkeitsarbeit und da ist Pressefreiheit ein wichtiges Thema!

Das es weitaus mehr Misstände auf diesem Planeten gibt steht ausser Frage und jeder hat die Möglichkeit gegen Einige etwas zu unternehmen. Man kann nicht die ganze Welt verändern, aber es gibt Ecken an denen man ansetzen kann und sollte. Ich denke solche Aktionen haben ihren Zweck erfüllt, wenn man die  Leute dazu bringt  für eine Weile darüber nachzudenken.

 

Grüße Nicky

Bearbeitet von Nicky Westphal
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FriedrichSchulze

Hallo,

Wolfgang, du hast wahrscheinlich wirklich in gewissem Maße recht. Ich denke, dass sich bei diesem Fall jedoch so ziemlich jeder als ein Teil der Gemeinschaft betroffen sieht. Natürlich weiß man als Redakteur einer Satirezeitschrift, die v.a. religionskritische Karikaturen herausbringt, von der Gefahr durch Fanatiker. Ihre Arbeit einzustellen wäre aber ein Verlust der Gesellschaft als ganzes. Denn die Kernessenz des Terrorismus ist nun mal der Terror, die Angst. In dem Moment, in dem sich die Gemeinschaft von den Terroristen aus Angst beeinflussen lässt, indem es die Dinge nicht tut, die den Terroristen nicht gefallen könnten, war der Terror erfolgreich und wir haben verloren. Ich denke dieses Attentat trifft deswegen so viele geradezu persönlich, weil sie fühlen, dass diese Redakteure sich in der Schusslinie befunden haben, damit wir als Ganzes nicht verlieren. Mit etwas Pathos formuliert, kann man sagen, dass sie für uns riskiert haben. Und das ist das, wahrscheinlich auch viele eben so empfinden.

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Hmmm; auch ich kann sowohl Siggis als auch Wolfgangs Gedankengang nachvollziehen. 

 

Sammler fleischfressender Pflanzen sind spezielle Leute, die zu vielen Dingen auch spezielle Ansichten haben. 

Vielleicht wäre tatsächlich die Einrichtung einer weiteren Forumsrubrik ("Allgemeines", "Gott und die Welt" oÄ) sinnvoll, 

wo man sich über alle nicht-Fleischi-Themen austauschen kann. 

In eine solche Rubrik gehört such Siggis Beitrag. 

 

Gruß

Thomas. 

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Martin Hingst

Hallo Thomas,

 

ich frage mich, brauchen wir so eine Rubrik wirklich im GFP-Forum. Es gibt genügend Plattformen- auch ausgewiesene poltische oder sozialkritische, wo man das tun kann.

 

Ich wäre wie du auch dafür, das Thema zu verlagern. Ich denke wir haben alle genügend SocialMedia-Plattformen, wo sich was geeignetes findet.

 

Was Solidarität mit Charlie Hebdo aber mit einem Fachforum für fleischfressende Pflanzen zu tun hat, erschließt sich mir nicht so richtig.

 

Viele Grüße

 

Martin

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Hi zusammen,

 

nur zwei Anmerkungen:

 

1) Durch den Terror sind m.E. sogar noch ganz andere, noch grundsätzlichere Dinge bedroht als 'nur' die Freiheit des gedruckten Wortes...

 

2) Obwohl ich die 'Je suis'-Kampagne im ersten Bauchgefühl auch unterstützen wollte, kam mir beim weiteren Nachdenken aber die Überlegung, welchen Sinn diese symbolische Identifikation gerade bei uns macht? Gibt es nicht hierzulande auch Akteure (Personen, Gruppen..), die  schon seit Langem auf das Problem islamISTISCHER Radikalisierung hinweisen (& insofern heute auch wirklich berechtigt wären 'je suis' zu sagen), die aber durch heimische Medien immer rasch in ein ganz 'ungünstiges' Licht gerückt wurden? Und jetzt "sind" wir alle hier plötzlich "Charlie Hebdo"?  Das geht mir etwas fix...

 

lg

 

Feldi

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