Alexander Fisch Posted January 11, 2015 Posted January 11, 2015 Hallo Mich würde mal interessieren was für eine Ursache es hat das die winterharten Pinguicula Arten bei der Bildung der Winterknospen immer ein grosses Loch im Erdreich erzeugen. Das Loch ist sicher um der Winterknospe Platz zu machen aber wie macht die Pflanze das? Bitte keine Vermutungen (da gibt es schon genügend) sondern nur Fakten. Grüße Alexander
Harro Posted January 11, 2015 Posted January 11, 2015 Hallo, da die Blätter absterben und verfaulen ist dieser Durchmesser größer als der der Winterknospe. Diese ist viel kompakter. Daher das Loch. Harro 1
partisanengärtner Posted January 12, 2015 Posted January 12, 2015 Bei meinen grandiflora stellt sich das so dar. Falls die Mäuse das nicht seitdem der Schnee weg ist nicht schon gefunden haben. Die Rosette zerfiel diesen Herbst schön langsam, da sah man gut daß sie bei mir in den Boden reinging. Ob sich das durch Frostbewegungen noch vertieft., kann ich nicht sagen. Aber mir fällt schon mal ein Versuchsaufbau ein. Je ein Loch definierter Tiefe und Breite mit einem Bleistift gemacht. In eins setze ich eine Winterknospe ins andere keins. Nach meinen Beobachtungen die aber nicht genau gemessen waren werden sich beide vertiefen. Wobei ich natürlich nicht sagen kann ob das nicht auch durch eine Frosthebung des umgebenden Substrates zustande kommt. Dazu wäre ein Versuch deutlich aufwändiger.
Stefan Posted January 12, 2015 Posted January 12, 2015 Hallo Alexander, dabei handelt es sich um einen aktiven Wachstumsvorgang der Pflanze. Sie zieht mit den Wurzeln die Winterknospe tiefer. Das Tieferziehen ist damit bei fast allen Pinguicula, die ohne Wurzeln überwintern, mit Absterben der Wurzeln beendet. Deckt sich mit den Beobachtungen, Winterknospen bleiben im Winter nach Absterben der Wurzeln +/- auf der gleichen Höhe. Allerdings zieht sich P. alpina trotz vorhandener Wurzeln im Winter nicht/nicht tief ins Substrat. Eventuell weil sie meist unter dem Schnee liegen? Ich hänge noch ein paar P. alpina Hybernakel an, Fotos von Ende Oktober 2007 von einem Standort, den ich seit ca. 30 Jahren immer wieder besucht habe. Und, off topic, aber ich finde gerade P. alpina und P. vulgaris so interessant: Während P. vulgaris in ihren Biotopen oft schon nach 10 Jahren wieder verschwunden war (durch Vegetation überwachsen, beschattet) hält sich P. alpina sehr gut an einem Standort. Viele P. alpina Standorte sind aber auch keinen so großen Veränderungen unterworfen. Viele Grüße Stefan P.S. Sorry für die großen Bilder, hatte sie eigentlich auf < 500 kb verkleinert?
Alexander Fisch Posted January 12, 2015 Author Posted January 12, 2015 Hallo Vielen Dank für die Erklärungen, die Zeichnung und die Fotos. Leuchtet mir alles ein trotzdem hab ich das Gefühl das da noch etwas vor sich geht.Werde am Wochenende mal Bilder machen. Grüsse Alexander
Nine Posted January 12, 2015 Posted January 12, 2015 Hallo Alexander. Das ist eine interessante Frage. Mich fasziniert es jedes Jahr wieder, wenn meine P.grandiflora im Möörchen ab Herbst sich immer tiefer zurück zieht und im Frühjahr aus diesem tiefen Loch wieder eine Pflanze erscheint. Ich erinnere mich, dass dieses Thema vor gut 2 Jahren schon einmal diskutiert wurde. Auf die Gefahr hin, dass du den Thread schon kennst, hab ich ihn trotzdem mal gesucht http://forum.carnivoren.org/index.php?/topic/34585-erfahrungen-v-winterharten-p-im-moorbeet-p-alpina-wohl-totalausfall/ Da werden auf 3 Seiten zwar auch viele Vermutungen und Theorien geäussert, aber vielleicht interessierts ja trotzdem :-)
Alexander Fisch Posted February 7, 2015 Author Posted February 7, 2015 Vielen dank für das Interesse und für die hilfreichen Antworten aber mich lässt der Verdacht nicht los das die Sommer Blätter beim welk werden es auf irgend eine Art und Weise schaffen der Winterknospe mehr Platz zu verschaffen und das Moos was drum herum wächst zurück zu drängen.Hier die versprochenen Bilder.
partisanengärtner Posted February 7, 2015 Posted February 7, 2015 Das das Moos Licht braucht und von den Blättern über den Sommer erstickt wird hat Du schon einberechnet? Vor allem sieht man auf dem ersten Foto sogar noch die Reste der abgestorbenen Blätter die sogar noch im Tod diese Aufgabe erfüllen. Die freien Stellen zeigen sogar noch das Sternmuster der sommerlichen Vegetationsperiode.
Alexander Fisch Posted February 7, 2015 Author Posted February 7, 2015 Das das Moos Licht braucht und von den Blättern über den Sommer erstickt wird hat Du schon einberechnet? Vor allem sieht man auf dem ersten Foto sogar noch die Reste der abgestorbenen Blätter die sogar noch im Tod diese Aufgabe erfüllen. Die freien Stellen zeigen sogar noch das Sternmuster der sommerlichen Vegetationsperiode. Ja das habe ich einkalkuliert muss aber sagen das im Sommer unter den Blättern auch Moos wächst und das auch die Erde ist großflächig richtig eingefallen ist.
partisanengärtner Posted February 7, 2015 Posted February 7, 2015 (edited) Es dauert schon einige Zeit bis das Moos ausgehungert ist, das überlebt Bedeckung auch viele Wochen bis es endgültig aufgibt.. Der Rest ist sicher Rohhumusabbau durch die unter den Blättern geschützten Mikroorganismen, die dann ausdauernd ohne irgendwelche witterungsbedingten Pausen arbeiten können. Das Moos wächst ringsum auch weiter in die Höhe. Bei Rosetten bildendem Unkraut im Garten finde ich besonders an moosigen Stellen auch solche Vertiefungen, älter als ein halbes Jahr lass ich sie kaum werden. Wenn sie anstalten zum blühen machen hat ihr Stündlein geschlagen. Edited February 7, 2015 by partisanengärtner
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