Zum Inhalt springen

Bezeichnung mit sich selbst bestäubter Pflanzen


Christian Voss

Empfohlene Beiträge

partisanengärtner

Alle Informationen die man von einer Pflanze hat sollte man aufzeichnen. Wenn man züchtet wird das eben mehr und steht nicht auf dem Schild. Das hat dann einen Nummer und in meinen Aufzeichnungen steht dann hoffentlich alles was ich darüber weiß.

 

Auch klonal vermehrtes Material variert wenn die ausreichend häufig vermehrt werden. Dann sind sie auch nicht mehr etwas bestimmtes. Besonders häufig geht das bei in vitro vermehrtem Material. Bei einigen Pflanzenarten ist das mittlerweile die häufigste Quelle für neue Varianten (Hosta zum Beispiel)

Bearbeitet von partisanengärtner
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Alexander Fisch

Hallo Alexander,

 

das ist schon klar, das ich aus Samen gezogene Klonnachkommen bei Dionaea oder Sarracenis, nicht nach diesen benenne, nicht mal x self. Bei mir gibts da nur den Namen der Art, also nur noch S. flava oder purpurea... 

Das ist übrigens auch falsch.Aus Samen kannst du keine Klone ziehen.Klonen ist immer ungeschlechtliche Vermehrung.

Aber du meinst sicher:

Wenn du zB S.Leah Wilkerson mit sich selbst bestäubst kannst du nicht einfach S.leucophylla an die Sämlinge schreiben und auch nicht Wilkerson Bog.

Richtig ist: S.Leah Wilkerson X self oder S.Leah Wilkerson x S.Leah Wilkerson oder S.Leah Wilkerson F1 :-) sicher kannst du auch schreiben:S.Leah Wilkerson Wilkerson Bog X self oder S.Leah Wilkerson Wilkerson Bog x S.Leah Wilkerson Wilkerson Bog oder S.Leah Wilkerson Wilkerson Bog F1

Ich habe z.B. Sämlinge von einer mit sich selbst bestäubten S.alata anthocyanin free. Die darf man nicht einfach S.alata anthocyanin free nennen auch wenn sie das sind. Wo ist das Problem einfach S.alata anthocyanin free F1 dran zu schreiben? Alles andere ist Betrug.Sorry

Bearbeitet von Alexander Fisch
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Hallo Alexander,

 

wenn meine Dionaea- oder Sarracenia Klone (keine Hybriden) Samen ansetzen, sind das allemal nur Samen von Klonen aus denen ich nachkommen ziehen kann, oder nicht? Also Nachkommen von Klonen! Wenn ich die dann als Dionaea ohne Zusatz bezeichne ist das wohl nicht falsch, weils mit Sicherheit eine ist!  :cool: Da brauch ich nicht A x A dranschreiben! Ich werde da max. seedgrown dazu schreiben, und nicht unter Ax A oder sonstwas abgeben ondern nur unter Dionaea Seedgrown? Und wenn ich eine beliebige Leucophylla, keine Hybridformen, mit sich selbst bestäube, bleiben es doch wohl auch S. leucophylla. Wenn ich einen Cephalotusklon mit sich selbst bestäube, bleibts auch ein Cephalotus.

Irgenwo vermischt sich da Wissenschaft mit Sammlerwahn, es kann nicht sein, das eine Pflanze einer Art zu etwas Anderem wird, es bleibt immer die gleiche Art, auch wenn die sich vieleicht von der Mutterpflanze unterscheidet. Nachdem, was ihr da so schreibt, dürfte keine einzige Sarracenia, Dionaea oder was weiss ich noch, aus Samen gezogen werden. Woher stammen denn eurer Meinung nach die vielen Klone von Mike King? Nicht alle von Standorten und selbst dort kommen die Variationen ja durch Samenvermehrung zustande. Natürlich kann man die, um die speziellen Merkmale zu erhalten nur vegetativ vermehren.

Bei Zuchtpflanzen, welche oft auch Mehrfachhybriden sind, ist das auch völlig richtig, die Nachkommen aus Samen mit der X Self zu bezeichnen. Nur bei einer 08/15 S. purpurea braucht man bei den Sämlingen wohl kaum dranschreiben, das es eine S. purpurea x self ist. Was soll es sonst sein? Wer in seinem Moorbeet nur eine S. flava (ohne Herkunfts- oder Klonangabe) hat (und keine andere Sarracenia), die die Samen ansetzt, die ausfallen, was ist es dann? Eine S. flava x unknow?

 

Irgendwo sollte man da schon zwischen S. purpurea und S. purpurea-Klonen (selektierten Pfllanzen mit Bezeichnung und speziellen Merkmalen) trennen. Bei Drosera macht doch auch keiner so ein Geschrei, obwohl da sicherlich die selben wissenschaftlichen Gesetze gelten. Wahrscheinlich sind die zu klein, damit hier nicht jeder Farbfleck oder jede kürzere Tentakel zu nem einzelnen Klon wird.

Nichts gegen Sammler und Züchter, die jetzt jede Vermehrungslinie dokumentieren, aber ist es nicht normal, das Pflanzen innerhalb einer Art variieren und trotzdem immer noch die selbe Art bleiben? Wer eine Sarracenia mit bestimmten Merkmalen haben möchte kann sich vegetativ vermehrte Klone kaufen (mach ich übrigens auch), jetzt aber die Nachkommen einer geselbsteten, reinrassigen Sarracenia z.B. flava, als S. flava x self bezeichnen zu müssen, ist doch etwas daneben. Das macht in der Natur auch keiner!  

 

@ Thomas: Andreas hat das mit den Hybriden aber anders dargestellt, was ich nun richtig?

 

Grüße Nicky

Bearbeitet von Nicky Westphal
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo,

also versteh' ich das jetzt richtig, dass ich per se an jede Pflanze, die ich aus Samen ziehe schonmal grundsätzlich ein 'x self' anhänge und dann Samen der daraus entstandenen Pflanzen nur unter dem Begriff Pflanze 'x self' x Pflanze 'x self' weitergeben darf?
Vielleicht könnte man hier auch die 'x selfs' doppeln. Dann würde das ganze Pflanze x self x self heißen...
Entschuldige, aber das ist meiner Ansicht nach vielleicht wissenschaftlich korrekt aber weit an der Realität vorbei.

Ich zumindest habe so bezeichnetes Saatgut noch nie erworben. Mich würde interessieren, was etablierte Züchter, die ja hier auch regelmäßig Saatgut anbieten (unter anderem mit Attributen wie 'hairy' oder mit Standortangaben) zu dem Vorwurf sagen:
 

Alles andere ist Betrug.Sorry


Ich zumindest ziehe aus Samen einer D. capensis 'hairy' eine D. capensis 'hairy' und dokumentiere sowohl Herkunft als auch Bestäubungen. Nichts anderes tun die, von denen das Saatgut stammt.

99 - 100 Prozent derer, die hier oder auf anderen Plattformen Saatgut anbieten Betrug vorzuwerfen, weil sie kein 'x self' an ihre selbstgezogenen, selbstbestäubten Pflanzen bzw. Samen hängen halte ich für arg grenzwertig.

Dass das bei bestimmten, bezeichneten Klonen (edit: und natürlich Hybriden) logischerweise anders aussieht, muss ich ja nicht nochmal extra erwähnen.

Und, so ganz nebenbei, bist Du Dir denn sicher, dass Deinem Saatgut von Züchter xy nicht evtl. auch schon das ein- oder andere 'x self' im Vorfeld abhandengekommen ist?

Ich zumindest fühle mich in der großen Masse der 'Betrüger', die ohne unendliche Aneinanderreihungen von 'x self' auskommen recht wohl.

Christian

Bearbeitet von Christian Voss
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Ich habe z.B. Sämlinge von einer mit sich selbst bestäubten S.alata anthocyanin free. Die darf man nicht einfach S.alata anthocyanin free nennen auch wenn sie das sind. Wo ist das Problem einfach S.alata anthocyanin free F1 dran zu schreiben? Alles andere ist Betrug.Sorry

Du kannst die aber bedenkenlos als S. alata (ohne Zusatz) bezeichnen. Das hat dann nix mit Betrug zu tun du verkaufst dann einfach eine S. alata und keinen speziellen Klon! Betrug ist es, wenn du die unter S.alata anthocyanin free abgeben würdest!

Wenn du eine korrekte nachvollziehbare Erbfolge haben möchtest muss dann das F1 dran.

 

@ Christian, wenn jetzt auf einen bestimmten Klon bei der Bezeichnung verwiesen werden soll, ist das mit X-self... alles richtig. Bei Mischlingspflanzen, wie es bei Sarracenia-Klonen oft er Fall ist, ist es sogar notwendig. Für reine Arten, wo eine Fremdbestäubung ausgeschlossen werden kann, sehe ich da kein Problem, diese auch als Pflanzen, dieser Art (ohne Klonzusatz) zu bezeichnen.

Ich denke Drosera sind da ein anderes Thema, da gibt es nicht allzuviele Kulturklone, wo das beachtet werden muss. Sicher besteht irgendwo immer das Risiko einer Fremdbestäubung und eine Hybridisierung ist nicht auszuschließen, aber bis auf wenige Arten, ist die Vermehrung über Samen ganz normal und geläufig. Ich bin kein Biologe, aber genetisch müsste es sich da aber genauso verhalten, wie bei Streitpflanzen von oben, auch wenn viele Drosera sich grundlegend selbst bestäuben.

 

Grüße Nicky

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Also wenn Ihr genau sein wollt und Fachterminologie verwenden wollt.

Der Zusatz autogam bezeichnet die Selbstbestäubung. Die anderen Daten sollten natürlich davor auch da stehen damit jeder weiß welche Herkunft das Saatgut hat, die erste Generation ist F1

Wenn Ihr es in der zweiten Generation so macht dann Steht da noch F2. Wenn Ihr sie mit der Elternpflanze rückkreuzt müsstet ihr das auch vermerken. Das wäre etwas komplizierter(eine Möglichkeit wäre der Zusatz z.B. F1 x F0). Bei solchen Rückkreuzungen sollten die Merkmale der Ursprungspflanze

deutlicher /häufiger zutage treten.

Das kann soweit gehen das man sie nicht mehr unterscheiden kann ohne die Gene zu untersuchen. Das ist eine übliche Methode um samenvermehrbare Sorten zu erzeugen.

Die Nachteile des Klons (Alterung, Abbau haben diese nicht)

 

Ganz wichtig wäre auch zu vermerken ob verhütet wurde. Also mögliche Fremdbestäubung ausgeschlossen ist. Wenn das nicht der Fall ist kann man sich das ganze sparen. Dann sind es offen bestäubte Pflanzen. Wer lustig ist kann noch die möglichen Partner angeben aber das ist auf jeden Fall nicht in irgendeiner Weise wissenschaftlich.

 

Es gibt eine ganze Reihe von Pflanzen die sogar eine Fremdbestäubung ausschließen. Bei vielen Veilchen gibt es kleistogame Blüten die gar nicht bestäubt werden können. Die meisten haben aber auch noch die Möglichkeit der Befruchtung durch bestäubungsfähige  Blüten. Das kann durchaus ohne Neukombination geschehen, das wäre dann sogar apomiktisch.

 

Einige Pflanzen vermehren sich fast bis ganz ausschließlich klonal über Samen. Das nennt man apomiktisch. Löwenzahn und viele Citrusgewächse vermehren sich so zum Beispiel. Dabei findet keine Neukombination statt.

 

Ich persönlich bevorzuge immer Samennachzucht, da Klone eben auch altern. Bei relativ kurzlebigen Klonen wie Erdbeeren und Kartoffeln nennt man es Sortenabbau.

Das kann dadurch kommen das die Pflanzen früher oder später sich Viren oder bakterielle Infektionen einfangen, aber eben auch Alter.

 

Das muß nicht sichtbar sein und kann zum Beispiel durch nachlassende Vitalität in Erscheinung treten.

In fast allen Fällen sind die samenvermehrten Pflanzen noch nicht davon befallen, wenn doch dann zu einem kleinen Prozentsatz, die man problemlos auslesen kann. Mickerlinge halt.

 

Wenn Ihr also unbedingt Klone haben wollt, dann möglichst von einem Halter der die Pflanze schon sehr lange hat und beurteilen kann ob sie sich verändert hat.

Wenn sie anfängt zu kränkeln oder auch nur deutlich langsamer wächst unter den gleichen Bedingungen geht dieser Bestand als Quelle für diesen Klon verloren.

Samenvermehrte Pflanzen sind generell verjüngt. Aber wenn sie sogar unterschiiche Eltern haben sind sie in der Regel sogar deutlich vitaler (gesünder)

 

Eventuelle Einkreuzungen von anderen Arten kann man oft dadurch erkennen das man bei autogam vermehrten Pflanzen die Merkmale der anderen Art bei einigen Abkömmlingen in Erscheinung treten. Dazu sollte man aber schon eine größere Anzahl aufziehen.

 

 

 

 

Gäörtner halten sich im übrigen nicht immer an wissenschaftlche Bezeichnungen, aber die Bezeichnungen sollten eindeutig sein, sonst kann man sich das ganz sparen.

Bearbeitet von partisanengärtner
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Wer sicher sein will das er autogame Absaaten eines Klons bekommt, sollte sich den Klon kaufen und für die verhütete Selbstbestäubung sorgen.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Hallo zusammen,

 

da ja nun alles geklärt ist, wie was zu bezeichen ist muss ich aber trotzdem noch ein bißchen nerven.

 

Es gibt ja nun mal Kulturklone, die mit "Mutter" X "Vater" bezeichnet und verbreitet sind. So nun habe ich Mutter & Vater zuhause, der Klon "Mutter" X "Vater" ist mir aber unbekannt (sind ja nicht immer alle Klone registriert). Da gerade Beide blühen, kreuze ich die miteinander und bezeichne die vorschriftsmäßig. So nun habe ich viele Nachkommen mit der Bezeichnung "Mutter" X "Vater", die dem schon vorhandenem Klon vieleicht nicht mal ähneln. Wenn ich die dann (richtig bezeichnet) in Umlauf bringen würde, würde ich das machen, was Alexander als Betrug bezeichnet. Da hätte ich alles richtig gemacht, werde aber danach von den Klonsammlern geechtet.

Wie bitte soll sowas funktionieren? Gilt da der Erstzüchter als Namensgeber auch wenn der Klon nicht registriert ist?...Hier läuft meiner Ansicht nach was falsch. Kulturklone dürften da z.B. nicht als "Mutter" X "Vater" bezeichnet werden, da ja jeder Kreuzungsversuch dieser Klone diese Namensgeben zur Folge hat, aber dann wohl nicht verwendet werden dürfte.

 

Grüße Nicky

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Wenn der Klon nur so bezeichnet ist hat er keinen Namen. Er ist eben das Ergebnis von Mutter x Vater. Er kann auch hundert Geschwister haben die alle etwas variieren. Wenn Du einen bestimmten meinst musst Du ihm einen Namen geben. Idealerweise  dann registrieren.

Wenn er nichts besonderes ist wirst Du das vermutlich lassen. Darum gibt man halt besonderen Selektionen eben einen Namen. Wenn Du Ihn nicht registrieren lässt mit eben Deinem Namenszusatz. und der Jahreszahl der Kreuzung um Missverständnisse auszuschließen. Dann weiß man wer das wann gekreuzt hat.

 

Viele Züchter geben denen dann eben auch eine Buchstaben und Zahlenkombination. Leider machen viele das auch mit registrierten Klonen von anderen Züchtern, da kann man sich dann die fälligen Missverständnisse gut vorstellen.

 

Wenn es sich um gleiche bestimmte Klone der gleichen Art handelt wird das Ergebnis in der gleichen Bandbreite der sein wie die Urspünglich Kreuzung.

Bei Artkreuzungen die noch einmal gemacht werden kommt es sehr darauf an welche Form der beiden Arten die Ausgangseltern sind.

Da sollte auf jeden Fall dann zusätzlich mit Namen und Jahreszahl bezeichnet werden.

Bearbeitet von partisanengärtner
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Hallo Axel,

 

das ist mir klar, aber es gibt eben Klone, die fälschlicherweise die  Bezeichnungen als Namen Mutter x Vater. haben und hier kommt dann das Problem zustande.

Was ich selektiere bekommt ein N+Kürzel für die Form+Numer. Alles ander bekommt nur den Namen der Atr, jedenfalls bei Sarracenia & Dionaea.

 

Grüße Nicky

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

eine Falschbezeichnung liegt ja da nicht vor, die Bezeichnung des Klons und der Samen gezogen Pflanzen wäre jeweils richtig!

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Dann ist das auch nicht fälschlicherweise. Das man mit so einer Bezeichnung nicht einen gleichförmigen Klon erwarten kann ist doch klar. Das sind Sämlinge die natürlich streuen . Wenn Du da was selektierst bekommt das eben eine extra Bezeichnung.

Diesen Klon kannst Du aber nicht wieder erwarten wenn du diese Kreuzung machst, allenfalls einen ähnlichen.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Hallo Axel,

 

ist klar, das die bei einem anderem Kreuzungsversuch, nicht unbedingt mit dem "Originalklon" übereinstimmen. Ich wollte damit nur sagen, das hier die lieben Klonzüchter einen Fehler in der Namengebung gemacht haben, weil ganz einfach der Klonname gleich der Normuklatur fürr Benennung der Kreuzungen ist, welche ja beliebig mal wiederholt werden kann!

 

Grüße Nicky

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Dietz

Hallo,

 

wenn ich eine S. flava mit einer S. leucophylla kreuze kann ich die sicher S. flava x leucophylla nennen. Wenn das dann ein anderer auch tut und sie so benennt ist das eigentlich das einzig richtige. Ihr müsst aus meiner Sicht unterscheiden zwischen botanischen Namen und Kultivaren. Selbstverständlich kann ich eine geselbstete S. alta anthocyanin free auch genauso nennen (soweit mir bekannt bleiben grüne Sarracenien immer grün, wenn man sie selbstet oder mit einer anderen grünen Pflanze kreuzt). Das ist aus meiner Sicht auch das einzig richtige. Wenn ich eine S. flava mit Standortangabe mit einer S. flava mit derselben Standortangabe kreuze kann ich die natürlich auch so nennen wie die Mutterpflanze. Eine Standortangabe ist nunmal nicht aussagekräftig für das Aussehen der Pflanze, sondern sagt eben nur aus, dass es eine von diesem Standort ist - und das bleibt sie auch bei Kreuzbestäubung zweier Pflanzen.

 

Bei Hybriden ist es sicher ganz sinnvoll ein F1, F2 oder was auch immer hinzuzufügen, aber ich glaube selbst das müsste man nichtmal.

 

Wenn es um bestimmte Klone geht ist es wohl sinnvoll das zu dokumentieren, insbesondere wenn es sich um registrierte Kultivare handeltb (hier muss ich es sogar im Namen erwähnen). Bei nichtregistrierten Pflanzen könnt ihr sowieso machen, was immer ihr wollt. Mikes Codes sind übrigens keine registrierten Codes oder Kultivare, sondern einfach seine Nummern für seine Pflanzen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich nun zwei seiner S. flava var. atropurpurea vom Blackwater State Forest miteinander kreuze kann ich die Kreuzung natürlich wie die Elternpflanze nennen (sofern ich sicher gestellt habe, das es wieder var. atropurpurea sind, ansonsten muss ich eben die var. ändern!). Sicherlich macht es hier Sinn sich die genaue Kreuzung zu notieren. Solange ich die gekreuzte Pflanze aber nicht unter einer von Mikes Nummern weitergebe (das sagt mir mein gesunder Verstand, ansonsten kann es zu Verwechslungen kommen, eine richtige Handhabe für "persönliche" Klonnummern gibt es allerdings nicht) ist das aber sicher auch nicht zwingend notwendig.

 

Gruß,

Christian

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

:bow:

 

Danke, danke, danke, das ist genau das, was ich die ganze Zeit versuche verständlich zu machen.

Registrierter Kultivar auf der einen Seite - Standortangaben und willkürlich verteilte Attribute auf der anderen.

 

Solange ich nicht mit ersterem "herumwerkel", kann ich quasi tun und lassen, was ich will (im oben beschriebenen Rahmen natürlich).

Und natürlich hilft eine gute Dokumentation, die jeweilige Bestäubungslinie nachzuvollziehen - keine Frage.

 

Grüße,

Christian

Bearbeitet von Christian Voss
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Alexander Fisch

:bow:

 

Danke, danke, danke, das ist genau das, was ich die ganze Zeit versuche verständlich zu machen.

Registrierter Kultivar auf der einen Seite - Standortangaben und willkürlich verteilte Attribute auf der anderen.

 

Solange ich nicht mit ersterem "herumwerkel", kann ich quasi tun und lassen, was ich will (im oben beschriebenen Rahmen natürlich).

Und natürlich hilft eine gute Dokumentation, die jeweilige Bestäubungslinie nachzuvollziehen - keine Frage.

 

Grüße,

Christian

Was mich am meisten wundert das es manche hier im Forum gibt die sich so dagegen wehren. Was hast du denn eigentlich davon wenn du es verschweigst das es eine mit sich selbst bestäubte Nachzucht ist. Den einzigen Vorteil dies zu verschweigen sehe ich darin das man für die Pflanze einen höheren Preis erzielen kann. Wenn es einen anderen Grund gibt dann klär mich auf. :-)

Grüsse Alexander

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo Alexander,

es wird zwar langsam unverschämt, aber ich lass Dir die Gründe dafür gerne noch zukommen, obwohl dieses Thema für mich eigentlich bereits erledigt ist :

Die Verwaltung meiner Bestandsliste, mit Herkunftsangabe, Art der Vermehrung, Standort,... nimmt einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch. Ich selber habe großes Interesse daran, all diese Angaben ordnungsgemäß zu dokumentieren und wünsche mir das auch von jedem, von dem ich Pflanzen oder Saatgut beziehe.

Ganz nebenbei pflege und vermehre ich meine Pflanzen, um eventuelle Ausfälle kompensieren zu können und ja, tatsächlich auch, um einen Teil davon "unters Volk" zu bringen. Die Möglichkeit, meine Strom-, Anschaffungs und Was-Weiß-Ich-Nicht-Alleskosten zu kompensieren, hab' ich mir schon lange abgeschminkt und bin zum Teil einfach nur froh, wenn mir jemand ein paar Pflanzen abnimmt, um das ewige Platzproblem in Grenzen zu halten. Aber das geht Dich eigentlich garnichts an.

Mal angenommen, ich (und all die anderen Betrüger) würde mich diesem Klone-x self!-Wahn unterwerfen, dann wäre das Ergebnis, dass ich Ausfälle nicht mehr über Aussaaten kompensieren könnte, da ich ja niemals den exakten Klon erhalten würde. Also würden mir folglich viele Arten nach und nach aus dem Bestand verschwinden und durch die gleiche Pflanze gefolgt von unendlichen Aneinanderreihungen von 'x self' ersetzt.

Weder möchte ich diese Klon-Konstrukte in meiner Bestandsliste finden, noch möchte ich all die lange gehegten Pflanzen verliere; die Nachzuchten entsprechen nun mal de facto und vollkommen legitim der ursprünglichen Bezeichnung und zu guter Letzt möchte ich diese aufgeblasenen Klon-Konstrukte auch niemandem anbieten - tut ja auch sonst niemand.

Man stelle sich nur mal die Bestandslisten vieler Pflanzenfreunde nach mehreren Jahren vor. Dort existiert dann keine der ursprünglichen Arten mehr; dafür gibt es eine endlose Auflistung von 'x-self' - Klonen der gleichen Art. Meine Welt ist das nicht.

Und mal 'ne ganz blöde Frage zum Schluss: Glaubst Du eigentlich, dass all die (oder überhaupt nur einer), von denen Du bisher Deine Pflanzen bezogen hast, diese weltfremde Praktik betrieben haben? Macht Dir das nicht enorme Bauchschmerzen, dass Deine D. capensis eventuell gar keine D. capensis, sondern vielleicht eine D. capensis F3 sein könnte?

Christian

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Alexander Fisch

Christian, schade das es am Ende immer persönlich werden muss, was dann oft dazu führt das Themen geschlossen werden. 

Erst mal rede ich die ganze Zeit von Sarracenien und nicht von Drosera und ich kann dir versichern das alle von denen ich Sarracenia Pflanzen bezogen habe sich daran halten. Gott sei dank ersetzt keiner von denen eine verlorene Standortform durch Samen der selbstbestäubten Pflanze die er noch irgend wo rumliegen hat.

Gruss Alexander

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Dietz

Hallo Alexander,

 

wenn ich genau darüber nachdenke, würde ich das wohl sogar tun und fände es nicht verwerflich. Allerdings würde ich dann (falls vorliegend) jegliche Beschreibungen und Klonnummern, sei es von Mike, meine eigene, oder von sonstwem weglassen bzw. ändern, damit es keine Verwechselung gibt. Wenn ich eine Klonnummer hätte würde ich die Pflanze dann wohl mit CDXY F1 kennzeichnen. Falls mir sowas alles nicht vorliegt, hätte ich kein Problem damit, sie unter derselben Bezeichnung zu führen. Es ist doch auch nicht so, dass es nur eine einzige Pflanze jeden Standorts in Kultur gibt. Es gibt doch bereits jetzt von praktisch allen Standorten etliche verschiedene Pflanzen in Kultur, da kommt es auf eine mehr oder weniger prinzipiell nicht an. Vielmehr hätte ich ein Problem damit, Sarracenien zu selbsten, da das ganz oft zu schlecht wachsenden Pflanzen führt.

 

Gruß,

Christian

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Wobei ich ehrlich bezweifle ob viele D.capensis als reinen klonal vermehrte Standortform vom Wildstandort haben, da ist doch in der Masse autogame Samenvermehrung üblich ohne das jemand was dazu schreibt.

Da ist doch auch bei Standortformen die Aussaat als Vermehrung ganz normal. Oder täusche ich mich da?

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Alexander Fisch

Vielmehr hätte ich ein Problem damit, Sarracenien zu selbsten, da das ganz oft zu schlecht wachsenden Pflanzen führt.

 

 

Das wäre doch schon mal ein super Grund warum man dazuschreiben sollte das die Pflanze geselbst ist oder?

Und ja, die Nachkommen einer Sarracenia leucophylla mit sich selbst bestäubt kann man sicher wieder Sarracenia leucophylla nennen.  :thumbsup:

Bearbeitet von Alexander Fisch
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Andreas Wistuba

Mal angenommen, ich (und all die anderen Betrüger) würde mich diesem Klone-x self!-Wahn unterwerfen, dann wäre das Ergebnis, dass ich Ausfälle nicht mehr über Aussaaten kompensieren könnte, da ich ja niemals den exakten Klon erhalten würde. Also würden mir folglich viele Arten nach und nach aus dem Bestand verschwinden und durch die gleiche Pflanze gefolgt von unendlichen Aneinanderreihungen von 'x self' ersetzt.

Weder möchte ich diese Klon-Konstrukte in meiner Bestandsliste finden, noch möchte ich all die lange gehegten Pflanzen verliere; die Nachzuchten entsprechen nun mal de facto und vollkommen legitim der ursprünglichen Bezeichnung und zu guter Letzt möchte ich diese aufgeblasenen Klon-Konstrukte auch niemandem anbieten - tut ja auch sonst niemand.

Man stelle sich nur mal die Bestandslisten vieler Pflanzenfreunde nach mehreren Jahren vor. Dort existiert dann keine der ursprünglichen Arten mehr; dafür gibt es eine endlose Auflistung von 'x-self' - Klonen der gleichen Art. Meine Welt ist das nicht.

Und mal 'ne ganz blöde Frage zum Schluss: Glaubst Du eigentlich, dass all die (oder überhaupt nur einer), von denen Du bisher Deine Pflanzen bezogen hast, diese weltfremde Praktik betrieben haben? Macht Dir das nicht enorme Bauchschmerzen, dass Deine D. capensis eventuell gar keine D. capensis, sondern vielleicht eine D. capensis F3 sein könnte?

 

...mal ganz abgesehen davon, dass diese Diskussion gerade heftigst ins persönliche abdriftet, ohne dass m.E. nach dazu irgendein Grund besteht, würde ich empfehlen, einmal kurz zu googlen, was ein Klon streng genommen bzw. auch "gärtnerisch" ist.

Du scheinst eine ganz eigene Definition davon zu haben.

...und so etwas wie D. capensis F3 ist sowieso ziemlicher Unfug, da D. capensis keine Hybride ist. Solange Du Deine D. capensis selbstest kannst Du das die nächsten 1000 Jahre tun und es wird D. capensis bleiben, sofern wir die weitere Evolution ausser Acht lassen aber so alt werden wir hier nicht werden, als daß das von Bedeutung wäre...#

Grüße

Andreas 

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

naja, irgendwie ist die Diskussion etwas abgetriftet, nur war die Ausgangsfrage (siehe erster Beitrag hier) wie sich das mit der Bezeichnung bei Grundarten gehandhabt werden muss. Es ging hier nicht um spezielle Klone, wie es Alexander und andere wohl verstanden haben, die mit ihren Aussagen ja Recht haben. Irgendwie hat man dabei aber ordentlich, unschön aneinander vorbei kommunizieret.

Ich hoffe es ist jetzt alles geklärt und das Thema wird auf normalem Niveau weiter geführt. Ich finde es schon wichtig, zu wissen, was an Samennachzuchten mit speziellen Vermerken versehen werden sollte.

 

Grüße Nicky

Bearbeitet von Nicky Westphal
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Deinem Gerät platziert. Das hilft uns diese Webseite zu verbessern. Du kannst die Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Du damit einverstanden bist, weiterzumachen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.