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Christian Voss

Selfmade Hybrid und Variabilität

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

wie der Titel schon sagt, möchte ich hier mal einen meiner Selfmade-Pinguicula-Hybriden vorstellen und gleichzeitig zeigen, wie variabel das Ergebnis einer solchen Hybridisierung sein kann

 

Zur Ausgangslage:

Die beiden gekreuzten Arten sind, in der Mutterrolle Pinguicula emarginata, eine Art, die nur eine Rosettenform ausbildet, Sommer wie Winter feucht bis nass stehen kann und ganzjährig Blüten bildet...

 

Emarginata_Topf_zpsxdkzq70s.jpg

 

Bluumlte_Emarginata_zpsb8s51fjg.jpg

 

...und Pinguicula sp. 'ANPA C' in der Rolle des Pollenspenders. Diese Pflanze ist eine P. moranensis - Variante, gesammelt von ANdrej PAvlovic (daher der Name). Sie bildet eine moranensis-typische Winterrosette, möchte von November bis April komplett trocken stehen und blüht im Herbst aus der Sommerrosette.

 

ANPAC_Sommer_zpsyqhv4eph.jpg

 

ANPAC_Winter_zpsqzkn2ptf.jpg

 

Bluumlte_ANPAC_zpshsenutcc.jpg

 

Die Elternteile könnten also kaum unterschiedlicher sein. Das spiegelt sich auch im resultierenden Hybriden wieder.

Wie man auf den folgenden aktuellen Bildern erkennen kann, sind sich die verschiedenen Nachkommen nicht ganz einig, ob man nun eine Winterrosette bilden soll oder nicht. Hier existieren beide Varianten und auch "Zwischendinger".

 

Topf1:

Topf_Winter_1_zpssilvlmyq.jpg

 

Topf2:

Topf_Winter_2_zpscx0q2iay.jpg

 

In der Sommerrosette unterscheiden sich die Pflanzen dagegen hauptsächlich in ihrer Ausfärbung:

 

Topf_Sommer_zpsztyyvkgf.jpg

 

Besonders interessant finde ich die verschiedenen Blütenvarianten. Hier gibt es auch alles zwischen moranensis-ähnlich bis emarginata-ähnlich. Allerdings scheinen alle Varianten der Hybride die Eigenschaft, das ganze Jahr hindurch blühen zu können, von der P. emarginata geerbt zu haben. Zumindest konnte ich hier noch keine Regel erkennen. Mag aber sein, dass sich da was abzeichnet, wenn ich die Pflanzen mal einzeln stelle und nicht immer die komplette Topfansicht bewerte.

 

Hier also eine kleine Auswahl der Blütenvarianten dieses Hybriden:

 

Bluumlte_1_zpsifs9rag4.jpg

 

Bluumlte_2_zpscxfwmuf6.jpg

 

Bluumlte_3_zpsjm1afslo.jpg

 

Bluumlte_4_zpsp4xamu9j.jpg

 

Bluumlte_5_zpscxapojkb.jpg

 

Bluumlte_6_zpsrpguqpsl.jpg

 

Im Zusammenspiel mit den unterschiedlichen Rosettenformen ergibt sich hier eine Fülle unterschiedlichster Klone aus einer einzigen Bestäubung.

Allerdings ist das nach meiner Erfahrung nicht unbedingt die Regel. Zum Beispiel bei der Kreuzung Pinguicula moctezumae x sp. 'ANPA C' habe ich ca. 20 nahezu identische Pflanzen erhalten. Der spannende Moment ist eben immer das Erscheinen der ersten und der zweiten Blüte...

Auch in diesem Winter habe ich wieder wild kreuz und quer bestäubt, so dass ich wohl in Zukunft noch den einen oder anderen Hybriden zeigen kann.

 

Viele Grüße,

Christian

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Dieter

Hallo Christian,

 

sehr schönes Ergebnis! Dabei gefallen mir einige Blüten deutlich besser als andere, aber da ist vermutlich auch vieles Geschmackssache. Sind die Blüten in der Größe vergleichbar, oder sind da auch Unterschiede?

Meiner Erfahrung nach ist so eine Variabilität bei den Kreuzungen eher die Ausnahme. In den meisten Fällen sehen sich die Pflanzen bei mir sehr ähnlich. Aber ich warte auch noch auf die ersten Blüten bei einigen Hybriden, wobei sie in einigen Fällen auch mehr als überfällig ist.

 

Vic Brown hat übrigens ein ähnliche Variabilität von seiner Kreuzung aus P. gracilis und P. emarginata berichtet. Er hat ja einen weiß-blühenden Klon selektiert, aber hatte auch alle denkbaren Musterungen, die den Einfluss von P. emarginata deutlich werden ließen.

 

Viele Grüße

Dieter

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Christian Voss

Hallo Dieter,

ja, den ein oder anderen Favoriten hab' ich auch. Ich hab' auch mal drüber nachgedacht, einen der Klone zu selektieren und zu beschreiben... Mach' ich, wenn mal etwas mehr Zeit zur Verfügung steht.

Und ja, die Variabilität zeigt sich auch in der Blütengröße; manche Blüten haben nahezu die doppelte Größe von anderen.

Dass Vic's Kreuzung auch diese Variabilität zeigt, lässt mich vermuten, dass die P. emarginata evtl. dafür verantwortlich sein kann. Hast Du vielleicht Kreuzungen mit P. emarginata gemacht, die das bestätigen oder widerlegen?

Das mit der Überfälligkeit der Blüte kenn ich auch mittlerweile zu gut. Bei meinem Hybiden P. nivalis x moctezumae, inzwischen im vierten Jahr, hab' ich bei ca. zehn Pflanzen bisher nur eine einzige Blüte sehen können und natürlich verpasst, diese zu fotografieren. Seit zwei Jahren warte ich nun auf die nächste...

Grüße,

Christian

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Dieter

Hallo Christian,

 

allzu viele Hybriden der P. emarginata habe ich noch nicht gemacht. Meine erste eigene Hybride war eine P. moctezumae x emarginata. Als ich die aus Samen zog, fand ich unter massig reinen P. moctezumae genau 2 Hybriden. Deren Blüten zeigen Unterschiede vor allem in der Form. Die Farbe und Musterung ist relativ ähnlich, die Pflanzen auch.

Zur Zeit warte ich auf das Heranwachsen von P. laueana x emarginata. Da ist aber noch nicht allzu viel zu erkennen.

 

Viele meiner älteren Hybriden habe ich vor langer Zeit abgegeben, weil der Platz einfach nicht da war, die Pflanzen zu trennen etc. Deren Blüten sahen in der Regel allerdings sehr ähnlich aus. Insofern kann es sein, dass P. emarginata leichter mal zu einer variablen Hybridengeneration führt, aber die Anzahl der Beispiele ist nicht so hoch, dass diese Aussage allzu belastbar wäre.

 

Viele Grüße

Dieter

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Nicky Westphal

Hallo Christian & Dieter,

 

ich bin jetzt kein Experte, aber lässt diese Vielfalt nicht die Vermutung zu, dass eine der Elternpflanzen schon einen hybriden Ursprung hat? Wenn jetzt Kreuzungen mit P. emarginata so varliabel ausfallen, wäre es doch denkbar, dass es sich bei dieser Art um einen Naturhybriden handelt, bei dem die Merkmale der alten Elternteile mit wieder aufgespalten und verschieden werden.

 

Grüße Nicky

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Andreas Wistuba

Hallo Christian & Dieter,

 

ich bin jetzt kein Experte, aber lässt diese Vielfalt nicht die Vermutung zu, dass eine der Elternpflanzen schon einen hybriden Ursprung hat? Wenn jetzt Kreuzungen mit P. emarginata so varliabel ausfallen, wäre es doch denkbar, dass es sich bei dieser Art um einen Naturhybriden handelt, bei dem die Merkmale der alten Elternteile mit wieder aufgespalten und verschieden werden.

 

Grüße Nicky

 

 

....der Gedanke schoss mir auch gerade durch den Kopf... ;)

Sehr schöne Fotos!

Grüße

Andreas

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Christian Voss

Hallo,

ja, der Gedanke liegt wirklich nahe.

Allerdings ist das mit den Mehrfachhybriden bei den Pinguicula nicht so ganz unproblematisch.

Soweit ich weiß, gibt es nur eine Handvoll Pflanzen, die als Hybrid überhaupt Pollen produziert bzw. sich bestäuben lässt. Mir zumindest ist das in Kultur noch nicht gelungen.

Allerdings kann das bei einem Naturhybriden natürlich auch schon wieder anders aussehen

Eben die angesprochene P. emarginata ist aber sowohl in der Vater- als auch in der Mutterrolle eine sehr dankbare Kreuzungs-Pflanze.

Grüße,

Christian

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Spielmannsfluch89

Hallo Christian, ich habe auch von einem Mitglied vor paar Jahren einen Topf mit einem selbst gemachten Hybriden bekommen. Spec. 'Tehuacan' war ein Elternteil, der zweite ist leider verschollen. Tippe aber auf was aus der moranensis Ecke.

Wenns dir recht ich zeige ich auch gerne Bilder.

Auch die Blütengröße ist von den Pflanzen sehr unterschiedlich.

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Christian Voss

Hallo Benjamin,

 

Wenns dir recht ich zeige ich auch gerne Bilder.

...bitte gerne, der Thementitel lässt ja einigen Spielraum zu.

Grüße,

Christian

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Spielmannsfluch89

Okay ich muss nur bei Zeit suchen.
 

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Martin H

Hallo zusammen,

tolles Ergebnis, Christian! Die Unterschiede der Blüten finde ich faszinierend.

Bin mal gespannt wie sie sich weiter entwickeln und wie sich die einzelnen Hybriden weiterhin im Winter verhalten werden..

Grüße Martin

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