Jump to content
Christian Voss

Diesmal Kannen (und Krüge) ...

Empfohlene Beiträge

Jashi

Du, man kann Threads auch umbenennen.. z. B. in Kannen und Kannen und noch mehr Kannen...  ... *duck und weg* 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hehe,

 

keine Sorge @Jashi, die Kannen kommen schon wieder, aber da sie sich nunmal ihre Wohnung mit den Krügen teilen, haben eben auch die ein Recht, mal gezeigt zu werden. Außerdem bieten sie durch ihren kompakten Wuchs eine gute Möglichkeit, sie zwischen den Kannentöpfen zu platzieren und denen dadurch mehr Platz zum Ausbreiten zu verschaffen. Als, sei nicht so hart zu den Krügen. :biggrin:

 

Ja, und wie versprochen, kommen dann hier der zweite Teil der Fotosession:

 

H_heterodoxa_ionasii_IV.jpg

 

H_ionasii_elongata_self.jpg

 

H_hispida.jpg

 

H_folliculata_Kamakawarai.jpg

 

H_exappendiculata_Apacapa.jpg

 

H_ciliata.jpg

 

H_folliculata_Aparaman.jpg

 

H_collina_FoothillsT.jpg

 

H_chimantensis.jpg

 

Ja, und dann hab' ich noch das ein- oder andere Foto von der aktuellen Blütensituation in den Terrarien.

Zur Zeit sind's sieben verschiedene Pflanzen, die gleichzeitig blühen,... viel Potential für interessante Hybriden.

Bei einer der ersten Blüten diesen Jahres sieht's schon recht vielversprechend aus.

 

H_Bl%C3%BCte_II.jpg

 

H_Bl%C3%BCte_III.jpg

 

H_Bl%C3%BCte_IV.jpg

 

H_Bl%C3%BCte_V.jpg

 

... und damit @Jashi nicht ganz so traurig ist und als Übergang zum nächsten (wieder Kannen-)Beitrag, hier noch eine aktuelle Aufnahme meines zur Zeit größten burbidgeae-Hybriden. Schön zu sehen, wie sich hier die helle Kannenfarbe der burbidgeae eingebracht hat und auch das gestreifte Peristom erinnert an die Mama.

Die längliche Form der inzwischen etwa 20cm großen Kanne sowie das Sprenkel-Muster schreib' ich mal der platychila zu.

Die ganze Pflanze hat inzwischen etwa 30-35cm Durchmesser, was angesichts meiner 60x40-Terrarien langsam beginnt, zum Problem zu werden.

 

N_burbidgeae_platychila_XV.jpg

 

Und noch eine Kanne hinterher, eine mit einem genialen Peristom, das auch so stehen bleibt und sich nicht, wie in den meisten Fällen, nach hinten um die Kanne legt.

Das tiefrote gerippte Peristom mit den langen nach innen gerichteten "Zähnen" stellt hier eine schöne Kombination der beiden Kreuzungsparten dar.

Die dunklen truncata-ähnlich länglichen Kannen mit noch dunklerer schwarzer Maserung lassen noch gut die robcantleyii erkennen.

 

N_densiflora_robcantleyi_III.jpg

 

So, das war's für heute, dürfte sowohl für die Krüge-, wie auch für die Kannenfraktion was dabeigewesen sein.

 

Bis zum nächsten Update,

viele Grüße und schönen Abend,

Christian

bearbeitet von Christian Voss
  • Gefällt mir 8
  • Haha 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Michaela

Hallo,

 

du kannst ruhig auch öfter ein paar Krüge zwischenschieben (soll ich sagen, dass ich sonst traurig bin? :D )

Sehr hübsch, besonders die Menge an Blüten. Und natürlich die Kannenbilder auch...aber das war dir sicher bekannt. ;)

Deine Burbidgaexplatychilla ist noch etwas klein, kann das sein?

 

Sag mal, wenn du Bestäubung von Helis erwähnst: Wie machst du das? Ich habe versucht mit der elektrischen Zahnbürste irgendwas an Pollen rauszubekommen...vergebens. Bin inzwischen am Ende meines Lateins.

 

Ade,

Michaela

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian List

Viele machen es ja via Stimmgabeln! 

vor 11 Minuten schrieb Michaela:

Sag mal, wenn du Bestäubung von Helis erwähnst: Wie machst du das?

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

... ich wusste gar nicht, in welch emotionaler Weise meine Bilder bei der holden Weiblichkeit wirken.

Natürlich möchte ich auf keinen Fall, dass eine von euch traurig sein muss, daher werde ich in Zukunft dafür sorgen, dass keine zu kurz kommen wird. ;)

 

Zum Thema "Pollengewinnung" bzw. "Bestäubung" hab' ich nochmal ein paar Fotos gemacht, auch, um ein Bisschen die Angst davor zu nehmen.

So kompliziert ist das nämlich gar nicht und funktioniert bei mir mit der etwas "brachialeren" Methode inzwischen völlig problemlos und routiniert.

 

Kurz zur Problematik:

Wenn sich die Blüte der Heliamphora öffnet, ist die Narbe, das kleine "Stäbchen" in der Mitte der Blüte aufnahmefähig für den Pollen.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Pollen, der sich in den Staubgefäßen befindet aber noch nicht reif.

Daher muss also der reife Pollen von einer anderen Blüte verwendet werden, um die frisch geöffnete zu bestäuben.

 

Hier mal ein Bild einer Blüte mit reifen Staubgefäßen (daran zu erkennen, dass sie sich dicht an den Fruchtknoten anlegen):

 

Bl%C3%BCte_I.jpg

 

Die zweite Problematik liegt nun darin, dass der Pollen ziemlich sicher in diesen Gefäßen verschlossen ist.

In der Natur wird dieser nur freigegeben, wenn die Blüte von den vibrierenden Flügelschlägen der Bestäuberinsekten berührt wird.

Um das zu simulieren, wird häufig die Verwendung der von @Christian List schon angesprochenen Stimmgabel empfohlen.

Eine in Schwingung versetzte Stimmgabel an die Blüte gehalten, gibt den Pollen frei, der dann aus den Gefäßen rieselt.

Aber wie dann den Pollen auffangen?

Die einfache, nicht ganz so elegante, dafür aber effektive Lösung lautet dann folgendermaßen:

 

Zunächst entferne ich die Pollensäcke von der Blüte. Je nach Art lösen sich die gelben Gefäße fast von selbst, bei manchen muss man etwas kräftiger ziehen.

Eine Pinzette ist hierbei sehr hilfreich. Im Ergebnis habe ich dann etwa 10-15 dieser gelben Röhrchen, mit denen ich dann außerhalb des Terrariums arbeiten kann.

 

Staubbeutel_I.jpg

 

Staubbeutel_II.jpg

 

Von diesem etwa 1cm langen Gefäß entferne ich nun mit einer scharfen (in meinem Fall einer Bonsai-)Schere ein kleines Stück des dickeren Endes.

Man erkennt dann sehr gut, dass es sich um vier kleine Röhrchen handelt, in denen der Pollen steckt.

 

Staubbeutel_III.jpg

 

Staubbeutel_IV.jpg

 

Als nächstes nehme ich ein kleines Objekt mit glatter Oberfläche, mit dem ich den Pollen anschließend zur Blüte befördern kann.

Klein, weil man damit ja in die frisch geöffnete Blüte hineinkommen muss und glatt, um den Pollen darauf bewegen zu können, ohne dass er kleben bleibt und sich verteilt.

 

Staubbeutel_V.jpg

 

Jetzt nehme ich das Staubgefäß am dünneren Ende mit einer Pinzette auf und halte es so, dass die Öffnung nach unten zeigt.

Mit einer zweiten Pinzette, aber es dürfte auch jedes andere Gerät funktionieren, klopfe ich nun wiederholt gegen die erste Pinzette.

Der Pollen rieselt so einfach aus den Röhrchen heraus und bleibt auf der Oberfläche liegen.

 

Staubbeutel_VI.jpg

 

Staubbeutel_VII.jpg

 

Zum Schluss schiebe ich den Pollen dann noch mit einem Zahnstocher zu einem kleinen Häufchen zusammen.

Hintergrund dessen ist einfach, dass ich die Narbe der zu bestäubenden Blüte so nur kurz in das Häufchen eintauchen und nicht damit auf der Oberfläche "herumwischen" muss.

 

Staubbeutel_VIII.jpg

 

Im Normalfall reichen ein bis drei Pollensäcke aus, um ein Häufchen zu erhalten, das groß genug ist, um die Narbe bequem darin eintauchen zu können.

Das hängt von der jeweiligen Art ab. Manche haben große Staubgefäße mit massig Pollen drin, bei anderen sind sie kleiner und man muss das Ganze zwei, drei mal wiederholen.

 

Mit dem Häufchen in der Hand komm' ich nun bequem an die Blüten bzw. deren Narbe heran.

Manchmal muss man die Blütenblätter vorher etwas beiseite schieben. Die Bestäubung findet ja statt, wenn sich die Blüte gerade erst geöffnet hat.

Kurz eintauchen, et voila:

 

Bl%C3%BCte_II.jpg

 

So nach zwei, drei Wochen schwillt dann der Fruchtknoten sichtbar an.

Das ist dann auch der Zeitpunkt, zu dem ich die Staubgefäße an dieser Blüte entferne um wieder genug "Material" für die nächste Bestäubung bereit zu haben.

Allerdings sind's bei mehreren offenen Blüten sowieso deutlich mehr Staubgefäße als benötigt.

Hab' im Moment noch von vier verschiedenen Arten welche hier.

Wie lange der Pollen frisch bzw. benutzbar bleibt, kann ich dabei nicht wirklich beantworten, aber gute drei Wochen ohne Kühlung (liegt einfach im Papiertütchen in meinem Pflanzenzimmer) funktionieren ohne Probleme. Das reicht dann auch aus, um den Pollen von der ersten Blüte am Stiel zu "ernten" und an der folgenden zu benutzen.

 

Kein Hexenwerk also. Vielleicht nicht die filigranste, aber eine durchaus effektive Methode.

 

Viel Spaß beim Nachmachen ;),

viele Grüße,

Christian

bearbeitet von Christian Voss
  • Gefällt mir 10

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Cassian

Hallo Christian,

 

vielen Dank für diese tolle Erklärung und den anschaulichen Bildern! Das hat das Thema für mich etwas entmystifiziert! Habe selbst zwar nicht so viele Heliamphora auf einmal blühen, aber vielleicht komme ich nochmal dazu es irgendwann genauso auszuprobieren!

Vielleicht können wir genau so einen Beitrag mit Makroaufnahmen irgendwann für Nepenthes-bestäubung sehen, wenn du mal blühreife haben solltest!

 

Grüße, Cassian

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Michaela

Auch von mir herzlichen Dank für die anschauliche Erklärung - ich werde es mal auf die Art versuchen.

Hat die Farbe der Pollenbehälter auch noch eine Bedeutung? Sind ja am Anfang hellgelb und dunkeln nach, nachdem sie sich schon an den Fruchtknoten gelegt haben (bis sie nach einer gewissen Zeit abfallen). Sollten sie vielleicht schon etwas gedunkelt sein?

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo nochmal,

 

@Michaela

Ja, das hängt ja eben damit zusammen, dass der Pollen erst reif ist, wenn die Narbe schon nicht mehr aufnahmefähig ist.

Sprich: Wenn die Pollengefäße noch von der Narbe abstehen und hellgelb gefärbt sind, sind sie noch nicht reif.

Hier nochmal ein Bild von unreifen Staubgefäßen und aufnahmefähiger Narbe bei einer frisch geöffneten Blüte:

 

Staubbeutel_IX.jpg

 

@Cassian

Auf meiner Website hab' ich mal was zur Nepenthes-Bestäubung geschrieben und bebildert.

Schau mal hier (http://vossplants.de/es-ist-ein-maedchen/) und hier (http://vossplants.de/der-akt/) rein.

Die Samen sind inzwischen reif und ich hab' auch davon Fotos gemacht, ... aber noch nicht bearbeitet bzw. hochgeladen.

Kommt noch...

 

Viele Grüße,

Christian

bearbeitet von Christian Voss

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Kilian Agath

Hallo Christian! 

 

Tolle Heli-Photos! :) auch die mini reportage fand Ich gut gemacht!

LG

 

Kilian

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

da der letzte "normale" Kannen-Beitrag nun schon ein paar Wochen zurückliegt, möchte ich heute nochmal ein paar Nepenthes-Bilder aus den letzten Wochen zeigen.

Die Bedinungen bei nachts gekipptem Fenster lassen sich momentan als eher kühl beschreiben. Ich komm' derzeit auf 12 bis 14°C runter und am Tag mit aufgedrehter Heizung nur noch knapp über 20°C hoch.

Das finden die Ultra-Hochländer in den unteren Becken ganz klasse, gerade die ampullarias und ampullaria-Hybriden in den oberen Terrarien nehmen sich aber jetzt sichtbar zurück.

Für die Heliamphora scheinen die kühleren Winter-Temperaturen ganz eindeutig die Blühphase einzuläuten. Hier bin ich jetzt bei acht blühenden Pflanzen angekommen, die ich auch fleißig bestäube, kreuze... Dabei ist auch eine minor var. pilosa. Insbesondere bei der hoffe ich auf Samen und interessante Kreuzungen.

 

Dann mal zu den angekündigten Kannen:

Die erste für heute ist eine der vielen Arten des sogenannten alata-Komplexes. Sie stammt von den Philipinen, genauer aus den Bergen der Pantaron Range, wo sie auf etwa 1000m Höhe wächst. Der Name bedeutet in etwa soviel wie "hornförmige Kannenpflanze" und bezieht sich auf die oberen Kannen, die an ein (Trink-)Horn erinnern.

Charakteristisch für die Bodenkannen ist der "dicke Bauch" der ansonsten recht zilyndrischen Kannen.

 

N_cornuta_VI.jpg

 

Weiter geht's und wir kommen in die oberen Regionen meiner Terrarien-Regale.

Mit etwa fünf bis sechs cm noch recht klein, werden langsam die ersten Charakteristika der Eltern dieses Hybriden erkennbar. Unverkennbar insbesondere die ampullaria, rot und etwas untersetzt. Dazu kommt dann die veitchii, die ich ehrlich gesagt noch nicht wirklich erkennen kann. Naja, die ganze Pflanze ist recht haarig,... eher untypisch für ampullaria. Mal schauen, wie die sich in Zukunft noch macht.

 

N_ampullaria_veitchii_II.jpg

 

Eine schon häufiger gezeigte Variante dieser schönen Art mit dem charakteristischen (und namensgebenden) weißen Ring unterhalb des Peristoms.

Zählt zu den Tiefländern, wächst aber auch bis auf 1200m Höhe und damit im Mittelhochland.

In den oberen Regionen meiner Terrarienregale wächst die rote Variante stetig vor sich hin und hat in diesem Jahr Zuwachs durch die grüne und die gesprenkelte bekommen. Bilder werden folgen...

 

N_albomarginata_red_IV.jpg

 

Ein weiterer Vertreter der alata-Gruppe von den Philippinen, genauer von der Insel Mindanao.

Aufgrund des relativ weiten Verbreitungsgebietes dieser 2013 beschriebenen bzw. abgespaltenen Art kann davon ausgegangen werden, dass sie eine der häufigsten Arten dieses Komplexes ist. Zu ihren nächsten Verwandten zählen N. negros und N. mindanaoensis.

 

N_ramos_II.jpg

 

Dann nochmal ein Hybrid, genauer ein Naturhybrid aus West-Malaysia.

Das hochgezogene Peristom und die längliche Kannenform lassen die Beteiligung der sanguinea erkennen; die gemusterte Kanne und der eher kleine Kannendeckel weisen dagegen auf die macfarlanei hin.

Wächst unheimlich schnell und schein sehr groß zu werden. Die hat ihre Kannengröße innerhalb eines Jahres von sechs auf knapp 15cm mehr als verdoppelt.

 

N_macfarlanei_sanguinea.jpg

 

Zum Schluss noch ein interessanter Hoch-/Tiefland-Mehrfachybrid bei dem insbesondere die Charakteristika der ampullaria und die der dubia zum Tragen kommen.

Die Kannen, das wird schon deutlich, werden keine Riese, was auch an der Beteiligung der dubia liegen dürfte.

Auch die Kannenfarbe bzw. Zeichnung mit nur wenigen angedeuteten Sprenkeln dürfte auf die Kappe der ja einfarbigen dubia gehen.

Der Naturhybrid N. x kuchingensis (ampullaria x mirabilis) ist übrigens im gesamten Nepenthes-Verbreitungsgebiet sehr häufig anzutreffen.

 

N_ampullaria_mirabilis_dubia_I.jpg

 

So, das wär's mal wieder für heute.

 

Hoffe es gefällt,

bis zum nächsten Mal und

viele Grüße,

Christian

  • Gefällt mir 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Jashi

Wieder mal tolle Bilder :biggrin: Ganz nebenbei habe ich mich gerade gefragt, wie Du das eigentlich machst?  Mir fällt immer auf, dass meine Pflanzen gewachsen sind, wenn ich zufällig mal ein altes Foto in die Hände kriege und denke "huch... da war die aber doch noch ganz schön klein".  Nie im Leben könnte ich Dir heute noch sagen, wie groß die Kannen vor einem oder zwei Jahren gewesen sind... oder ob die sich Größe innerhalb eines Jahres, der letzten 6 Monate oder eher doch in den letzen 2 Jahren verdoppelt hat. O.o Bin froh, wenn ich mir merken kann, in welchem Jahr welche Pflanze eingezogen ist. (wobei ich selbst da so langsam zur Buchführung über gegangen bin..und das bei gerade mal..ähm...naja..verhältnismäßig überschaubarer Anzahl Pflanzen. 

 

Das würde mich echt mal interessieren: Notierst Du Dir irgendwo die Entwicklungsstände? Wie machst Du das dann? Und in welchen Intervallen?  Und wie unterscheidest Du die Pflanzen dann. Hast Du irgendein System, dass Du nach einem Jahr und dem 75ten Mal Pflanzen umräumen noch weißt, welcher Bericht von welcher Pflanze war? 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hi @Jashi,

 

das is 'ne Mischung aus Buchführung und Kopfarbeite. 

Bei der Menge an Pflanzen komm' ich natürlich um die entsprechenden Listen nicht herum. Wann kam welche Pflanze zu mir, von wem und in welchem Terrarium (oder, bei den anderen Gattungen, in welcher Schale) ist die Pflanze jetzt untergebracht? Bedeutet natürlich, dass ich bei jedem Umstellen, Neuerwerb, Verlust,... akribisch notieren muss, um den Überblick zu behalten. 

 

Auf der anderen Seite gieße ich - im Fall der Nepenthes und Heliamphora - jede Pflanze zweimal wöchentlich per Hand, hab' also jede einzelne Pflanze immer wieder vor Augen. Dazu kommen die Fotos, die ich ja von nahezu jeder neuen Kanne schieße und so immer wieder "Ankerpunkte" habe. Ein Bisschen Recherche zu jeder Art und ich hab' die ungefähr möglichen Kannen-Größen und Naturvorkommen im Kopf. Auch das Vergleichen ähnlicher Hybriden oder verschiedener Standortvarianten schafft wieder neue Anhaltspunkte. 

 

Über die Jahre kommen so zu jeder Pflanze 'ne Menge Informationen und Eindrücke zusammen, die meisten allerdings im Kopf. So was wie ein "Wachstumstagebuch" in tabellarischer Form wär' zwar cool, ist aber bei der Menge an Pflanzen zeitlich nicht zu realisieren. Bin ja schon froh, dass ich die notwendigen Arbeiten alle erledigen und hier und da ein wenig vermehren kann... ;)

 

Viele Grüße, 

Christian 

  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

ich hoffe, alle haben die Feiertage gut überstanden und sind reich beschenkt worden.

Bei mir ist ein wunderschöner Glasdruck eines meiner Kannenbilder rausgesprungen, der nun bald mein Badezimmer zieren wird.

 

Und wo wir dann auch wieder bei den Kannen sind, möchte ich heute wieder ein paar davon zeigen.

Zu den Bedingungen brauch' ich diesmal nichts zu schreiben, denn die sind seit dem letzten Post schlicht unverändert, sprich: bestes Hochlandterrarien-Wetter. ;)

 

Beginnen will ich heute mit einem der dunkelsten Hybriden meiner Sammlung, der auch durch sein nahezu schwarzes Peristom zu beeindrucken weiß.

Die Kannen sind zylindrisch geformt, komplett mit einem dichten Flaum überzogen und bei mir jetzt etwa 5cm groß.

Auffällig sind auch die Flügelleisten mit den extrem kurzen "Zähnen". Alles in Allem ähnelt die Kanne in den meisten Teilen der muluensis.

 

N_murudensis_muluensis.jpg

 

Auch beim folgenden Hybriden dominiert ganz deutlich eines der Elternteile, in dem Fall die ampullaria.

Der hybride Ursprung ist aber gesichert, weswegen ich einzig die Sprenkel im unteren Bereich der Kanne als Indiz für die spectabilis nennen kann.

In der Kultur mag die Pflanze es aber gerne warm und steht ganz oben in meinem Regal.

 

N_ampullaria_spectabilis_II.jpg

 

Und weiter geht's mit den Hybriden, diesmal mit einem sehr farbenfrohen Exemplar, was wohl zunächst der talangensis und ihren gemusterten Kannen zu verdanken ist.

Die Grundform der talangensis ist hier auch weitestgehend zu erkennen, nur ist sie im Zusammenspiel mit der glandulifera etwas in die Länge gezogen.

Aber auch die typischen Charakteristika der glandulifera sind gut auszumachen, zum einen das knallrote, gestreifte Peristom und zum anderen die schwarzen Nektardrüsen, die sich über die gesamte Pflanze verteilen.

 

N_talangensis_glandulifera_III.jpg

 

Die erste reine Art für heute ist direkt eine besonders interessante.

Vom Äußeren erinnert sie stark an N. hamata, besitzt allerdings nicht die typischen Zähne am Peristom. Die Kannen werden sehr dunkel, was wohl zur Namensgebung geführt hat.

Beheimatet ist die Art in Zentral Sulawesi und kommt dort in Höhen von 1500 bis 2700m vor, was sie zu einer Hochlandart macht (die bei mir im Terrarium ganz unten inzwischen bestens wächst).

 

N_nigra.jpg

 

Die folgende Pflanze hat eine längere Leidensgeschichte hinter sich.

Ich hab' sie vor etwa zwei Jahren relativ groß erworben und eine Zeit lang versucht, sie am Fensterbrett zu kultivieren.

Mangels Licht, Wärme und was weiß ich noch alles hat sie sich recht schnell zurückentwickelt und war kurz vor'm Existus.

Nachdem sie dann gestutzt in's Terrarium eingezogen ist, hat sie über viele Monate hin ihren Lebensmut zurückgewonnen und wächst jetzt wieder gut.

Der Durchmesser beträgt mittlerweile wieder etwa zwanzig Zentimeter und sie hat zwei kräftige Wachstumspunkte.

 

N_ampullaria_II.jpg

 

Recht unspektakulär aber mit stetigem Größenzuwachs entwickelt sich meine N. jamban immer weiter.

Die Kannen haben inzwischen etwa drei Zentimeter erreicht und färben sich ziemlich direkt unter dem LED-Strahler bestens aus.

Die Art stammt aus dem Norden Sumatras, wo sie auf 1800 bis 2100m Höhe wächst.

Bei N. jamban handelt es sich um eine kleine Art, deren untere Kannen kaum sechs Zentimeter groß werden.

 

N_jamban_IV.jpg

 

Als letzte Pflanze für heute hab' ich nochmal einen Hybriden, der insbesondere durch seinen kompakten Wuchs und die kompakten Kannen hervorsticht.

Im Gegensatz zur gymnamphora, die bei mir sehr gemächlich wächst, hat der Hybrid aber wohl einiges an Wachstums-Power von der großen spathulata abbekommen.

Im Moment hat die Pflanze haufenweise aktive Kannen, die aber nur langsam größer werden.

Scheint eine interessante Pflanze für die langfristige Terrarienkultur zu sein.

 

N_spathulata_gymnamphora.jpg

 

So, genug für heute,... wieder mal spät geworden.

Ich wünsche allen viel Spaß mit den Bilder,

einen guten Rutsch und viel Glück im neuen Jahr.

 

Viele Grüße,

Christian

  • Gefällt mir 3
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Kenny An

Wahnsinn 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

auf geht's zum ersten Kannen-Post im neuen Jahr...

Bei weiter gleichbleibenden, guten Bedingungen bin ich mit meinen Raumkapazitäten wieder mal an die Grenze gestoßen und so steht nun die erste Setup-Erweiterung im Jahr 2018 an. Der Regalanbau steht schon und bietet Platz für vier weitere Terrarien. Zwei davon hab' ich inzwischen gekauft und die Abtropfgitter sind zurechtgeschnitten und -gebogen. Fehlen noch die zwei Strahler, die aber auch bestellt sind und ich bin guter Hoffnung, die Anfang der Woche zu bekommen.

 

Ja, und dann kann's auch schon wieder losgehen: Gerade bei den Heliamphora, aber auch bei der ein- oder anderen Nepenthes ist dringend eine Pflanzen-Teilung vonnöten. Dazu erwarte ich einige Heliamphora-Samen, die auch ihren Platz brauchen. Nicht zu vergessen, dass der Start in die neue Saison ja schon wieder so gut wie bevorsteht. ;)

 

Den Anfang für die heutigen Kannenbilder macht ein Mehrfachhybrid mit einer interessanten Kannenform.

Ich bilde mir ein, alle drei Beteiligten Pflanzen hier gut erkennen zu können. Die inermis seh' ich in der spitz zulaufenden Kanne und den besonders kurzen Flügelleisten; die singalana dürfte das breite, rote  Peristom beigesteuert haben, auch die schmalen langen Blätter passen dazu und da die beiden erstgenannten eher schlanke Kannen produzieren, würde ich die bauchige Form dann der mira zuschreiben.

 

N_inermis_singalana_mira_I.jpg

 

Mit ihren spektakulären Zähnen und em gerippten Peristom immer wieder ein Hingucker. Besonders schnell sind die Pflanzen bei mir nicht und ich hab' auch immer mal wieder Rückschläge zu verkraften. Alles in Allem werden die hamatas dann aber doch allmählich größer...

Die Art ist auf der Insel Sulawesi beheimatet und der Name bedeutet soviel wie "Kannenpflanze mit Haken", warum dürfte eigentlich klar sein.

Mit Unterschieden zwischen den AW-Klonen tu' ich mich übrigens sehr schwer. Alles, was ich weiß ist, dass man sagt, die Nummer Zwei sei eine Dame.

 

N_hamata_C3_I.jpg

 

Immer spektakulärer werden die dicken runden Kannen dieses Hybriden. Besonders sticht mittlerweile das breite Peristom hervor.

Die Pflanze gehört zu denen, die nach etwa fünf Jahren in meiner Obhut inzwischen dreitriebig wächst und wohl bald zur Teilung ansteht.

 

N_talangensis_diatas_V.jpg

 

Zwischen den eigenen befruchteten Blütenständen macht es sich diese angehende tenuis-Hochkanne bequem.

Die Pflanze hab' ich bereits als bewurzelten Hochtrieb erworben, der auch weiter fleißig Hochkannen produziert.

Zu meiner Freude hat sich jetzt noch ein kleiner Austrieb in der untersten Blattachsel gebildet, so dass das Wachstum erstmal längerfristig gesichert ist.

 

N_tenuis_giant_IV.jpg

 

Unverkennbar und bei jedem Hybriden mit glandulifera-Beteiligung wiederzufinden, sind die schwarzen Nektardrüsen dieser Art, die sich über Kannen, Tendrile und Blätter, also über die gesamte Pflanze verteilen. Weiteres auffälliges Merkmal von N. glandulifera ist die dichte Behaarung, die ebnfalls die gesamte Pflanze überzieht.

Der Name der Art bedeutet, nicht ganz zu unrecht, etwa soviel wie "Drüsen tragende Kannenpflanze".

Sie ist endemisch auf Sarawak, Borneo, wo sie auf 1100 bis 1700m in den sogenannten Hose Mountains vorkommt.

 

N_glandulifera_VI.jpg

 

Die letzte Kanne für heute stammt nochmal von einem Hybriden, allerdings von einer wirklich spektakulären Kreuzung aus Nepenthes spectabilis und Nepenthes veitchii.

Heraus kommt dabei eine bunt gemusterte Kanne mit dickem Bauch, breitem, weiß/rot gestreiftem Peristom und "langem Hals".

Mit knapp 20cm Höhe gehört sie inzwischen zu meinen größten Kannen und zeigt immer noch steigende Tendenz.

Bis sich die Kannen öffnen, ist von dem weißen Peristom noch nichts zu sehen und es bildet sich zunächst ein roter, haariger "Klumpen mit Spitze".

 

N_spectabilis_veitchii_VII.jpg

 

Viel Freude wieder mal mit den neuen Bildern,

schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche,

Christian

  • Gefällt mir 6

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

ich hoffe, dass alle von euch den Sturm einigermaßen unbeschadet überstanden haben.

Ich war glücklicherweise nur im Randbereich, was aber auch schon gereicht hat, um eine Doppelstegplatte aus meinem Gewächshaus rauszupusten.

War aber wirklich halb so schlimm, denn die Platte ist nicht allzuweit geflogen und ich hab' sogar alle Klammern wiedergefunden.

Wenn ich mir überlege, wie's an manch anderen Orten in Deutschland jetzt aussieht, da wäre wohl nicht mehr viel von meinen Gewächshäusern übrig geblieben...

 

Da ich seit ein paar Tagen zwei neue Terrarien in Betrieb nehmen konnte (Danke an @Christian Ritter für die Strahler Nummer 26 und 27 :biggrin:), bin ich momentan dabei, viele der Pflanzen, insbesondere der Heliamphora zu teilen. Einige mal als Einzelpflanze erworbene Arten haben in den Jahren immer wieder neue Austriebe gebildet und so werden dann aus einer mal schnell fünf Pflanzen. Jetzt heißt's nur noch "Daumen drücken", dass auch alle ordentlich Wurzeln bilden,... klappt aber im Normalfall recht problemlos.

 

Für die heutigen Kannenbilder hab' ich zu Beginn einen Mehrfachhybriden rausgesucht, der so langsam beginnt zu zeigen, was mal aus ihm werden wird.

Die maxima steuert hier die farbenfrohe Kannenzeichnung bei und ich meine auch, die macrophylla erkennen zu können. Vielleicht ist's das breite, etwas gerippte Peristom,... kann's aber nicht genau sagen.

Interessant finde ich, dass ich inzwischen einen deutlichen Unterschied zu einem anderen Hybriden meiner Sammlung erkennen kann, der zwar die gleichen Eltern und Großeltern, jedoch in anderer Reihenfolge, besitzt. Dieser Hybrid nennt sich N. maxima x 'trusmadiensis', wobei die x trusmadiensis ja einen macrophylla x lowii ist.

Was so ein kleiner Genmix doch bewirken kann...

Im Vordergrund steht übrigens eine kleine Nepenthes monticola aus Neuguinea. Wächst unheimlich langsam, wie alles, das ich von dieser Inseln in Kultur habe.

Langsam, aber dann doch stetig...

 

N_maxima_lowii_macrophylla_I.jpg

 

Zur nächsten Pflanze hab' ich nicht viel mehr Info, als einen numerischen Code von Borneo Exotics und so hört diese N. fusca auf den wunderschönen Beinamen BE-3070. ;)

Alles, was ich zu der inzwischen etwa fünf bis sechs cm großen Kanne sagen kann ist, dass sie für fusca-Verhältnisse eine recht helle Kannenfärbung besitzt.

Die Kannen der meisten meiner anderen fusca-Klone gehen da deutlich mehr ins Schwarze.

 

N_fusca_3070.jpg

 

Hier nochmal ein Hybrid, kein wirklich spektakulärer zugegeben, der mit etwa fünf cm Kannenhöhe auch langsam beginnt charakteristischer zu werden.

Aufgrund der aber doch sehr unterschiedlichen und für sich alleine jeweils spektakulären Elternteile, will ich mal die Hoffnung auf was schönes noch nicht aufgeben.

Deutlich ist schon mal zu erkennen, dass es eine gemusterte Kannenzeichnung werden wird.

 

N_maxima_mira.jpg

 

Und auf zum nächsten Hybrid, diesmal - unverkennbar - mit Beteiligung einer N. aristolochioides. Was sich neben der eingeschnürten Kannenöffnung bei jedem aristolochioides-Hybriden durchsetzt, ist die doch recht geringe Kannengröße. Selbst bei Kreuzungspartnern wie hier N. burkei oder auch mira, spathulata,... ich könnte noch ein paar nennen,... die Größe der Hybridenkannen bleibt bei nur wenigen meist einstelligen Zentimetern.

In dem Fall hier, gibts's zu dem verengten Peristom noch eine kräftig rote Farbe dazu.

 

N_aristolochioides_burkei.jpg

 

Zum Abschluss gibt's nochmal einen Hybriden, im Gegensatz zum zuvor gezeigten aber einen, der in Riesenschritten größer wird.

Dazu kommt noch das Peristom mit den buntesten Streifen meiner Sammlung, was die Pflanze, die noch gar nicht so lange bei mir ist, schon zu einer meiner Liblingshybriden werden lässt. Diese hier ist noch nicht allzu lange geöffnet, denn in "voller Pracht" sind sowohl das Peristom als auch die Kanne selber noch kräftiger und kontrastreicher gefärbt.

Die Kannengröße liegt aktuell (bei momentan etwa 2cm+ pro Kanne) bei etwa 15cm.

 

N_muluensis_adnata.jpg

 

Eine noch, eine, die die ich zwar als reine Art gekauft habe; es verdichten sich aber die Gerüchte, dass es sich dabei um einen Hybriden handelt.

Nichts desto trotz, eine wunderschön gezeichnete Kanne mit kräftig gefärbtem und gestreiftem Peristom.

Bei der N. rigidifolia handelt es sich um eine Mittelhochlandart, die auf Sumatra endemisch ist und auf Höhen von 1000 bis 1600m wächst. Sie gilt als extrem gefährdet, nahezu ausgestorben und es existieren nur noch wenige, kleine, bekannte Standorte. An einem davon scheinen mittlerweile eben die Naturhybriden mit N. spectabilis die Mehrzahl der Pflanzen zu stellen.

 

N_rigidifolia_spectabilis.jpg

 

Bis zum nächsten Mal, schönen Abend und

viele Grüße,

Christian

  • Gefällt mir 5

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

nach diesmal drei Wochen gibt's heute die nächsten Kannen (und auch wieder ein paar Krüge) zu sehen.

Diesmal fällt mir auch garnicht wirklich was zu Beginn des Beitrags ein, so dass ich einfach direkt mit den Bildern starten will.

 

Und zu Beginn kommt dann auch direkt eine der angesprochenen Krüge, wobei ich hier mal die gesamte Pflanze auf's Bild bekommen habe.

Gar nicht so einfach, denn das gute Stück ist inzwischen gute 30cm groß.

Wobei "das gute Stück" auch schon nicht mehr ganz richtig ist, denn nach wenigen Wochen in meiner Obhut zeigten sich am Stamm neue Austriebe und die Pflanze trieb einen Blütenstiel.

Die Blüte(n), vier an der Zahl, habe ich alle bestäubt und auch einiges an Samen ernten können; die Austriebe am Stamm haben sich inzwischen zu drei kräftigen Pflanzen entwickelt, die ich von der Großen trennen werde, wenn alle Samen geerntet sind.

Zu meiner Verteidigung muss ich noch erwähnen, dass das Bild schon etwas älter ist, quasi kurz nach der Ankunft bei mir entstand, und die Pflanze inzwischen deutlich kräftiger ausgefärbt ist. Entsprechende Belege folgen selbstverständlich.

 

H_exappendiculata_Aprada_BigBubble.jpg

 

Den Anfang für die Kannen macht heute ein Hybrid, mit inzwischen etwa 12cm Kannenhöhe.

Direkt nach dem Öffnen der Kannen, wie hier auf dem Foto, haben sie noch eine komplett weißes Peristom - dürfte von der burbidgeae stammen.

Nach ein paar Wochen färbt es sich dann aber ähnlich rot, wie das des Hybriden im Hintergrund und die Kanne bekommt einen gänzlich anderen "Look".

Schade eigentlich... ;)

 

N_spathulata_burbidgeae_III.jpg

 

Eine Kanne, die ihre Herkunft nicht verleugnen kann (zumindest ein Elternteil, sollte klar sein) ist dieser Hybrid, von dem ich mir im Alter Großes erwarte.

Die auffällige Maserung der maxima, gepaar mit der eingeschnürten Kannenöffnung der aristolochioides, verleihen dieser Kanne ihre charakteristischen Merkmale.

Im Gegensatz zu vielen anderen aristolochioides-Hybriden wirkt diese Kanne etwas "länglicher", nicht ganz so "klumpig".

 

N_maxima_aristolochioides_I.jpg

 

Dann nochmal eine Detailaufnahme eines Heliamphora-Hybriden, mit dem wohl interessantesten "Deckelchen", dass ich je gesehen hab.

Der breite Deckel der neblinae, der normalerweise geschwungen nach vorne ragt, wird durch das Zutun der folliculata so sehr verbogen, dass dieser interessante Knubbel-Deckel entsteht. Sehr wüchsiger Hybrid, der inzwischen die 20cm-Schlaucchlängen-Marke hinter sich gelassen hat.

 

H_folliculata_neblinae_I.jpg

 

Und wieder Nepenthes, diesmal 'ne ganz kleine Kanne von etwa vier Zentimeter Höhe.

Nichts desto trotz erkennt man schon ein typisches Merkmal dieser Art, die ausschließlich oberhalb von 2400m  auf Sumatra vorkommt.

Wovon ich spreche ist das gerippte Peristom. Dazu kommen dann bei größeren Pflanzen  noch lange nach innen gerichtete "Zähne".

Wir aber noch was dauern. Wie alle (Ultra)Hochländer in meinem Setup ist der Größenzuwachs von Kanne zu Kanne überschaubar.

 

N_diatas_I.jpg

 

Nochmal eine Nepenthes, bevor ich dann mit einem Krug für heute schließe.

Hab' ich schon oft gezeigt und warte immer noch auf die Hochkannen, die aufgrund der Eltern eigentlich spektakulär werden müssten...

Gehört zu meinen größten Kannen, gehört zu meinen hellsten Kannen und gehört mit gut 30cm Durchmesser auch zu meinen größten Pflanzen.

 

N_burbidgeae_platychila_XVI.jpg

 

So, und dann kommen wir zum Abschluss für heute zu dem angekündigten Krug der sp. Angasima.

Die Pflanze ist schon ein Weilchen bei mir, wurde auch schon mehrfach geteilt und hat letztes Jahr geblüht.

Der riesige Deckel steht waagerecht über der Öffnung des Kruges, der auch unter voller Beleuchtung kaum an Farbe gewinnt, lediglich die Ränder bekommen etwas ab.

Die Höhe dieser Pflanze liegt inzwischen auch jenseits der 20cm.

 

H_sp_Angasima_V.jpg

 

Wie immer viel Spaß beim Anschauen und her mit Kritik, Fragen, Anregungen,...

 

Schönen Abend und viele Grüße,

Christian

  • Gefällt mir 6

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Fleischiandy

Hallo Christian,

 

das sind wieder schöne Bilder von gesunden, sehr ansehlichen Pflanzen.

Freue mich immer, wenn du Bilder einstellst.

 

Ich habe jetzt aber mal eine Frage.

Ich habe die ein oder andere Nepenthes Hybride und möchte in diesem Jahr noch die ein oder andere bei mir aufnehem. Dabei möchte jetzt aber,

so wie du und andere hier im Forum, dass die Töpfe nicht nur eine schöne Nepenthes beherbergen sondern dass diese aus einem schönen Sphagnumpolster wächst. Gefällt mir optisch viel viel besser und ist ja auch ganz gut für die Luftfeuchtigkeit.

 

Wie machst du das, dass das Moos sich so gut macht?? Legst du einfach etwas aufs Substrat, ist es ein größere Bestandteil des Substrates oder legst du kleingeschnibbeltes auf die Oberfläche und hast Geduld, bis es wächst.

 

VG,

Andy

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hi Andy,

 

dank Dir!

Zu Beginn, mit einer kleineren Menge Sphagnum, hab' ich's tatsächlich kleingeschnibbelt und über einige Wochen immer gut feucht gehalten, bis es auf der Topfoberfläche des ein- oder anderen Topfs zu wachsen begonnen hat.

Mittlerweile, wo mir das Moos zeitweilig schon zu sehr wuchert, lasse ich beim Neutopfen ein, zwei Zentimeter oberhalb des Substrates bis zur Topfkante frei und pack' einfach aus 'nem anderen Topf 'ne Hand voll Sphagnum oben drauf. Der normale Gieß-Rhythmus von ein- bis zweimal wöchentlich reicht da im Terrarium völlig aus, damit das Moos an- bzw. weiterwächst.

 

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich bei Töpfen mit neuen kleinen bzw. Jungpflanzen überhaupt kein Sphagnum mehr verwende, da es einfach zu schnell wuchert und dauerhafter "Pflege" (sprich: Rasieren) bedarf, um die Pflanzen nicht zu überwuchern. Bei einem kleineren Pflanzen-Bestand mit einigen wenigen Töpfen dürfte aber auch das kein Problem darstellen.

 

Viele Grüße,

Christian

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Christian Voss

Hallo zusammen,

 

da ich mich ja im Dezember ausführlicher zum Thema "Bestäubung bzw. Pollengewinnung bei Heliamphora" geäußert hatte, möchte ich hier gerne mal beschreiben, was nun daraus geworden ist.

Eigentlich wollte ich das in dem angepinnten Thread tun, der auch den entsprechenden Titel trägt, augenscheinlich ist es aber wohl nicht möglich in angepinnten Threads neue Beiträge zu verfassen. Mag seinen Sinn haben, hier wär' es aber ganz schön gewesen...

Naja, sei's drum, hier nochmal der Link zum Thread:

 

 

Für die, die sich nicht durch den ganzen Thread wühlen wollen (was natürlich zu empfehlen ist ;)), mal ein kurzer Abriss: Auf Ralfs frage hin, wie das mit der Heliamphora-Bestäubung funktioniert und warum so wenige Samen angeboten werden, hab' ich (und haben sich noch ein paar andere) daran gemacht, das Prozedere mal durchzuspielen.

Beschrieben werden dann nach und nach die jeweiligen Bestäubungs- und Samenansatz-Fortschritte.

 

... und eben daran (den wirklichen Erfolgen) hapert's dem Thread dann doch ein wenig, weshalb ich gerne meine diesjährigen Erfahrungen ergänzt hätte. Aber gut, dann eben hier.

 

Nachdem ich also das Bestäubungsverfahren weitestgehend im Griff habe, (siehe Beitrag vom 4. Dezember), sind von November bis heute um die 15 Blüten zusammengekommen, die teils nach Selbstbestäubung, teils auch nach diversen Kreuzungen vielversprechende Samenkapseln produziert haben, die sich nun, etwa drei Monate nach Bestäubung, nach und nach öffnen und die reifen Samen freigeben.

Mit den noch recht bescheidenen Mitteln und Techniken aus dem 2015/16er Thread gab's damals ganze sechs Samen zu "bestaunen" :biggrin:. Das sieht inzwischen ganz anders aus, wie die folgenden Bilder zeigen sollen. Hierbei handelt es sich übrigens um die Samen einer mit eigenem Pollen bestäubten Heliamphora huberi vom Angasima-Tepui.

 

H_huberi_Angasima_self.jpg

 

H_huberi_Angasima_self_I.jpg

 

H_huberi_Angasima_self_II.jpg

 

H_huberi_Angasima_self_III.jpg

 

Was mir jetzt nach einigen geernteten Samenkapseln immer wieder aufgefallen ist, ist, wie schnell es von der noch völlig unauffälligen, nahezu grünen Samenkapsel bis zum Aufreißen und Freigeben der Samen geht. Die Kapseln verändern sich nicht allmählich, wie es z.B. bei Drosera der Fall ist, sondern beginnen plötzlich eines Morgens einzutrocknen und am Nachmittag ist die Kapsel bereits an allen Nähten aufgerissen.

Was ich damit sagen will ist, dass eine tägliche Kapselkontrolle etwa ab dem zweiten Monat zu empfehlen ist, da die noch dazu recht lose in der Kapsel liegenden Samen sonst schnell am Boden aufzusammeln sind...

 

Ja, und jetzt geht's an's Aussäen.

Da hatte ich im damals ja auf lebendes Sphagnum als Aussaatmedium gesetzt, was zur Folge hatte, dass die Samen, die eine verhältnismäßig lange Keimdauer haben, ziemlich schnell im wuchernden Sphagnum verschwunden sind und ich sie auch im Endeffekt nicht mehr wiedergefunden habe.

Diesmal bin ich auf den simplen Torf-Sand-Perlite-Mix umgestiegen, da mir von einigen, die schon erfolgreich ausgesät haben, bestätigt wurde, dass Heliamphora eigentlich recht anspruchlos ist, was das Aussaatsubstrat angeht. Wir werden sehen...

 

Wenn sich Keimerfolg einstellen sollte, werd' ich mich dann hier wieder melden,

bis dahin einen schönen Abend und viele Grüße,

Christian

  • Gefällt mir 8
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Jo_Schmidt

Sind ja richtig schön die Samen!

Sehen aus wie kleine Spiegeleier :D

Super Tipps und super Beitrag, danke!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Stefan M.

Schöne Pflanzen &Bilder wie immer ;)

Ich denke auch das die rigidifolia mit spectabilis bestäubt wurde und diese wohl die einzigsten Kulturpflanzen sind, bis auf ein paar Ausnahmen. Wir sind in den nächsten Tage am Standort, mal schauen wie es dort ausschaut. Unseren Informationen nach leider extrem schlecht :/

Grüße Stefan

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nicky Westphal

Hallo Christian,

 

vielen Dank für die Weiterführung der Heliamphora-Samen-Doku. Den Tip mit der Kontrolle muss ich auch selbst langsam ernst nehmen, bei mir sind es 3-4 Blüten, die langsam soweit sein dürften. Insgesamt dürften es bei mir 10 werden. Ja, die Aussaat auf lebendem Sphagnum ist nicht so ideal, da habe ich selbige Erfahrungen gemacht. Ich werde es bei mir auf totem Sphagnum mal probieren bzw. auf verschiedenen Substraten.

 

Grüße Nicky

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ronny K.

Hallo Christian,

hast du die Samen in den Kapseln von deiner H. huberi gezählt? Ich hatte so um die 35 pro Kapsel.

 

Grüße 

Ronny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×