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Christian Voss

Diesmal Kannen (und Krüge) ...

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Christian Voss

Hallo zusammen

 

und sorry wegen der späten Rückmeldung. Hatte 'ne recht ereignisreiche Woche (und als Ergebnis in nicht allzulanger Zeit 'n neues Auto :icon13:).

 

@Jashi

Danke für die Blumen und kein Grund neidisch zu sein.

Die Ausrüstung ist echt nichts besonderes. Gerade der Kamerabody (EOS 1000D) hat inzwischen schon nen Nach-nach-nachfolger und ist mit seinen 10 Megapixeln eigentlich schon nicht mehr Stand der Technik. Das Makro-Objektiv (Canon EF-100 USM) kann ich aber ohne Abstriche empfehlen.

 

@Stefan Tiamat

Ja, die veitchii x mira hat was. Die ist auch unheimlich schnell gewachsen. Ich meine, in einem der ersten Beiträge dieses Threads schonmal ein Bild von ihr gezeigt zu haben, da hatte die größte Kanne so 4-5cm Höhe. Innerhalb eines guten Jahres sind wir jetzt bei der dreifachen Größe.

 

Bei den spectabilis - Varianten war die Bandahara auch lange deutlich vorne in meiner Gunst. Einfach auch weil sie schärfer gezeichnete Konturen in der Färbung hat und anfangs auch deutlich besser ausgefärbt war. Die Sibayak-Variante hat da über den Sommer aber ganz gut aufgeholt, insbesondere bei der Peristom-Ausfärbung.

 

Das Phänomen mit den kleinen Blättern hab' ich bei einigen Pflanzen, auch häufig bei welchen, die neu bei mir ankommen. Da schrumpfen die Blätter dann über die Monate immer weiter ein und die Kannen werden größer und größer. Ich weiß auch nicht genau, woran das liegt, aber da die Kannen wachsen und die Pflanzen selbst gesund aussehen, schreib' ich's mal der Beleuchtung und vielleicht auch den beengten Verhältnissen im Terrarium zu.

 

Und ja, die Kannen der lowii vom Mulu sind bei mir auch vergleichsweise klein. Ich hab' die vor ca. zwei Jahren ganz klein (so 2-3cm Durchmesser) bekommen. Die Pflanze hat jetzt ca. 8-9 cm Durchmesser aber nur etwa 3cm große Kannen. Meine Murud - lowii hat diese Kannengröße schon jetzt, bei ca. 5cm Pflanzendurchmesser erreicht.

 

Das GWH ist zwar im Plan, aber noch in ferner Zukunft. Scheitert erstmal an der Barschaft. Daher werd' ich, wenn dann die Terrarien aus allen Nähten platzen, auch erstmal auf die Grow-Tent Variante umsteigen. Wenn das ansteht, kann ich gerne ein paar Zeilen dazu schreiben.

 

So, und um nicht ganz ohne Bilder zu schreiben, hier noch das fehlende Exemplar vom letzten Thread. Wie der Stand bei der Beschreibung der Pflanze ist, weiß ich aber nicht genau. Ich hab' sie als N. adrianii bekommen, aber auch schon die Variante N. spathulata var. adrianii gelesen. Wenn hier jemand näheres oder aktuelleres weiß, bitte melden! Wie auch immer, die Pflanze ist bei mir recht pflegeleicht, hat auch schon ein paar Jahre auf'm Buckel und hat dieses Jahr zum ersten Mal die 10cm - Kannengrößenmarke geknackt.

 

N_adrianii_II_zps2bxvb1v0.jpg

 

Viele Grüße,

Christian

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

nach gut einem Monat gibt's heute mal wieder ein Update der Kannenbilder.

Die momentanen Bedingungen mit den kühlen Temperaturen könnten auch für`s Kannenwachstum nicht besser sein.

Bei nachts gekipptem Fenster hab' ich jetzt um die 14/15°C und heize Tagsüber, so dass dann um die 23/24°C in den Terrarien messbar sind.

 

Die heißen Tage des Julis und des Augusts haben das Ganze doch ganz schön ausgebremst, was teilweise, insbesondere bei den wirklichen Hochländern, bis in den Oktober hinein spürbar war.

Jetzt läuft's aber wieder bestens.

 

Und dann starten wir mal einfach mit den Bildern:

 

Starten will ich heute mit N. spectabilis x aristolochioides. Die Pflanze zeigt sehr schön die Einflüsse der beiden Eltern, hier die Form der aristolochioides gepaart mit der bunten Färbung der spectabilis. Die Pflanze selbst ist sehr tollerant gegenüber höheren Temperaturen und wächst bei mir ziemlich schnell - auch in die Höhe, was  langsam beginnt, mich vor Probleme zu stellen.

 

N_spectabilis_aristolochioides_IV_zpsex4

 

Ein weiterer aristolochioides Hybrid, der die Herkunft nicht leugnen kann, ist N. maxima x aristolochioides. Ähnlich wie die zuvor gezeigte, verteilen sich die Anteile der Elternpflanzen, wobei diese Hybride deutlich dunkler, fast violett gefärbt ist. Die Kannen sind deutlich kleiner als die des spectabilis-Hybriden.

Auch diese Pflanze wächst schon in diesem jungen Stadium sehr aufrecht mit Internodienabständen von ein bis zwei Zentimetern.

 

N_maxima_aristolochioides_zpswkbw8xan.jp

 

Ein komplett anderer Hybrid ist Nepenthes truncata x sibuyanensis.Bei der Kannenform kommt hier hauptsächlich die truncata durch, auch die Größe der Kanne, mit inzwischen um die 13/14 cm lässt darauf schließen. Was die Pflanze am ehesten von der sibuyanensis abbekommen hat ist die Farbe der Kannen, wie auch die für sibuyanensis typische rötliche Färbung der Blattränder. Auch der "Hals" des Peristoms erinnert mich eher an N. sibuyanensis als an die truncata.

Meine Pflanze hat inzwischen einige Jahre auf dem Buckel und hat sogar mein (ich nenne es) "Todeshaus" überlebt, woraus ich mal schließe, dass sie recht robust ist.

 

N_truncata_sibuyanensis_II_zpsampsjnxy.j

 

Die Pflanze, die bei mir die größten Kannen produziert, ist N. sanguinea. Die aktuelle misst ca. 25cm.

Damit passt die Pflanze, die selber nur einen Durchmesser von rund 20cm besitzt nicht mehr in meine 60x40x40-Terrarien und ist in meinem einzigen 60cm hohen Terrarium gelandet, dass eigentlich für Pflanzen im Hochtrieb gedacht war.

Die Pflanze ist bei mir in sagenhafter Geschwindigkeit gewachsen und hat ihre jetzige Kannengröße bei anfänglich drei/vier cm innerhalb von nur drei Jahren erreicht.

Drumherum sieht man die eigentliche Bestimmung des Terrariums - Hochtriebe und -kannen.

 

N_sanguinea_V_zpsgwqmkhyc.jpg

 

Die nächste Pflanze ist noch nicht so lange bei mir, etwa ein knappes Jahr, hab sie auch schon recht groß von A. Wistuba bekommen. Sie erweist sich als sehr wüchsig und bildet fleißig Kannen. Diese haben momentan so um die sieben cm Höhe.

Unverkennbar hier der "dicke Bauch" im unteren Kannendrittel und das fast vertikale Peristom in gelb/rot.

Noch bildet die Pflanze auch recht lange Blätter aus,... noch, weil ja erfahrungsgemäß bei mir nach einer gewissen Zeit alle Blätter eher kleiner werden.

 

N_rhombicaulis_giant_I_zpsvqsbhgb2.jpg

 

Eine noch recht kleine Pflanze, die nach einigen juvenilen Kannen nun beginnt die ersten charakteristischen "Kloschüsseln" auszubilden ist N. jamban.

Als die Pflanze ankam, mit den erwähnten juvenilen Kannen, muss ich gestehen, hatte ich leichte Zweifel, ob es sich wirklich um die Art handelt.

Die sind aber inzwischen weitestgehend verflogen und ich freu' mich auf weitere Schüsseln.

Die Pflanze bildet ein kleines Stämmchen und wirkt eher fragil. Selbst beim Gießen mit dem Drucksprüher achte ich drauf, nicht voll draufzuhalten.

 

N_jamban_zpsvxe56rvy.jpg

 

So, jetzt geht's schon auf Mitternacht zu.

Hab' zwar noch haufenweise Bilder, muss aber erstmal in die Heia, sonst wird morgen ein müder Tag... ;)

Apropos morgen, da geht's dann weiter mit den Bildern,

bis dahin viel Freude, einen schönen Wochenbeginn und

viele Grüße,

Christian

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Christian Voss

So,

 

'ne knappe Stunde hab' ich noch. Mal schauen, wie weit ich komme...

 

Bei der nächsten Kanne, die sich diesmal zur Hälfte hinter einem Blatt versteckt, kommt eine der wohl bekanntesten Hybriden, die N. veitchii x lowii zum Einsatz.

Die ist bei diesem Exemplar hauptsächlich darin zu erkennen, dass die Pflanze, sehr robuste und feste Kannen und ebensolche Blätter bildet.

Im Gegensatz zu der Mutterpflanze, die bei mir eher etwas träge war, wächst der Hybrid recht zügig.

Von der spectabilis kommen natürlich wieder die Sprenkel auf der Kanne, was sich bei spectabilis-Hybriden anscheinend immer durchsetzt.

 

 

N_veitchii_lowii_spectabilis_II_zpst1v0m

 

Kommen wir zum nächsten Hybriden, und damit zu einer Pflanze, die bei mir ziemlich kämpfen muss, weil sie eingequetscht zwischen zweien steht, die sich entschlossen haben, mal etwas mehr in die Breite zu wachsen.

Macht ihr aber nicht wirklich viel aus und so streckt sie die Tendrile mit den Kannenansätzen immer irgendwo zwischendurch und landet, wie bei dieser Kanne, auch schonmal in der Mitte einer anderen.

Die Kannen an sich sind recht schlank und ähneln deutlich mehr der glandulifera als der ventricosa.

Ganz typisch für die glandulifera und alle ihre Hybriden (zumindest alle, die ich kenne ;)) sind die schwarzen Nektardrüsen auf Kannen und Blättern, sowie die rötliche Färbung der Kanne sowie des Peristoms.

 

N_ventricosa_glandulifera_II_zpsungs98qk

 

Wie die Elternteile nicht anders vermuten lassen, handelt es sich beim folgenden Hybriden um eine bauchige, eher gedrungene Kanne.

Der vordere "Knick" im Peristom stammt hier eindeutig von der robcantley, wobei die Farbe, sowohl der Kanne, als auch des Peristoms, eher der talangensis entspringen dürfte

Die Pflanze selber hat truncata -bzw. robcantleyi-typische längliche Blattstiele, aber nicht ganz so kompakte Blattspreite wie diese.

 

N_talangensis_robcantleyi_II_zpsihzax7ic

 

Die folgende hab' ich zwar schon oft gezeigt, sie wird aber tatsächlich von Kanne zu Kanne schöner und rutscht so ganz automatisch immer wieder vor's Objektiv.

Im Gegensatz zur hamata selbst, die bei mir eher langsam wächst und auch an Größe nur bedingt zunimmt, wächst dieser wunderschöne Hybrid wie Unkraut.

Die Kannengröße hat in dem Jahr, in dem ich sie nun besitze von knapp drei/vier auf jetzt zehn Zentimeter zugenommen.

Besonders auffällig ist aber das Peristom, das von Kanne zu Kanne breiter wird.

Die hier gezeigte Kanne ist noch recht frisch geöffnet; das Peristom dunkelt noch deutlich nach und ist später fast schwarz.

Unten rechts sieht man übrigens eine meiner hamatas, die aber noch nicht wirklich lange bei mir wohnt und dementsprechend klein daherkommt.

 

N_burkei_hamata_IX_zpsxfv4osxq.jpg

 

Ach ja, wo wir eben einen N. glandulifera - Hybriden gesehen haben, kommt hier dann mal die "reine" Art.

Die Pflanze ist noch recht klein (Kannengröße um die fünf bis sechs Zentimeter) lässt aber schon gut einige typische Merkmale erkennen.

Allen voran natürlich die Nektardrüsen, die besonders auf der heller gefärbten Pflanze deutlich zum Vorschein kommen.

A propos Pflanze, die besitzt übrigens sehr haarige Blätter und Stiele, erinnert fast an veitchii oder chaniana.

 

N_glandulifera_IV_zpswg2dakov.jpg

 

N_glandulifera_V_zpsaonsl1jy.jpg

 

Auf dem folgenden Bild hab' ich zwei Kannen abgelichtet, die, wie für's Foto, aneinandergelehnt gewachsen sind.

Zu der 'Bloody Mary' muss ich denke ich nicht viel sagen. Sie gehört zu den gängigeren Baumarkthybriden (wenngleich meine auch tatsächlich nicht aus'm Baumarkt kommt ;)) und wächst wohl auch am Fensterbrett ganz gut. Zu erwähnen wären vielleicht noch die Elternteile, die da wären N. ampullaria und N. ventricosa.

Ebenfalls einen gewissen Anteil ventricosa besitzt der linke Hybrid, was am ehesten an der Kannenfärbung zu erkennen ist.

Dubia-typisch ist aber das länglich nach vorne gestreckte Peristom und die kurze Flügelleiste.

Sollte das Peristom noch etwas in Richtung ventricosa gehen, kann das auch ein wirklich schöner Hybrid werden.

 

N_ventricosa_dubia_II_zpscsc64pbr.jpg

 

So, Zeit um. Heute abend muss ich bügeln, da werd' ich wohl auch nicht mehr zum Ergänzen kommen...

Daher wird's dann morgen abend werden, bis ich die nächsten Bilder einstellen kann.

 

Bis dahin, schönen Abend und

viele Grüße,

Christian

Edited by Christian Voss
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Conoderma

Hallo Christian , ich sage nur fantastiche Aufnahmen und Pflanzen  die du uns gezeigt hast. Allerhöchsten Respekt. Eine der letzten Aufnahmen (Terrarium mit versch. Nep. ) habe ich mir als Hintergrundbild auf den PC geladen.  Mach weiter so . MfG Manfred

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

mit einem Tag Verzögerung geht's jetzt weiter mit den aktuellen Bildern.

 

Und beginnen will ich wieder mal mit einem Hybriden.

Wie oben schonmal erwähnt, braucht man auch bei dieser Pflanze aufgrund der Maserung nicht lange zu rätseln, wer da wohl mit drin steckt.

Die ganze Pflanze sieht einer spectabilis tatsächlich recht ähnlich, hat aber das Peristom und den "dicken Bauch" von der ventricosa abbekommen.

Bin schon gespannt, wie sich das Peristom entwickelt, wenn die Pflanze größer wird; momentan sind wir bei etwa sechs oder sieben cm Kannenhöhe.

 

N_spectabilis_ventricosa_zpsydbv51yp.jpg

 

Jetzt zu meiner neuesten Errungenschaft, bei der ich ausnahmsweise mal nicht bis zur ersten "selbstproduzierten Kanne gewartet hab'.

Die Pflanze ist jetzt erst zwei Wochen bei mir und die Kanne auf dem Foto ist die, mit der sie ankam.

Ich denke aber, man kann schon gut erkennen, was ich mir auch beim Kauf schon davon versprochen habe.

Die einzigartige Form der aristolochioides mit dem gezähnten Kannenrand der hamata dürften ein paar sehr interessante Kannen hervorbringen.

 

N_aristolochioides_hamata_zpsexwwk3xp.jp

 

Dann mal zu was ganz anderem - man sieht schon, dass ich nicht sonderlich planmäßig vorgegangen bin - zu einem meiner seedgrown-Töpfe.

Hier eine kleine lingulata mit jetzt ca. drei cm Pflanzendurchmesser und etwa ein cm großen Kannen.

Aussaat war hier Anfang 2015, die Pflanzen sind also knapp zwei Jahre alt.

Ich hab' das Gefühl, dass die bei mir extrem langsam wachsen, hab' aber auch keinen direkten Vergleich.

Ist aber auch egal, hauptsache, die Pflanzen sind gesund. ;)

 

N_lingulata_SG_zpsl0w9p0xl.jpg

 

Auch eine seedgrown-Pflanze, die aber schon deutlich größer ist, ist diese N. eustachya.

Bei gleichem Aussaatdatum hat sie inzwischen sieben cm Durchmesser und drei cm große Kannen.

Ist aber ein Ausreißer, die übrigen Sämlinge sind noch etwas kleiner.

Die Pflanze, obwohl eigentlich Tiefland-Art, wächst in meinen Mittelhochlandbedingungen wunderbar und beginnt jetzt auch, schöne Kannen auszubilden.

 

N_eustachya_I_zpsofzvgc0l.jpg

 

Als letzte für heute hab' ich noch ein kleines Exemplar einer N. mantalingajanensis (hab' jedes mal Spaß, wenn ich den Namen schreib' ;)).

Die Art kommt von den Philippinen, vom Mt. Mantalingajan (wer hätte das gedacht...).

Die nächsten verwandten Arten sind N. deaniana, N. mira und N. leonardoi, wobei die mantalingajanensis die kleinste der genannten Arten ist.

Klein ist sie auch bei mir, mit etwa sieben cm Durchmesser und wächst, sagen wir mal eher schleppend.

 

N_mantalingajanensis_I_zps2cd1owm2.jpg

 

So, ich denke morgen oder übermorgen kommen die nächsten Bilder.

Sind immer noch 'ne Menge da...

 

Schönen Abend und viele Grüße,

Christian

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

... und weiter geht's mit den Bildern. Solangsam fällt mir auf, dass das doch ganz schön viele geworden sind.

Wird also vermutlich nicht der letzte Beitrag werden...

 

Beginnen wir heute mit N. micramphora, die erst 2009 von Thomas Gronemeyer, Stewart McPherson, Volker Heinrich und Victor Amoroso beschrieben wurde.

Die Pflanze ist endemisch auf dem Mt. Hamiguitan auf Mindanao, Philippinen.

Der Name scheint hier auch wirklich Programm zu sein, denn die Pflanze wächst zwar gut und zügig, die Kannen bleiben mit 3-4cm aber ziemlich klein.

Wenn ich richtig nachgelesen hab', liegt die maximale Kannengröße bei den Bodenkannen auch bei rund 4cm, wobei die oberen wohl etwas größer werden können.

Außerdem sollen die oberen brereits recht früh gebildet werden... Bin schon gespannt drauf.

 

N_micramphora_I_zpsrojihftp.jpg

 

Die nächste Pflanze ist eine meiner lowiis, zugegeben, ein noch recht kleines Exemplar.

Die Variante vom G. Mulu ist bei mir aber die, die im Verhältnis zur Pflanzengröße die größten Kannen bildet.

Groß heißt in diesem Fall ca. 2cm Kannengröße ;) bei etwa 6cm Pflanzendurchmesser.

Was mich bei den lowiis immer besonders fasziniert, sind die dickfleischige Blätter und die starren, robusten Kannen.

Auf die "Hörnchen-Toiletten" freu' ich mich natürlich auch schon.

 

N_lowii_Murud_zpsfjtel8md.jpg

 

Mit N. leonardoi kommt die nächste Pflanze, die bei mir noch sehr klein ist (irgendwie ist heute der Tag der kleinen Pflanzen).

Sie gehört zu den nahen Verwandten der im letzten Beitrag gezeigten N. mantalingajanensis, wird aber deutlich größer als dieses.

Bekommen hab' ich die Pflanze(n) mit ca. 3cm Durchmesser, den sie innerhalb eines guten Jahres nun etwa verdoppelt hat.

In der Literatur ist zu lesen, dass die leonardoi, sowohl in Form, wie auch in Farbe, sehr variabel sein kann.

Was mich aber zum Kauf bewogen hat, waren Bilder von nahezu schwarzen Hochkannen, wie hier bei Wikipedia.

 

N_leonardoi_II_zpshjbu1bsv.jpg

 

Ein wenig größer kommt mittlerweile die tentaculata aus Borneo daher.

Wie auch meine anderen Standortvarianten hat die vom G. Rajah eine dunkelrote, fast violette Farbe, was bei dieser Variante auch auf die Blätter zutrifft allerdings ist auch diese Art sehr variabel, was die Ausfärbung betrifft

Bekommen hab' ich die Pflanze(n) mit einer Größe von wenigen cm und inzwischen wachsen sie auch zügiger und bilden Kannen um die 4cm aus.

Charakteristisch für N. tentaculata ist das fast vertikale schmale Peristom und die namensgebenden Tentakel auf dem Kannendeckel.

 

N_tentaculata_IV_zpszwk93zts.jpg

 

Eine noch für heute abend (und tatsächlich der einzige Hybrid für heute)...

Dafür aber auch ein wirklich schöner, der besonders in höherem Alter noch viel Potential hat.

Die längliche Form hat die Pflanze von der platychila abbekommen, auch die Farbe stammt weitestgehend vom Papa, wie auch das gestreifte Peristom.

Dazu kommen dann aber die Eigenschaften der veitchii, hier insbesondere die Haare. Die ganze Pflanze wirkt richtig "flauschig".

Außerdem hab' ich den Eindruck, dass der Hybrid durch den Einfluss der veitchii sowohl einige Flecken, wie auch einige Streifen auf dem Peristom eingebüßt hat.

 

N_veitchii_platychila_zpsgg0xplrq.jpg

 

Viel Spaß mit den Bildern und einen schönen Abend,

Christian

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Conoderma

Hallo Christian, hat die Evolution uns nicht tolle Geschöpfe hinterlassen ? Wie immer super Bilder,  freue mich auf die nächsten. 

Gruss Manfred

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

...und ja, faszinierend sind die tatsächlich, wobei ja nicht alle, namentlich die Hybriden, der Evolution entsprungen sind...

 

Weiter geht's dann heute mit einer weiteren Art aus dem mantalingajanensis/mira/leonardoi-Komplex.

Auch die gantungensis ist eine noch relativ neu entdeckte Art, die im Jahr 2010 beschrieben wurde.

Sie besitzt, ähnlich wie die anderen, diese "klumpigen" Kannen, hat aber im Gegensatz zu den anderen sehr schmale, längliche Blätter.

Zu finden ist N. gantungensis am Mt. Gantung auf der philippinischen Insel Palawan.

Ein weiteres besonderes Merkmal der Pflanze ist, dass sie am Standort teils vollschattig wächst.

 

N_gantungensis_I.jpg

 

Bleiben wir auf den Philippinen, diesmal aber auf Mindanao, und kommen zu N. cornuta.

Diese Art gehört neben vielen anderen zum alata-Komplex, in dem in den letzten Jahren ja einiges los war.

Was an den Kannen dieser Pflanze besonders auffällt, ist der bauchige Unterteil der Bodenkannen.

Der Name "cornuta" bedeutet in etwa "Horn-artig" und bezieht sich auf die Form der Hochkannen.

Sie wächst bei mir recht schnell und unkompliziert, wie auch alle anderen Arten dieses Komplexes.

 

N_cornuta_II.jpg

 

N_cornuta_III.jpg

 

... und wieder sind wir auf den Philippinen, diesmal am Sultan Peak auf der Insel Palawan.

Ebenfalls im Jahr 2010 entdeckt (u.a. von Stewart McPherson) gehört N. palawanensis zu den interessantesten Funden der letzten Jahre.

Ihre Kannen, wenn man sich das bei meinem kleinen Exemplar auch noch nicht so vorstellen kann, gehören zu den größten der Gattung.

Mit bis zu 35cm Höhe und einem Fassungsvermögen von bis zu 2 Litern reichen sie schon nahe an die von N. rajah heran.

Als nächste verwandte Art wird N. attenboroughii genannt, von der sie sich zum einen durch die Größe und zum anderen durch die rötliche Behaarung unterscheidet.

Die Blätter meiner Jungpflanze gehören mit einer dunkellila Färbung zu den dunkelsten in meiner Sammlung.

 

N_palawanensis.jpg

 

So, und dann kommen wir heute erstmals weg von den Philippinen und wechseln nach Borneo.

Die Art selbst hab' ich oben schon beschrieben, zeigen möchte ich jetzt aber noch eine Pflanze von einem anderen Standort.

Die tentaculata vom G. Trusmadi unterscheidet sich auch nicht groß von der rajah-Variante.

Zeigen kann ich aber Kannen von zwei verschiedenen Pflanzen dieses Standorts, die erste recht frisch geöffnet, die zweite etwas älter.

Dabei ist schön zu sehen, wie sehr die Kannen im Laufe der Zeit nachdunkeln, bis sich das Peristom nahezu schwarz färbt.

 

N_tentaculata_Trusmadi.jpg

 

N_tentaculata_Trusmadi_I.jpg

 

Zum Abschluss für die heutige Bilderserie gibt's noch ein schönes Exemplar einer tenuis-Kanne.

Dieses momentan größte Exemplar in meinem Terrarium hat in etwa die Ausmaße einer Walnuss, würde sagen, so knapp vier cm hoch.

N. tenuis, beheimatet auf Sumatra, wurde 1994 von J. Nerz und A. Wistuba beschrieben.

Die Pflanze ist völlig unkompliziert in der Kultur und wächst und gedeiht vor sich hin.

Aufgrund der sehr langen Tendrile tauchen die Kannen der Pflanze immer wieder in den Töpfen der Nachbarpflanzen auf, was das Sphagnum-Stutzen zu einer Herausforderung werden lässt.

 

N_tenuis_IV.jpg

 

Ja, bleibt mir noch, viel Freude mit den Bildern zu wünschen.

Sollte nichts dazwischen kommen, geht's morgen weiter...

 

Viele Grüße,

Christian

Edited by Christian Voss
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Ralf Mößle

Hallo Christian,

wie immer sehr schöne Bilder von ebenso schönen Pflanzen. Was mich jedoch noch mehr freut, sind deine kurzen, einfachen Beschreibungen dazu. Die finde ich sehr unterhaltsam und interessant.

Gerne mehr davon. 

Viele Grüße Ralf 

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

@Ralf Mößle

Ja, find's selbst interessant. ;)

Wenn die Pflanzen so in ihren Terrarien stehen und vor sich hinwachsen, wirken sie irgendwie wie ein anonymer Haufen Grünzeugs.

Wenn ich mir dann aber die einzelne Pflanze bzw. Kanne anschaue, kommt mir zu jeder einzelnen Pflanze doch irgendwas in den Sinn.

Sei's irgendeine Besonderheit in der Kultur, im Aussehen, im Wachstum,... oder seien es irgendwelche angelesenen 'Facts' zu Herkunft, Entdeckung,...

Da merkt man dann doch, dass man sich, so viele es auch sind, mal um jede einzelne Gedanken gemacht hat.

 

Ja, und mit der kleinen Einleitung kommen wir dann zum heutigen Update.

Beginnen will ich mit einer, die auf dem Foto deutlich größer wirkt, als sie in Wirklichkeit ist.

Von der glabrata vom G. Katopasa auf Sulawesi hab' ich damals drei kleine Exemplare von AW bekommen (danke nochmal an dieser Stelle :icon13:), die sich inzwischen gut eingelebt haben und jetzt ihre ersten Kannen von etwa einem cm Höhe produzieren.

Laut Beschreibung werden die Kannen mal deutlich größer, als die der "Standard-glabrata". Was mir bisher auffällt, ist, dass die Kannen etwas rundlicher daherkommen, kann aber auch am noch jugendlichen Alter liegen.

 

N_glabrata_Katopasa.jpg

 

Dann zu meiner unangefochtenen Lieblings-Nepenthes, die inzwischen auch schon einige Jahre bei mir wohnt.

Allerdings fällt mir zur ramispina gar nicht so viel ein, außer dass mir hier der farbliche Kontrast einfach am meisten zusagt.

Das braun/graue äußere, mit dem mintgrünen Interieur kenn' ich sonst von keiner anderen Nepenthes.

Beheimatet ist die Art in Malaysia und bildet bei mir inzwischen Kannen von etwa acht bis neun cm.

 

N_ramispina_III.jpg

 

N_ramispina_IV.jpg

 

Nach vielen reinen Arten - und das, wo ich gefühlt mehr Hybriden hab' - kommt jetzt auch mal wieder ein Hybrid.

Eine Pflanze, die aufgrund ihrer Elternteile großes erwarten lässt, ist bei mir allerdings noch nicht wirklich groß.

Daher kann man die Mermale bisher auch nur erahnen, was ich dann auch mal versuchen will:

Die Farbe, eher helle Kanne, würde ich der burbidgeae zuschreiben, das Peristom dürfte dann unverkennbar eigentlich von der edwardsiana sein.

Nachdem sie lange ziemlich klein vor sich hingewachsen ist, scheint sie jetzt den Absprung geschafft zu haben und hat ihre Blattlänge wie auch die Kannenhöhe mit dem letzten Trieb nahezu verdoppelt. Ob das evtl. auch mit der leichten Düngung zusammenhängt, kann ich nicht wirklich verifizieren.

 

N_burbidgeae_edwardsiana_II.jpg

 

Noch ein Hybrid hinterher. Die gymnamphora x dubia ist zwar erst ein halbes Jahr bei mir, hat sich aber sehr schnell eingelebt und produziert fleißig Kannen.

Die sahen zu Beginn, als die Pflanze noch kleiner war eher nach einer gymnamphora aus, hat sich aber von Kanne zu Kanne mehr Richtung dubia entwickelt und so würde ich sie jetzt als 'ne dicke dubia mit gymnamphora-Färbung bezeichnen.

Die gezeigte Kanne hat in etwa sechs cm Höhe.

 

N_gymnamphora_dubia_I.jpg

 

Zum Abschluss für heute noch ein Hybrid, der aufgrund der Eltern-Merkmale irgendwann mal grandios werden muss.

Insbesondere vom Peristom erwarte ich mir so einiges. Farblich liegt meine Pflanze deutlich näher bei der veitchii, die Form der Kanne und die charakteristische "Delle" im Peristom dürfte man dann der robcantleyi zuschreiben.

Diese Kanne allerdings ist nochmal heller als die übrigen, da ich sie extra für`s Foto aus dem Sphagnum ausgegraben habe.

Augenscheinlich funktioniert das mit der Ausfärbung tief im Sphagnum nicht so ganz optimal. ;)

 

N_robcantleyi_veitchii_I.jpg

 

So, und damit wär' ich dann auch für heute durch.

Eine Ladung Bilder hab' ich noch; die kommen dann morgen oder übermorgen (eher übermorgen denk' ich, es sei denn der 1000ste Tatort morgen wird vollkommener Blödsinn).

Bis dahin, viel Spaß mit den Bildern und

viele Grüße,

Christian

Edited by Christian Voss
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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

...sooo, Endspurt. Heute gibt's die letzten Bilder meiner doch etwas ausgedehnteren Fotosession. ;)

 

Zum Anfang hab' ich heute ein Closeup vom Peristom eines weiteren Hybriden.

Wenn die Kanne richtigrum im Terrarium gestanden hätte, also zur Kamera hin, hätte ich natürlich auch die ganze Kanne gezeigt, so ist's halt eine Detailaufnahme geworden.

Wie immer hat sich bei der Kannenfarbe bzw. -struktur die spectabilis durchgesetzt. Das Peristom dagegen ist veitchii-typisch hell, leicht gestreift und vor allem breit.

Außerdem haben die Kannen eine leichte Behaarung von der veitchii abbekommen.

Die Kannen meiner Pflanze haben momentan so um die acht bis zehn cm Höhe - stetig größer werdend...

 

N_spectabilis_veitchii_II.jpg

 

Eine Pflanze bzw. Kannen von derselben, die ich jetzt schon X-mal gezeigt habe ist der Hybrid aus N. burbidgeae und N. platychila.

Die Kannen gehören mit knapp 20cm zu den bisher größten meiner Sammlung, wobei auch die Pflanze inzwischen gut 30cm Durchmesser hat.

Was natürlich ob meiner begrenzten Platzverhältnisse langsam problematisch wird. Aber irgendwo findet sich immer noch 'ne Ecke, wo die Tendrile ihre Kannen hinstrecken können.

Auf dem Bild ist eine schon ältere Kanne zu sehen. Zum "Lebensende" hin färbt sich das Peristom nochmal schön rot aus, bevor die Kanne dann eingeht.

 

N_burbidgeae_platychila_XIII.jpg

 

N_burbidgeae_platychila_XIV.jpg

 

Noch eine der größeren Kannen (im Moment um die 15cm Höhe) kann ich bei der spathulata x glandulifera vermelden.

Die Kannen, wie auch das Peristom haben eine tiefrote Färbung und die Pflanze weist die typischen schwarzen Pünktchen (Nektardrüsen) der glandulifera auf.

Das Peristom bleibt übrigens so stehen und biegt sich auch im Alter nicht nach hinten um, wie es ja bei den meisten Pflanze mit breitem Peristom der Fall ist.

 

N_spathulata_glandulifera_IV.jpg

 

Ein weiterer Hybrid mit burbidgeae-Beteiligung ist die folgende Pflanze.

Bei sämtlichen meiner burbidgeae-Hybriden setzt sich die helle Farbe dieser Art durch, hier gepaart mit der bauchigen Form der campanulata.

Was mir hier besonders gefällt, ist das helle, nur leicht gestreifte Peristom und die "flauschige" Behaarung der Kannen.

Die Pflanze selbst hat 'ne harte Zeit hinter sich, ich tippe auf 'nen Pilz, hat sich jetzt aber wieder erholt und bildet wieder schöne Kannen.

 

N_burbidgeae_campanulata_I.jpg

 

Ein Winzling, der aber jetzt scheinbar den Absprung geschafft hat, ist meine N. lamii.

Nach ca. einem Jahr, indem die zwei ca. zwei bis drei cm großen Pflänzchen zwar gewachsen sind, ihre Größe aber nicht gesteigert und nicht eine einzige Kanne ausgebildet haben, sieht's jetzt nach 'nem richtigen Wachstumsschub aus. Durchmesser nahezu verdoppelt und Kannenproduktion. :icon13:

Woran's liegt kann ich nicht wirklich sagen, da die Bedingungen sich nicht verändert haben. Vielleicht isses auch die Düngung, wer weiß...

Hier also die erste ordentliche lamii-Kanne seit die Pflanzen bei mir sind.

 

N_lamii.jpg

 

So, zum Abschluss der ganzen Bilderserie hab' ich nochmal einen farbenfrohen Hybriden, der, wo ich's gerade bei der lamii angesprochen hab', auch von der letzten zur aktuellen Kanne deutlich zugelegt hat.

Wie haarig das Ding ist, kann man schön an den Blatträndern erkennen.

Im Ganzen ist die Pflanze sehr kompakt und bildet sehr dickfleischige robust Blätter aus.

Die Kanne ist noch nicht allzulange geöffnet und dunkelt in den nächsten Wochen gerade im Bereich des Peristoms nochmal deutlich nach.

 

N_petiolata_veitchii_I.jpg

 

So, damit wären alle Bilder gezeigt. Dass das so 'ne große Serie wird, hatte ich in der Stunde, in der ich all' die Bilder geknippst hatte nicht wirklich im Sinn.

Warum auch immer hatte ich mir aber diesmal in den Kopf gesetzt, zu jedem Bild ein paar Zeilen zu schreiben, was das Ganze natürlich auch etwas in die Länge gezogen hat.

Wenn das nicht gewünscht ist, bitte drauf hinweisen, dann spar' ich mir das in Zukunft und lass' die Bilder für sich sprechen, ansonsten werd' ich - wenn's die Zeit erlaubt - auch in Zukunft hier und da meinen Senf dazugeben.

 

Viel Freude also mit diesem und den letzten Beiträgen, würd' mich freuen, wenn ich jemandem die ein- oder andere Art schmackhaft gemacht habe.

 

Einen schönen Abend und viele Grüße,

Christian

Edited by Christian Voss
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Jashi

Was ist denn das für ein Sämling, da vor der N. petiolata x Veitchii ?  

 

Also was mich angeht: Ich kann mir Deine Bilder und Erklärungen stundenlang anschauen und durchlesen. :)

 

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Christian Voss

Hallo Jashi,

 

das will mal 'ne talangensis werden. Ist aber ein Nachzügler, die anderen haben schon so zwei bis drei cm Durchmesser.

 

Und danke für die Blumen, an dieser Stelle auch an alle Liker und Kommentatoren der vorherigen Posts. Danke!

 

Viele Grüße,

Christian

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

und wieder mal sind ein paar neue Kannen "aufgeplöppt", die ich nicht vorenthalten will.

Aufgrund der winterlichen Temperaturen draußen ergeben sich in meinen Terrarien wieder ideale Werte von ca. 14 bis 24°C und daraus folgen dann auch die allwinterlichen Größensprünge bei vielen der Pflanzen bzw. Kannen.

Seitdem ich die Ritter-Strahler (ein 22W-Modell pro 60x40 Terrarium) verwende sind auch die Ausfärbungen optimal und die Stromkosten geviertelt.

Was will man mehr!?...

 

Die erste Pflanze für heute hatte ich ein paar Beiträge weiter oben schonmal gezeigt, hier dann die aktuellste Kanne.

Das Peristom ist hier das auffälligste Merkmal und wird zu meiner großen Freude auch von Kanne zu Kanne breiter.

Zuschreiben würde ich das ganz klar der veitchii x lowii, wobei die Streifen auch ein Einfluss der spectabilis sein können.

Im Vordergrund kann man noch ein Blatt der Pflanze erkennen, das eine ähnlich starke rötliche Behaarung aufweist, wie die veitchii

Die deutlichsten Hinweis auf die spectabilis sind die Kannenform und die charakteristischen Sprenkel.

Die Kannengröße hat seit der zuletzt gezeigten von ca. 8 auf jetzt 10cm zugelegt. Gerne in dem Tempo weiter...

 

N_veitchii_lowii_spectabilis_III.jpg

 

Ein weiterer hamata-Hybrid, legt in den letzten Wochen auch kräftig zu und zeigt, wo es hingehen könnte.

Die jetzt rund vier cm großen Kannen sind im unteren drittel oval, darüber zylindrisch geformt und wirken im Ganzen eher schlank.

Zum Peristom braucht man nicht allzuviel zu sagen, das sollte für sich sprechen und wird wohl mit zunehmender Größe noch deutlich ausgeprägter werden.

Farblich sind die Kannen rötlich gesprenkelt und besitzen recht ausgeprägte Flügelleisten.

 

N_ventricosa_hamat.jpg

 

Einer meiner älteren Hybriden stammt ursprünglich von Kamil P. und ist jetzt ca. drei Jahre bei mir.

Die Pflanze ist recht lange kompaktg gewachsen, mit einem Rosettendurchmesser von rund zehn cm.

Seit zwei Blättern jedoch (und ohne Veränderung der Bedingungen), hat sich deren Länge und Breite nahezu verdoppelt und auch die Kannengröße ist von etwa fünf auf gute zehn cm angestiegen.

Ob die niedrigeren Temperaturen oder die Düngung oder was ganz anderes dafür verantwortlich ist, kann ich beim besten Willen nicht sagen, beschweren will ich mich darüber aber keinesfalls. Da die Pflanze schon was länger bei mir ist, taucht sie auch in den vorherigen Posts ein paarmal auf, wobei man auch schön die Größenunterschiede vergleichen kann.

Die Form erinnert hier eher an die spathulata, wobei die Farbe auf's Konto der adnata gehen dürfte. Die behaarten Blattränder der Pflanze stehen aber ganz eindeutig für die adnata.

 

N_spathulata_adnata_IV.jpg

 

Dann zu einem absoluten Highlite meiner Sammlung, das allerdings erst seit kurzem bei mir "wohnt".

Einen großen Dank an der Stelle nochmal an Micha Schach für diesen wunderschönen Hybriden.

Als ich die Pflanze geordert hatte, war ich allerdings davon ausgegangen, dass die Kannen, durch die mütterlichen Einflüsse, etwas bauchiger werden.

Die Gene der edwardsiana scheinen aber bei der Pflanze sehr dominant zu sein.

Bin aber auch gespannt, was da noch draus wird, wenn die mal größer wird...

 

N_tenuis_edwardsiana.jpg

 

Zum Schluss für heute und damit Ihr nicht nur Hybriden zu Gesicht bekommt, hier nochmal eine reine Art von den Philippinen.

N. sumagaya wurde bisher nur am gleichnamigen Berg gefunden und wächst dort auf Höhen von 1600 bis 2247m.

Die Pflanze wurde zunächst unter dem Namen N. amabilis veröffentlicht, der aber, wie sich herausstellte bereits für einen Hybriden verwendet wurde.

Wer von den Herren Wistuba, Gronemeyer, Micheler, Marvinski,... da gepennt hat, ist mir allerdings nicht bekannt. :biggrin:

Die aktuelle Kanne hat jetzt um die fünf cm Höhe und ist schön flauschig mit kurzen rötlichen Haaren bewachsen.

 

N_sumagaya_I.jpg

 

Doch noch nicht Schluss. Eine mach' ich noch und damit die zweite "reine" Art für heute.

N. lavicola, der Name bezieht sich auf die Substratzusammensetzung am Standort, ist auf Sumatra heimisch und wächst dort auf 2000 bis 2600m Höhe.

Im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten N. singalana und N. spectabilis, ist die lavicola deutlich "klumpiger" geformt.

Farblich gehen die Kannen stark Richtung schwarz, wovon sich das helle, leicht gesprenkelte Peristom deutlich abhebt.

Ich mag diesen Kontrast (wie ja auch bei der ramispina) ja sehr, warum die lavicola auch zu meinen Lieblingen zählt.

 

N_lavicola_I.jpg

 

So, das war's dann aber wirklich für heute.

Ein paar Bilder bzw. Pflanzen sind noch da, so dass ich hier wohl in den nächsten Tagen nochmal updaten werde.

 

Schönes Wochenende Euch allen und

viele Grüße,

Christian

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Ralf Mößle

Hallo,

Ich war gerade nochmal beim ersten Beitrag...und da waren es noch 6 Terrarien...wohlgemerkt: Sommer 2015...

Was mich jetzt noch interessieren würde: Wie platzierst du die Pflanzen? Weil direkt unter dem Strahler vertragen bei meinen Tiefländern nur die wenigsten. Bei 50cm Höhe. Ich überlege deswegen, diese zukünftig mit Röhren zu beleuchten bzw anders unter zu bringen. Meine Hochländer beleuchte ich aktuell mit Röhren, würde hierfür jedoch gerne die Strahler verwenden. Doch ich bin unsicher, mir auch hier so manche Verbrennung einzuhandeln. 

Sind Hochländer hier allgemein unempfindlicher, oder muss man hier auch experimentieren?

Viele Grüße Ralf 

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Christian Voss

Hi Ralf,

 

... puh, schon krass, wenn man's mal so vor Augen geführt bekommt...und das, wo ich gerade dabei bin, die Voraussetzungen für Nummer 15 und 16 zu schaffen.

Ich vergess' halt immer wieder, dass Pflanzen die Tendenz zeigen, stetig zu wachsen.

Ungünstige Eigenschaft für beengte Platzverhältnisse... ;)

 

Zum Thema Strahler und Sonnenbrand kann ich Dir leider kein Patent-Rezept liefern.

Bei mir stehen die Töpfe ja noch etwas näher am Strahler, würde behaupten, dass es so etwa 35cm Abstand zwischen Topfoberfläche und Strahler sind.

Komplett ohne dunkelrote Blätter im Zentrum komm' ich nicht aus, vertragen manche Pflanzen besser als andere.

Ich hab' da auch schon so einiges hin und her gerückt.

Wäre mit Röhren sicherlich gleichmäßiger zu beleuchten, ob Du an die Effizienz der Strahler rankommst, glaub' ich allerdings nicht ganz.

 

Ein paar Bilder will ich dann heute auch noch zeigen, angefangen mit einer typischen Bodenkanne von N. dubia (hier die Malea-Variante).

Diese Bodenkannen werden allerdings nicht allzu häufig bzw. allzu lange gebildet, da N. dubia zu den typischen kletternden Vertretern der Gattung gehört.

Die Hochkannen an bis zu 5m langen Ranken werden dann größer, grüner und trichterförmig.

"dubia" bedeutet übrigens in etwa sowas wie "zweifelhaft". Warum, scheint aber nicht ganz klar zu sein und wird sich (1928 beschrieben) wohl auch nicht mehr klären lassen.

 

N_dubia_Malea.jpg

 

Ein Hybrid, der es mit stetigem Wachstum auf inzwischen ca. 13cm Kannenhöhe bringt ist diese maxima x trusmadiensis.

Die Färbung stammt klar von der maxima, die Form dagegen ist irgendwo zwischen den beiden Pflanzen.

Ich finde, die Kanne wirkt, wie eine zu dick geratene maxima, auch beim Peristom wird der Einfluss der x trusmadiensis deutlich.

Was die Pflanze vom Papa mitbekommen hat, sind die kräftigen, starren und leicht behaarten Blätter.

 

N_maxima_trusmadiensis_II.jpg

 

Noch ein Hybrid aus der Zucht von Micha Schach mit einem erneut prominenten Elternteil ist die spathulata x edwardsiana.

Schon in der Größe wird das kräftig gerippte Peristom der edwardsiana deutlich.

Im Gegensatz zur im letzten Post gezeigten tenuis x edwardsiana, hat sich hier die Mutterpflanze was die Form angeht durchgesetzt.

 

N_spathulata_edwardsiana.jpg

 

Der nächste Hybrid ist so mit das Haarigste, was in meinen Terrarien rumsteht.

Musste bei den Elternteilen auch so kommen...

Die Pflanze ist damals quasi "aus Versehen" bei mir gelandet, als ich bei Kamil (BCP) N. stenophylla geordert hatte.

Nach einer Weile fiel mir dann auf, dass sich eine der Pflanzen irgendwie anders entwickelt.

Ein Blick auf die Sales-List und ein paar kundige Einschätzungen aus dem Forum später war dann der blinde Passagier identifiziert.

 

N_veitchii_stenophylla_I.jpg

 

Zum Schluss noch ein kleines Exemplar einer der größten Kannen der Gattung.

Die kleine ist jetzt rund zwei Jahre bei mir und hat es inzwischen auf gut zwei cm Kannenhöhe geschafft.

Sie ist, wo ich's oben schon angesprochen hatte, eine von denen, die zunächst im Zentrum des Strahlers standen und nun, am äußersten Rand des Terrariums endlich gut wächst.

 

N_rajah_I.jpg

 

Sind dann doch noch ein paar mehr Bilder geworden, also, das ein- oder andere Update wird wohl noch folgen.

 

Schönen Abend,

viele Grüße,

Christian

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Christian Voss

Hallo zusammen,

 

nachdem ich jetzt ein paar Tage mit dem Verpacken von Zwergdrosera-Brutschuppen zu tun hatte und sonst zu nicht allzuviel gekommen bin, ist heute mal wieder Zeit, um ein paar Kannenfotos zu zeigen und meinen Senf dazu zu geben.

Da sich die Bedinungen nicht geändert haben, - Wintertemperaturen sei dank - gilt weiterhin das oben schon erwähnte gute und schnelle Wachstum zu dieser Jahreszeit. Sogar "Heikelchen" wie z.B. N. lamii wachsen momentan wie Unkraut.

 

Ja, dann mal in medias res... und auf zu meiner zickigsten Pflanze. Auch nach einigen Jahren, die sie nun bei mir wohnt, hat sie das komplette Einstellen der Kannenbildung im Sommer noch nicht sein gelassen und kommt auch jetzt bei guten Temperaturen nur langsam in Gang.

N. jacquelineae ist auf Sumatra beheimatet und gehört zu den neueren Entdeckungen in dieser Gattung.

Die Bodenkannen der Art werden nur um die fünf bis sechs cm groß; was die Pflanze kann, zeigt sie dann bei den Hochkannen, die bis zu 15 cm groß und bis zu 10cm im Durchmesser messen können. Meine Kannen liegen jetzt bei etwa zwei cm Größe, am Ende des Winters waren letztes Jahr auch mal vier drin.

 

N_jacquelineae_V.jpg

 

Beim folgenden Hybriden kann man sehr schön erkennen, wann die Pflanze den Prozess des "Erwachsenwerdens" beginnt.

War bei der vorherigen Kann der Pflanze die Flügelleiste noch durchgängig bis zum unteren Ende der Kanne, so gibt es bei der ersten intermediären Kanne nur noch eine kurze Leiste direkt unter dem Kannenrand. Auch typisch für den Übergang zur Hochkanne ist die Veränderung der Kannenform.

Besaß die letzte Kanne noch einen ovalen, bauchigen Kannenansatz, so zeigt sich die aktuelle Kanne eher, und für viele Hochkannen typisch, trichterförmig.

Ach so, bei N. 'Bill Bailey' handelt es sich um eine Kreuzung aus N. singalana und N. ventricosa.

 

N_talangensis_BillB_IV.jpg

 

Eine Pflanze, die ich als Sämling bekommen habe und bei der ich mir bis heute der Identität nicht sicher bin ist diese (ich nenn' sie mal einfach so, wie ich sie auch gekauft habe) N. angasanensis.Farbe, Form, und Peristom sprechen zwar dafür, in dem noch recht jungen Zustand, wag' ich mich aber nicht, eine Hybridisierung (evtl. mit densiflora) definitiv auszuschließen.

N. angasanensis stammt von der Insel Sumatra und wächst dort auf deutlich über 2000m Höhe. Bei mir reicht der unterste und damit kühlste Bereich meiner Terrarien aus, damit sie zwar langsam, aber doch zufriedenstellend wächst.

 

N_angasanensis.jpg

 

Eine Pflanze mit sehr schön geformten Kannen ist N. pulchra, die eben deswegen zu meinen Favoriten zählt. Was mal aus der kleinen (momentan ungefähr vier cm hohen) Kannen wird, kann man schön auf den Fotos sehen, die Thomas Gronemeyer, der u.a. für ihre Entdeckung auf den Philippinen verantwortlich ist, hier im Forum schonmal gezeigt hat.

Auffällig, auch bei den späteren großen Kannen, ist insbesondere der "dicke runde Bauch" von N. pulchra, (was übrigens "schöne Kannenpflanze" bedeutet).

Die Art ist auf Mindanao endemisch und wächst dort auf 1300 bis 1800m Höhe.

 

N_pulchra_IV.jpg

 

Einen Hybriden hab' ich noch zum Abschluss. Einen, der inzwischen etwa 8cm Höhe hat und auf dieser Höhe seit einiger Zeit stagniert.

Die Pflanze macht ein wenig den Eindruck, als würde sie gerne eher trichterförmig wachsen, was dann dem Naturell der dubia entsprechen würde, als würde aber gerade das durch die bauchige Form der ventricosa verhindert.

Das Peristom, kräftiger und besser ausgefärbt als bei der dubia, finde ich, steht der hellen Kanne wirklich gut.

 

N_spathulata_dubia_IV.jpg

 

Ach nee, doch noch nicht ganz zu Ende, noch 'ne Frage in eigener Sache:

Als eine von zwei Pflanzen, die keine Tiere essen steht dieses Exemplar in meinem Terrarium. (Hab' ich mal bei 'ner Heliamphora-Bestellung dazu geschenkt bekommen). Die Pflanze steht da jetzt seit ca. 'nem Jahr so rum und ist gefühlt überhaupt nicht gewachsen.

Seit ein paar Tagen bildet sich nun jenes weiß/rosa-farbene Ding, das mit rasanter Geschwindigkeit wächst.

Sieht irgendwie nach Blüte aus. Kann ich aber nicht wirklich einordnen.

 

WasAuchImmer.jpg

 

Meine Fragen dazu: Wat is'n dat? (Oder: Welcher Art könnte dieses Exemplar angehören? ;)) und

Könnte das wirklich eine Blüte sein?, ach ja, und Wenn dem so ist, warum blüht die gerade jetzt? Niedrigere Temperaturen?

 

So, genug für heute.

Viel Freude mit den Bildern und vielen Dank für's Bestimmen,

Grüße,

Christian

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Sebastian Dormann

Hi Christian,

 

ersmal super Pflanzen und eine sehr schöne Artenvielfalt bei dir. :icon13:

 

Bei deiner nicht karnivoren Pflanze handelt es sich um irgendeine Art von Rhododendron.

Hab die selbe Pflanze vor Jahren mal bei Herrn Carow bestellt. Macht sich echt gut als Rankhilfe für kletternde Neps.

 

Das was auf deinem Bild zu sehen ist, sind neue Blätter. Die frischen Triebe sind bei dieser Art immer rot und kommen bei mir so schubweise alle 6 bis 8 Wochen.

Zum Blühen habe ich meinen leider auch noch nicht bekommen.

 

Gruß,

Basti

 

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Stefan H.

Hallo Christian,

 

wie immer zeigst du uns top gepflegte Pflanzen. Die N. jacquelineae sieht super aus. Meine legt in der kalten Jahreszeit auch gerade an Tempo zu.

 

Deine unbekannte Pflanze pflege ich auch. Das ist kein Rhododendron sondern stammt aus der Familie der Heidelbeere. Ob es Vaccinium stapfianum ist weiß ich nicht. Aber es wird wohl ein Vaccinium sein. Meine Pflanze zeigt immer mal wieder, dass sie gerne etwas mehr Nährstoffe nimmt wie die Karnivoren. Und wächst auch etwas zügiger wie bei dir und Sebastian angegeben. Der Neuaustrieb ist immer so schön rot. Ich habe das Gefühl, dass es umso stärker rot leuchtet, umso kühler er es nachts hat. In jedem Fall eine schöne Pflanze. 

 

Viele Grüße

Stefan

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Christian Voss

Hallo zusammen

 

und vielen Dank für die Bestimmung. Als jemand, der keinen blassen Dunst von all dem vegetarischen Grünzeug hat, hätte ich, wohl aufgrund der Blattform, auch zuerst mal auf Rhododendron getippt. Naja, zumindest lag ich mit meinem Tipp, dass das Wachstum durch die kälteren Nächte angeregt wird richtig. ;)

Ja, und danke Stefan für den Tip mit den Nährstoffen. Dann werd' ich bei der nächsten Düngerrunde einfach mal 'nen Schluck dazugeben, statt nur zu sprühen.

Inzwischen, die Bilder sind ja schon 'ne gute Woche alt, sieht man auch deutlicher, dass es ein Austrieb ist. Die Blätter beginnen auch schon, sich dunkler zu färben.

 

Ja, und ohne Bilder will ich dann auch heute nicht schließen.

Dafür gibt's dann heute mal 'ne andere Gattung, immerhin heißt der Thread ja auch "[...]Kannen und Krüge".

Und ja, ich weiß auch, dass @Ralf Mößle jetzt wieder sagen wird "die sind mir zu rot" :P, muss aber betonen, dass ich alles versucht habe, die irgendwie grüner zu bekommen - vergeblich.

Bedeutet, dass ich jetzt auch bei den Heliamphora-Terrarien auf je einen 22W-Strahler reduziert habe, was aber augenscheinlich genügt, um die Pflanzen komplett rot zu färben. Mir kann's recht sein. Gut und günstig. :biggrin:

 

Den Anfang macht die Amuri-Variante von H. exappendiculata, die sich, so meine ich, als einzige der verschiedenen exappendiculata-Standortvarianten, auf den ersten Blick bestimmen lässt.

Wo die meisten anderen nämlich einen direkt in den Krugrand integrierten Deckel besitzen, zieht sich dieser bei der Amuri-Variante deutlich nach oben.

Auch die deutlich sichtbare "Punktierung" der frischen Krüge hab' ich sonst noch bei keiner Variante feststellen können.

 

H_exappendiculata_Amuri_IV.jpg

 

Direkt mal im Vergeich dazu die Variante vom Aprada-Tepui, die dutlich zeigen sollte, was ich oben meinte.

Der Krug im Zentrum, vor ein paar Tagen frisch geöffnet, zeigt schön, welche Sprünge manche Pflanzen machen, wenn die Temperaturen fallen.

Im Hintergrund (Ralf guck hin!) sieht man übrigens die einzige Heliamphora im Becken, die trotz der Beleuchtung grün bleibt.

Dabei handelt es sich um einen sehr schön geformten Hybriden (H. heterodoxa x tatei) aus der Zucht von Robert Severit.

 

H_exappendiculata_Aprada_III.jpg

 

Die Pflanze, die im vorherigen Bild schon vorne links zu sehen war, hier dann im Vollformat, ist H. 'Tequila'.

Dabei handelt es sich um eine Kreuzung von Exotica Plants (Australien) und hat die Formel H. nutans 'Giant' x [minor x heterodoxa].

Aus dieser Kreuzung sind, ich meine es waren fünf verschiedene Klone selektiert und benannt worden.

Den Bildern zufolge müsste es sich bei meiner Variante um den Typ 'c' handeln, ich lass' mich da aber gerne korrigieren.

Zu meiner großen Freude wird die noch recht kleine Pflanze (etwa 10cm Höhe) wie man sieht bald blühen.

 

H_Tequila_I.jpg

 

Nicht zu unrecht trägt die folgende Pflanze ihren Namen, denn sie wirkt in all' ihren Teilen ein wenig in die Länge gezogen.

Insbesondere fällt das bei der Verbindung des Deckels zum Krug auf, die charakteristisch in die Länge gezogen scheint.

Beschrieben wurde H. elongata 2004 von Joachim Nerz.

Zu finden ist sie auf rund 2600m Höhe auf dem Illu- und dem Tramen-Tepui in Venezuela und kann bis zu 30cm groß werden. Mein Exemplar liegt irgendwo um die 15cm.

 

H_elongata_Tramen_I.jpg

 

Die letze für heute ist die, die mit Sicherheit irgendwann mal den Rahmen ihrer Terrarienbehausung sprengen wird.

Typisch für H. tatei ist nämlich, dass diese Art mit der Zeit Stämme bildet und immer weiter in die Höhe wächst, dabei sind mehrere Meter Höhe möglich.

Der eigentliche Schlauch wird bis zu 40cm lang und hat einen typischerweise verhältnismäßig kleinen Deckel.

Die größten meiner Exemplare liegen momentan bei ca. 18cm, das abgebildete hat etwa 12cm Höhe und wächst recht zügig im Vergleich mit anderen Arten.

 

H_tatei_Huachamacare.jpg

 

So, das war der kleine Krug-Exkurs, vielleicht schieb' ich die Tage noch ein paar Blütenbilder nach, momentan blühen nämlich fünf verschiedene Arten.

Ansonsten sind noch ein paar Kannebilder verfügbar, um die ich mich dann auch in den nächsten Tagen kümmern werde.

 

Viel Spaß mit den Bildern und viele Grüße,

Christian

 

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Stefan H.

Hey Chris,

 

die Heliamphora sehen top aus. Schon beeindruckend was diese 22W so alles anrichten können. ;) Da sind aber sicher auch etwas die geringeren Temperaturen für verantwortlich. Ich habe ja noch zwei der Strahler drauf liegen aber mein Becken war ja auch etwas höher, wenn ich mich recht erinnere?! Oder wie war da der Stand? Für die Utricularia sind aber 2x 22W schon recht viel. ;)

 

Ich weiß nicht in was der Vaccinium bei dir steht, aber in totem Sphagnum hat er echt zu wenig Nährstoffe und bei mir teilweise stark fleckige Blätter bekommen. Das sah schon irgendwie nach starken Mangelerscheinungen aus und verbesserte sich nach etwas Düngung. Derzeit geht er richtig ab und die zeitlichen Abstände zwischen den Neuaustrieben wird immer geringer. 

 

Viele Grüße

Stefan

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Christian Voss

Hi Stefan, 

 

ja, ich bin selber immer wieder erstaunt, was die paar Watt können. Wenn ich mir dagegen meine Ping-Schalen mit den 2 36W-T8-Röhren darüber anschaue, sieht man schon, wie weit die Technik inzwischen fortgeschritten ist... 

Und ja, meine Terrarien haben, bis auf das eine, 40cm Höhe. Müssten 10 weniger sein als bei Dir, richtig? Auf dem 60cm hohen hab' ich auch weiterhin zwei Strahler drauf, was auch bis in die unteren Regionen dicke ausreicht. 

 

Mein Vaccinium steht im gleichen Mix wie die Nepenthes und Heliamphora, also recht Torf-lastig mit nur einem Teil toten Sphagnums. Daher dürfte vielleicht etwas mehr an Nährstoffen hängen bleiben. Mangelerscheinungen konnte ich zumindest bisher nicht feststellen, aber eben auch kein Wachstum... 

Mal schauen, wie's dann auf stärkere Düngung reagiert, jetzt, wo das Wachstum schon mal angelaufen ist. 

 

Viele Grüße, 

Christian 

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Stefan H.

Hey Christian,

 

ja genau, die paar Heliamphora die ich besitze stehen alle in dem 50 cm hohen Becken. Allerdings stehen die Töpfe nicht erhöht sondern direkt auf dem Terrarienboden. Ich habe ja auch noch die beiden, mit schwarzen Silikon angeklebten, Leisten oben an der Decke dran kleben, die wohl auch noch einiges an Licht "schlucken". Aber da ich keinen geeigneten Weg gefunden habe diese zu entfernen bzw. das Silikon ab- bzw. aufzulösen mussten die notgedrungen dran bleiben. 

 

Ja, im Torf sollte der Vaccinium besser wachsen und mehr Nährstoffe zur Verfügung haben. Deiner ist ja noch recht klein und ich weiß nicht wie viele Wurzeln er bereits hat. Nach einiger Zeit wächst er dann schneller, vor allem wenn er sich dann mehr verzweigt und dadurch mehr Wachstumspunkte bzw. mehr Triebe hat. Ich denke, wenn du dich mit leichten Düngergaben langsam rantastest machst du nichts verkehrt. Ich würde anfangs nicht stärker dosieren wie bei den Karnivoren. 

 

Viele Grüße

Stefan

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Ralf Mößle

Naja, auf Fotos sieht das extreme Rot der Pflanzen zumindest besser aus als in natura. Doch ist eben Geschmackssache. Mir gefallen so tief rote Pflanzen eben nicht. Doch die Strafe dafür hast du mir ja schon geliefert. Wegen deiner Bilder habe ich jetzt wieder schlaflose Nächte, und würde am liebsten direkt wieder eine Großbestellung aufgeben.? Glücklicherweise ist Versandpause.

 

Die Bilder sind natürlich wie gewohnt eine Klasse für sich.

 

Viele Grüße Ralf 

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partisanengärtner

Das mit der Klasse für sich kann ich nur neidlos zugeben.

Dein Vaccinium könnte keine Preisselbeere sein? Sieht schon sehr Vaccinium vitis-idaea ähnlich.

Vaccinium_vitisidaea_flower.jpg

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