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Wespen Invasion


Bjoern_G

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Hallo,

 

ich habe nun mittlerweile auch das Problem, dass die Schläuche voll sind und anfangen dunkel zu werden. Wahrscheinlich werden sie in nächster Zeit dort "durchgammeln" und die schönen Schläuche sind dahin.

 

Mir ist schon klar, das gehört dazu. Trotzdem.... würde ich gerne so lange schöne Schläuche habe wie es nur geht.

Ich habe nun hier im Forum gelesen, dass einige die Schläuche mit Watte zu machen. Das werde ich wohl nächstes Jahr auch machen.

 

Frage mich nun aber, wie das mit der Nährstoffversorgung aussieht wenn die Schläuche nichts mehr fangen können?

 

Mir ist auch klar, "der Natur ihren Lauf lassen" wäre am besten. Ich habe aber leider nur einen kleinen Balkon. Der einzige "Hingucker" sind jetzt meine Sarras. Daher würde ich gerne so lange wie möglich schöne Schläuche haben.

 

Bedanke mich schon mal für hilfreiche Tipps.

 

Viele Grüße

Thorsten

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Einige hübschen Schläuche verstopfst du, die etwas hässlicheren lässt du offen & schneidest sie bei Schimmelbefall ab.

Oder du verstopfst alle & löst den Pfropfen alle paar Tage, um ne Fliege reinzuwerfen.

Aber mal ehrlich, dann sind Karnivoren die falschen Pflanzen für dich..

Bearbeitet von Fee
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Hallo Fee,

 

der Tipp mit den "die Schönsten werden verschlossen" ist gut. Vielen Dank dafür.

 

Das mit dem "sind die falschen Pflanzen für dich" sehe ich allerdings anders. Natürlich. :happy:

 

Ich mag einfach diese schönen Pflanzen. Daher möchte ich sie so lange "schön" haben wie es geht.

 

Wir alle greifen bei der Haltung der Pflanzen in die natürlichen Prozesse ein.
Wenn ich lese, die Sarras fangen in ihrer Heimat so ca. 3 Fliegen, denke ich natürlich,
hier werden sie mit den vollen Schläuchen überfordert.

 

Vielleicht streue ich auch ein paar Osmocote Kügelchen in die Schläuche bevor ich sie mit Watte verschliesse.

 

Das ist wohl ein Thema worüber man noch diskutieren kann.
 

Viele liebe Grüße
Thorsten

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Hallo zusammen,

dass Sarracenia in der Natur nur wenig Beute machen, wage ich definitiv zu bezweifeln.

Dass unsere Pflanzen mit der Fülle der gefangenen Beute überfordert sind, stimmt hingegen.
Wenn man mal betrachtet, wieviele Tierarten mit den Pflanzen in ihrer Heimat in Beziehung stehen, ist dies auch nicht weiter verwunderlich.

Die für die Pflanzen "wichtigsten" Bewohner finden sich bei den Zweiflüglern (Diptera).
In Sarracenia purpurea leben unter anderem Stechmückenlarven der Gattung Wyeomyia, Zuckmückenlarven der Gattung Metriocnemus und die Larven der

Fleischfliege Fletcherimyia fletcheri.
Daneben finden sich auch noch Rädertierchen (Rotifera), Protozoen und Ruderfußkrebse (Copepoda) der Art Paracyclops canadensis.

Bei den anderen Sarracenia-Arten finden sich Larven der Fleischfliegengattungen Fletcherimyia (mehrere Arten) und Sarcophaga sarraceniae, sowie die

Pilzmückenart Bradysia macfarlanei.
Aber auch einige Milbenarten, welche sich von den Insektenkadavern oder als Raubmilben von andere Milben ernähren.

Vervollständigt wird das Ganze noch durch Bakterien, Algen und Pilze, Welche allesamt der Pflanze als "Verdauungshilfe" zur Seite stehen.
Zwar kann man auch hierzulande gelegentlich mal Fliegenmaden in den Schläuchen beobachten, allerdings ist dies relativ selten.

So verwundert es kaum, dass bei unseren Pflanzen die Schläuche bei zu viel Futterangebot gerne verfrüht mittig absterben und die gefangenen Insekten nur wenig effektiv verwertet werden können.

 

Zum Nachlesen:

http://epsn.org/Teachers/ScienceFacts/EPSN_Science_Facts_Insect_and_Pitcherplant_Interactions.pdf

https://etd.auburn.edu/bitstream/handle/10415/1889/Underwood%20Thesis%202009.pdf?sequence=1&ts=1439401032728

http://www.jstor.org/stable/3858429?seq=1#page_scan_tab_contents

http://deepblue.lib.umich.edu/bitstream/handle/2027.42/54844/3285.pdf?sequence=1

 

LG, Heiko
 

Bearbeitet von riverjack
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@Thorsten: Wenn du nicht sooo viele Schläuche hast, kannst du ein paar Insekten mit einer langen Pinzette rausfischen. So mache ich es nun.

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Vielen Dank für die tollen Antworten.

Ich habe nun erstmal Grashalme in die Schläuche gesteckt.

Fürchte das entfernen der Leichen bringt nicht mehr viel, dafür sind die Schläuche schon zu stark geschädigt.

Vielen Dank und viele Grüße

Thorsten

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partisanengärtner

Es soll ja in Europa in einigen Mooren auch Sarracenien Hybriden geben die nicht so stark Purpurea beeinflußt sind.

Da könnte man sicher beobachten wie sie dort mit der dort heimischen Beute fertig werden.

Die Wespen, Schmeißfliegen und Schwebfliegenpopulation ist in Mooren auf jeden Fall deutlich spärlicher als im so stark menschlich beeinflußten Biotop in unseren Siedlungen. Beispielsweise die Biotonnen sorgen für extreme Bestände.

Damit wären auch die passenden tierischen Bewohner überfordert.

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Hallo ihr,

 

ich weiß gar nicht mehr wo ich das mit den 3 Fliegen gelesen habe. Da muss ich nochmal suchen. Habe in letzter Zeit dermaßen viel über diese wunderschönen Pflanzen gelesen und angeschaut, da verliert man schon mal den Überblick.

 

Dabei habe ich so einiges Interessantes auf Siegfried Hartmeyers YouTube Kanal anschauen dürfen. Ein absolutes MUSS für alle Carnivoren Freunde.

Aber wem erzähle das, das ist hier bestimmt allseits bekannt.

 

Hier ein Film aus besagtem Kanal

https://www.youtube.com/watch?v=1IrYZu05c5E&feature=player_detailpage

 

Dort kann man auch sehr schön sehen, dass die Pflanzen nicht so volle Schläuche haben.

 

Hier waren aber bestimmt auch schon einige Forumsmitglieder in der Heimat dieser Pflanzen unterwegs, vielleicht äussern die sich ja noch zu dem Thema.

 

Schönen Abend

 

Thorsten

 

 

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  • 2 Wochen später...

Hallo zusammen,

 

auch bei mir sind die Wespen dieses Jahr ziemlich zugange.

Wespenfallen brauche ich allerdings nicht aufzustellen. Diese Arbeit wird von den Sarracenien und den Nepenthes übernommen.

Mittlerweile sind die Saccacenia-Schläuche dermaßen gefüllt (mit Wespen und Fliegen), dass deren Kapazität weitestgehend ausgefüllt ist.

Aber die Wespen mögen meine Nepenthes sowieso lieber.

 

Da die Kanneninhalte nun leider begonnen haben ordentlich zu stinken, habe ich einige der Kannen nun von ihrer Insektenlast befreien müssen.

Faulender Kanneninhalt ist bei Nepenthes nämlich nicht gerade beliebt, so dass die Kannen frühzeitig absterben können.

Natürlich habe ich hierzu ein paar Bilder gemacht.

 

Zunächst mal Nepenthes ventricosa x talangensis

Der gesamte Kanneninhalt stammt von 3 Kannen. Die restlichen, nun langsam absterbenden Kannen, habe ich nicht geleert.

Die Pflanze hat also insgesamt deutlich mehr Beute gemacht. Die Glasschale hat einen Durchmesser von 6 cm.

Die Beute besteht hauptsächlich aus Wespen und Fliegen. Vereinzelt noch einige Nachtfalter, Ameisen und einige wenige Waldschaben.

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Nepenthes campanulata x maxima

Bei dieser Pflanze hat ein Ameisenstaat Zugang gefunden.

Die braune Masse des Kanneninhalts besteht aus Ameisen. Des Weiteren hat sie natürlich auch einige Wespen und Fliegen erbeutet.

Einige Ameisen befinden sich allerdings noch in den Tiefen der Kanne.

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Die Insekten sind natürlich nicht umsonst gestorben. Über diese Zusatzbeute freuten sich meine Sarracenia purpurea.

Nun, da sie jetzt auch stinken, können sie jetzt auch ordentlich Beute machen.

Die Fliegen schwirren schon drum herum...

 

LG, Heiko

 

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Die Insekten sind natürlich nicht umsonst gestorben. Über diese Zusatzbeute freuten sich meine Sarracenia purpurea.

 

Na lecker, du verfütterst diesen Insektenmatsch jetzt wirklich an deine Sarracenia?

Bearbeitet von Fee
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