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Nepenthes Händler bei Ebay alles N. Villosa, N.Macrophylla usw. Seedgrown? Seriös oder Betrug?


Mark Brandenburg -HB

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Andreas Wistuba

Wenn ich den beim gleichen Händler kaufe, ist mir vornherein klar, das es die gleiche Pflanze ist. 

 

Das stimmt zumindest bei mir nicht. Es gibt viele Arten, von denen ich etliche Klone habe und ich wechsele da auch beim Verkauf durch. Ich möchte mir aber nicht den Schuh anziehen, die auch alle offiziell vermarkten zu müssen und immer lieferbar haben zu müssen. Bei den wenigen Arten, wie N. hamata, N. clipeata, usw. wo ich das mache, ist der Aufwand schon groß genug. 

Viele Grüße

Andreas

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Andreas Wistuba

Wieso machst du es speziell bei Hamata und Clipeata Andreas? Hat das bestimmte Gründe?

 

Bei N.clipeata wegen des N. clipeata Survival Projects, das mittlerweile aber irgendwie im Sande verlaufen ist. "Seedgrown" (=geplündert) ist ja viel toller....!

Bei ein paar anderen Arten habe ich das dann als Experiment auch gemacht und habe gesehen, dass der Aufwand zu groß ist um das konsequent bei vielen Arten durchzuziehen.

Die Pflanzen, die ich auf Börsen dabei habe, sind übrigens meist mit Klon-Nummern versehen. Da habe ich oft mehrere pro Art auf dem Tisch.

Viele Grüße

Andreas 

Bearbeitet von Andreas Wistuba
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Sicher gibt es in Asien Züchter, aber keine die N. edwardsiana Samen verkaufen. Ich habe in letzter Zeit zweimal mit solch dubiosen Leuten gesprochen die Samen direkt aus der WIldnis holen und bei Ebay und auf Facebook verkaufen. Beide haben komischerweise als Standort Indonesien angegeben und auch offen zugegeben wie sie vorgehen. Weiterhin, hast du schonmal eine blühende N. edwardsiana in Kultur gesehen woraus legale Samen enstanden sein könnten? Wohl kaum. Von daher ist mein Kommentar berechtigt!

Hallo,

 

schon mal drüber nachgedacht, das es auch in Asien Züchter gibt? Das ewig zu pauschalisieren, ist auch nicht der richtige Weg. Ja, es gibt in Asien Wildsammler, es gibt aber auch Großhändler, die den europäischen Markt mit gezüchteten Pflanzen beliefern.

 

Grüße Nicky

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Nicky Westphal

Hallo Icarus,

 

ich glaub hier ging es nicht nur um die eine Art, sondern um mehrere. Wenn du das nur auf N. edwardsiana beziehst, mag das sicher stimmen. Das war aber in deiner Aussage "Wer samen oder seedgrown Pflanzen von eBay Händlern aus Südostasien kauft trägt zur Ausrottung der Pflanzen in der Wildnis bei." nicht zu entnehmen! Nicht jeder der Samen Verkauft, ist gleich ein Verbrecher und Wildsammler. Man sollte sich sicher immer kundig machen woher die Samen stammen.

Und ich seh das Samenangebot bei einigen sehr bekannten Karnivoren-Händlern in Europa genauso kritisch an. Die Samen können da nur selten aus eigener Zucht stammen und sind dann auch meist Zukäufe unbekannter Herkunft!

 

Grüße Nicky

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partisanengärtner

Danke für die Informationen. Das Ganze ist jetzt etwas durchsichtiger geworden. Letztendlich sind bei Dir dann wohl auch die einzelnen Klone aus Samen gewonnen.

Da immer wieder mal neue Linien geklont werden kommt schon etwas Variation in die Sache.

 

Möglicherweise ist ja auch die Geschlechtsdetermination ähnlich wie bei manchen Fischen Alters oder Konstitutionsgesteuert. Bei einigen Fischen sind die schwächeren/jüngeren Exemplare männlich und erst ab einem gewissen Entwicklungsstand wird dann ein Weibchen draus. Amphiprion z.B. bei Coris ist es umgekehrt.

Auf jeden Fall spannend und die langfristigen Halter werden sicher mal eine Antwort darauf finden.

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Danke für die Informationen. Das Ganze ist jetzt etwas durchsichtiger geworden. Letztendlich sind bei Dir dann wohl auch die einzelnen Klone aus Samen gewonnen.

Da immer wieder mal neue Linien geklont werden kommt schon etwas Variation in die Sache.

 

Ich glaube das kommt drauf an. Manche Pflanzen sind so selten, dass keine Männchen und Weibchen in Kultur sind, dann gibt es auch keine legalen/ ethisch vertretbaren Samen.

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Mark Brandenburg -HB

Mal ne ganz Blöde Frage: wenn man IV auch über Zellgewebe vermehren kann. Kann man dann nicht einmal unter Leitung/Genehmigung der Indonesischen Regierung von einer wild blühenden Männlichen und einer wildblühenden weiblichen Ewardsiana Zellgewebe entnehmen. Diese dann über IV vermehren. So würde mann auch schon gleich das Geschlecht wissen. Dann hätte man eine männliche und weibliche und könnte dann auch reine Ed-Samen anbieten. Oder stell ich mir den IV Vorgang zu einfach vor?

 

Wieso also nicht gleich Clone von Elternpflanzen erschaffen, bei denen die Art und das Geschlecht schon von anfang an klar ist.

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Manuel Reimansteiner

über Nodien, kein Problem.

Über Zellgewebe schwierig ...

Trotzdem ist es um einiges einfacher über Samen Nepenthes IV zu etablieren, da man in den meisten Fällen weniger Kontaminationen hat.

... und dazu bräuchte man die Genehmigung der Malaysianischen Regierung ;)

Bearbeitet von Manuel Reimansteiner
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Hallo,

 

schon mal drüber nachgedacht, das es auch in Asien Züchter gibt? Das ewig zu pauschalisieren, ist auch nicht der richtige Weg. Ja, es gibt in Asien Wildsammler, es gibt aber auch Großhändler, die den europäischen Markt mit gezüchteten Pflanzen beliefern.

 

 

Grüße Nicky

 

Sorry, Nicky, aber wenn Du jemals in den Hauptherkunftsländern von Nepenthes gewesen wärst, wüsstest Du, dass die Vorstellung, dass es in Asien jenseits von den 4 Großen, die mir spontan einfallen, noch weitere Nepenthes-Züchter gibt, die dann auch noch in der Lage sind, Samen von seltenen und schwierigen Arten zu produzieren, absurd ist. Mysteriöserweise hat von diesen Wunderzüchtern auch kein einziger einen Internet-Auftritt oder ist sonstwie bekannt! So etwas in die Welt zu setzen, wenn man überhaupt nicht weiß, ob es stimmt (bzw. obwohl man sich denken kann, dass das absurd ist), ist nicht OK, weil dann auch andere dieses Gerücht dankbar übernehmen, um ihr eigenes Gewissen zu beruhigen. Übrigens haben noch nicht mal die vier Großen jemals edwardsiana-Samen angeboten!

Leute, diese eBay-Kauferei muss aufhören! Ihr macht euch alle mitschuldig an der Ausrottung der Pflanzen! Und das "aber andere machen das doch auch" ist kein Argument, sondern nur eine Ausrede, und das wisst ihr auch. Wir haben gerade in Deutschland das größte Angebot an Nepenthes aus In-Vitro-Kultur, und es gibt deswegen gerade für uns ÜBERHAUPT KEINEN Grund irgendwo geplünderte Samen und Pflanzen zu kaufen!

 

Gruß,

David

Bearbeitet von David M.
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Nicky Westphal

Hallo David,

 

schön das du in Asien gewesen bist. Ich glaube aber nicht das du dort alles gesehen hast. Ist aber auch egal.

 

 Icarus schrieb am 18 Oct 2015 - 7:54 PM:snapback.png

Sehe ich auch so. Wer samen oder seedgrown Pflanzen von eBay Händlern aus Südostasien kauft trägt zur Ausrottung der Pflanzen in der Wildnis bei. Dieser ganze "seedgrown" Hype ist total schwachsinnig.
 

Meine Aussage bezog sich nur darauf, das hier prinzipiell von Käufen aus Asien abgeraten wurde und ich drauf aufmerksam machen wollte, das es durchaus seriöse Anbieter von dort gibt. Auch einer der 4 Großen bietet Samen bei Ebay (gibt es nicht nur in Deutschland) an. Man kann das einfach nicht immer in einen Topf werfen. Man hat aber die Möglichkeit sich bei den Verkäufern zu informieren und sich sogar Bilder schicken zu lassen! Wer Was züchten kann und tut kann ich nicht einschätzen und ich brauche auch nicht die superseltenen Nepenthes.

 

Das es genug schwarze Schafe gibt brauchen wir nicht diskutieren. Es liegt aber an jedem selbst ob er gleich kauft oder ober er sich erst einmal informiert und dann entscheidet. meinen Standpunkt zur Wildentnahme kannst du in dem anderen Thread http://forum.carnivoren.org/topic/40313-edwardsiana-samen-zum-keimen-bringenumtopfen/page-3#entry209580 ja nachlesen.

 

Grüße Nicky

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Mark Brandenburg -HB

Ich denke keiner von uns hier findet eine wildentnahme von ganzen Pflanzen auch nur im Ansatz ok. Wenn jm jetzt mal wirklich dort unterwegs ist und sich von eine blühenden männlichen Edwardsiana etwas Pollen in ein Glasgefäß abklopft, weiß ich nicht ob das nun wirklich ein so großes Verbrechen darstellt, da die Pflanze so ja nicht wirklich geschädigt wird. Optimal wäre es ja wenn man zwar sehr teuer, dann aber legal solche Samen von den Regierungsbehörden vor Ort "geordent und geplant" kaufen könnte, und dann ein gewisser Betrag davon in den Naturschutz vor Ort fließt. 

 

Zumindest sollten wir uns auch mal in Deutschland etwas zurückhalten, wenn man sieht was alleine in der Welt an Regenwald abgeholzt wird, nur damit wir uns regelmäßig neue Möbel kaufen können oder Papier "schmutzig" machen müssen, um unseren Lebensstil zu halten. Von all den Kriegen mal ganz abgesehen. Wenn man den Leuten in Asien viele Einkommensmöglichkeuten durch die Konzerinierung kaputt macht z.B. Ihnen vor der Küste die Meere leerfischt, ist für mich der Indonese oder Malysier nicht der Böse wenn der irgendwie versucht seine Familie durchzufüttern, auch wenn er dafür wildgeernte Samen verkaufen muss. Und ich will nicht wissen wer hier doch mal heimlich ein paar Samen aus der Natur mitgehen lassen würde, wenn er gerade unbeobachtet dazu in Asien auf irgendeinen Berg stehen würde. Moral ist gut, aber die Realität zeigt dann die Praxis.

 

Zudem denke ich mir, dass die Leute dort vor Ort ja selbst ein Interesse am Erhalt des Naturstandortes haben, da ja auch viele Touristen nur wegen der Nepenthes ins Land kommen und den Einheimischen so Arbeit geben z.B: bei "Redfern Expeditions" als Führer oder Gepäckträger.

 

Die Frage ist doch, geht das dort geordnet mit der Genehmigung der dortigen Regierung, Naturschutzbehörde usw. zustande oder nicht. Denke mir jeder seriöse Händler dort wird mir Sicherheit eine Erlaubnis der Regierung haben. Und wenn nicht ist das eher das Problem. Wenn er die Erlaubnis hat aus der Natur 4-5 Pflanzen zu entnehmen, um dann darüber Samen zu erzeugen, muss man ja sehen ob das nicht zum Schluss sogar eher dem Erhalt dieser Art dient. 

 

Und an Nicky und David M. ich denke ein seriöser Anbieter wird immer eine Art Echtheitszertifikat mitliefern, indem er die Echtheit beweisen kann. Sonst kann er dir ja alles Verkaufen und bis du den Betrug festgestellt hast vergehen ja evtl. Monate wenn nicht sogar Jahre. Und ja im 21 Jahrhundert wird ein seriöser Händler sicher auch über eine Homepage und ein Impressum verfügen. Und ja ich denke die menschliche Psyche spielt da auch eine Rolle, Jeder will doch eine Rarität, dass ist doch bei Kunstobjekten wie Picassos usw. bis hin zu Autos (Ferrari) genauso.

 

Ich selber will gar keine Edwarsiana, die ist mir in der Kultur viel zu anspruchsvoll ist. Ich finde den Hybriden "Pastoral" von Leilani Nepenthes viel schöner:-)

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Du widersprichst Dir selbst ...

 


"Wenn man den Leuten in Asien viele Einkommensmöglichkeuten durch die Konzerinierung kaputt macht z.B. Ihnen vor der Küste die Meere leerfischt, ist für mich der Indonese oder Malysier nicht der Böse wenn der irgendwie versucht seine Familie durchzufüttern, auch wenn er dafür wildgeernte Samen verkaufen muss.

 

Zudem denke ich mir, dass die Leute dort vor Ort ja selbst ein Interesse am Erhalt des Naturstandortes haben, da ja auch viele Touristen nur wegen der Nepenthes ins Land kommen und den Einheimischen so Arbeit geben z.B: bei "Redfern Expeditions" als Führer oder Gepäckträger."

Bearbeitet von Icarus
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Zudem denke ich mir, dass die Leute dort vor Ort ja selbst ein Interesse am Erhalt des Naturstandortes haben, da ja auch viele Touristen nur wegen der Nepenthes ins Land kommen und den Einheimischen so Arbeit geben z.B: bei "Redfern Expeditions" als Führer oder Gepäckträger."

 

Aha, und dadurch ist die Armut überall bekämpft?

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Du widersprichst Dir selbst ...

 

"Wenn man den Leuten in Asien viele Einkommensmöglichkeuten durch die Konzerinierung kaputt macht z.B. Ihnen vor der Küste die Meere leerfischt, ist für mich der Indonese oder Malysier nicht der Böse wenn der irgendwie versucht seine Familie durchzufüttern, auch wenn er dafür wildgeernte Samen verkaufen muss.

 

Zudem denke ich mir, dass die Leute dort vor Ort ja selbst ein Interesse am Erhalt des Naturstandortes haben, da ja auch viele Touristen nur wegen der Nepenthes ins Land kommen und den Einheimischen so Arbeit geben z.B: bei "Redfern Expeditions" als Führer oder Gepäckträger."

 

 

 

Wo widerspricht er sich selber? Du zitierst doch nur einen Satz, der absolut keinen Widerspruch aufzeigt. Verstehe ich jetzt nicht.

 

Und zum Interesse der Leute vor Ort am Erhalt eines Naturstandortes nur soviel:

 

Indonesien hat laut Wikipedia ca. 238 Mio Einwohner

Malaysia hat laut Wikipedia ca. 28 Mio Einwohner (beides Stand 2010)

 

Also gesamt so round about 265 Millionen Einwohner, von denen wie viele deiner Meinung nach ein Interesse daran haben, Arbeitsplätze bei Redfern oder anderen Touristenführern zu erhalten, weil sie dort einen Job haben? 50, 100, 1.000?

 

Wie nennt sich das eigentlich unterhalb des Promillebereiches, das geht ja wohl mehr in den Bereich ppm oder ppb, die das dort interessiert, ob man einem Landsmann eventuell einen Job als Gepäckträger weg nimmt, wenn man gleichzeitig einen halben oder ganzen Monatslohn für eine 08/15 Pflanze (aus Sicht des Einheimischen) bekommt, die man einfach mal eben ausbuddelt, verkauft und die eigene Familie eine Woche oder einen Monat ernähren kann.

 

Die Mär von "die Leute haben ja selber ein Interesse daran, das ihre Natur heil bleibt, weil man so am Tourismus verdienen kann" sollte man ganz schnell ad acta legen, das klappt nicht mal in Ländern, in denen die Leute nicht bitterarm, sondern eigentlich ganz gut situiert sind (siehe Umweltschutz vs. Seilbahnen / Skigebiete in den Alpen nur mal als schnell heraus gegriffenes Beispiel).

 

Ich frage mich ja immer, ob die ganzen Leute, die hier immer so vehement gegen Wildsammlungen von Samen protestieren (gegen die ich per se auch bin), sich überhaupt jemals einen Eindruck von den Leuten verschafft haben, die das machen. Deren Behausungen (Wohnungen nenne ich das nicht), deren Familien, deren Umfeld, deren Arbeitssituation (oft eben gar keine) und deren Sorge und Zukunftsängste gesehen und selbst erlebt haben. Erst dann finde ich es überhaupt berechtigt, hier mit dem erhobenen Zeigefinger, moralischen Vorschlägen und dem Pochen auf Naturschutzgesetze anzutreten.

 

Und nicht zu vergessen, wir alle (also unsere Urgroßeltern und weitere Vorfahren) haben doch nichts anderes hier gemacht, wir haben Jahrhunderte die Natur geplündert und dann auch noch gleichzeitig halb Asien / Afrika durch unsere Kolonisation / Versklavung quasi am Aufstieg, an Bildung, Weiterentwicklung bewusst gehindert, weil wir sie als billige Arbeiter, ihr Land als billige Farmen für Monokulturen etc. haben wollten, um unseren Reichtum, unsere Gier zu mehren. Und kaum sind wir reich genug, unser schlechten Gewissen rührt sich ob unserer in Jahrhunderten verübten Taten, hacken wir Gutmenschen auf dem armen Kerl in Asien herum, der aus Existenzangst ein paar Samen nimmt, eine Pflanze ausgräbt, um seine Kinder zu ernähren?

 

Während er gleichzeitig mit ansehen muss, wie tausende von Hektar Regenwald für beschissene Palmölplantagen platt gerodet werden, damit wir uns einbilden können, wir tun was für die Umwelt, wenn wir tanken?

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Nicky Westphal

Naja, wer glaubt denn das die Einheimischen für die Pflanzen ordentlich Kohle bekommen? Ich nicht! Die Aufträge für den Raub der Pflanzen und der Samen kommen doch wo ganz anders her und die verdienen daran dann richtig. Nicht die Leute, die eine Samenkapsel mit 50 Samen für 2-5USD oder nen ganzen Trieb für 10-15USD verhökern.

 

Grüße Nicky

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Wo widerspricht er sich selber? Du zitierst doch nur einen Satz, der absolut keinen Widerspruch aufzeigt. Verstehe ich jetzt nicht.

 

Und zum Interesse der Leute vor Ort am Erhalt eines Naturstandortes nur soviel:

 

Indonesien hat laut Wikipedia ca. 238 Mio Einwohner

Malaysia hat laut Wikipedia ca. 28 Mio Einwohner (beides Stand 2010)

 

Also gesamt so round about 265 Millionen Einwohner, von denen wie viele deiner Meinung nach ein Interesse daran haben, Arbeitsplätze bei Redfern oder anderen Touristenführern zu erhalten, weil sie dort einen Job haben? 50, 100, 1.000?

 

Wie nennt sich das eigentlich unterhalb des Promillebereiches, das geht ja wohl mehr in den Bereich ppm oder ppb, die das dort interessiert, ob man einem Landsmann eventuell einen Job als Gepäckträger weg nimmt, wenn man gleichzeitig einen halben oder ganzen Monatslohn für eine 08/15 Pflanze (aus Sicht des Einheimischen) bekommt, die man einfach mal eben ausbuddelt, verkauft und die eigene Familie eine Woche oder einen Monat ernähren kann.

 

Die Mär von "die Leute haben ja selber ein Interesse daran, das ihre Natur heil bleibt, weil man so am Tourismus verdienen kann" sollte man ganz schnell ad acta legen, das klappt nicht mal in Ländern, in denen die Leute nicht bitterarm, sondern eigentlich ganz gut situiert sind (siehe Umweltschutz vs. Seilbahnen / Skigebiete in den Alpen nur mal als schnell heraus gegriffenes Beispiel).

 

Ich frage mich ja immer, ob die ganzen Leute, die hier immer so vehement gegen Wildsammlungen von Samen protestieren (gegen die ich per se auch bin), sich überhaupt jemals einen Eindruck von den Leuten verschafft haben, die das machen. Deren Behausungen (Wohnungen nenne ich das nicht), deren Familien, deren Umfeld, deren Arbeitssituation (oft eben gar keine) und deren Sorge und Zukunftsängste gesehen und selbst erlebt haben. Erst dann finde ich es überhaupt berechtigt, hier mit dem erhobenen Zeigefinger, moralischen Vorschlägen und dem Pochen auf Naturschutzgesetze anzutreten.

 

Und nicht zu vergessen, wir alle (also unsere Urgroßeltern und weitere Vorfahren) haben doch nichts anderes hier gemacht, wir haben Jahrhunderte die Natur geplündert und dann auch noch gleichzeitig halb Asien / Afrika durch unsere Kolonisation / Versklavung quasi am Aufstieg, an Bildung, Weiterentwicklung bewusst gehindert, weil wir sie als billige Arbeiter, ihr Land als billige Farmen für Monokulturen etc. haben wollten, um unseren Reichtum, unsere Gier zu mehren. Und kaum sind wir reich genug, unser schlechten Gewissen rührt sich ob unserer in Jahrhunderten verübten Taten, hacken wir Gutmenschen auf dem armen Kerl in Asien herum, der aus Existenzangst ein paar Samen nimmt, eine Pflanze ausgräbt, um seine Kinder zu ernähren?

 

Während er gleichzeitig mit ansehen muss, wie tausende von Hektar Regenwald für beschissene Palmölplantagen platt gerodet werden, damit wir uns einbilden können, wir tun was für die Umwelt, wenn wir tanken?

 

Zum Widespruch: Wenn ein Malaysier gewilderte Nepenthes Samen verkaufen muss um seine Familie durchzubringen dann hat er kein Interesse am Erhalt des Naturstandortes. Das spielt dann keine Rolle mehr.

 

Zur Anspielung auf mich ob ich mir schonmal ein Bild von der Situation gemacht habe, ich war bereits auf den Philippinen, in Indonesien und in Thailand in ländlichen Gegenden und weiß sehr wohl wie dort die Zustände sind. Das rechtfertigt für mich trotzdem nicht den völlig rücksichtslosen Umgang mit der Natur. Ich habe oft genug brennenden Regenwald gesehn ... Und nur weil ähnliches vielleicht auch früher in Deutschland passiert soll ich dass jetzt alles stumpf hinnehmen und wegsehen? Was bitte ist das für eine Einstellung ....

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Nicky Westphal

Zum Widespruch: Wenn ein Malaysier gewilderte Nepenthes Samen verkaufen muss um seine Familie durchzubringen dann hat er kein Interesse am Erhalt des Naturstandortes. Das spielt dann keine Rolle mehr.

 

Zur Anspielung auf mich ob ich mir schonmal ein Bild von der Situation gemacht habe, ich war bereits auf den Philippinen, in Indonesien und in Thailand in ländlichen Gegenden und weiß sehr wohl wie dort die Zustände sind. Das rechtfertigt für mich trotzdem nicht den völlig rücksichtslosen Umgang mit der Natur. Ich habe oft genug brennenden Regenwald gesehn ... Und nur weil ähnliches vielleicht auch früher in Deutschland passiert soll ich dass jetzt alles stumpf hinnehmen und wegsehen? Was bitte ist das für eine Einstellung ....

Hallo Icarus,

 

es ist recht leicht zu sagen, die sollen ihre Natur dort schützen und sorgfältig mit ihr umgehen. Leider ist es aber nun mal so, das die Rodungen auf unseren Wohlstand zurückzuführen sind. Die Leute brauchen nicht Tonnen an Palmenöl oder Edelhölzer um zu leben. Das sind wir hier, die die Produkte wollen und beauftragen, dem Bauern dort ist das völlig egeal. Der braucht das Zeug nicht zum leben, nur das Geld was er dafür (von uns) bekommt!

 

Der Schutz der Regenwälder fängt hier an und nicht bei den Bauern dort! Es ist wohl etwas zwiespältig zu verlangen, das die ihre Natur schützen und gleichzeitig billig importieren zu wollen.

 

Grüße Nicky

Bearbeitet von Nicky Westphal
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Martin Reiner

Leider ist es aber nun mal so, das die Rodungen auf unseren Wohlstand zurückzuführen sind. Die Leute brauchen nicht Tonnen an Palmenöl oder Edelhölzer um zu leben. Das sind wir hier, die die Produkte wollen und beauftragen, dem Bauern dort ist das völlig egeal.

Zu dem Spiel gehören immer zwei.

Fehlt die Nachfrage gibt es keine Plünderug. Fehlt aber auch der Wille, seine Natur zu "plündern" dann gibt es ebenfalls kein Angebot. Schuld sind also beide gleichermaßen...

(und über dem ganzen schwebt dann oft noch, dass Standorte anderweitig vernichtet werden)

Eine denkbare Lösung wäre, Waldgebiete großräumig unter strengen Schutz zu stellen und das Ausgraben von Pflanzen dort dann auch entsprechend zu ahnden, also bis hin zu Gefängnisstrafen für den Plünderer, Händler und auch den Käufer. Funktioniert ja bei anderen Produkten auch.

Das Argument, dass Leuten dadurch die Lebensgrundlage entzogen wird ist sehr kurzfristig gedacht, denn das passiert so oder so bei nicht nachhaltigem Wirtschaften.

Ein anderer Ansatz wäre, den Markt mit entsprechend preiswerten und verfügbaren Angeboten zu füllen. Heute dürfte es sich kaum lohnen eine N.rajah auszubudeln, weil ich die an jeder Ecke billig kaufen kann und die Anzahl der Leute die unbedingt was ausgebuddeltes wollen dürfte dann doch recht überschaubar sein, so dass das als Geschäftsmodell kaum taugt...

Martin

PS: In Deutschland gibt es keine Naturstandorte mehr. Nicht 1m² von Deutschlands Wäldern ist ursprünglicher Naturwald. Die kärglichen Reste an ursprünglichen Naturstandorten bei uns sind ein paar Schotterflure im Gebirge und die ca. 1% Hochmoorfläche, die noch übrig sind....

Wir hier haben alles "geplündert", was unsere Natur zu bieten hatte bis auf den allerletzten m².

Bei uns gibt es halt nur wenige endemische Arten (bedingt durch die Eiszeiten), so dass das Problem nicht so sehr ins Auge fällt.

Bearbeitet von Martin Reiner
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Markus Welge

Wir hier haben alles "geplündert", was unsere Natur zu bieten hatte bis auf den allerletzten m².

Bei uns gibt es halt nur wenige endemische Arten (bedingt durch die Eiszeiten), so dass das Problem nicht so sehr ins Auge fällt.

Tja, wir sind eben doch nicht so schlau, wie wir immer denken.

Letztlich folgen wir alle nur ziemlich primitiven Instinkten.

Viele Grüße

Markus

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