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Ralf Mößle

Meine andere, schuppige Leidenschaft

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Kevin G.
vor 3 Stunden schrieb Aurora:

Ja, als Hamsterhalter schaut man sich Schlangen immer mit anderen Augen an, wo doch viele der kleinen Kerlchen in den Kleinanzeigen als Schlangenfutter enden wenn man sie nicht rechtzeitig abgeholt bekommt...  

 

Ich betrieb dieses Hobby meine ganze Jugend lang - 10(+) Jahre waren das. So, wie ich mich kenne, hätte ich es weiter betrieben, allerdings fiel mir eine immer kürzere Lebenserwartung dieser niedlichen Tiere trotz gleichbleibender Haltungsbedingungen (selbstverständlich artgerecht!) auf. Kann sein, dass sich immer mehr Inzuchtlinien bilden und die Tiere so auch empfindlicher werden. Ich meine sogar gelesen zu haben, dass der domestizierte Dsungarische Zwerghamster (war meine Spezialität B) ) von nur 8 Wildtieren abstamme!

 

Naja, diese Auffälligkeit besiegelte das Ende dieses Hobbys. :| Ich kann's nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, dass die Tiere unter ihrer eventueller Anomalie leiden müssen und insgeheim beten, erlöst zu werden...

 

@Ralf Mößle: Entschuldigung für's off-topic! :)

 

Gruß

Kevin

Edited by Kevin G.

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Aurora

Wir hatten bis letztes Wochenende ein Goldhamstermädchen aus einem Berliner Labor bei uns.... Leider hatte sie einen Tumor und ich musste sie gehen lassen, damit sich mein Mädchen nicht quälen muss. Was auf jeden Fall auffallend ist, ist die Tatsache, dass die kleinen Kerlchen im Alter auffallend oft Tumore kriegen.

 

 

Gibt es solche häufig auftretenden Krankheiten auch bei Schlangen?

 

Viele Grüße

Aurora

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partisanengärtner

 

Die Milliardenbestände der syrischen Goldhamster  waren auch auf ein Weibchen mit 9 Jungen zurückzuführen bis dann wieder ein paar Wildfänge gelangen.

In der Hauptsache ist das wohl auf mangelnde Selektion zurückzuführen.

Bei Tieren die so eine hohe Vermehrungsrate haben wäre durchaus die Möglichkeit gegeben auf Gesundheit und Langlebigkeit zu selektieren.

Der syrische Goldhamster hat sich viele Jahrzehnte ganz gut gehalten bis die ersten Mutanten auftauchten, Ich glaube kaum das man noch einen Typical bekommt. Auch wenn er so aussieht ist fast alles denkbare drinnen. Von Teddy bis was weiß ich. Natürlich sind die auch dann nicht mehr so robust mit soviel Mutationsmacken.

 

Bei unseren Dionaea kann man das ganz gut beobachten. Die haben so häufig mehrere Mutationsmacken in ihrem Erbgut, dass man bei ganz normalen Absaaten immer wieder schöne "Mutanten" findet, wobei das eben nur die ganzen Erbschäden sind die als Besonderheit in die gesamte Population gebracht werden.

Edited by partisanengärtner

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Aurora

Das ist richtig. Einige der 9 Jungtiere wurden getötet und zu Studienzwecken seziert, die anderen vermehrt.

 

Auch fast alle Zwerghamster sind mittlerweile Hybriden. In ganz Deutschland gibt es nur 3 Züchter die noch reinrassige Dsungaren züchten + ein paar Labore.

 

 

Gibt es eigentlich auch Schlangenhybriden?

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Kevin G.
vor 9 Minuten schrieb Aurora:

Das ist richtig. Einige der 9 Jungtiere wurden getötet und zu Studienzwecken seziert, die anderen vermehrt.

 

Hm, ich habe immer, sogar in einschlägiger Fachliteratur, gelesen, dass von diesem 9er-Gespann nur 3 Exemplare den Transport überlebt hätten. Kann aber natürlich eine entschärfte Version sein, um insbesondere Kinder nicht zu traumatisieren. Vielleicht keine schlechte Idee von den Autoren gewesen...

 

Gruß

Kevin

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Ralf Mößle

Bei Schlangen verhält es sich ähnlich wie bei uns Menschen. Die natürliche Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 20-25 Jahren. Mit 10 Jahren steigt das Tumorrisiko deutlich an, gleichzeitig beginnt die Vitalität zu sinken. Die Sterblichkeitsrate erhöht sich jährlich, ein ganz normaler Ablauf.

 

In menschlicher Obhut jedoch kommen weitere Faktoren hinzu. Eine mangelhafte oder ungenügende Ernährung beschleunigt ein Ableben enorm. Hinzu kommen ungeeignete Haltungsbedingungen, die Stress auslösen. Hygienemängel beanspruchen das Immunsystem übermäßig, die Sterblichkeitsrate erhöht sich deutlich, die Lebenserwartung sinkt.

 

Am dramatischsten jedoch ist, das die allermeisten Schlangen viel zu früh und zu oft verpaart werden. Es ist keine Seltenheit, das eine Schlange mit 5 Jahren bereits 3fache Mutter ist. Das ist vergleichsweise so, als wäre ein 18jähriges Mädchen bereits 3fache Mutter. Das zehrt den Körper ungemein aus, die Tiere sind mehr tot als lebendig. Schon Kleinigkeiten können hier für ein Ableben sorgen. Hinzu kommt eine exzessive Inzucht über viele Generationen. Missbildungen der Organe, erhöhte Krankheitsanfälligkeit und mangelnde Vitalität drücken die Lebenserwartung deutlich unter die 5Jahres-Marke...ich gehe davon aus, das mehr als 80% aller Nachzuchten das erste Lebensjahr nicht voll machen.

 

Besonders bedenklich ist, das den Menschen dieser Umstand vollkommen egal ist. Es zählt nur noch das eigene Ansehen, und die Aussicht auf den schnellen Gewinn.

 

Hybriden gibt es schon sehr lange, sogar natürliche Hybriden. in der Terraristik waren sie sehr lange besonders beliebt, je ausgefallenere Kreationen, desto beliebter. Bei bestimmten Verpaarungen, sofern sie denn überhaupt gelangen, lag die Sterblichkeitsquote der Babys in den ersten Tagen bei 99%. dennoch wurde munter drauf weiter gezüchtet. Inzwischen ist das jedoch zu langweilig geworden, und der Trend hat sich zu Qualzuchten verlagert. Schuppenlose Tiere werden inzwischen zu Rekordsummen verkauft.

 

Es bleibt nur zu hoffen, das der Gesetzgeber diesem grenzenlosen Treiben endlich Einhalt gebietet, und diese Legebatterien mit angeschlossener Tierkörperbeseitigung endlich gesetzlich verbietet.

 

Grüße, Ralf

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Rappi

Hallo Ralf,

tolle Tiere hast du da. Deine Erfahrungen und die Dokumentationen sind wirklich stark beeindruckend. Da ich seit 8 Jahren  selbst stolzer Besitzer einer Kornnatter bin würden mich noch ein paar Einzelheiten interessieren. Zum Beispiel hast du ja geschrieben, dass Schlangen nach einer gewissen Zeit das Bedürfniss haben, sich fortzupflanzen, ich habe schon oft darüber nachgedacht, ob ich auch vermehren soll, aber mittlerweile ist der Markt ja von Kornnattern ziemlich überschwemmt. Glaubst du, dass die Einzelhaltung meiner Schlange schaden könnte?

Und zum unmittelbaren Umgang mit dem Tier: Wenn deine Schlangen deinen Geruch kennen, wie lange können sie ihn dann im Gedächnis behalten, also wie gut allgemein ist das Gedächnis einer Schlange? Meine jedenfalls lernt nie von ihren Fehlern und stellt sich häufig ziemlich dämlich an :biggrin:.

Das letzte wär noch, wie gut du deine Beziehung zu deinen Tieren beschreiben würdest, haben die Schlangen Vertrauen zu dir, bzw. anders herum? Und wie weit kann eine Schlange einen Menschen als eigenständiges Lebewesen wahrnehmen?

Würd mich freuen wenn du auf die ein oder andere Frage ne Antwort wüsstest.

 

Viele Grüße,

Jonathan

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Ralf Mößle

Hallo Jonathan,

 

Kornnattern sind derart überzüchtet, das man hier sehr vorsichtig sein muß mit Aussagen zu "schlangentypischen" Verhaltensweisen, denn durch die massive Inzucht über zig-Generationen hinweg ist davon auszugehen, das die Tiere auch einige gravierende Schäden mit sich herumtragen. eines ist jedoch geblieben: Schlangen sind am liebsten für sich allein. Die Fälle, wo Schlangen miteinander kuscheln usw, haben nichts mit Bedürfnissen, wie wir Menschen sie wahrnehmen zu tun. Hier wird die andere Schlange schlicht zweckentfremdet. Sie gibt Wärme ab, udn bietet durch den Körperkontakt ein hohes Sicherheitsgefühl. Mehr nicht. Von daher, belasse es bei der einen, das gefällt ihr mit Abstand am besten, und wirkt sich keinesfalls negativ aus, Im Gegenteil, eher positiv. 8 Jahre sind für eine Kornnatter ja auch schon ein stolzes Alter.

 

Bei meinen Tieren kann ich sagen, haben sie erst einmal einen Geruch katalogisiert, erkennen sie ihn selbst nach Jahren wieder. Mein großer hat einst nur Geflügel gefressen, seit einigen Jahren jedoch auch Ferkel. Seitdem gibt es nur noch in sehr großen Abständen, und vereinzelt, Geflügel. Doch jedes Mal, wenn es wieder soweit ist, zerlegt er mir fast den Terraraum...mit dem Geruch verbindet er eben nach wie vor sein Lieblingsfutter.

 

Vertrauen ist wohl das falsche Wort, das meine Schlangen zu mir haben. Sie verbinden zumindest mit meinem Geruch keine unmittelbare Bedrohung, oder Futter. Mehr nicht. Mache ich einen Fehler, werde ich genauso angegriffen, wie jeder andere. Die natürlichen Triebe sind nicht auszuschalten, oder gar wegzuzüchten. Schlangen lassen sich nicht domestizieren, sie werden immer Wildtiere bleiben. Man kann lediglich ihr Verhalten studieren, und auf ihre subtilen Verhaltensweisen angemessen reagieren, dann sieht es für Außenstehende oft so aus, als hätten die Schlangen eine Beziehung zu ihrem Pfleger, doch dem ist nicht so. Es sind Wildtiere, die ihren natürlichen Instinkten folgen.

Dieses Wissen um die Verhaltensweisen ist es, die den Unterschied ausmachen.

 

Grüße, Ralf

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Jashi

Huhu, 

 

schreibst Du gar nicht weiter?  Ich finde das auch sehr interessant. Würde gerne mehr erfahren. Vor allem frage ich mich gerade, was passiert, wenn die Schlange mal krank ist? 

Wo findet man denn Spezialisten, die auf die Behandlung solcher Tiere spezialisiert sind? Zoo-Tierärzte oder gibt es da echte Spezialisten irgendwo?

 

 

 

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