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Noch ein Moorkübel-Erstling


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Hallo zusammen,

ich habe mir nun auch einen Moorkübel auf den Balkon gestellt. Basis ist ein 90-Liter-Mörtelkübel. Für die Schlenke habe ich (wie @Andreas S. es auf seiner Seite beschreibt) einen Baueimer vergraben. Um ihn etwas "tiefer legen" zu können, hab ich den Rand abgeschnitten. Da kann ich Wasser rein gießen bis ich blöd bin: Der Torf im Eimer saugt noh ordentlich auf. Für das Foto hab ich nochmal nachgefüllt.

Für die Drainage kam wieder Blähton zum Einsatz, darüber Gartenvlies und zum Schluss Torf. Der Torf hat keinerlei Zusätze wir Perlite, Sand oder so.

 

An Pflanzen sind drin:
D. muscipula (2 Stück)
S. purpurea (vermutlich Hybride)
S. leucophylla
D. anglica (2 Stück)
P. grandiflora
D. rotundifolia (mehrere)

 

Als Begleitpflanzen:
Helonias bullata
V. oxycoccus (auch: Cranberry)


 

IMG_4776.JPGIMG_4777.JPGIMG_4778.JPG

 

 

An dieser Stelle vielen Dank an alle, die mich im Vorfeld bei der Pflanzenwahl beraten haben sowie an @partisanengärtner von dem ich mir einige Gestaltungsmerkmale am patchwork-Moorbeet abgeguckt habe!

 

Viele Grüße

Daniel

 

Edited by Spitzi
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Matze Maier

Sieht gut aus :)

Aber was bringt der Blähton und das Vlies?  Das lese ich leider immer wieder aber bringt in meinen Augen gar nichts. Ich rate immer davon ab. 

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Hallo Mathias,

Zitat

Sieht gut aus

Vielen Dank!

 

Zitat

Aber was bringt der Blähton und das Vlies?

Mit dem Blähton wollte ich Torf und Gewicht sparen. Das Vlies soll nur verhindern, dass der Torf in den groben Blähton absackt.

 

Viele Grüße

Daniel

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Matze Maier

Naja, ich sehe da ein bisschen anders, wenn ich einen Wasserspeicher schaffen will, ist es notwendig möglichst viele Hohlräume zu schaffen dies erreiche ich aber durch möglichst große Töpfe und nicht dadurch das ich alles mit Tonkügelchen auffülle. 

Ein Vlies über die Töpfe bewirkt zwar das kein bzw. kaum Torf in die Zwischenräume kommt, aber das sollte er auf jeden Fall! Denn durch die Kapillarwirkung zieht er ja die Feuchtigkeit aus den Töpfen und bringt diese zu den Wurzeln!

Sonst steht zwar lauter Wasser in den Töpfen, aber der Torf kommt ja gar nicht damit in Berührung!

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Ich habe mehrere große Töpfe eingelassen. Die Speicherwirkung habe ich also in jedem Fall.

Was das Bewässern von unten angeht, sehe ich die Lage etwas anders: Ich gieße über das Bewässerungsrohr, wohin soll das Wasser nun? Alles wieder durch das Rohr verdunsten? Das wird es nicht tun und in meinem Terrarium passiert das so auch nicht. Es verdunstet also im Wesentlichen durch den Torf und dafür halte ich eine gleichmäßige Wasserschicht (die erst durch die Drainage erreicht wird) für unerlässlich.

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Hallo,

 

da stelle ich mich voll hinter Mathias' Argumentation. In den Kreisen der Motorfreaks Autos und Bikes gilt seit je her die Weisheit: Hubraum ist nur durch eines zu ersetzen - noch mehr Hubraum! Also ist jedes eingefüllte Drainagematerial reine Verschwendung von (Wasser-)Volumen. Das Optimum wäre also eigentlich ein perforierter doppelter Boden mit Dochten bis zum Boden. Das erspart das Maximum an Torf und ergibt das Maximum an Wasservorrat. Je kleiner der Behälter ist desto größer wird proportional die Verdunstung, da der Torf sich schneller erwärmt und somit auch schneller Wasser verdunstet. In so fern ist also das Einlegen von groben Kieseln absolut suboptimal, da nur Verdrängungsvolumen entsteht. Da kannst du auch gleich weniger Torf einfüllen, das Ergebnis ist das selbe.

Einmal ganz davon abgesehen, dass der Begriff "Drainage" für ablaufen / absickern steht, was somit eigentlich einer Trockenlegung entspräche.

 

Gruß Piesl

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Nicky Westphal

Hallo Piesl,

 

sicher stimmt das mit der Wasservolumenreduzierung. Das Drainage ausschließlich der Trockenlegung dient, ist eine Interpretationssache. Wasserverteilung ist auch eine Form von Drainage. Hier sehe ich einen Vorteil bei einer groben "Unterstruktur", was natürlich auf das Gesamtvolumen des Wasserspeicher geht. Wegen ein paar Zentimeter Blähton wird der Kübel nicht vertrocknen. Dafür wurden aber ein paar Liter weniger Torf verwendet.

 

@Spitzi sieht ganz gut aus dein Erstlingswerk! Ich würde aber die Dionaea (im Wasserbereich) und die S. purpurea vom Standort her tauschen. Sieht zumindest auf Bild 1 so aus, als würde die Dionaea weiter unten sitzen als die Sarracenia.

 

Grüße Nicky

Edited by Nicky Westphal
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Michaela

Sieht doch ganz nett aus. Bin gespannt, wie der Topf über den Winter kommt.

 

Naja...

Der vorgeschlagene doppelte Boden müsste dann aber auch das komplette Gewicht tragen - ohne sich durchzubiegen ob der dauerhaften Belastung...während der Blähton bei kleineren Töpfen (aka kleinere Weite zwischen den Stützen) die fehlenden Hohlräume ausfüllen kann. Blähton ist auch kein wasserverdrängender Festklumpen, sondern ein ziemlich Hohlraumiger Klumpen, in den einiges an Wasser passt.

Dochte sind bei beiden Methoden wahrscheinlich nicht verkehrt.

 

 

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Hallo noch einmal,

ich will hier nun kein Kleinholz spalten, aber nur noch kurz zur Begriffsdefinition, Das Resultat lautet also immer: weg leiten; auch wenn ihr logischerweise Verteilen meint. Das mit dem doppelten Boden war nur ein rechnerisches Beispiel. Auch wenn ich einmal in Matzes alter "Carnivorenheimat" einen schönen Vortrag über ein Großmoorbecken gesehen habe wo das so tatsächlich angelegt war. Ausrangierte Siebdruckplatten auf einer Stützkonstruktion verlegt, Moor drauf, fertig. Die genaue Quadrat- und Kubikmeterzahl weiß ich nicht mehr, aber darin waren mehrere ausgewachsene Baumwurzelstümpfe als lockere Deko platziert. Es funkioniert also. So und nu ist gut.

Auf den Standorttausch, wie von Nicky vorgeschlagen, stimme ich auch ein. Zumal Dionaeas in Gruppenbepflanzung optisch besser wirken.

Nichts desto trotz ein gelungenes Setup.

 

Gruß Piesl

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vor 18 Stunden schrieb Michaela:

Dochte sind bei beiden Methoden wahrscheinlich nicht verkehrt.

 

 

Hallo Michela,

das Ding mit den Dochten funktioniert aber nur, wenn man das richtige Material hat. Ich habe alles probiert, Hanfschnüre, schwache Taue, Schwammtuchstreifen, Fensterleder u.ä. Ich habe aber den Eindruck, dass heutzutage alles so imprägniert und chemisch durchtränkt ist, das es eben kein Wasser aufsaugt , damit es nicht fault oder verwittert. Schwammtuch und Fensterleder sind jetzt mal ausgenommen, da scheint man mit einem hohen Microfaseranteil die Saugfähigkeit erhöhen zu wollen, was aber auch die Lebensdauer beeinträchtigt. Schwammtuch zersetzt sich aber sehr rasch - innerhalb eines Jahres war das faktisch kaum noch vorhanden und Fensterleder, als das was im Baumarkt als Fensterleder verkauft wird, zeigt nur wenig Wirkung. Wenn das "Leder" im Wasser liegt, dann saufgt es sich voll aber wenn so ein Docht mal 10cm Höhe überwinden soll, kommt oben nichts mehr an.. Ich schließe aber nicht aus, dass ich wirklich echtes Fensterleder möglicherweise noch nirgendwo her gehabt habe, weil das den Berichten zufolge bei anderen funktioniert. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass nicht alles was Vileda heißt, am Ende auch noch das ist, was es früher mal war. Das ist kein echtes Fensterleder mehr, mit dem Oma früher die Scheiben blank polierte, das ist irgendeines chemisches Lederimitiat und Microfaser. Jedenfalls befriedigt es nicht. Ich musste die 18er Töpfe trotzdem bis zur Hälfte hoch ins Wasser stellen, damit oben die Feuchtigkeit stimmte. Zur Zeit experimentiere ich mit Dochten aus Torffasern, wie sie von den Züchtern sensibler afrikanischer Saisonfische als Laichsubstrat genutzt werden.

 

Was auch sehr gut funktioniert ist die gute uralte Wäscheleine, die möglicherweise von der Oma noch irgendwo her übrig geblieben ist. Die saugt wirklich Wasser auf. Aber sowas haben wir längst alles entsorgt, wer ahnte vor Jahren schon, was so eine alte Leine für ein Schätzchen ist. Wir lebten im Zeitalter der nicht verwitterbaren Plastikleinen und damit flogen die alten Leinen in den Müll.

 

Gruss

Peter

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