Jump to content
Julius B.

Fragen zu Sphagnum

Empfohlene Beiträge

Julius B.

Hallo Freunde,

 

ich wollte mal etwas ganz generelles Fragen. Wie ihr ja aus dem Titel des Themas schon erfahren habt, geht es mir hier ums Sphagnum, denn ohne Moos ist auch hier nix los. :D 

Welche Moosarten bevorzugt ihr? Wo bekommt ihr sie her? Ich weiß, dass es unzählig viele Arten gibt, die zudem alle andere Eigenschaften im Bezug auf Feuchtigkeit etc. haben.. Trotzdem würde ich mich über ein paar konkrete Antworten freuen. Gibt es heimisches Moos, das sich besonders gut eignet? Wo finde ich solche Arten?

 

Herzlich grüßt und dankt :) 

der Schwabe

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Piesl

Gruß an den Ost-BWler mit Auslandsstudium! :victory:

Das lässt sich recht gut beantworten.

1. Welche Moosarten bevorzugt ihr? - siehe Titel deines Threads

2. Wo bekommt ihr sie her? - na von wo schon? Hier aus dem Forum

3. Ich weiß, dass es unzählig viele Arten gibt, die ... - stimmt, ist aber bei den Karnivoren ziemlich egal, da - siehe 1. andere Arten wachsen entweder von selbst auf dem Substrat und sind mehr oder weniger beliebt. Sphagnum bildet Huminsäure, was den Bedingungen am Besten zu Gute kommt. Andere Arten können humusbildend sein, sind somit ungeeignet.

4. Gibt es heimisches Moos, das sich besonders gut eignet? - LOGISCH!  - siehe 1.

5. Wo finde ich solche Arten? - erst recht logisch - siehe 2.

Die Haltungsbedingungen von Sphagnum sind eigentlich gleich. Regen- oder destilliertes Wasser, von oben beregnen damit sich keine Schorfe bilden, sehr nasser Untergrund. Klar natürlich, dass die tropischen Sorten nicht frostfest sind.

 

Noch viel Spaß und Erfolg bei den Bazies und halte die Landesfarben hoch! :thumbsup:

 

Piesl

  • Gefällt mir 3

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Julius B.

Lieber Piesl,

 

besten Dank für diese unterhaltsame, informative und vor allem logische Antwort!

Grüße nach Württemberg aus München, wo die Arbeit als Entwicklungshelfer läuft. ;) 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
ChristophBurdeska

Ich wusste gar nicht das München Entwicklungshilfe braucht. :-D

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Sonja Schweitzer

Hallo junger,aufstrebender Student,

da sich die verschiedenen Sphagnum-Arten nur schwer bestimmen lassen und nicht jede Art ohne Weiteres zu bekommen ist, beschränkt sich die Auswahlmöglichkeit ganz grob auf verschiedenen Eigenschaften des Mooses:

-faseriges,feines Sphagnum     wächst schattig,speichert nicht viel Wasser,da sehr dünnfaserig

-dickfleischiges Sphagnum        kann viel Wasser speichern und von daher auch sonnig stehen

-rotes,oranges oder grünes Sphagnum  bringt etwas Farbe in die Kultur und nicht ganz so fleischig,wie das Vorherige       

 

Je nach Verwendungszweck solltest Du das Moos nach diesen Kriterien auswählen,wobei die versch,Farben in erster Linie was für´s Auge sind. Den Karnivoren ist es wohl eher egal,welche Farbe das Moos hat,in oder mit dem sie wachsen.

Wichtig bzw.entscheidend ist,ob das Moos viel oder eher wenig Wasser speichern soll,eben den Ansprüchen der jeweiligen Karnivore (Anstau oder weniger Wasser,sonnig oder halbschattig etc.) entsprechend.

Sich auf die Suche nach bestimmten Sphagnum-Arten zu machen wird kaum von Erfolg gekrönt sein und ist für die Kultur unserer Pflanzen eher nebensächlich.

Wie Piesl schon schrieb,bekommst Du das Sphagnum über´s Forum.

bearbeitet von Sonja Schweitzer

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Es gibt noch ein wichtigeres Untercheidungskriterium für die Kultur. Solches das sehr schnell wächst und in wenigen Jahren auch schon mal 20 oder 30 cm hohe Polster bilden kann.

Dann gibt es noch die Varianten die eher wenig in die Höhe wachsen und sich gut zum Besiedeln mit Sonentau und Dionaea eignen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
podunk

Moose siedeln sich von ganz alleine an. Leider sind es nicht immer die, die man sich wünscht. Frauenhaarmoos (Polytrichum commune) ist eines, das sich auf Torf immer wieder einstellt und das man lieber frühzeitig entfernt. Einheimische Karnivoren in Kalkflachmooren (wie einige Pinguicula, Utricularia und auch D.anglica) wachsen oft mit Braunmoosen (z.B. Drepanocladus, Scorpidium) zusammen. Die werden vergleichsweise selten kultiviert. Generell sind viele Moose hochspezialisiert.

Torfmoose (Sphagnum) bekommt man nicht selten zusammen mit neuen Pflanzen gratis dazu,  die sind dann meist unkompliziert. Besprühen mit Regenwasser haben alle Torfmoose gern. Schöne Sorten kann man gezielt vermehren. Rote Sorten stehen hoch im Kurs. Viele davon sind schwieriger zu halten und haben nicht die beste Wuchsform. Manche sind auch nur unter guten Wachstumsbedingungen (nährstoffarm, sonnig!) oder zu bestimmten Jahreszeiten (S.magellanicum z.B. im Herbst) schön rot. In Deutschland stehen alle Sphagnumarten unter Naturschutz, da es die Leute in der Vergangenheit mit der kommerziellen Entnahme übertrieben haben und inzwischen fast alle Moore bedroht bzw. geschützt sind. Es gibt aber einige Arten in Kultur. Thomas Carow bietet z.B. S.papillosum an, das gut für die Karnivorenkultur geeignet ist (groß, kompakt, weich, langsamwachsend, blassgrün). Man kann die gewünschten Arten animpfen und oft wachsen sie besser als es einem lieb ist. Da kommt selbst D.rotundifolia in höchste Not. Mit Sämlingen und kleinbleibenden Pflanzen hat man in lebendem Sphagnum oft viel Arbeit, auch deshalb nehmen viele abgetötetes Importmoos. Sphagnum aus Neuseeland (hauptsächlich S.cristatum) ist eine zig-Millionen-$-pro-Jahr-Industriezweig. Dort wird es großflächig abgeerntet. Sphagnum aus Chile/Patagonien (hauptsächlich S.magellanicum) wird in Europa seltener angeboten. Auch dafür werden lebende Moore abgeplaggt. Daran sollte man denken und vielleicht lieber selber Sphagnum vermehren, als es nur zu verbrauchen. Sphagnum ist aus der Karnivorenkultur kaum wegzudenken. Aber, wenn man will, geht es auch torf- und torfmoosfrei.  

Spp_Sphagnum_0825s.jpg.67b2a77f43a3b23a05739c0e9deefa15.jpg

Hier wird selbst S.purpurea vom Torfmoos erstickt. Ein Beispiel für Sphagnumarten (S.palustre/fallax, oben rechts im Bild etwas Polytrichum), die nur bedingt als Begleitmoose geeignet sind. Wenn man regelmäßig das Moos erntet, bekommen die Pflanzen wieder Luft und man braucht keines für Substrate zukaufen.

bearbeitet von podunk
  • Gefällt mir 3

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Beautytube

Noch ein ganz praktischer Ansatz:

Irgendwann hat sich in meinem Gartenmoor mal Sphagnum angesiedelt.

Das verwende ich nu für Helis, Nepenthes, Sarracenien (bei denen ist es mindestens in jedem Topf an der Oberfläche).

Wächst das Sphagnum gut, geht's den Pflanzen gut.

Mein Sph. wächst wie wild und daher kann ich ernten. Die Amseln wollen das auch recht gerne :diablo:

Wenn Du welches brauchst, no Problem. Ev. kannst Du Dir auch ein paar Fasern im BoGa München schnorren.

Normalerweise sind die nicht so.

 

... und übrigens: je näher an Österreich zum Studieren desto besser!!!! Das sein den Nordlichtern mal gesagt! :crazy:

 

Peter.

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
podunk

Hallo Günther,

na, ich habe auch nicht behauptet, dass es immer einfach wäre. Aber wie Du selber sagst, ist die Suche nach geeignetem Torf auch jedesmal eine echte Herausforderung. Wie bei bei einem neuem Torfsack sollte man mit Ersatzstoffen vorsichtig sein und etwas Erfahrung haben, um zu erkennen ob solche Experimenten aus dem Ruder laufen. Bei Nepenthes findet man nachwachsende Ersatzsubstrate einfach (Pinienrinde!). Sarracenien und andere wachsen auch gut auf alten Fichtennadeln/Perlite. Auch Nadelkompost (also der Humus unter Kiefern/Fichten) ist für viele Karnivoren, die sonst auf Torf wachsen als Substratzusatz geeignet. Man muss schon sehr aufpassen, da Wald- und Gartenerde nicht genormt und nicht steril sind. Mit manchen Kokossubstraten kann man einiges ersetzen. Da sollte man aber regelmäßig von oben giessen. Pinguicula kann man mit ausschliesslich mineralischen Stoffen bei Laune halten. Aber das führt zu weit. Wer sich dafür interessiert kann hier im Forum oder woanders danach suchen und findet viele Erfahrungsberichte. Anfängern würde ich raten, erst mal guten, ungedüngten Torf (H3-H5 langt) zu benutzen und vor dem Kauf daran zu riechen. Es wäre auch schon ein Anfang, den Torfverbrauch zu reduzieren, z.B. nicht öfter umtopfen als nötig. Ich habe schon Rindenmulch unter einer handbreit Torf/Perlite/Sand für Kübelmoore benutzt. Alles unterhalb ein paar cm wird in Mooren sowieso "humifiziert" und kann durch Platzhalter wie Wasserspeicher ersetzt werden. Torfsubstrate, die sich nicht zersetzt haben, kann man auch wiederbenutzen. Wer mit 3l Torf im Jahr auskommt, braucht sich keine großen Gedanken machen. Wer den Kofferraum mit 225l Ballen vollädt, sollte überlegen, wo man sparen kann. Alternativen zu Torf sind leider nicht immer, einfacher, billiger oder umweltfreundlicher. Wichtig an dieser Stelle wäre mir nur, dass die Gewinnung von Sphagnum anderswo Moore zerstören kann und es daher kein Torfersatz ist. Also am besten selber vermehren!

Viele Grüße

Eric

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ronny K.

Hallo,

viele Karnivoren wachsen gar nicht natürlicherweise auf Torfböden. Sarracenien wachsen z.B. überwiegend auf sandigen Böden. Deshalb werde ich mein Moorbeet dieses Jahr fast vollständig mit Sand füllen. Und selbst die einheimischen Drosera findet man auf Sand. Ich denke, es lässt sich schon sehr gut auf Torf verzichten. Da bin ich aber auch noch am experimentieren. 

 

Grüße

Ronny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Beautytube

Ronny... uuupssssss!!!! :)

Vorsichtig gefragt und bitte nicht bös sein: Warst Du schon mal am Naturstandort?

 

Sowohl als auch!!! S. flava um Sumatra FL wächst in einer Torfwiese, S. minor in den Straßengräben rund um die Okes im Sand, S. minor, psittachina, in den Okes Torf und Sphagnum, S. flava und psittachina rund um Tallahassee unter den Hochspannungsleitungen in sauren Wiesen, S. minor FM National Forest South Carolina im Pinien Nadel Waldboden, S. purpurea Wisconsin in voller Konkurrenz zum Sphagnum. Nur einige Beispiele die ich selbst gesehen habe. Ich bin in einigen Biotopen stundenlang auf allen Vieren rumgekrochen und habe fotografiert. Da lernt man sehr viel.

 

Schlussfolgerung: das kommt auf die Pflanze an!!!!

 

Gute Naturstandort Fotos siehst Du in Mc. Phersons Büchern z.B. https://www.amazon.de/Sarraceniaceae-North-America-Stewart-McPherson/dp/0955891868

Nebenbei ein begnadeter Fotograf, der weiß, wie man Pflanzen in Scene setzt!

 

Now the good News: Sarracenien (ausgenommen einige wenige Klone) sind sehr tolerant, was das Substrat angeht.

Sand empfehle ich nicht, das ist sehr schwer!

 

Meine derzeitige Mischung, die ich für fast alle Sarris nehme:

Torf (leider!) plus Perlite ca. halbe / halbe. Man kann auch Vermaculite rein schmeißen (mache ich auch, wenn ich gerade was da habe).

Dazu lebendes Sphagnum ("a bissal wos").

Darunter mische ich ein paar Kiefernadeln, Buchenlaub und Erlenzapfen; Grund: An allen Naturstandorten hatte ich verrottendes pflanzliches Material gefunden.

Gedüngt wird im Moor bei mir nicht. Alles was ich in Töpfen halte und ich schnell hoch kriegen will (Sämlinge nach dem ersten Jahr)  bekommen Osmokote auf die Oberfläche.

Bei manchen Klonen habe ich ein derartiges Wachstum, da wäre Düngen überfrachtend. Da muss ich ohnehin jährlich teilen und kompostieren. :(

 

GANZ, GANZ, GANZ wichtig: Je mehr Perlite oder Vermaculite, desto mehr muss das Substrat auch von oben durchspült werden. Es beginnt meines Erachtens bei zu langer Anstauung ein "Kippen" des Substrats (akkumulierende Salze!): Pflanze stagniert und geht letztendlich ein. Wenn man das rechtzeitig erkennt (Pflanze schwächelt): raus ins Freie und in den Regen. Wenn die Pflanzen keinen Regen bekommen, wechsle ich das Wasser und wasche die Untersetzer zumindest jedes Jahr (besser jedes zweite Jahr).

Die Freilandhaltung ist m.E. sowieso das Beste! Nur der Regen und die Insekten sind halt die Schlauchzerstörer Nummer eins.

Seit ich mein Glashaus habe, gebe ich sie zur Winterruhe da rein. Dann lasse ich sie bis Ende April da drinnen. Das gibt super große und schön gefärbte Schläuche. Dann stelle ich die Pflanzen ins Moor.

 

Last but not least: Ich decke das Sarracenien Substrat, auch in den Töpfen IMMER mit Sphagnum ab, und gieße wenn möglich von oben: Man hat dann immer genug Sphagnum für den Bedarf. Das Sphagnum stabilisiert die Substrat Chemie. Wenn die Pflanzen draußen überwintern, dann lasse ich das Sphagnum den Sommer über komplett über die Sarracenien Rhizome wachsen. Das schützt vor all zu starkem Frost im Winter. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen moderat werden, ziehe ich dann das Sphagnum beiseite, damit die Triebe durchstoßen können anderenfalls "verhungern" diese sonst.

In meinem Moor steht das Sphagnum teilweise so hoch, sodass eine Vertorfung einsetzt!

 

Und nun an alle gerichtet: Der Torf wird früher oder später nicht mehr erreichbar sein! Es gibt vollidiotische NGOS ("Idioten auf vier Pfoten", sorry aber das ist so!) die unter dem Deckmantel Natur- und Tierschutz, Geld scheffeln. Sie suchen sich Feinde und bekämpfen die. Mit diesen Feindbildern gelingt es, vielen Gutgläubigen Geld aus der Tasche zu ziehen. 70% der Kohle verschwindet aber in deren Organisation. Bei den Reptilien, Amphibien und Aquarienfischen haben die den Laden nun absolut dicht gemacht! Glaubt mir, da geht außer den Baumarkttieren absolut nix mehr. Nun beginnen sie sich auf neue Schlachtfelder zu begeben, ich denke das nächste wird die Botanik sein. Glaubt mir, ich weiß von was ich rede, ich bin auch im ernsthaften Aquarienhobby unterwegs.

 

Wir sollten uns ernsthaft Gedanken machen, was wir künftig ohne Torf und Spritzmittel machen.

 

LG,

 

Peter.

 

 

  • Gefällt mir 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ronny K.

Hallo Peter,

war ich leider noch nicht. Aber ich habe von Stewart McPherson das Buch "Pitcher Plants of the Americas" gelesen.

Bei sehr feuchten und sauren Standorten ist es klar, dass Humus akkumuliert. Es sind aber überwiegend keine Hochmoore und der Untergrund ist meistens sandig. Zum Teil sind es auch Standorte, die vom Feuer geprägt sind, dort brennt das organische Material häufig weg (zumindest früher).

Wenn ich Sand verwende, wird auch da mit der Zeit Humus akkumulieren. Die Sarracenien brauchen ihn aber nicht, da sie eben karnivor sind.

Was meinst du mit Sand ist sehr schwer?

 

Grüße

Ronny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Natürliche Sandböden nachzubauen ist sehr schwer. Dafür braucht man lebende und tote Wurzeln und eine entspechende Schichtung. Sonst wird das nass leicht zu einer anaeroben Pflanzenhölle die nur wenigen Spezialisten das Besiedeln erlaubt. Nachdem die sich etaliert haben und einige Jahrzehnte vergangen sind kann man dann langsam mit heikleren Pflanzen anfangen.

 

Sarracenien sind keine Pionierarten, soweit mir bekannt.

Ich würde mit Zuschlagsstoffen wie lange Kiefernnadeln, Kiefernzweigen, und Fichtenreisig wenn vorhanden auch mal abgeschobenen Oberboden von sauren Standorten  (Sandgruben) und vor allem vierschiedene Körnung der kalkfreien Sande einmal einen Versuch machen. Der genannte Oberboden geht sehr gut  ist aber auch nicht so in Mengen verfügbar.

 

Das ungeliebte Frauenhaarmoos in abgetöteter From ist auch ein hervorragender Strukturgeber. Lebend stabilisiert es hohe Torfmoospolster.

Man muß es halt immer wieder rupfen aber es sorgt für gute Vertikale Feuchtigkeitsbewegung. Da fault dann so leicht nichts wenn ausreichend nährstoffarm.

Holzkohlenzuschlag (Fichtenreisig z.B.) wäre auch eine Möglichkeit, aber da kommt es wohl womöglich auch auf den Kalkgehalt an wenn es das falsche Holz ist.

bearbeitet von partisanengärtner

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner

Die Sandböden die von Sarracenien besiedelt werden sind wohl in der Regel von Wasser durchströmte Kapillargefüge die recht wenig mit den anäroben Faulgruben zu tun haben die unsere Moorkübel nicht selten darstellen.

 

Die dicken Bewässerungsrohre die in einigen unserer Kübel stecken sind vermutlich eine gute Möglichkeit eventuelle anärobe Verhältnisse in der Tiefe ein wenig zu vermeiden. Zum Gießen sind sie vermutlich nicht so nötig, aber der Effekt des Gasaustausches ist sicher nicht zu unterschätzen.

bearbeitet von partisanengärtner

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Beautytube

Hoi zsamme,

 

die Sandböden die ich kenne werden regelmäßig von oben beregnet und auch bis zur Wasseroberfläche geflutet. Da ist ein Gasaustausch zwangsweise gegeben.

Mit schwer meine ich, dass sich die Wurzeln in Perlite sicher leichter tun als in Sand.

 

Wie gesagt die Torfböden die ich gesehen habe sind sicher einige 10 cm mächtig. Darunter kann dann schon Sand sein, der hat aber sicher keine Wirkung.

 

Die Zuschlagstoffe wie Nadeln setze ich nur sehr gering zu. Vielleicht haben die eh keine Wirkung. Schaden dürften sie nicht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
podunk

Hej, hier gäbe es eine Menge heißer Themen, die nicht mehr so viel mit den ursprünglichen Fragen zu Sphagnum zu tun haben. Insbesondere zu torffreien Substraten und Böden habt ihr schon viele interessante Aspekte genannt. 

Deshalb habe ich nur ein paar kurze Kommentare:
Zu einem Naturstandort gehört nicht nur der Boden sondern auch Klima, Hydrologie, biologische Interaktionen etc. So ein Ökosystem ist mehr oder weniger anfällig und kann manchmal schnell umkippen.

Sphagnumtorf wirkt stabilisierend; da kann man einiges unterrühren.

Vermiculite ist m.E. kein guter Zusatz und könnte in Zukunft auch schwer zu bekommen sein.

Perlite ist unproblematisch (aber bitte den Staub nicht einatmen!).
Buchenlaub kann in dichten Substraten problematisch werden, da es beim Verrotten Nährstoffe freisetzt und Sauerstoff verbraucht. Für offene Nepenthessubstrate soll das gehen, habe ich aber noch nicht selber probiert.
Mit Frauenhaarmoos wachsen meine Pflanzen immer schlechter, da sehe ich keine Vorteile.
Sand und Kiefernnadeln sind sehr naturnah was Sarracenien angeht. Quarzsand als Grundsubstrat ist wie Hydrokultur, d.h. es hängt alles vom Wasser ab. Die Kiefernnadeln liefern als "Tee" die Nährstoffe und Huminsäuren für einen gefälligen pH.

Mit viel Gießen kann man viele Fehler ausgleichen.

Substrate mit viel feinem Sand mit runden Körner neigen durch das hohe Gewicht zum Verdichten. Da wächst kaum noch was gut und das wiederum schafft Platz und Licht für Karnivoren an Naturstandorten. Besser würden sie woanders wachsen, aber da werden sie durch die Konkurrenz verdrängt, es sei denn die Vegetation brennt öfter nieder. Für die Kultur heißt das, offenere Substrate sind besser. Das bekommt man mit gröberen/kantigen Sand oder einfacher mit Perlite als Substratzusatz hin. Vom Naturstandort kann man zwar lernen, aber es ist nicht immer besser, zu versuchen, genau dieselben Bedingungen mit hohem Aufwand zu erzwingen.  

 

Wenn man die Töpfe mit Sphagnum abdeckt, muss man sehr darauf achten, dass die Pflanzen besser als das Moos wachsen! S.purpurea ssp. purpurea ist am besten daran angepasst, mit dem Torfmooswachstum mitzuhalten. Hier ein Beispiel für eine Pflanze, bei der das Umgetopfen schon lange überfällig war.

Spp_9966s.jpg.d35f2c3b167e9ccfed0e58f9c203c6ed.jpg

Rechts habe ich schon einen neuen Topf bereitgestellt ;) Dem alten 7'er Topf ist sie schon lange entwachsen und hat sich mit dem Torfmoos nach oben gearbeitet. Sicher über 10 Jahre! Da hätte ich mal früher etwas Moos wegzupfen sollen. Den alten Torf hätte ich übrigens durchaus weiterverwenden können!

 

Viele Grüße

Eric

  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Beautytube

Wenns ein Bonsai werden soll passt er ja :crazy:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ronny K.

Hallo,

Sumpfpflanzen oder Pflanzen die im Wasser stehen, haben immer das Problem, dass das Umfeld anaerob wird. Sobald organisches Material und viel Wasser zusammen kommen, wird es anaerob, da die zersetzenden Organismen den Sauerstoff komplett verbrauchen. Moore sind daher anaerob, daher auch die konservierenden Eigenschaften. (Daher ist es auch besonders schädlich, wenn man das Torfmoos im Moor entfernt, da somit der Torf nicht mehr von der Luft abgeschlossen ist. Dadurch entweichen große Mengen CO2 in die Atmosphäre. Es geht dabei also nicht nur um die Zerstörung von Lebensräumen, sondern die Auswirkungen der Moorzerstörung beeinflussen das Klima weltweit.)

Pflanzen, die dauerhaft im Wasser stehen, müssen den Sauerstoff über die Wurzeln leiten. Dazu bilden sie ein sogenanntes Aerenchym aus, ein luftleitendes Gewebe. Wie das allerdings bei Sarracenia ausschaut, habe ich mir noch nicht angeschaut.

 

Rundkörniger Sand verdichtet sich nicht besonders stark, daher ist es kein schwerer Boden, anders als Ton. Daher ist es für Pflanzen nicht problematisch in Sand zu wurzeln.

 

Grüße

Ronny

bearbeitet von Ronny K.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
podunk

Das war als Späßle gedacht, deshalb der Smiley dahinter, Günther.

Tatsächlich habe ich einen größeren Topf genommen. Leider habe ich keine(n Platz für) halbmeterhohe Töpfe. Daher habe ich einen Kopfsteckling gemacht und bewurzelt, den unteren Teil in Hoffnung auf auf neue Austriebe in Stücke gehackt. Bei vielen Sarracenien stirbt das Rhizom langsam von hinten ab, also ist so ein brutales Vorgehen normal. Diese purpurea war von oben bis unten knackig frisch. Es hat sie trotzdem erstmal sehr gekränkt und sie hat das Wachstum eingestellt. Inzwischen ist sie aber wieder so schön wie vorher, nur kürzer.

 

Da stimme ich Dir zu Ronny. Zerstörte Moore setzen langsam das gespeicherte CO2 wieder frei. Nur als Ergänzung: Schlimmer als die Sphagnumentnahme ist, dass Moore trocken gelegt werden. Erst dann wird das Wachstum ganz gestoppt und Luft dringt auch in tiefe Schichten vor, wo sich der Torf wieder in das auflöst, woraus er gewachsen ist: Im Wesentlichen CO2 und Wasser.

Anaerober Torf ist kein Problem, aber organisches Material, das beginnt sich anaerob zu zersetzen, ist eines. Den Unterschied riecht man.

 

An Ton habe ich nicht gedacht. Eher an Torf oder Perlite. Nasser Torf wiegt etwa 1kg/l, Sand vielleicht 2kg/l und Perlite(trocken) ~100g/l. Sandböden gelten als durchlässig und neigen dazu auszutrocken. Stimmt, Pflanzen haben meist kein Problem, darin zu wurzeln. Als Substrat für Karnivoren habe ich jedoch oft die Erfahrung gemacht, dass diese manchmal nicht gut in sehr feinsandigen Substraten wachsen. Das wird irgendwann so hart wie der nasse Sand am Strand direkt am Meer und die Wurzeln sitzen in besten Fall oben drauf. Im schlechtesten Fall wachsen oben Algen und Moos und die Pflanzen gehen ein. Überhaupt stelle ich mehr Algen und Moos auf sandigen Substraten fest als anderen. Das liegt wahrscheinlich an Mineralien, die sich langsam auflösen. In der Natur werden Sandböden an Karnivorenstandorten oft (unbemerkt) von Quellwasser durchsickert. Sandsubstrate sind nicht so einfach in Kultur. In der Literatur wird gerne "sharp sand" empfohlen. Auch die Baubranche mag keinen rundgewaschenen/-geschiffenen Sand benutzen. Kantiger Sand könnte daher in Zukunft auch knapp werden. Lockere Substrate, die auch beim Gießen von oben lange luft und wasserdurchlässig bleiben, kann man besser mit Perlite stabilisieren. Zuviel davon trocknet den Boden und die Wurzeln aus. Auch mit Sphagnumbeimischung kann man Torfsubstrate locker halten.

 

Viele Grüße

 

Eric

bearbeitet von podunk
  • Gefällt mir 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Julius B.

Schön, dass ich mit meinen recht simplen Fragen eine so lebhafte und vielseitige Diskussion anregen konnte :) 

Vielen Dank für die lehrreichen Beiträge!!! :thumbsup: 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Bube71

Hallo zusammen,

 

ich hänge mich mal hier an, da ich nicht extra deswegen einen neuen Thread aufmachen möchte.

Bin absolut Beginner deswegen habt bitte etwas Nachsicht mit mir 😉. Danke.

 

Ich lese öfters das Pflanzen in lebendem Sphagnum eingepflanzt sind. Aber ist das nicht eigentlich eine große Verschwendung von lebenden Sphagnum ? Da das unter Sphagnum  im Topf ja relativ schnell abstirbt, da hier ja kein Licht ankommt.

Wäre es da nicht besser gleich unten totes Sphagnum zu setzten, und darauf ein Schicht lebendes Sphagnum ?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Lavicola
11 minutes ago, Bube71 said:

Hallo zusammen,

 

ich hänge mich mal hier an, da ich nicht extra deswegen einen neuen Thread aufmachen möchte.

Bin absolut Beginner deswegen habt bitte etwas Nachsicht mit mir 😉. Danke.

 

Ich lese öfters das Pflanzen in lebendem Sphagnum eingepflanzt sind. Aber ist das nicht eigentlich eine große Verschwendung von lebenden Sphagnum ? Da das unter Sphagnum  im Topf ja relativ schnell abstirbt, da hier ja kein Licht ankommt.

Wäre es da nicht besser gleich unten totes Sphagnum zu setzten, und darauf ein Schicht lebendes Sphagnum ?

Wer lebendes Sphagnum als Substrat nutzt, wird dies wohl nur machen, um sich Geld zu sparen. Verschwendung ist es aber keine, da Sphagnum ziemlich schnell wächst.

Der groß teil der Leute hier, wird sicherlich totes Sphagnum für seine Pflanzen nutzen und oben nur eine Schicht lebendes Sphagnum drauf setzen.

 

Edit: das lebende Sphagnum wird mit der Zeit auch von unten faulen

bearbeitet von Lavicola

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Dahmsi

Hallöchen.Also ich nutze für meine Fleischis für unten eine Schicht Seramis und oben kommt Torf mit lebenden Sphagnum und Moos aus dem Wald zum Einsatz und meinen Pflanzen geht es gut.Und das bissel Torf was man verwendet finde ich jetzt wirklich nicht so schlimm.Wenn man den Torf allerdings für den Garten verwendet zum Auflockern von Blumenerde finde ich das auch nicht so toll.Fleischis brauchen,nu mal Torf und den sollen sie auch bekommen!!! Das ist aber nur meine Meinung.Mfg Dahmsi. Auf dem letzten Foto sieht man vielleicht das Gemisch aus Ton und Torf.Und gegossen wird nur noch mit Osmosewasser hat einen ppm Wert von 11 und ist somit an  einem sauberen Regenwasser sehr nah dran,das es aber leider in der Natur nur noch sehr selten gibt.Smile

IMG_20190206_103208.jpg

IMG_20180701_115547.jpg

IMG_20190206_102310.jpg

IMG_20190206_102406.jpg

IMG_20190206_123011.jpg

bearbeitet von Dahmsi

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Eli

Hallo Dahmsi,

 

😮 wie ist das denn mit deiner "Turmdrosera" passiert?

 

Gruß Eli

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×