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Laubkompost als Torfersatz


Benedikt Schmitt

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Benedikt Schmitt

Hallo zusammen,

 

habe eben etwa interessantes gelesen:

 

Praxistipp: Kompost, der nur aus Laub entstanden ist, kommt Rhododendren und anderen Moorbeetpflanzen zugute. Purer Laubkompost hat einen niedrigen pH-Wert und wirkt sauer. Er lässt sich als Torfersatz auch für Kübelpflanzen verwenden, die ein saures Substrat brauchen, wie beispielsweise Azaleen, Heidelbeeren oder Erika-Arten – das sollten Sie beim Kompostieren bedenken. Wenn Sie Laub mit anderen Abfällen kompostieren, sollte der Anteil des Laubs nicht mehr als 20 Prozent betragen.

 

nachzulesen hier: http://www.selbst.de/garten-balkon-artikel/rasenpflege-pflanzenpflege/vermehrung/kompost-153284.html

 

 

Da ja immer wieder über Alternativen zum Torf gesprochen wird, ein Ersatz ist es sicherlich nicht, aber evtl. ja zur Beimischung geeignet.

Man braucht wohl relativ viel Platz, und einen Haufen Laub, aber vielleicht hat der Ein oder Andere ja die Möglichkeit...

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Warum soll purer Kompost denn einen niedrigen pH haben? Ich zweifel das jetzt nicht wirklich an, aber hätte gerne eine Erklärung dafür, da ich mir das nicht zusammen reimen kann.

Thomas

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Hallo,

weil die Blätter (besonders von Eiche und Buche) Gerbsäuren enthalten. Für die Pflanze ist das ein Frassschutz.

Ich hätte bedenken, dass es für Karnivoren zu nährstoffreich wäre.

 

Grüße 

Ronny 

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Und wie sieht der Kompost dann vom pH Wert aus, wenn wenig Blätter/ keine Eiche und Buche vorhanden sind? Zudem kann Kompost ja aus allen organischen Abfällen bestehen.

Thomas

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Benedikt Schmitt

Deswegen steht da ja auch ganz explizit LAUBkompost, der NUR aus Laub entstanden ist.

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Hallo,

 

bei uns hier im Schwarzwald war gerüchtehalber, bevor die Holländer ihre Handelsflotte aufbauten und die Köhlerei den Rest besorgte, die hauptsächliche (Moor-)Waldflora Weißtanne und Buche. Das schafft eine saure Basis für Sphagnum und Co. und die Torfbildung. Wenn ich nicht total daneben liege ist Torf aber nicht vollkommen zersetztes und "überwässertes" Pflanzenmaterial. Also nicht kompostiert; was als Kompost eigentlich völlig zersetzt bedeutet!? Und genau darin sehe ich den Haken, unabhängig vom pH Wert. Die Nährstoffe aus Blattkompost müssten somit vollkommen aufgeschlossen und für die Pflanzen zugänglich sein. Und das ist nun mal absolut nix für echte Moorpflanzen wie unsere Karnivoren. Die Randzonenbewohner wie Erika usw. sind da wesentlich weniger spezialisiert und somit verträglich für nährstoffreicheren Boden.

 

Gruß Piesl

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Hallo, 

eine vollständige Zersetzung wäre Mineralisierung. Wenn man die Blätter nicht zu lange kompostiert, wäre es vielleicht möglich oder man schreddert das Laub.

 

Grüße 

Ronny 

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Günter Seiter

Hallo zusammen,

 

da ich bereits Erfahrungen mit Zumischung von Buchenlaub habe, kann ich davon nur dringenst abraten.

 

Gute Ergebnisse habe ich teilweise bei Knollendrosera erhalten (zB Dr. stolonifera ssp.stolonifera), bei anderen Arten war aber das Wachstum teilweise stark rückläufig.

 

Ähnlich haben meine winterharten Pinguicula reagiert. Anfangs, ca. 2 Jahre lang, sind sie gut gewachsen, danach riesige Ausfälle. Bei P.grandiflora zB hatte ich nach diesem Winter an die 80-90% Verluste - aber nur in Töpfen mit "Buchenlaubsubstrat".

 

Der Hintergrund bei den Ausfällen ist eigentlich recht einfach erklärt. Anfangs hat man eine geringe Zersetzung und somit eine mäßige Abgabe von Nährstoffen - und somit auch gutes Wachstum. Nach ein bis zwei Jahren ist aber die Zersetzung so weit fortgeschritten (Kompost), dass vermehrt Nährstoffe zur Verfügung stehen - und viele Pflanzen dem Laub folgen und ebenfalls zu Kompost werden :crazy:. Der Effekt wird noch verstärkt, je feuchter / nasser das Substrat ist.

Herzliche Grüße

Günter

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Hallo zusammen,

 

ich mische bei Sarracenien Buchenlaub, Erlenzapfen und Kiefernadeln in geringem Umfang zu.

Nachdem ich ohnehin alle 2 Jahre die Sarris teilen muss (wegen zu starker Topfsprengungsgefahr) macht das wahrscheinlich wenig aus.

Grund für das Beimischen, ist die Beobachtung bei S. minor z.B. im Fancis Morion National Forest, wo ich diese auf teils reinem Kiefernadelboden gefunden habe.

Dünge mittlerweile meine Sarris auch mit Dauerdünger (auf Anraten eines Kollegen) was sich auch sehr bewährt hat.

 

Reines Laub für Sarris halte ich aber für eher ungeeignet und wäre sehr überrascht, wenn es gehen würde.

 

Peter.

 

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Da bei mir in meiner Abteilung ebenfalls mehrere "Bachelor" Werksstudenten arbeiten und ich mich in vielen Gesprächen mit denen von ihren fachlichen Qualitäten (die ja auch immer davon abhängig sind, was deren Profs können und denen auch beibringen) überzeugen konnte (alle beide, die in meiner Abteilung arbeiten, stelle ich noch dieses Jahr fest ein, dazu kommen noch zwei bis drei weitere in unserer Planungsabteilung), finde ich diese Aussage ebenfalls grenzwertig.

 

Ich zumindest habe in meinem Studium (zugegebenermaßen nach ordentlich Praxiserfahrung) die Vorlesungen in Baustoffkunde (3. Semester) allein gemacht, da mein damaliger Prof. Dr. Dipl-Ing eingesehen hatte, dass seine seit 25 Jahren gleiche Vorlesung leider nicht mehr der aktuellen Praxis entsprach, sprich er null Ahnung hatte, womit heute wie gebaut wird. Er hat sich dann immer auf meinen Platz gesetzt und interessiert zugehört, während ich seine Vorlesung gemacht hat.

 

Soviel zu dem "Wissen" von Professoren.

 

Ist halt nicht immer alles Gold, was glänzt.

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Hallo zusammen, 

 

wir Moderatoren sind bereits auf diese Aussage aufmerksam geworden und haben uns "darum gekümmert". Auch wenn ich als ehemalige Studentin euren Unmut durchaus nachvollziehen kann, würde ich euch darum bitten, es dabei zu belassen und auf das eigentliche Thema - Laubkompost als Torfersatz - zurückzukommen. 

 

Euch allen einen sonnigen Rest-Freitag und ein erholsames Wochenende! 

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