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Manuel Reimansteiner

Nepenthes pervillei auf Mahé - Copolia

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Manuel Reimansteiner

Hallo,

 

eigentlich wäre ja für diesen Sommer eine Reise nach Indonesien geplant gewesen. Da ich mir aber wenige Tage vor Abreise den Fuß gebrochen habe, fiel diese Expedition ins Wasser.

Damit 2017 nicht ganz ohne einer botanischen Reise endet, habe ich spontan einen zweiwöchigen Trip auf die Seychellen gebucht, von dem ich gestern mit vielen Fotos im Gepäck heimgekommen bin.

 

Die dort endemische Kannenpflanze, Nepenthes pervillei, habe ich an drei verschiedenen Standorten auf der Hauptinsel Mahé angetroffen. In den nächsten paar Wochen möchte ich diese Standorte näher vorstellen. Neben Standorten auf Mahé gibt es noch weitere auf der nicht weit entfernten Insel Silhouette (Thilo hat bereits mehrere Beiträge zu dieser interessanten Art verfasst).

 

Durch die geographische Lage und Isolation hat sich N. pervillei unabhängig zu den restlichen asiatischen Arten entwickelt und besitzt somit einige Eigenheiten, die in der Vergangenheit dazu veranlasst haben, die Art in eine monotypische Gattung, Anurosperma, zu platzieren.

 

Der Standort am knapp 500 Meter hohen Copolia zählt wohl zu einem der berühmtesten - so findet man sogar Fotos der Pflanzen von diesem Standort am internationalen Flughafen der Seychellen. Während meines Aufenthalts habe ich diesen zu verschiedenen Wetterlagen drei mal besucht.

 

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Der Pfad, der auf den Gipfel führt ist schnell gefunden und auch sonst ist der Berg einfach zu erklimmen.

 

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Der Trail führt durch Sekundärvegetation vorbei an vielen bedornten Palmen der Art Phoenicophorium borsigianum, die auch auf den Seychellen endemisch ist. Der englische Name "Thiefpalm" verrät schon, dass man diese Palme lieber stehen lassen sollte. Immerhin besitzen nur juvenile Pflanzen diesen Fraßschutz.

 

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Ebenfalls häufig auf Wanderungen findet man die Chinesische Flachslilie, Dianella ensifolia, die interessant schimmernde Früchte ausbildet und oft mit N. pervillei zusammen auf einem Standort vorkommt.

 

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Auf dem Plateau angekommen wird man sofort mit einem tollen Ausblick auf die Hauptstadt Victoria und die umliegenden Inseln belohnt.

 

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Das Habitat von N. pervillei erinnert eher dem von Heilamphora als Nepenthes. Die exponierte Lage von vielen N. pervillei-Standorten (besonders die des Copolia) spiegelt sich in den morphologischen Merkmalen der Pflanzen wider: gedrungene Pflanzen, ledrige Blätter und vergleichsweise kleine Kannen. Der Niederschlag rinnt über Rinnen im Granit schnell ab - so sind die Pflanzen völlig von häufig wiederkehrenden, meist kurzen, Regenschauern abhängig.

 

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N. pervillei bildet an einem Langtrieb viele weitere Rosetten, welche die typisch geformten Hochkannen ausbilden. Die Gesamtpflanzenanzahl ist also deutlich geringer, als man von den Fotos vielleicht erahnen möchte. 

 

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Die einzigartig geformt und gefärbten Samenkapseln dieser Art.

 

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Sofern eine Möglichkeit zu klettern gegeben ist, werden ganze Bäume und Büsche einfach überwachsen, ...

 

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... wenn nicht muss eben der Granit dafür herhalten. ;)

 

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Eine besonders große Ansammlung, die Thilo vermutlich auch dokumentiert hat.

 

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Männliche Blütenstände konnte ich auf allen drei Standorten in Massen antreffen.

 

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Eine zweigefärbte Kanne.

 

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Auch einige Jungpflanzen waren anzutreffen. Hier mit interessant globosen Bodenkannen.

 

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Obwohl der gesamte Standort einen nachhaltig gesicherten Eindruck vermittelt, fand ich mmer wieder (meistens vereinzelt) vertrocknete Pflanzen. Mit letzter Kraft wird noch in die Samenproduktion investiert.

 

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Hier noch zwei Vogelperspektiven des Standorts.

 

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Ein Panorama des Morne Seychellois und den umliegenden Bergen. Mit seinen 905 Metern ist er der größte Berg der Seychellen und hauptverantwortlich dafür, dass der Copolia regelmäßig mit Niederschlag und Nebel versorgt wird.

 

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So, das war's vorerst vom Copolia. In den nächsten Teilen werde ich die Standorte am Trois Fréres und Morne Blanc vorstellen.

 

Viele Grüße

Manuel  

Edited by Manuel Reimansteiner
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Beautytube

Wow, coole Fotos.

Danke, Peter.

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Mathias Maier

Super Beitrag Manu!

Bin schon sehr gespannt auf die weiteren :)

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Ralf Mößle

Sehr schöne Bilder von einer meiner absoluten Lieblingspflanzen. Auch ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

Viele Grüße Ralf 

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Lukas H.

Geniale Bilder!

 

Ich bin echt gespannt auf den Rest:biggrin:

 

Interessant finde ich ebenfalls wie variable diese Spezies ist! sehr schön anzuschauen :-)

 

Gruss Lukas

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Conoderma

Hallo Manuel,

supertolle Fotos die du da geschosen hast. Meinen allerhöchsten Respekt. Die Habitataufnahmen sind eine Wucht. Freue mich auf die nächsten Bilder die da kommen werden. :clapping::clapping::clapping:

Viele Grüsse Manfred

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Gerald53

Da kann ich in die Loblieder der anderen Kommentatoren nur einstimmen- wandern, fotografieren und texten sind eine schöne Einheit...

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Manuel Reimansteiner

Hallo zusammen,

 

vielen Dank für die viele positive Resonanz! :)


Die nächsten zwei Standorte werde ich in den nächsten paar Tagen vorstellen. Die Populationen unterscheiden sich von Standort zu Standort nämlich durchaus recht stark (möglicherweise auch einfach durch die Umweltgegebenheiten). So wachsen am Trois Fréres die größten Pflanzen mit mehr als 20 cm Kannen und am Morne Blanc die wohl Farbenfrohsten.

 

Hier noch ein Bild einer schönen Gruppe am Copolia.

 

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Viele Grüße

Manuel

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Conoderma

Hallo Manuel,

darf ich mir für meine Fotogalerie ein parr schöne Fotos runterladen, natürlich nur für meinen persönlichen Bedarf ?

Gruß Manfred

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Ralf Mößle

Also, sollte hier mal ein "Beitrag des Jahres - Wettbewerb" stattfinden, dieser wäre für mich ganz sicher in der engeren Auswahl. Neben dem ganzen Hybriden-raten und sonstigen teils recht geistlosen Beiträgen ist das hier eine wahre Wohltat.

 

Hoffentlich muß ich nicht so lange auf die Fortsetzung warten.

Edited by Ralf Mößle
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David M.

Hallo Manuel,

 

Danke für diesen sehr fundierten und hochinteressanten Beitrag über einen ganz besonderen Nepenthes-Standort!

 

Viele Grüße, 

David

Edited by David M.
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Manuel Reimansteiner

Hallo,

 

vor einer Stunde schrieb Conoderma:

Hallo Manuel,

darf ich mir für meine Fotogalerie ein parr schöne Fotos runterladen, natürlich nur für meinen persönlichen Bedarf ?

Gruß Manfred

 

Ja, nur zu - kein Problem! ;)

Schau' am besten zu meinem flickr Account, da kannst du dir die Fotos in hoher Auflösung runterladen.

 

vor einer Stunde schrieb Ralf Mößle:

Also, sollte hier mal ein "Beitrag des Jahres - Wettbewerb" stattfinden, dieser wäre für mich ganz sicher in der engeren Auswahl. Neben dem ganzen Hybriden-raten und sonstigen teils recht geistlosen Beiträgen ist das hier eine wahre Wohltat.

 

Hoffentlich muß ich nicht so lange auf die Fortsetzung warten.

 

Das freut mich sehr - danke Ralf! :)

Kommendes Wochenende werde ich mich den restlichen Fotos widmen - wird also nicht mehr allzu lang dauern. ;)

 

Viele Grüße

Manuel

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Michaela

Sehr schöne Bilder und sehr interessant, mal den Standort und das Wachstum zu sehen. Wahnsinnige Gegend, der Ausblick...bei sehr kargen Verhältnissen da oben. Kein Wunder, dass pervillei andere Bedingungen braucht. :D

Wachsen die Pflanzen dann doch in Stellen mit tieferem Substrat oder einfach, wo gerade etwas Erde liegt? Und was schätzt du, wie viele Pflanzen so auf einem Bild sind, wenn jede so viele Seitentriebe macht? Ich erkenne ad hoc nämlich überhaupt nicht, dass viele eigentich zueinander gehören.

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Manuel Reimansteiner

Hallo Michaela,

 

vielen Dank! :)

 

Ja ich denke auch, dass man die Art in Kultur in 100% mineralischem Substrat halten sollte. N. pervillei würde sich bestimmt auf einer sonnigen Fensterbank sehr wohlfühlen. Eine hohe Luftfeuchte ist gar nicht mal so notwendig und bezweckt im schlimmsten Fall nur weiche Blätter und Pilze, mit denen ich in der Vergangenheit schon oft zu kämpfen hatte. 

 

Die Pflanzen wachsen entweder auf sehr sandigen Böden oder auf purem Granit mit sandiger Humusauflage der Begleitvegation und der Kannenpflanze selbst. Auf jeden Fall sind alle Standorte gut drainagiert.

 

Eine rankende Pflanze macht schnell bis zu zehn Luftrosetten, die sich bei zuviel Gewicht auf den Boden legen.

Das muss bei großen Ansammlungen aber nicht immer der Fall sein. Kann auch gut möglich sein, dass bei günstigen Umweltbedingungen in einem Jahr besonders viele Samen an einem Standort gekeimt sind.

 

Ich habe von den anderen Standorten schöne Fotos gemacht, welche die Luftrosetten ganz gut zeigen. 

 

Viele Grüße

Manuel

 

 

Edited by Manuel Reimansteiner
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