Jump to content
Ronny H.

Verebung und Vermehrung von Hybriden

Empfohlene Beiträge

Ronny H.

Hallo liebe Gemeinde,

 

ich möchte diesen Thread erstellen, um Fragen zum Thema Vererbung und Vermehrung von Hybriden zu stellen. Wie ihr sehen werdet habe ich zu dem Thema doch allerhand Fragen.

 

Das Erste was mich beschäftigt ist das Thema der Namensanordnung bei Hybriden:

 

In der Regel steht das Mutterindividuum vor dem Männchen, allerdings habe ich auch schon die umgekehrte  Schreibweise gesehen.

 

Daher meine Frage: Ist die Anordnung der Elternteile genormt oder kann man sie willkürlich anordnen?

 

Nun möchte ich das Thema Vererbung anhand einer S. leucophylla x psittacina „angehen“.

 

Welche Merkmale der Pflanze werden dominant und welche rezessiv vererbt? (Ich denke bei leucophylla ist es die typische Zeichnung der Pflanze und bei psittacina die Fallenöffnung und Reusensystem)

 

Vererbt eine männliche Pflanze andere Merkmale als eine Weibliche?

 

Kleine Randnotiz: Bei Nymphensittichen vererbt der Hahn seine Merkmale ausschließlich an die Töchter

 

Bezogen auf das obige Beispiel:

Würde eine S. psittacina x leucophylla denn anders aussehen?

 

Nun zur Vermehrung:

 

Nun ist es ja so, dass die besonderen Merkmale des Hybrids ausschließlich vegetativ vermehrt werden können.

 

Was kommt genetisch heraus wenn ein Hybrid Samen produziert und diese keimen?

 

Kann es sein dass manche Hybride überhaupt nicht blühen können? (Meine oben beschriebene S. leucophylla x psittacina hat seit Jahren noch nie geblüht)

 

Ich würde mich freuen wenn Ihr meine Unwissenheit heilen könntet

 VG Ronny

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
DorianGray1980

Hallo,

 

bezüglich der Anordnung der Elternteile in Schreibweise des Namens steht soweit ich weiß normalerweise die Pflanze welche

die Samen produziert an erster Stelle und die von der die Pollen stammen an zweiter.

Bei der Kreuzung sollte es demnach aber egal sein, ob die Pollen von einer S. leucophylla oder S. psittacina stammen, da sämtliche Merkmale beider Pflanzen aufeinandertreffen.

Demzufolge müsste man jetzt genetisch herausfinden, welche Merkmale der einen Pflanze über die gleichen Merkmale der anderen Pflanze dominant sind.

Bei Deinem Beispiel würde ich sagen das das Merkmal der Schlauchform der S. psittacina gegenüber dem gleichen Merkmal der S. leucophylla dominant ist. Umgekehrt schein es dann aber wiederum bei der Zeichnung der Schläuche zu sein.

So müsste eigentlich eine S. leucophylla x psittacina und eine S. psittacina x leucophylla genetisch identisch sein.

 

Ich hoffe ich habe das noch einigermaßen richtig zusammenbekommen und hab hier keinen Mist geschrieben. Bio-Leistungskurs ist schon ne ganze Weile her. 😉

 

MfG

Christian

 

  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Kai Becker

Hallo,

also an erster stelle steht immer die Mutterpflanze und an zweiter die Vaterpflanze.

Was im Endeffekt raus kommt kann man nicht so genau sagen, bei Sarracenia sehen die Nachkommen meist nach ner 50:50 Mischung aus. Interessant wird's bei Sarracenia meist erst ab der F2 Generation also wenn du die Hybriden noch mal selbstbestäubst oder mit Geschwisterpflanzen. Gerade bei leucophylla Hybriden kann man so zb. die Schlauchfärbung und Fensterung noch verbessern.

Grüße

  Kai

  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
ChristophBurdeska

Dominante Eigenschaften bekommst du nur in der F2 Generaion raus und dann auch nur, wenn die Eltern rein waren.

Das kannst du dir ja mal bei Wiki anschauen, Mendel ist dein Freund.

  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
jeff72

Bonjour

 

nach dem internationalen Code von ST LOUIS ( auf Französisch)

 

für Hybriden

Recommandation H.2A

H.2A.1. Il est habituellement préférable de placer les noms ou épithètes d'une formule par ordre alphabétique. La direction d'un croisement peut être indiquée en incluant les symboles de sexe (♀: femelle; ♂: male) dans la formule, ou en plaçant le parent femelle en premier. Si l'ordre alphabétique n'est pas suivi, les raisons devraient en être clairement indiquées.

 

In der Regel wird der Name des weiblichen Elternteils oft zuerst genannt

 

Erklärung des Gesetzes von Mendel in Französisch (mit Google können Sie übersetzen)

http://www.afblum.be/bioafb/loismend/loismend.htm

 

 

  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
partisanengärtner
Geschrieben (bearbeitet)

Was sicher nicht stimmt ist das es egal ist wer Vater und wer die Mutter ist.

Bei allen Kreuzungen die ich oder mir bekannte Gärtner in der Pflanzenwelt unternommen haben wird immer auch bei zwittrigen Eltern die umgekehrte Kreuzung gemacht.

Nicht nur das Geschwister mit dem gleichen Vater sehr unterschiedlich ausfallen können sondern auch wenn man Vater und Mutter austauscht kann ein deutlich unterschiedliches Ergebnis rauskommen. Nicht alles ist im Zellkern codiert.

S. psittacina gehört bei mir zu den blühfauleren Sorten. Kann also daran liegen das bei dieser einen Pflanze dieses Merkmal dominiert oder gar  verstärkt wurde

Psittacina und leucophylla haben beide bunte Schläuche das Ergebnis wird also vermutlich in beiden Fällen gezeichnet sein.

Ob der Reuesenmechanismus vererbt wird  sollte sich durch Versuche klären lassen . Diese hat nur psittacina.

 

Soweit mir bekannt ist die Fruchtbarkeit bei keiner Sarracenienkreuzung in der Fertilität eingeschränkt. Auch nicht in der xten Generation. Das mal so eine Kreuzung blühfauler ist findet sich auch bei reinrassigen Exemplaren.

 

Mendel ist sehr hilfreich wenn man wenige Merkmale hat die in Betracht kommen, wie die Blütenfarbe bei der Erbse damals. Bei den sehr unterschiedlichen und zahlreichen Merkmalen die in der Sarraceniengruppe vorkommen wird man mit solchen statistischen Verfahren nicht weit kommen.

Da hilft nur Ausprobieren und das Ergebnis wird selbst viele alte Hasen noch mit Überraschungen erfreuen.

 

bearbeitet von partisanengärtner
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Ronny K.
Geschrieben (bearbeitet)
Am 23.7.2018 um 16:55 schrieb ChristophBurdeska:

Dominante Eigenschaften bekommst du nur in der F2 Generaion raus und dann auch nur, wenn die Eltern rein waren.

Das kannst du dir ja mal bei Wiki anschauen, Mendel ist dein Freund.

 

Das stimmt nicht. Es gibt von Genen verschiedene Varianten (Allele) die dominat oder rezessiv sein können. Das hat nichts mit Reinerbigkeit zu tun.

Weiterhin wusste Mendel nichts von Crossing Over und er betrachtete auch keine Merkmale, die von mehreren Genen gesteuert wurden. Außerdem entstehen bei Pflanzen die Geschlechtszellen aus somatischen Zellen (Körperzellen), damit können verschiedene Blüten unterschiedliche Mutationen tragen, die im Laufe des Wachstums entstehen können. Dazu kommt noch die Epigenetik und x-fache Chromosomensätze bei Pflanzen. So einfach wie bei Mendel ist die Vererbung also nicht.

 

Grüße

Ronny

bearbeitet von Ronny K.
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Jens Neumann
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo Zusammen,

 

1) Was die Namensgebung angeht stimme ich mit den vorherigen Beiträgen überein. Die Mutterpflanze wird immer zuerst genannt, der Pollenspender als immer zweites. Wenn du eine Kreuzung S. psittacina x leucophylla hast ist daher S. psittacina die Mutterpflanze und S. leucophylla der Pollenspender. Bei der Hybridzüchtung wird oftmals zusätzlich die umgekehrte Kreuzung durchgeführt: S. leucophylla x psittacina man spricht auch von der reziproken Kreuzung. Die reziproke Kreuzung führt oftmals zu einer anderen Vererbung der Merkmale.

 

2) Ich stimme da @Ronny K. zu. Vom Prinzip her ja, nach Mendel würde das in der F2 aufspalten, die von Ronny K. genannten Faktoren wurden von ihm jedoch nicht berücksichtigt. Eine eine Antwort auf die Frage was dominant und was rezessiv weitervererbt wird lässt sich leider nicht allgemein für dein Beispiel sagen.

 

3) Bei Hybriden hat man bei vielen Pflanzen das Problem, das sie ihre Fertilität verlieren/ teilweise verlieren (bspw. männlich steril) und daher keine Samen ansetzen (die Befruchtung ist gehindert oder bilden "taube" Samen, solche die keinen/einen degenerierten Embryo enthalten). Die Frage würde jetzt bestehen mit was du diesen Hybriden Bestäubst, wenn du deinen Hybrid mit einem anderen Hybrid oder Pflanze bestäubst, hast du im besten Fall einen weiteren Hybrid: (S. psittacina x leucophylla) x S. leucophylla (Dreiweghybrid) oder (S. psittacina x leucophylla) x (S. rubra x leucopylla) (Doppelhybrid). Wenn du bei deinem Hybrid eine Selbstung durchführst bist du quasi im Aufbau einer Inzuchtlinie, bei Fremdbefruchtern hast du oftmals das Problem der Selbstinkompatibilität, dass heißt das viele der Pflanzen aus der folgenden Selbstung an Inzuchtdepression leiden und absterben. Nur ein geringer Teil der Pflanzen ist nicht davon betroffen, diesen geringen Teil kannst du für deine weitere Inzuchtlinie nutzen. Nach rund 7 Inzucht-Generationen wird das Saatgut dann als "Reinerbig" betrachtet.

 

Ich hab selbst noch nicht viel mit Sarracenia gemacht, daher kann ich leider nur allgemeine Sachen wieder geben.

 

Beste Grüße, Jens

bearbeitet von Jens Neumann
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Nico-zockt

Wie sehen die pflanzen aus?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Mathias Scharmann

Hallo,

zu dem Thema Vererbung: eine Forschungsgruppe in den USA hat kürzlich eine Studie zur Vererbung einer Reihe von Merkmalen in Hybriden aus Sarracenia rosea und Sarracenia psittacina gemacht:

http://www.life-science-alliance.org/content/1/6/e201800146

Eine sehr aufwändige und wichtige Arbeit! Klar ist wohl, dass etliche Merkmale überhaupt keine erbliche Varianz hatten, wie z.B. verschiedene Grössenmessungen und einige Farbmerkmale. Andere Merkmale waren sehr stark erblich bedingt, nämlich die Anzahl der Schläuche, die Länge der Gleitzone auf der Innenseite, die Weite der Schlauchöffnung etc.

Übrigens folgte keines der Merkmale den klassichen Mendel-Regeln (einzelne loci, fast keine Umwelteinflüsse): sie waren stattdessen durch mehrere Loci beeinflusst und/oder nur zum Teil erblich.

Grüsse, Mathias

  • Gefällt mir 1
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×