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Ronny K.

Begleitpflanzen zu Sarracenia

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Ronny K.

Hallo,

ich möchte hier ein Bilder-Thread zum Thema Begleitpflanzen zu Sarracenia machen. Damit meine ich ausschließlich Pfanzen, die natürlicherweise mit Sarracenia zusammen vorkommen. Wer schöne Bilder hat, kann sich gerne daran beteiligen. Ein paar Infos zur Art wären auch gern gesehen.

 

Den Anfang möchte ich mit einer Pflanze machen, die wahrscheinlich kaum in Kultur verbreitet ist. Es ist Rhexia virginica, eine Pflanze aus der Familie der Schwarzmundgewächse (Melastomataceae). Die Familie ist hauptsächlich in den Tropen und Subtropen beheimatet, nur die Gattung Rhexia findet man auch in den gemäßigten Breiten Nordamerikas. Die Blüten haben einen Durchmesser von 4,5cm. Zur Winterhärte kann ich leider noch nicht viel sagen, kälter als -4°C wurde es für sie bei mir noch nicht.

 

Demnächst blüht bei mir noch ein weiteres Highlight, welches ich euch nicht vorenthalten werde.

 

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Grüße

Ronny

 

 

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TestosteronRonny

Die Zussmmenstellung einer Liste finde ich sehr gut ! Fotos zur Ergänzung wäreb auch sehr schön . 

Pogonia ophioglossoides wächst mit Sarracenia vergesellschaftet . 

Vermehrung läuft gut über Ausläufer und die Blüten sind die eigentliche Pracht , nur dieses Jahr gab's keine . Die Blätter wachsen einzeln aus dem Substrat heraus

 

20170730_121756.jpg

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Ronny K.

Hallo,

Pogonia ophioglossoides ist natürlich ein Klassiker. Eine sehr einfach zu kultivierende Orchidee. Ich habe leider auch kein Bild von der Blüte.

Eine Liste wäre ziemlich lang und die meisten Arten wären gar nicht oder nur sehr schwer zu bekommen. Daher bitte nur Bilder von Pflanzen, die tatsächlich in Kultur sind. Zwei Arten, die leicht erhältlich sind, wären z.B. Liatris spicata und Coreopsis lanceolata.

 

Grüße

Ronny

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podunk

Hallo,

so sehen die Blüten von Pogonia ophioglossoides aus:

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Die Art ist nicht selten vor allem in Hoch- und Niedermooren im Osten von N-Amerika (Manitoba bis Neufundland bis Florida bis Texas) vor allem zusammen mit Sphagnum.

 

Rhexia virginica hat eine ähnliche Verbreitung und bevorzugt eher Niedermoore bzw. Sandböden, z.B. auch zusammen mit D.filiformis in Neuengland oder Dionaea in NC. Die Blätter haben übrigens beidseitig hübsche lange Drüsen (die hellgelben Kügelchen sind Pollen, die klebengeblieben sind):

Rhexv_011905s.jpg.f70c6d009779475acd7bd0cf3008378f.jpgRhexv_012008s.jpg.fa27529dbfa4c7b5430bb828d502ab7e.jpg

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Diese R.virginica ist aus Samen aus Brunswick Co. NC

+Es gibt etwa 10 Rhexia Arten (Melastomataceae). Das hier dürfte Rhexia petiolata sein, die an der Küste von Texas bis Maryland vorkommt:

Rhexpet_6870s.jpg.4e00e9509b2586107efea4e3e100c55e.jpgRhexpet_6869s.jpg.f4728e6d10191bd743e76dee67f26096.jpg

R.petiolata sieht R.nuttallii ähnlich, letztere hat langgestielt-drüsige Kapseln und kommt aus Florida, diese hier sind glatt. Beide sind viel zierlicher als R.virginica und haben kurze Staubgefäße (daher Sect. Brevianthera). Da die Pflanzen locker wachsen und kein dichtes Blätterdach bilden, sind sie angenehme Begleitpflanzen. R.petiolata ist mehrjährig, wird 30cm hoch und hält bei mir leichte Fröste aus.

 

Eine weitere schöne Blütenpflanze aus den Savannen der Golf- und Atlantischen Küstenebene (LA bis NC) ist Lilium catesbaei:

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Im Gegensatz zu anderen Lilien mag diese Art es sauer und feucht. Im Vergleich zu anderen Lilien ist die Pflanze klein, im Vergleich zur Größe der Pflanze ist die einzelstehene Blüte riesig. Leider ist sie auch wieder schnell verblüht. Ähliche durch Feuer offen gehaltene Standorte mag auch L.pyrophilum.

 

Viele Grüße

Eric

 

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Rhexia petiolata added
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ChristianCB

Sehr schöne Bilder.

Gesendet von meinem S8 mit Tapatalk

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Ronny K.

Hallo,

für gelbe Farbtupfer sorgt Coreopsis leavenworthii. Diese Art ist ein- bis zweijährig und lässt sich gut über Samen vermehren.

 

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Eric hat ja nun mein Highlight vorweggenommen. Aber trotzdem möchte ich meine Pflanze noch zeigen. Lilium catesbaei wächst bei mir bisher am besten in reinem Torf. Damit sollte die Art eigentlich gut für das Moorbeet geeignet sein. Das muss ich aber noch genauer testen. Noch habe ich zuwenig Exemplare für solche Versuche.

 

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Hier sieht man sehr schön das von Eric angesprochene Verhältnis von Pflanze zur Blüte. Im Hintergrund sieht man eine weitere Begleitpflanze: Rhynchospora colorata

 

20180808_162557.thumb.jpg.a277e37af8302809033dc5bb70696b0c.jpg

Richtig auffällig wird die Pflanze aber erst mit geöffneter Blüte. Hier mit höherem Gelbanteil.

 

Grüße

Ronny

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podunk

Hallo,

Schöne Blumen, Ronny. Die Blüten von L.catesbaei sind variabel, aber immer schön anzusehen.

 

Rhynchospora colorata (syn.Dichromena colorata) gefällt mir auch gut. Hier ein hübsches Bild von einem S.flava Standort in

SC, damit ihr auch glaubt, dass die Pflanzen am Naturstandort gerne zusammen vorkommen (die weißen Knöpfchen auf dem Bild sind vermutlich die Blüten von Eriocaulon decangulare). Früher habe ich für R.colorata (oder R.latifolia) vergeblich eine Bezugsquelle gesucht, inzwischen steht  sie aber unter dem Markennamen "Sternentänzer" als Dekogras in sehr vielen Gärtnereien. Es gibt neuerdings auch eine Variante mit weißem Blattrand. Die Blüten (ab Mai) werden bis 60cm hoch und locken Bestäuber an. Die Pflanzen machen viele Ausläufer und werden besser im Topf kultiviert, zumal sie nicht wirklich frostfest sind und man sie besser frostfrei über den Winter bringt.

 

Wenn wir schon gerade bei Cyperaceae sind, hier noch ein paar Arten (von links):
Rhynchospora inexpansa, R.alba, Eleocharis cf. obtusa

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Rhynchospora inexpansa kommt in der Küstenebene von Delaware bis Texas vor, also zusammen mit so gut wie allen Sarracenienarten. Die Pflanzen sind bis 60cm hoch und machen kurze Ausläufer. Die Blüten hängen leicht, daher auf Englisch nodding beaksedge. Offensichtlich ist sie nicht ganz so frosthart wie Rhynchospora alba.
Das weiße Schnabelried (R.alba) wird etwa 40cm hoch und kommt auf der Nordhalbkugel (auch in Deutschland) auf sauren, staunassen Böden vor, also auch eine typische Hochmoorpflanze. In Nordamerika z.B. mit S.purpurea, aber an der Küste nicht weiter südlich als VA, die Art mag es eben lieber kalt. Angenehmerweise ist sie nicht besonders konkurrenzstark und bildet keine Ausläufer, dafür im Winter eine Art langgezogene Zwiebeln, die sich leicht herausziehen lassen. Dadurch kann man sie recht einfach in der Menge und Ausbreitung kontrollieren. Allerdings sollte man rechtzeitig die Samenstände entfernen, da sie sich leicht aussamt.
 
Die Sumpfbinse (Eleocharis sp.) ist mehrjährige Pflanze aus NC macht im Gegensatz zu E.palustris keine Ausläufer und ähnelt E.obtusa (die einjährig sein soll). Sie kommt an feuchten Stellen in der für Sarracenien  und Dionaea typischen Long Leaf Pine (Pinus palustris) Wiregrass (Aristida stricta) Savanna vor. Mit den bis zu 40cm langen drahtigen Blätter ähnelt die Pflanze ein wenig einer Pinus palustris im Grasstadium. Sie wächst gut auf Torf aber glücklicherweise nicht besonders schnell. Durch die dünnen Blätter schattiert sie auch kaum benachbarte Pflanzen aus. Allerdings entwickelt sie mit der Zeit ein großes Wurzelsystem.

 

Von der besagten Sumpfkiefer (Pinus palustris; Long Leaf Pine) habe ich ein paar aus Samen gezogen und auch an andere weitergegeben. Im Süden der USA ist P.palustris für die mehr oder weniger feuchten Savannen typisch, in denen auch die meisten Sarracenien vorkommen. Regelmäßige Feuer vernichten normalerweise das Unterholz, können aber den Sumpfkiefern nichts anhaben. Diese Kiefer entwickelt als Sämling erst einmal ein Büschel langer Nadeln, das wie ein Grasbüschel aussieht. Dann wächst sie sehr langsam in die Höhe. Da ich davon gerade kein Foto habe, hier nochmal ein link. Erst nach gut 10 Jahren legt sie so richtig los, bis dahin ist sie als Begleitpflanze durchaus interessant. Allerdings ist sie nur bedingt winterhart. Nördlich von Virginia, z.B. in den Pine Barren von New Jersey  findet man statt dessen z.B. Pinus rigida.

 

Bäume sind vermutlich für viele nicht zuletzt aus Platzgründen keine besonders attraktive Begleitpflanzen. Manche lassen sich tatsächlich längere Zeit bonsaiartig klein halten.

Winterhart wäre die weiße Scheinzypresse (Chamaecyparis thyoides):

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Sie ist in Sümpfen oder an Flüssen (Pocosin/Glades) in der Küstenebene von Maine bis Mississippi  bestandsbildend, aber durch Raubbau zur Holzgewinnung und durch Entwässerung selten geworden. Inzwischen wird wieder damit renaturiert. Wo das Kronendach genug Licht durchlässt, finden sich in solchen Beständen am Boden auch Sphagnumbulte mit S.purpurea und D.rotundifolia bzw. weiter südlich z.B. auch S.rubra und P.primuliflora. Scheinzypressen können zwar über 20m hoch werden, aber sie lassen sich gut schneiden. Chamaecyparis lawsoniana kennt wahrscheinlich jeder als Heckenpflanze oder C.obtusa als Muschelzypresse. C.thyoides gibt sie im Gartencenter günstig bei den Zwergkoniferen, zu Weihnachten oft der Kultivar 'Top Point', sonst auch andere Sorten z.B. 'Andelyensis', 'Blue Rock', 'Aurea', etc.

 

Das waren jetzt zwar keine besonders knalligen oder seltenen Blütenpflanzen, aber wer typische Begleitpflanzen sucht, könnte die obige Auswahl in Betracht ziehen.

 

Viele Grüße

Eric 

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Pascal Kulms

Calopogon tuberosus und eleorchis japonica sind moororchideen und ideale begleitpflanzen. Können selbst in einem kleinen Topf zusammen kultiviert werden.

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podunk

Hallo,

Eleorchis japonica ist zwar eine gute Begleitpflanze, aber kommt in der Natur nicht mit Sarracenien zusammen vor, da sie wie der Name schon sagt aus Japan stammt. Sie ist aber mit Calopogon verwandt und es gibt in Kultur sogar eine Hybride zwischen den beiden Gattungen (Elepogon 'Carson Whitlow' = E. japonica x C. tuberosus).

Calopogon tuberosus hingegen kommt im Osten der USA von Texas bis Neufundland gerne zusammen mit Sarracenien zusammen vor. Die Art ist durchaus variabel: Im Osten Kanadas und Maine sind die Pflanzen oft kleiner und die Blätter breiter (var.latifolius), im Süden Floridas, den Bahamas und Kuba gibt es besonders große Pflanzen (var.simpsonii). In Kultur gibt es fast nur var. tuberosus mit helleren und dunkleren Blüten und auch eine weißblütige Form. Es gibt vier weitere sehr ähnliche Arten, die alle kleinere Blüten haben. Leider sind die kaum in Kultur (und wenn welche angeboten werden, dann sind es oft falsch bestimmte C.tuberosus).

Da das dies Rubrik Photos ist, hier schnell noch ein Bild von Calopogon tuberosus (links) und eines von C.barbatus (C.multiflorus sieht dieser ganz ähnlich) am Standort in SC (rechts):

Calopogon_tub_5228s.jpg.7837a7b9a4eec0def791df0f8d190a3b.jpgCalobar_US06060422_SC.jpg.41defaa1149f6595b1f5b045f8913f75.jpg

Calpogon hat interessante Blüten die auf dem Kopf stehen, d.h. das Gynostemium (Pollen und Narbe) zeigt nach unten während die gelben nektarverheißenden Puschel ein Teil des Kelchblatts sind und die Bestäuber täuschen.

Weitere Orchideen, die gerne mit Sarracenien zusammen vorkommen und in Kultur sind, sind z.B. Platanthera blephariglottis (links) und P.ciliaris (rechts):

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Diese sind leider etwas schwerer zu halten und zu vermehren.

 

Viele Grüße

Eric

 

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podunk

Hallo,

es gibt noch einige bunt blühende Begleitarten, die mehr oder weniger nährstoffarme feuchte Standorte lieben und mit denen man sein Moorbeet in ein Blumenbeet verwandeln kann.


Die Kreuzblume Polygala lutea (Polygalaceae) ist z.B. eine kleine zweijährige Pflanze die mit ihren orangefarbenen Blüten Farbe ins Beet bringt.

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Größere Blumen, sind z.B. Lobelia cardinalis (Campanulaceae), die mit ihren etwa 1 Meter hohen Blütenstand mit scharlachroten Blüten ordentlich was her macht (links Blüte einer kultivierten Pflanze aus VA, rechts ein Blütenstand an einem Sarracenienstandort in GA):

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Wie andere Blumen mit solchen knallroten Blüten wird sie gerne von Kolibris bestäubt. Im Gartencenter wird bei den Teichpflanzen gerne eine rotblättrige Form angeboten. Manche Aquarianer verwenden sie auch als Unterwasserpflanze, dann blüht sie aber nicht.
Eine andere etwas kleinere, blau-violett blütende Art wäre z.B. L.puberula:

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Die Lobelien blühen oft erst spät, ab Juli oder auch erst im September. Im Gewächshaus sollte man die Pflanzen im Herbst zurückschneiden, sonst bekommt man leicht Probleme mit Botrytis. Leider sind die Pflanzen nicht so richtig winterhart.   

Macbridea caroliniana (Lamiaceae) ist mehrjährig, recht krautig, kann recht (ca. 70cm) hoch werden und hat ab Ende Juli schöne rosa-violette Blüten:

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Sie kommt an der Atlantikküstenebene zwischen N-Carolina bis Georgia vor. An derGolfküste kommt M.alba vor, die ebenfalls sehr selten geworden ist.

 

Helonias bullata (Melanthiaceae) blüht sehr früh (etwa ab Mitte April) hat schöne rosa Blütenstände:

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Die hellgrünen Blätter sind einer Rosette angeordnet. H.bullata ist in Kultur recht verbreitet und lässt sich einfach über Samen vermehren. In der Natur (zwischen New Jersey und Georgia) ist sie inzwischen selten geworden. Es gibt nur die eine Art, zwei verwandte Gattungen (Heloniopsis und Ypsilandra) kommen in Asien vor.

 

Harperocallis flava (Tofieldiaceae, früher Liliaceae) ist eine bedrohte Art aus Florida. Es gibt nur diese eine Art in Nordamerika, alle anderen Arten der Gattung Harperocallis wachsen in Südamerika; interessanterweise auch zusammen mit Heliamphora, denn einige davon sind typische Pflanzen der Tepuis. Im Wuchs sehen sie wie die nahe verwandten Simsenlilien aus (wie kleine Schwertlilien). H.flava ist kräftiger im Wuchs und im voller Sonne stehen die steifen, tiefgrünen Blätter aufrecht und sind recht spitz:

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Die Blattspitzen bohren sich beim Wachstum schon mal durch einen S.purpurea Schlauch. Halbschattig wachsen die Blätter schmaler und länger. Die einzelstehenden Blüten sind vergleichsweise groß und gelb. Die Art scheint bei uns winterhart zu sein, auch 2-stellige Minustemperaturen waren bislang kein Problem. Ein anderes typisches Simsenliliengewächs in Savannen von N-Carolina bis Alabama ist die schön weiß blühende Pleea tenuifolia. Verwandte Arten in Europa sind nicht so auffällig, z.B. die vergleichsweise unspektakuläre Tofieldia calyculata, die oft auch an Pinguicula Standorten vorkommt.

 

Oberflächlich betrachtet sehen die Pflanzen der nicht näher verwandten Gattung Xyris ähnlich, denn auch die haben fächerförmig angeordnete schwertförmige Blätter. Xyris hat fast immer gelbe Blüten mit drei Blütenblättern ("yellow-eyed-grass"), sind einkeimblättrig und stehen Seggen und Gräsern nahe (Poales). Xyris sind typische Begleitpflanzen für Karnivorenstandorte weltweit, vor allem in den Subtropen und Tropen. Es gibt etwa 300 Arten. Einige Arten kommen aber auch in gemäßigten Breiten (aber nicht in Europa) vor, z.B. X.montana zwischen New Jersey, Minnesota und Neufundland. X.difformis wächst an den großen Seen und an der Küste von Neuschottland bis Texas. Etwa 20 ähnliche Xyris-Arten kommen weiter südlich vor, oft auch an Sarracenia Standorten. Diese winterharte Art habe ich als X.montana bekommen (könnte aber auch eine andere Art sein; die Form und Farbe der Blüten-Schuppen sprechen evt. für X.difformis):

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Die Pflanzen lassen sich leicht über die sehr feinen Samen oder durch Teilung vermehren.

 

Viele Grüße

Eric

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Kenny An

Wow sehen super aus und kannte ich teils noch nicht. 

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Ronny K.

Hallo Eric,

 

wieder mal ein super Beitrag. Hast du die Lobelia cardinalis zusammen mit Sarracenia gefunden? Ich konnte bisher keine Quelle finden, die zeigt, dass beide zusammen vorkommen.

 

Grüße

Ronny

 

 

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podunk

Hallo Ronny,

danke. Aus dem Stehgreif kenne ich auch keine publizierte Vegetationsaufnahme in denen L.cardinalis und Sarracenien zusammen vorkommen, aber bestimmt findet man welche, wenn man danach sucht. L.cardinalis hat eine weite Verbreitung im Osten N-Amerikas und ist nicht wirklich selten. Ich habe sie wie oben angegeben auch schon selbst an einem Sarracenia-Standort gesehen, das war ein Quellbereich an einem See. Sie ist vielleicht nicht besonders typisch bzw. keine Zeigerpflanze, da sie auch mehr Nährstoffe und weniger Licht als Sarracenia verträgt. Typisch sind Ränder von Bächen, weniger die Savannen oder Pocosins der Tiefebenen. Die Kultur zusammen mit Sarracenia ist jedenfalls problemlos.

 

Ähnliches kann man auch von der Gattung Sabatia sagen, die mir wie viele andere Enziangewächse (Gentianaceae) gut gefällt. Sie sieht gar nicht wie der blaue Enzian der Alpen aus, sondern  ähnelt dem heimischen Tausendgüldenkrauts (Centaurium erythraea), das bekanntlich so aussieht:

Centaur_7058s.jpg.531fb418b915393194b518a313af799a.jpg

Es gibt aber auch ein paar blaue Enziane in N-Amerika, ein paar davon kommen auch zusammen mit Sarracenia vor, z.B. G.autumnalis an der Atlantikküstenebene, G.pennelliana an der Golfküstenebene und G.saponaria in den Appalachen sowie ab New Jersey nördlich auch im Tal.

Hier z.B. die knapp 4 cm große Blüte von G.autumnalis aus Pamlico Co., NC:

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G.catesbaei (Elliott's gentian) ist von Alabama bis New York in der Küstenebene auch mit Sarracenien zu finden. Er blüht im Spätherbst und öffnet die Blüten (wie andere bottle gentians) manchmal nur zögerlich: 

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Weiter mit Sabatia. Sie wächst je nach Art in feuchten bis nassen, sandigen Habitaten und kommt im Osten N-Amerika vor allem in der Küstenebene auch mit Sarracenien und Drosera vor. So blüht Sabatia difformis:

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So sieht Sabatia grandiflora aus:

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Die nächste Art ist Sabatia dodecandra var. foliosa, unter deren Blüte eine Biene vor ein paar Regentropfen Schutz gesucht hat:

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Und hier noch ein Bild von Sabatia gentianoides am Naturstandort in N-Carolina (Green Swamp):

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Viele Arten von Sabatia sind zweijährig. Im ersten Jahr machen sie Rosetten und viele Wurzeln und im zweiten Jahr schießen die Blüten nach oben. S.grandiflora ist aber z.B. einjährig, S.difformis mehrjährig. Die Blütezeit ist recht spät und es ist nicht so einfach hier Samen reif zu bekommen. Hinzu kommt, dass die Reife der Staubgefäße und des Fruchtknotens zeitlich deutlich getrennt ist (Proterogynie). So wird eine Selbstbestäubung erschwert.

 

Zum Schluss noch eine andere Pflanze, die ich im Green Swamp fotografiert habe:

Sisyang_0901x.jpg.f74af3d27182cad5c4f232b076a104c1.jpg

Das müsste die Binsenlilie Sisyrinchium angustifolium sein, die auch in jeder größeren Gärtnerei im Regal bei den Wasserpflanzen zu finden ist. Die Pflanzen haben auf den ersten Blick einen etwas ähnlichen Wuchs wie Xyris und heißen auf Englisch entsprechend "blue-eyed grass". Die Blüten sind aber ganz anders und es ist auch aus einer ganz anderen Pflanzenfamilie (Iridaceae). Wer richtige Iris lieber mag, kann im Handel Iris virginica (südlicher) oder I.versicolor (nördlicher) finden, die an nassen Stellen mit Sarracenien wachsen. Die habe ich aus Platzgründen nicht, daher keine Bilder. Dafür habe ich I.sibirica, die zwar nicht in Amerika heimisch ist, aber genau so gut mit Sarracenien draußen wächst.

 

Viele Grüße

Eric

 

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G.catesbaei & G.autumnalis added
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Ronny K.

Hallo,

ich habe mir dieses Jahr eine Iris virginica gegönnt. Wenn sie nächstes Jahr blüt, gibt es Bilder. Eine weitere Iris-Art wäre Iris tridentata, die aber wohl nur sehr schwer zu bekommen ist.

 

Grüße

Ronny

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Ralf Mößle

Also für mich ist das ein sehr lesenswertes Thema, und gehört meiner Ansicht nach in eben diese Kategorie oder auch einfach nur angepinnt.

 

Viele Grüße Ralf 

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partisanengärtner

Wie ich in meinen Moorbeet Begleitpflanzen schon sagte Iris setosa kommt zusammen mit S. purpurea vor. vor allem ist sie sehr Pflegeleicht, vermehrungsfreudig und blühwillig.

http://fourthcornernurseries.com/plant/iris-setosa/

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podunk

Iris setosa ist wahrscheinlich die nördlichste Irisart ("Arctic Iris") und kommt nicht nur in Kanada und Alaska, sondern auch Sibirien vor. Alle anderen Arten sind sonst entweder nur in Amerika oder in Eurasien heimisch. Sie ist also so eine Art Bindeglied und man nimmt an dass sie die Urspungsart für I.versicolor und I.virginica ist. Sie steht I.hookeri und I.tridentata nahe.
I.tridentata ist kaum winterhart und deshalb hier selten in Kultur. In den USA kenne ich ein paar, die sie kultivieren. Sie ist interessant, da sie statt dicken eher langgestreckte Rhizome, also Ausläufer (Stolons) bildet. Also mehr ein Fall für den Topf als für das Moorbeet. Sie kommt von Virginia bis Florida mit Sarracenia vor und sieht so aus.

 

Wenn man die Begleitvegetation nördlicher Sarracenienstandorte anschaut, kann die denen europäischer Hochmoore sehr ähnlich sein. z.B. Sphagnumarten, Polytrichum strictum, Lycopodiella inundata, Eriophorum vaginatum, Carex pauciflora, Carex limosa, Rhynchospora alba, Scheuchzeria palustris, Andromeda polifolia, Vaccinium oxycoccos, V.uliginosum, Chamaedaphne calyculata, Rhododendron tomentosum, Myrica gale etc.

Diesmal mehr zu den für Moor und Sandböden typischen Heidekrautgewächsen (Ericaceae), die sich mit ihren Mykorrhizae an nährstoffarmen Standorten Konkurrenzvorteile schaffen. Es gibt gut über 3000 Arten davon! Davon hier nur noch ein paar wenige :

 

Die Rosmarinheide (Andromeda polifolia) ist eine typische Hochmoorpflanze die gerne auf Sphagnumbulten im Zentralbereich wächst. Dabei macht sie Ausläufer ohne besonders agressiv andere Pflanzen auszuschattieren. In Europa kommt nur var.polifolia vor, die in Amerika eine nord-nordwestliche Verbreitung hat. Im Nordosten Amerikas kommt var.latifolia (syn. glaucophylla) vor. Da sie giftig ist sollte man die Blätter nicht als Rosmarinersatz verwenden. Inzwischen gibt es davon in Gärtnereien auch buschig wachsende Kultivare. Sehr typisch für Hochmoore ist Chamaedaphne calyculata. Die Torfgränke kommt in Nordosteuropa, Nordasien und Nordamerika vor.

links: Andromeda polifolia, rechts Chamaedaphne calyculata:

Andrompolif_1572s.jpg.47f4c248d55d9b925fe6e7b9fe859821.jpgChamcaly_6584s.jpg.565eb0921cad2e3ddddff793b5acd0f2.jpg

Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea, Bild links) kennt auch jeder und sie passt genauso wie die weniger bekannte Rauschbeere (Vaccinium uliginosum, rechts) sowohl in ein nordamerikanisches als auch in ein europäisches Hochmoorbeet:
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Die hierzulande häufige Besenheide (Calluna vulgaris) rechts im Bild (links von V.uliginosum) ist eine tyisch europäische Pflanze, die genau so wenig zu Sarracenien passt wie die Krähenbeere (Empetrum niger), Schneeheide (Erica carnea), Grau- Heide (Erica cinerea),  Glocken- Heide (Erica tetralix) oder die Irische Glockenheide (Daboecia cantabrica), die man alle in den meisten Gärtnereien bekommt und die auch gut im Moorbeet wachsen. Typischer wäre die Niedere Scheinbeere (Gaultheria procumbens), die man für Root-Beer verwendet, oder die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi).

Interessanter zusammen mit Sarracenien finde ich Arten und Gattungen, die ausschließlich in Amerika vorkommen. Oft gibt es ein Pendant, das etwas eindrucksvoller als die heimischen Gewächse ist. Vaccinium macrocarpum (Cranberry, links) hat z.B. viel dickere Früchte als V.oxycoccos (Moosbeere, rechts):

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Heidelbeeren wachsen nicht wie bei uns knöchelhoch (Vaccinium myrtillus) sondern auch mal bis 5m Höhe (Vaccinium corymbosum, die mit den Kulturheidelbeerhybriden viel gemeinsam hat).

 

Die Lorbeerrosen (Kalmia polifolia, K.angustrifolia, K.latifolia, K.hirsuta, K.cuneata) haben tolle, große Blüten während die europäische Gämsheide (K.procumbens) sehr zierlich ist.  Sie sind sehr typische Begleitpflanzen und haben einen interessanten Bestäubungsmechanismus. K.angustifolia und vor allem K.latifolia gibt es mittlerweile in vielen Kultursorten in manchen Gärtnereien und Baumschulen.

links Kalmia angustrifolia, rechts Rhododendron tomentosum:

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Rhododendron tomentosum (Sumpfporst, syn.Ledum palustre) ist in deutschen Mooren nicht mehr sehr häufig, aber nicht selten im nördlichen Amerika (Grönland bis Alaska und auch Osteuropa und Sibirien). Vor dem deutschen Reinheitsgebot  wurde er zum Brauen bestimmter Biere genutzt, ist aber nicht ganz ungiftig. Mehr noch wurde übrigens auch der Gagelstrauch (Myrica gale (Myricaceae)) afür genutzt. Letzterer braucht Platz (1-2m) und ist zweihäusig, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Er kommt an Rändern von Hochmooren in Nordeuropa, Nordamerika und Nordostasien vor.  Sumpfporst und Gagelstrauch gibt es bei Gärtnereien mit besserem Moorbeetsortiment.

 

Auch die unverwüstlichen Rhododendren kommen mit Sarracenien vor, z.B. Rhododendron maximum, der sich in den Appalachen von Alabama bis nach Neuschottland findet. In den südlichen Appalachen kommt R.catawbiense und R.minus (syn.R.carolinianum) vor. Die Arten wurden auch für die Zucht mancher Gartenrhododendren benutzt. Kleinere Arten, die die Blätter abwerfen wären R.viscosum, R.canadense, R.vaseyi, die es alle kühler mögen. Zu den nordamerikanischen Azaleen, die auch an der wärmeren Atlantikküste wachsen,wäre R.periclymenoides ("pinxterbloom", Neuengland bis Alabama) und R.canescens (North-Carolina bis Texas) zu nennen. Baumschulen haben manchmal auch die Wildsorten.

links R.maximum  zusammen mit S.purpurea ssp.purpurea in den Appalachen West-Virginia, rechts R.canescens oder R.periclymenoides in einer Savanne in South Carolina (unweit S.flava und S.purpurea ssp.venosa, die nicht auf dem Bild sind):

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Wenn man ein kleines Moorbeet oder auch nur ein Minimoor in einer  Mörtelwanne anlegt, das außer Karnivoren auch noch andere Pflanzen einschließt, kann man es sich je nach Raumangebot und klimatischen Bedingen aussuchen, ob man ein Konzept z.B. streng nach pflanzensoziologischen Gesichtspunkten auswählt, einen kleinräumigen, geographischen Schwerpunkt setzt oder eine ästhetische Bepflanzung bevorzugt. Das alles bleibt bei dem weitgefassten Thema "Begleitpflanzen, die mit Sarracenien in der Natur vorkommen und in Kultur sind" dem jeweiligen Geschmack überlassen.

 

Viele Grüße

Eric

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Ronny K.

Hallo,

das kann sich doch sehen lassen. Einer von 5 Töpfen mit Lilium catesbaei Sämlingen.

 

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Grüße

Ronny

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