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Gast

Gen-Karnivoren

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Thomas Carow

Hallo,

 

auf jeden Fall ist die Kultur und der Vertrieb von transgenen Zierpflanzen in Deutschland auf absehbare Zeit verboten, soweit ich weiß.

Auf Dauer wird dies sicher wieder anders aussehen.

Ihr könnt also heimlich im Keller schonmal experimentieren...

Thomas

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Christoph Hübner

So faszinierend ich diese gezielten Erbgutveränderungen finde, so viel Zurückhaltung vor deren Einsatz empfinde ich. Es gibt immer Chancen und Risiken bei neuen Technologien.

Die Entdeckung der Kernspaltung brachte eine billige Energieversorgung, aber bis heute weiß niemand, was mit dem anfallenden Müll passieren soll und jeder kennt die Folgen von Kraftwerk-Gaus und Atomwaffen.

 

Es müssen erst alle möglichen Folgen abgeschätzt werden, bevor eine so grundlegende Technologie zum Einsatz kommt. Der menschliche Organismus ist so komplex, dass wir da noch einige Zeit brauchen werden. Pflanzen verstehen wir schon recht gut. Und bevor wir hier gleich in die Nahrungsmittelproduktion gehen, finde ich Experimente mit Zierpflanzen durchaus geeignet.

 

Viele Grüße

Christoph

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NielsM

Die natürliche Variabilität und Dynamik von Genomen (also der Gesamtheit der DNA in jeder Zelle) halte ich bei der Diskussion auch für wichtig. Die genetische Variation in natürlichen Populationen verschiedener Pflanzenarten ist wirklich beeindruckend hoch. Nicht selten ist im Durchschnitt einer von Hundert ‚Buchstaben‘ der DNA variabel. Somit hat man mehrere Millionen variabler Sequenzbereiche, und das innerhalb einer natürlichen Population einer einzigen Spezies.

 

Noch interessanter wird es bei hybridisierenden Arten. Hybriden produzieren ja auch Pollen und Samen, und so kann es zu komplexesten Kreuzungen und Rückkreuzungen kommen. Durch wiederholte Rückkreuzungen wird der genomische Anteil der einen Spezies immer geringer, bestimmte Chromosomenabschnitte können sich aber halten wenn sie positive Eigenschaften verleihen. Sie werden (natürlich) selektiert. Der Einfluss von solchen Introgressionen konnte in verschiedensten Spezies in den letzten Jahren immer klarer herausgearbeitet werden. Der Artbegriff wird somit nicht der Komplexität der Natur gerecht.

 

Wenn wir jetzt eine geneditierte Pflanze betrachten, die nach neuester Auffassung des EuGH ebenfalls als gentechnisch veränderter Organismus anzusehen ist, dann ist die genetische Veränderung fast verschwindend gering. Hier wird oft nur ein einziger Buchstabe verändert! Zwei Eichen, die im Wald nebeneinander stehen, unterscheiden sich dagegen in etwa 5 Millionen Buchstaben voneinander. Die ‚Reinheit‘ der Art sehe ich daher durch Gentechnik nicht in Gefahr und auch die Angst vor unvorhersehbaren Risiken durch gentechnische Methoden im Gegensatz zu natürlichen Mutationen kann ich rational nicht nachvollziehen.

 

Um aber noch kurz die eigentliche Frage zu beantworten. Obwohl ich den Reiz besonders anspruchsvoller Pflanzen gut nachvollziehen kann, hätte ich beispielsweise nichts gegen eine geneditierte Heliamphora nutans die sich auch bei wärmeren Nachttemperaturen wohl fühlt. Ich mag die Pflanze einfach sehr gerne und ‚reiner‘ als mein unbestimmter alter englischer Klon wäre die transgene Pflanze wohl auch noch 🙂.

 

Viele Grüße

Niels

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Lutz

N'Abend,

 

ist jetzt ein wenig off-topic, aber ich habe da mal eine Frage:

Was ich bei der ganzen Diskussion um Genveränderungen nicht verstehe ist, dass es in Teilen der Bevölkerung und der Politik sehr große Vorbehalte gegen das künstliche Editieren von Genen z.B. aus wirtschaftlichen oder auch sozialökonomischen Gründen gibt, auf der anderen Seite die Natur aber das gleiche vollkommen zufällig und in einem geradezu gigantomanischem Ausmaß vollkommen unkontrolliert betreibt.

Wenn man denn Angst vor unkontrolliert genveränderten Produkten haben würde, müßte man dann nicht mehr Angst vor einer Tomate aus Omas Garten haben als vor einer ich nenne sie mal "Gentomate" oder verstehe ich da was falsch?

Noch eine Frage. Wenn ich denn die Gentomate verzehre oder auch Omas Gartentomate, dann müßte doch eigentlich im Rahmen der Verdauung alles sozusagen chemisch kleingeraspelt werden und vom gentechnischen Standpunkt aus für mich als Konsument der Tomate vollkommen ungefährlich sein. Ist das richtig?

 

Grüße

 

Lutz

 

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Redstav

.

bearbeitet von Redstav

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Andreas Wistuba
vor einer Stunde schrieb Redstav:

 

ja Thomas das kann man ...

aber sagt mal war Dr. König damals in dem Bereich nicht sehr fleißig unterwegs oder irre ich mich jetzt da?

 

 

🤣

Mit was genau war er Deiner Meinung nach fleissig unterwegs?

Aber Ernsthaft: So entstehen Gerüchte..!

Das ist wirklich Quatsch. Und mit solchen Mutmaßungen (strafbare Handlungen) sollte man wirklich vorsichtig sein.

Grüße

Andreas

 

 

bearbeitet von Andreas Wistuba

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Ronny K.
vor 1 Stunde schrieb Lutz:

 

auf der anderen Seite die Natur aber das gleiche vollkommen zufällig und in einem geradezu gigantomanischem Ausmaß vollkommen unkontrolliert betreibt.

 

 

Hallo,

in dieser Diskussion ist nicht klar, was transgen bedeutet. Transgen bedeutet, dass Gene über Artgrenzen transferiert werden. Man nehme also z.B. ein Gen aus einer Maus und setze es in einer Aster ein. Dabei muss der Zielorganismus das Gen allerdings lesen können. Was bei diesem Beispiel nur mit relativ wenigen Genen funktionieren würde. Bei näher verwandten Arten, sind mehr Gene möglich. Das vermag die Natur und damit auch die klassische Züchtung nicht. Somit kann man also einer Art Eigenschaften verleihen, die diese oder mit dieser kreuzbaren Arten nicht besitzen. 

 

Zur Tomate: Die Gene, also die DNA, wird verdaut. Egal wie sie in die Tomate gekommen sind. Übrigens kannst du ja mal die Sorte Flavr Savr googlen. Die ist allerdings nicht transgen.

 

Grüße

Ronny

bearbeitet von Ronny K.

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Redstav

@Andreas Wistuba

 

das war eine ganz normale Frage ... deswegen auch ein  "?"

 

Oder ist es jetzt schon verboten hier Fragen zu stellen?


Ich habe Dr. König nie kennengelernt, soweit ich aber gehört habe, hat er doch auch verschiedene Versuche durchgeführt,

war das nicht z.B. mit Colchicin oder sowas? Ich weiß es eben nicht mehr - daher ja auch die Frage ...

 

Wir hatten das Thema vor ein paar Jahren doch auch mal bei der EEE in Bonn (2012) oder war es doch in Oettingen (2014)?

Einfach schon zu lange her ...

 

Wie dem auch sei eigentlich spielt es keine Rolle, von dem her  werd ich mich an dieser Stelle auch wieder ausklinken.

Das Klima scheint nicht das beste zu sein ...


Viele Grüße und noch eine frohe Vorweihnachtszeit
Ulrich

 

 

bearbeitet von Redstav

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NielsM
vor 11 Stunden schrieb Lutz:

Wenn man denn Angst vor unkontrolliert genveränderten Produkten haben würde, müßte man dann nicht mehr Angst vor einer Tomate aus Omas Garten haben als vor einer ich nenne sie mal "Gentomate" oder verstehe ich da was falsch?

 

Ich denke wir müssen keine Angst vor den genetischen Veränderungen in Omas Gemüsegarten haben 🙂. Es ist aber schon interessant, dass die verbreitete Angst vor Risiken gezielter genetischer Veränderungen nicht mit deren Ausmaß zu korrelieren scheint. Ein Beispiel, das mir nie einleuchten wollte, findet sich in der Rebenzüchtung. Durch Einkreuzen von amerikanischen Weinreben werden pilzwiderstandfähige Sorten gezüchtet. Das ist ja auch eine tolle Sache und die Sorten werden gerne von Bio-Winzern angebaut. Allerdings werden beim Prozess nicht nur die Resistenzgene übertragen, sondern auch jede Menge benachbarter Gene. Man erhält so etwa eine Weinrebe mit 1000 Genen der amerikanischen Art. Wenn man jetzt aber gezielt drei kausale Resistenzgene der Amerikanerrebe nehmen würde und mit gentechnischen Methoden ohne die 997 undefinierten benachbarten Gene übertragen würde, dann hätte man eine transgene Weinrebe die ein unvorhersehbares Risiko für Mensch und Natur darstellt.

 

 

vor 10 Stunden schrieb Ronny K.:

 

in dieser Diskussion ist nicht klar, was transgen bedeutet. Transgen bedeutet, dass Gene über Artgrenzen transferiert werden.

 

Du hast natürlich Recht, dass transgene Pflanzen durch die Übertragung von DNA hergestellt werden. Eine solche Übertragung passiert aber, wie beim Beispiel aus der Rebenzüchtung, bei nahe verwandten Arten auch natürlich. Manchmal geschieht eine Übertragung sogar zwischen weit entfernten Arten. Sehr spannend finde ich hier die Süßkartoffel. Bei allen kultivierten Süßkartoffeln handelt es sich um natürliche transgene Pflanzen mit Bakteriengenen: http://www.pnas.org/content/112/18/5844. Und trotzdem verwenden wir Süßkartoffeln bedenkenlos zur Zubereitung von Babybrei. Wenn das die Eltern wüssten... 😅

 

Viele Grüße

Niels

 

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Ronny K.

Hallo, 

so ziemlich jeder Organismus trägt Gene von Bakterien und Viren in sich. Allerdings ist dabei die Frage, wann es in der Evolution geschehen ist. Auch die Plastiden sind bakteriellen Ursprungs und haben einen Teil ihrer Gene in das Wirtsgenom integriert.

 

Grüße

Ronny

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Thomas Carow

Hallo zusammen,

interessante Sichtweisen die mir wieder gezeigt haben, wie wenig man doch dieses Thema überblickt: Transgene, geneditiert, CrispCas9, Mutagenese durch Chemikalien und Strahlung, natürliche DNA Übertragung und Veränderung und vieles mehr.

Letztlich kommen wir ja dann auch zur gärtnerischen Züchtung, Veredelung, Auslese usw.

Es gibt mal wieder keine 'klaren Grenzen', kommt mir etwas so vor wie der Versuch der Gruppe der Karnivoren abzugrenzen...

Jeder hat da sicher spezielle Ansichten/Grenzen und es endet eigentlich, wie so oft, aus Mangel an fundiertem Wissen eher in einer Meinungs-/Glaubensfrage. So wie bei Energiefragen, Glyphosat, Klima, NOx, Nahrungsmittel usw.

Mir gefallen in diesen Bereichen jedenfalls Beiträge, aus denen man nicht gleich ersehen kann welchen 'Glauben' der Autor hat und man schnell das Gefühl hat 'missioniert' zu werden. Man muss auch nicht zu jedem Bereich gleich eine eigene (übernommene) Meinung parat haben. Es reicht wenn man weiß, dass man nur winzige Bruchstücke versteht…so wie ich. Auf jeden Fall habe ich wieder was dazu gelernt, hätte ich zuerst beim dem Thema hier nicht gedacht!

Ein für mich interessanter Beitrag in dieser Richtung übrigens (jetzt total off, Entschuldigung!) der Film ''Der Bauer und sein Klima''

Übrigens wurden im letzten Jahr, tausende 'lachsfarbene' Petunien in den Gartencentern und Gärtnereien vernichtet als man herausgefunden hat, dass sie transgen sind. Da der Kunde nicht immer 'Lachsfarben' von 'Rottönen' unterscheiden kann haben die Verbände empfohlen gleich alle 'rötlichen' Farben zu vernichten. Man hatte große Angst vor einem aufgekochten Skandal, der dann auch weitgehend ausgeblieben ist. Also passt auf was ihr da im Kämmerlein züchtet…😉

 

Thomas

bearbeitet von Thomas Carow

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Andreas Wistuba
vor 14 Stunden schrieb Redstav:

@Andreas Wistuba

 

das war eine ganz normale Frage ... deswegen auch ein  "?"

 

Oder ist es jetzt schon verboten hier Fragen zu stellen?


Ich habe Dr. König nie kennengelernt, soweit ich aber gehört habe, hat er doch auch verschiedene Versuche durchgeführt,

war das nicht z.B. mit Colchicin oder sowas? Ich weiß es eben nicht mehr - daher ja auch die Frage ...

 

 

 

Hallo Ulrich,

ich wollte Dir da nicht auf den Schlips treten. Tut mir leid, wenn das falsch rüberkam.

 

Aber:

 

1.) Polyploidisierungen haben nichts mit Gentechnik zu tun. Da verdoppelt oder vervielfacht man einfach nur den Chromosomensatz. Da wird nichts eingebaut oder editiert.

2.) Finde ich es schade, dass gerade im Bereich Gentechnik so viel Halb-, Falsch - und Unwissen herrscht aber trotzdem jeder mal vorsorglich dagegen ist.

3.) Wäre ich etwas genervt, wenn mich jemand fragen würde ob ich nicht der Typ bin, der ihm gestern die Brieftasche geklaut hat. Man wird ja mal fragen dürfen... 😉

 

Also sorry nochmal. War nicht böse gemeint. Eher sarkastisch, weil das Thema leider oft in die selbe Richtung driftet.

 

Grüße

Andreas

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