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Siggi_Hartmeyer

Drosera indica "Africa" noch nicht umbenannt?

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Siggi_Hartmeyer

Korrektur angesagt? In einigen Karnivorensammlungen ist diese nach Honig duftende Art nach wie vor als D. indica "Africa" bezeichnet, da die erhältlichen Samen zeitweise falsch beschriftet waren. Deshalb untersuchten wir die Pflanze vor einiger Zeit detailliert. Wuchsform und die Emergenzen dieses Spinnenbein-Sonnentau (Sektion Arachnopus) zeigten unter dem Mikroskop eindeutig:
Egal ob duftend oder nicht, es handelt sich um australische Drosera finlaysoniana. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, hier ist unsere Doku dazu:
 

 

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Nicky Westphal

Hallo Siggi,

 

ich möchte das nicht bezweifeln, aber ist es nicht etwas ungünstig bei einer "Gleichsetzung"  Blüten mit verschiedener Anzahl an Kronblättern in einen solchern Vergleich aufzunehmen?

 

Grüße Nicky

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Andreas Wistuba

Hallo zusammen,

erstmal finde ich die Beweisführung und Aussagekraft prima, wobei ich von Drosera aber keine Ahnung habe.

 

Aber generell eine Warnung zu "Um-Etikettier-Aktionen":

Man sollte immer die Historie einer Pflanze festhalten, weil man ja immer nur den heutigen Wissens-Stand kennt.

Da wurde in der Vergangenheit schon viel Information unnötig und unwiederbringlich kaputt gemacht - selbst in botanischen Gärten.

Streng genommen müsste man so etwas etikettieren als:

 

Drosera finlaysoniana (erhalten als D. xyz aus Ort, Land von Max Mustermann, 01.01.2018)

 

Dann kann man später noch alles nachvollziehen, falls sich die Sichtweise nochmal ändert oder neue Infos hinzukommen.

Wenn Ihr die jetzt einfach nur zu Drosera finlaysoniana umlabelt, ist das alles nicht mehr nachvollziehbar. 

 

Grüße

Andreas

 

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Siggi_Hartmeyer
Zitat

ich möchte das nicht bezweifeln, aber ist es nicht etwas ungünstig bei einer "Gleichsetzung"  Blüten mit verschiedener Anzahl an Kronblättern in einen solchern Vergleich aufzunehmen?

 

Im Gegenteil, wenn bei einer Art sowohl vier, als auch fünf Blütenblätter vorhanden sein können, sollte man in der Beschreibung auch darauf hinweisen. Auf den Artnamen haben Ausnahmen mit einem fehlenden Blütenblatt, wie auch üblicherweise Varianten der Blütenfarbe keine Auswirkung. Beim bisherigen Stand der Dinge gibt es etwa Drosera serpens sowohl mit weißer, als auch mit pink Blüte.

 

Zitat

Man sollte immer die Historie einer Pflanze festhalten, weil man ja immer nur den heutigen Wissens-Stand kennt.

 

Die Aussage ist sicher richtig, im Fall der duftenden D. indica "Africa"/D. finlaysoniana hatte jedoch schon vor vielen Jahren Andreas Fleischmann darauf hingewiesen, dass es sich offensichtlich um eine Verwechslung/Falschbeschriftung der in den 2000ern angebotenen Samenpäckchen/Pflanzen einer D. indica "Africa" (wohl mit D. indica "Australien", heute D. finlaysoniana) handelte. Dazu möchte ich anfügen, dass D. finlaysoniana im Gegensatz zu D. indica keine Petiolen besitzt, also sehr leicht zu unterscheiden ist. Unsere vergleichende Untersuchung echter D. indica aus Vietnam (Asien) und von der Elfenbeinküste (Afrika), ergaben übereinstimmend in beiden Fällen chemisch (Dünnschichtchromatographie) eine hybridogene Abstammung (beide Pflanzen bilden die Naphtochinone Plumbagin und 7-Methyljuglon) und beide Pflanzen besitzen Petiolen. Nach bisherigem Stand der Dinge gibt es in Afrika lediglich eine Arachnopusart, nämlich die "echte" D. indica, das bedeutet auch, dass in Afrika noch keine Arachnopus ohne Petiolen gefunden wurde. Das kann sich natürlich noch ändern ...

 

Die Historie der Spinnenbeinsonnentau (Arachnopus bedeutet Spinnenbein) ist durchaus spannend wenn man sich für Taxonomie interessiert. Das war ein Grund für uns, die Historie des "echten" Indischen Sonnentau zu recherchieren und daraus für Sonnentaufans eine kleine Doku zu machen "Die Entwirrung des Indischen Sonnentau Schlamassels". Für das Zeigen der Originalherbare im Film, bekamen wir die offiziellen Genehmigungen des Londoner Natural History Museum und des Naturalis Biodiversity Center in Leiden (NLD) :

 

 



 

 

 

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