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Karnico

Nepenthes attenboroughii krank

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Karnico

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Hi zusammen,

meine Nepenthes attenboroughii bekommt seit einigen Tagen ein braunes Blatt nach dem anderen und ich bin noch nicht ganz dahinter gekommen wieso.

Zu den Kulturbedingungen: Die Pflanze steht im offenen Aquarium mit Kunstbeleuchtung, Tags 26*C, nachts 17*C (mehr bekomme ich an Nachtabsenkung momentan leider nicht hin). Sie steht neben Nepenthes edwardsiana, Nepenthes villosa, Nepenthes macrophylla und Nepenthes xtrusmadiensis und co. , denen geht es allen wunderbar. Luftfeuchtigkeit liegt meist um die 80%. Die Töpfe stehen auf einer Drainageschicht aus Seramis und sind durchgehend feucht, meist halte ich sie lieber etwas feuchter als zu trocken. 

Alle Pflanzen sind in Sphagnum-Perlite-Gemisch gepflanzt und haben eine Schicht aus lebendem Sphagnum oben auf dem Topf. Beim genaueren Betrachten der Nepenthes attenboroughii ist mir aufgefallen, dass sie noch in dem kleinen Torfballen wächst, in dem sie vor ca. einem Jahr geliefert wurde. Ich wollte damals einen Umpflanzschock vermeiden und hab sie daher mit dem kleinen Torfballen eingepflanzt. Ich vermute dass der Wurzelballen dadurch zu feucht war und die Wurzeln gefault sind. Ist aber nur eine Vermutung

Krankheitsbild: Die Blätter der Pflanze haben nacheinander braune Flecken bekommen und der Turgor in den betroffenen Blättern sinkt. Immer erst punktuell, später dann flächig bis das ganze Blatt abgestorben ist. Dabei sind die jungen, neuen Blätter zuerst betroffen, die älteren Blätter zeigen noch keine Anzeichen. Auch das neuste Blatt in der Entwicklung scheint bisher gesund zu sein, es ist allerdings nur eine Frage der Zeit bis das auch braun wird vermute ich. Was mich zudem irritiert hat war ein weiß-grauer Belag an den Stellen, die später braun werden, aber Mehltau sieht anders aus. Milbenbefall schließe ich eigentlich auch aus, da ich nach einem Milbenbefall in einem anderen Aquarium sicherheitshalber in allen Aquarien Akarizid angewendet habe und auch die Unterseite der Blätter nicht braun sind oder andere Zeichen von Milben aufweisen. Auch Fungizid habe ich verwendet, da ich dachte es handelt sich um das Schadbild eines Pilzes. Ich habe die Pflanze jetzt in reines Sphagnum umgetopft und gesehen dass das Wurzelsystem schwach ist, ich habe die Pflanze etwas trockener gestellt und denke jetzt kann ich erst mal nichts machen außer warten. Trotzdem frage ich euch hier, da die Pflanze zu schade und auch zu teuer ist um sie einem ungewissen Schicksal zu überlassen. Was sagt ihr dazu?

 

LG Nico

 

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Manuel Reimansteiner
Posted (edited)

Hallo,

 

N. attenboroughii  ist eine Art mit der ich in der Vergangenheit immer wieder Probleme hatte. Eine Zeit lang sind sie in meinem Standard Sphagnum/Perlite-Gemisch gut gewachsen, haben aber später sukzessive immer mehr an Blattmasse verloren. N. attenboroughii, N. palawanensis und andere, auf ultramafischem Gestein vorkommende Arten, scheinen ein gut drainiertes, eher trockenes Substrat zu bevorzugen. Solche Substrat-Bedingungen konnte ich aber in Sphagnum schwer realisieren - entweder war es zu trocken oder zu nass. Seit letztem Jahr habe ich einen Teil der Sammlung in einem rein mineralischen Mix, bestehend aus Akadama:Lava:Perlite:Kanuma 2:2:1:1 stehen. Das funktioniert bisher ausgesprochen gut und stellt die natürlichen Bodenbedingungen deutlich besser nach.

 

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Mir ist übrigens aufgefallen, dass du das stark gepresste Torfmoos aus der Terraristik verwendest. Das ist für die Pflanzenkultur meiner Meinung nach nicht geeignet und bereits zu stark zersetzt. Deutlich besser dafür geeignet ist das lockere Neuseeland-Moos von Besgrow.

 

Viele Grüße

Manuel

 

Edited by Manuel Reimansteiner
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Steffan

Hallo Manuel,

könntest du vielleicht noch etwas zu deinen Erfahrungen mit dem Wasserbedarf der N. attenboroughii sagen? Mich würde interessieren in welchen Abständen bei einem rein mineralischen Substrat gegossen werden sollte (oder Anstau?).

Ich habe auch ein kleines gesundes Exemplar und überlege, dies auch auf ein solches Substrat umzustellen.

Nico, ich drück dir und deiner Nepenthes auf jeden Fall die Daumen!

Gruß,
Steffan

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Karnico

Hi Manuel und Steffan,

danke für die Tipps. Ich halte die Pflanze jetzt trockener und werde meiner Nepenthes attenboroughii neues Substrat geben, die Lavasteine sind bereits angekommen.

LG Nico

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Manuel Reimansteiner

Hallo,

 

vor 5 Stunden schrieb Steffan:

Könntest du vielleicht noch etwas zu deinen Erfahrungen mit dem Wasserbedarf der N. attenboroughii sagen? Mich würde interessieren in welchen Abständen bei einem rein mineralischen Substrat gegossen werden sollte (oder Anstau?).

 

durch die grobe Substrat-Struktur läuft überschüssiges Wasser recht schnell ab. Besonders Akadama und Kanuma speichern Feuchtigkeit recht gut und geben diese über einen längeren Zeitraum konstant ab. Die Stücke dienen damit auch als Feuchtigkeitsindikatoren - gewässert (von oben) wird somit nur, wenn die Substratoberfläche verblasst.

 

Hier einige FB-Beiträge, die mich zu dem Substratexperiment bewegt haben:

 

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Generell gilt, das Substrat an die jeweiligen Kulturbedingungen anzupassen. Ein Wechsel zu einer drainierten, mineralischen Lösung macht bei vielen Arten (Palaweño, hartlaubige Bornesen und Philippinos) durchaus Sinn, da gerne zu viel gewässert wird. Pilzprobleme und Kümmerwuchs sind dabei meistens die Symptome exzessiver Bewässerung.

 

Viele Grüße

Manuel

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Karnico

Hey Manuel,

Ich werde wohl in Kürze eine Umtopfaktion starten, sobald alle Komponenten für das neue Substrat eingetroffen sind. Ich werde Nepenthes rajah, villosa, macrophylla, xtrusmadiensis, ephippiata und lowii in das von dir genannte Substrat pflanzen. Hälst du es für ratsam, auch Nepenthes edwardsiana und Nepenthes mollis in solch ein Substrat zu pflanzen? Nepenthes edwardsiana soll ja oft epiphytisch wachsen. 

LG Nico

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Manuel Reimansteiner
Posted (edited)

Hallo Nico,

 

ein Teil der N. edwardsiana wächst seit Dezember ebenfalls in diesem Substrat. Mit N. mollis habe ich in meinem Standard-Gemisch bisher überhaupt keine Probleme.

 

Hier noch ein Foto der N. rajah (die letzten drei Blätter sind seit der Umtopfaktion gebildet worden): 

 

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Viele Grüße

Manuel

Edited by Manuel Reimansteiner
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Steffan

Klasse!

Vielen Dank für die nützlichen Informationen, Manuel!

Dann werde ich mal die Komponenten bestellen.

Gruß,
Steffan

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Cassian

Hallo,

 

wenn ich mir das Bild oben von der N. rajah von Jeff Shafer anschaue, sieht es für mich so aus, als wäre es der Pflanze zu trocken gewesen. Daher sind die Wurzeln bis zum Boden des Topfes gewachsen, wo es wahrscheinlich feuchter war. Ob das Substrat so also wirklich ideal ist, darüber lässt es sich streiten.

Daher kommt es meiner Meinung nach bei diesen Substraten sehr drauf an, in welchen Abständen man gießt. 

 

Das Bild von der N. rajah in reinem Bims-Substrat hatte mich damals auch sehr angesprochen und ich hatte es selbst genauso versucht. Das hat aber bei mir gar nicht funktioniert. Das Substrat ist sehr schnell ausgetrocknet und ich musste jeden Tag viel gießen, was mir nicht gefallen hat. Deshalb habe ich nun unten im Topf eine Schicht mit reinem Bims, danach eine Mischung aus viel Perlite, Bims und etwas Sphagnum. Nach oben hin wird es etwas mehr Sphagnum und oben drauf ist lebendes Sphagnum. Das geht deutlich besser.

 

Ich habe andere N. rajah in reinem Perlite, eine N. rajah in reinem Sphagnum, welche ich nur wenig gieße, und auch einige mit viel Lavastein oder eine Mischung aus allem. Die N. rajah in reinem Sphagnum wächst ausgesprochen gut und die N. rajah in Perlite, Bims, Sphagnum ebenfalls. Es handelt sich zwar alles um unterschiedliche Klone, aber ich denke N. rajah und andere Arten, die in ultramafischem Gestein wachsen, wachsen in einer Vielzahl von Substraten gut. Es kommt nur immer darauf an, wie man bewässern möchte.

Wenn man ein rein mineralisches Substrat hat, kann man Nepenthes sogar im Anstau halten. Wenn man reines Sphagnum nimmt, was in der Regel viel Wasser aufnimmt, dann reicht oft schon eine Nebelbewässerung oder nur wenig Gießwasser. Deswegen würde ich dazu raten, das Substrat und das Gießverhalten miteinander abzustimmen, und das Substrat zu kaufen, welches man billig in seiner Gegend findet.

 

Liebe Grüße,

Cassian

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Steffan

Hallo Cassian,

 

vielen Dank für deinen Beitrag, da stimme ich dir voll zu. Das Substrat sollte auf jeden Fall zu den Haltungsbedingungen passen. Mein Setup steht nun ein paar Jahre und ich bin auf jeden Fall noch in der Findungsphase, was das Gießverhalten anbelangt. Meine Pflanzen stehen allesamt im normalen LFS/Perlite-Mix mit wenig Abweichungen. 80x50 cm Glas-Terrarium im Keller, 2x22 Watt, PC-Lüfter und passive Kühlung durch den Keller. Ich gieße und sprühe ein- bis zwei Mal die Woche, wobei ich mich eigentlich so einschätze, dass ich die Töpfe längere Zeit zu nass gehalten habe (leichte Algen-Bildung auf manchen Töpfen, wie zu sehen). Maxsea-Blattdüngung ein wenig unregelmäßig. Ich habe mir ein zweites Becken eingerichtet, da komme ich auch wunderbar mit 1x gießen die Woche aus und die Pflanzen wachsen einwandfrei.

 

Ich habe meine N. attenboroughii nun circa ein Jahr im Standard-Mix (Besgrow-LFS) und ich überlege halt den Schritt in Richtung mineralisches Substrat zu gehen, da ich mit dem Wachstum nicht so richtig zufrieden bin. Ich habe aber auch die Bedenken, dass das Substrat zu schnell für mich austrocknen könnte. Wobei das Akadama ja, wie Manuel schrieb, recht gut Wasser halten soll.

 

Ich habe mal zwei Bilder zur Hand.

 

Oktober 18:

 

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Und aktuell:

 

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Im Vergleich gefällt mir das Bild aus dem Oktober auf jeden Fall besser.

 

Das Substrat muss ich auf jeden Fall bestellen. Vorhanden habe ich keine Komponente, außer dem Perlit. In dem Zuge könnte ich noch eine macrophylla und eine lowii umstellen. Beide sind im Wachstum auch eher zurückhaltend (wobei die macrophylla wohl zu hell stand).

 

Gruß,

Steffan

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schilfkolben

Hallo Karnico und alle anderen. 

Sehr interessanter Thread mit vielen guten Ansätzen und Informationen.

Bitte führt in weiter, so dass man über einen längeren Zeitraum von den Ergebnissen berichten kann. 

Ich steige auch gerade wieder ein in die Hochländer und mein Klima-Setup steht. Nur beim Substrat habe ich noch nicht das richtigr gefunden. Ich habe mich nämlich schon immer gefragt, ob nicht mineralische Substrate den Standortbedingungen besser entsprechen, da ja sehr viele Hochländer auf vulkanischem Gestein mit sehr geringer organischer Auflage wachsen. 

 

was genau ist Akadama und Kanuma? 

 

@Karnico: dein Sphagnum auf den Bildern vom 1.Post sieht extrem schlecht aus. So sieht überdungtes und mit zu hartem Wasser kultiviertes Sphagnum aus. Auch die dunkelgrüne Farbe vom Sphagnum weist auf irgendeinen Kulturfehler hin. 

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beyond
vor 41 Minuten schrieb schilfkolben:

Ich habe mich nämlich schon immer gefragt, ob nicht mineralische Substrate den Standortbedingungen besser entsprechen, da ja sehr viele Hochländer auf vulkanischem Gestein mit sehr geringer organischer Auflage wachsen. 

 

was genau ist Akadama und Kanuma

 

 

 

Ist beides genau das. Wird eigentlich bei Bonsais verwendet.

 

Akadama ist Granulat aus Vulkan-Aschen-Lehm.

 

Kanuma ist auch mineralisches Granulat, jedoch poröser und etwas saurer.

 

 

Für mehr Informationen mal bei den Bonsai-Leuten vorbeischauen.

Was die sich alles in ihr Substrat mischen ... einfach unglaublich ...

 

 

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