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TestosteronRonny

Jetzt noch ins Moorbeet auswildern ?!?

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TestosteronRonny

Hallo , 

 

ich wollte fragen , ob man jetzt noch Sarracenien ins Moorbeet einpflanzen kann . 

Es handelt sich um S. flava , S. farnhamii , S. Vogel und S. Tygo . 

Gibt es Langzeiterfahrungen bzgl ihrer Winterhärte OHNE zusätzliche Pflege ( wie Abdecken etc )   ? 

Und hier nochmal ein paar Bilder . Die Rhizome sind z.T. schön groß ! 

 

Danke ! 

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beyond

Ja.

 

Bis auf eine sind grundsätzlich alle oben gelisteten "absolut winterhart".

 

Die Sarracenia x Readii (leucophylla x rubra) 'Farnhamii' ist zumindest bedingt winterhart (-5°C).

 

 

Es kommt aber sicher auch darauf an wie die Pflanzen bisher kultviert wurden.

 

Und natürlich was überhaupt genau mit "winterhart" gemeint ist:

 

- 5°C ?  oder eher -20°C ?

- mit oder ohne isolierende Schneedecke ?

- geschützt (Hauswand, etc.) oder Freiland ?

- offenstehender Kübel oder eingegraben ?

 

 

 

Edited by beyond
typo

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Joachim Danz
7 minutes ago, beyond said:

Es kommt aber sicher auch darauf an wie die Pflanzen bisher kultviert wurden.

Hallo Jörg,

 

wieso kommt es darauf an?

Hast Du das ausprobiert oder eine fundierte Quelle für diese Aussage?

 

Viele Grüße

 

Joachim

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beyond
vor 2 Stunden schrieb Joachim Danz:

 

wieso kommt es darauf an?

Hast Du das ausprobiert oder eine fundierte Quelle für diese Aussage?

 

Wenn die Pflanzen bisher schon im Freiland, bei Wind und Wetter, kultiviert wurden ist ein eventueller "Kältestress" unproblematischer, als wenn die Pflanzen frisch aus dem Gewächshaus kommen.

 

Das sogenannte "abhärten" wird ja auch hier im Forum öfter diskutiert.

 

Eine Pflanze die bisher im Extremfall im schattierten Gewächshaus, windstill, und bei relativ hohen Temperaturen kultiviert wurde, direkt nach draußen zu stellen (Sonne, Wind, Kälte, etc.) kann zu mehr Problemen führen, als wenn die Pflanze auf diese Umstellung "eingewöhnt" wurde.

 

Bestes Beispiel ist, dass Outdoor-Schläuche von Sarracenia z.B. bekanntlich deutlich "stabiler" sind als Indoor-Schläuche.

 

 

Pflanzenphysiologisch lässt sich das dann so erklären:

 

"Wird eine Pflanze aus der feuchten Atmosphäre des Warmhauses in die trockene eines Zimmers oder unvermittelt ins Freie gebracht, so tritt oft ein rasches Welken ein, ja wenn das Welken längere Zeit andauert, 
sogar ein Vertrocknen. Die im Warmhause kultivierte Pflanze ist eben der feuchten Atmosphäre angepaßt, ihre Kutikula ist zart, die Zellwände der Oberhaut und auch der anderen Gewebe sind verhältnismäßig so dünn, 
daß die Transpiration, sobald die Pflanze aus der feuchten in die trockene Luft gestellt wird, zu intensiv verläuft. Daher das Welken. Der Gärtner muß somit bei seinen Kulturen sorgfältig darauf achten, einen schroffen 
Übergang zu vermeiden und die Pflanzen erst nach und nach an die trockene Atmosphäre zu gewöhnen. Er darf Pflanzen aus Gewächshäusern nicht plötzlich starkem Wind aussetzen und darf nicht Schattenpflanzen sofort an die Sonne stellen, denn hierdurch würde die Transpiration zum Schaden 
der Gewächse allzu rasch gesteigert werden. 

...

Der Gärtner sagt, sie müssen abgehärtet werden. Während der Abhärtung werden die Kutikula, die Wände der Oberhaut dicker, die neugebildeten Blätter steifer und ihre Transpiration wird dadurch herabgesetzt. Ein allmählich abgehärtetes Gewächs kann dann 
in einer so trockenen Luft gedeihen, in der es, wenn der Übergang unvermittelt gewesen wäre, durch Welken sicher geschädigt worden wäre."

 

(Auszug aus "Pflanzenphysiologie" von Hans Molisch, 1921, ISBN 9783846031025)

 

 

 

Die Molekularbiologie geht sogar noch weiter:

 

"Kälte bedeutet genauso wie Hitze, Trockenheit, Wasser- und Nährstoffmangel erheblichen
Stress für den Stoffwechsel der Pflanze. Um die Stresstoleranz zu steigern, ist eine geeignete Akklimatisierung, also das schrittweise Erhöhen der Stressfaktoren nötig, damit es zur
sog. Abhärtung kommt. So trägt ein kühler Spätherbst mit niedrigen Temperaturen dazu bei, dass Pflanzen entsprechende Stressproteine bzw. Stressmetaboliten produzieren, die die Zellen bzw. das Membransystem schützen. Dementsprechend steigt die Produktion dieser stressinduzierten Proteine vom Spätherbst bis zum Winter stetig an und nimmt zum Ende des Spätwinters wieder deutlich ab (WEILER & NOVER 2008). In der Pflanzenphysiologie wird hier auch von "induzierter Stresstoleranz" gesprochen."

 

(Auszug aus "Winterhärte und Frostresistenz von Pflanzen" von Veit Martin Dörken, 2013, urn:nbn:de:hebis:30:3-283325)

 

 

 

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Joachim Danz

Hallo Jörg,

 

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!!

 

1 hour ago, beyond said:

Wenn die Pflanzen bisher schon im Freiland, bei Wind und Wetter, kultiviert wurden ist ein eventueller "Kältestress" unproblematischer, als wenn die Pflanzen frisch aus dem Gewächshaus kommen.

 

Das sogenannte "abhärten" wird ja auch hier im Forum öfter diskutiert.

 

Ich bin leider etwas unglücklich über viele Diskussionen und Tipps hier im Forum (und im
ganzen Internet), die ohne Hinterfragen und eigene Experimente Aussagen von Dritten
wiederholen und sich so auch viele falsche Aussagen manifestieren. Du bist da ja auch
präzise und kritisch - so schätze ich Dich anhand Deiner Beiträge ein.

 

Die Kälteresistenz hätte mich im Kontext der hier zur Diskussion stehenden Karnivoren
interessiert - allgemeine Aussagen zu Pflanzen gibt es, das ist klar.

 

Meine Erfahrung mit hart-laubigen Pflanzen wie Sarracenien ist nämlich anders: ich
hatte bisher keinerlei Schwierigkeiten sie aus dem Gewächshaus ins Freie zu
überführen - die Schläuche mögen aufgrund der höheren mechanischen Belastung durch
den Wind zwar abknicken, für die Pflanzen ist das aber meiner Erfahrung nach überhaupt

kein Problem!

 

Auch die Gewöhnung an kältere Temperaturen ist jetzt im September meiner Einschätzung
nach noch gar kein Problem - diesbezüglich habe ich aber nur sehr begrenzten Erfahrungen.

Im Februar sieht das wahrscheinlich schon ganz anders aus!

 

Wie sind Deine Erfahrungen?

 

Viele Grüße

 

Joachim

 

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TestosteronRonny

Danke für die vielen Antworten ! 

Die Kultur würde im Freiland stattfinden im reinen Torf und Sphagnum und Wollgräsern drumherum . 

Lage ist Schleswig-Holstein , also kein kontinentales Klima.  

 

Schneedecke gibt es nur wenn es schneit und die Hauswand ist zu weit entfernt für einen wärmenden Effekt . 

Ich würde das Beet " sich selbst überlassen " . Das heisst , ich würde kein Vlies , Reißig o.ä. auslegen wollen . Die sollen sozusagen selbstständig leben können im Winter . 

 

Die Pflanzen , welche ich oben in den Bildern zeige , stehen schon seit ein paar Monaten im Aussenbereich des Gartencenters , sehen auch akklimatisiert aus . 

Edited by TestosteronRonny

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Thomas G

Servus, 

 

unter den genannten Bedingungen sehe ich keine Probleme, die Pflanzen noch ins Moorbeet zu tun. 

Es gibt bei euch an der See ja keinen extremen Frost. 

Wenn Sarris den ganzen Sommer im Gewächshaus waren, würde ich das Experiment vermutlich nicht wagen, die jetzt noch in ein Moorbeet mit "hartem" Klima zu setzen, sondern damit bis zu Frühjahr nach den letzten Frösten warten.

Die Pflanzen gehen mit der verkürzten Tageslänge und den kühleren Temperaturen jetzt schon auf die Winterruhe zu und können sich entsprechend nicht mehr groß an neue, wechselnde und extreme Bedingungen anpassen. 

 

Bei nasskaltem Wetter würde ich aber regelmässig einen Blick drauf werfen und nach Pilzerkrankungen Ausschau halten. Ggf. prophalyktisch gegen Botyritis behandeln. 

Sollte es doch mal kräftige Minusgrade nehmen, würde ich zumindest im ersten Winter ein Fleece über das Moorbeet tun, damit die Rhizome vor Kahlfrost geschützt sind. 

 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das schlimmste für Sarris ist "freeze-thaw", also mehrmaliges einfrieren/auftauen. 

2010 hatten wir so einen Winter, der von einem feucht-kalten Mai gefolgt war. Ich musste die Pflanzen damals mangels eines geeigneten Platzes draußen in Töpfen überwintern und 

habe fast meine gesamte Sammlung verloren, weil mir im April/Mai alle Rhizome verfault sind bzw. der Pilz reingegangen ist.

 

Gruß

Thomas. 

 

 

 

 

 

 

 

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