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Seltene Drosera-Arten-Kultiviert sie jemand?


Peter

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Servus,

im neuen Rundbrief und Taublatt gibt es schöne Fotos und Berichte zu Naturstandorten von einigen seltenen aber recht schönen und bemerkenswerten  Drosera, z.B. D. barrettiorum, nana, fragrans usw. (Australien) , D. spiralis (Brasilien) usw.. Es gibt noch weitere, auch große Arten vor allem aus Australien und Brasilien.

Sind diese Arten überhaupt in Kultur und kann man sie wo kaufen? Hat wer Erfahrungen diesbzgl.?

Es wäre schön, wenn auch diese Arten weiter verbreitet werden könnten!

LG, Peter.

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Hey Peter,

so richtig tief bin ich in dem Thema leider nicht mehr drin.

Soweit ich weiß sind viele der D. indica Komplex zugehörigen Drosera früher einfach unter D. indica gelaufen. 

Nach und nach erfolgte dann auch in Kultur die Aufsplittung in die weiteren Arten.

Es gibt einige davon also schon in Kultur.

Allerdings gibt es im deutschsprachigen Raum leider nur wenige Personen die sich besonders auf einjährige tropische Drosera spezialisiert haben. 

Bezüglich der Südamerikaner war Daniel mal Ansprechpartner Nummer 1. Leider ist er hier kaum noch aktiv. Seine Beiträge waren für mich immer sehr interessant:

 

Viele Grüße

Tim

 

Bearbeitet von Tim B
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Hallo Peter

 

Drosera spiralis würde ich jetzt nicht als so Ultra selten in Kultur bezeichnen. Hin und wieder bieten verschiedene Leute sie zum Kauf an. Auch bei BCP und Carnivoria.eu gibt's die zu kaufen, so mein Wissensstand. Seltener und schwieriger zu bekommen, auch die Kultivierung, ist wohl D.magnifica. Ich weiß nicht ob irgendwer die längerfristig in Kultur hat. Es gibt aber noch einige,meist kleine, Drosera aus Brasilien und Südamerika die kaum oder gar nicht in Kultur sich befinden, meines Wissens nach. Aber diese Raritäten gibt's es auch von Südafrikanern und Australier.

 

Lg

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Manuel Reimansteiner

Hallo Danny,

 

vor 16 Minuten schrieb Danny K.:

Seltener und schwieriger zu bekommen, auch die Kultivierung, ist wohl D.magnifica. Ich weiß nicht ob irgendwer die längerfristig in Kultur hat.


Wenn man die Kultur von D. magnifica erst einmal heraus hat, ist sie nicht schwieriger als andere, aus dem Hochland stammende Drosera. Wichtig ist lediglich für viel Luftumwälzung, ein gut drainiertes Substrat (keine Staunässe im Wurzelbereich) und generell kühle Temperaturen (meiner Erfahrung nach max. 25-27 °C) zu sorgen. In Kombination mit ausreichend Futter/Düngung, viel Licht und kühlen Nachttemperaturen wächst die Art überraschend schnell.

Im Frühjahr kann ich davon gut etablierte Pflanzen aus Gewebekultur abgeben.

 

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Liebe Grüße

Manuel

Bearbeitet von Manuel Reimansteiner
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Hallo,

 

die genannten Arten sind (fast) alle in Kultur, viele davon sogar von mehreren Standorten/Aufsammlungen. Ich selber beschäftige mich  weniger mit den annuellen Australiern, dafür aber mit den Südamerikanischen Drosera. Diese sind aber nur sehr bedingt -wenn überhaupt- GH-tauglich, da sie im Winter eine kühle, trockene Ruhezeit durchmachen. Heißt also ich räume momentan gerade vom GH in den Keller, ca. im März wenn sie Blütenstengel schieben wieder ins GH ...

Viele Grüße

Stefan

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Siggi_Hartmeyer
Zitat

z.B. D. barrettiorum, nana, fragrans usw. (Australien)

 

Im Unterschied zu den Südamerikanern sind die australischen Spinnenbein-Sonnentau (Sektion Arachnopus, ich bevorzuge diese eindeutige Bezeichnung statt von allen möglichen Komplexen zu reden) voll tropisch und mögen hohe Temperaturen mit sehr viel Licht. Ich säe daher im März/April mit Kunstlicht und Sonne aus, damit sie durch die heißen Monate wachsen und blühen. Sie wachsen bei Hitze problemlos im Anstau. Besonders die große D. serpens findet sich oft in Kultur, nicht selten noch bezeichnet als D. indica, D. barrettiorum ist wohl eine der seltener zu findenden Arten.

 

Zitat

Soweit ich weiß sind viele der D. indica Komplex zugehörigen Drosera früher einfach unter D. indica gelaufen. Nach und nach erfolgte dann auch in Kultur die Aufsplittung in die weiteren Arten.

 

Das kann ich recht genau beantworten, da Irmgard und ich an der "Indica-Geschichte" seit 1995 - als noch alle "Spinnenbeine" (Arachnopus Drosera bedeutet Spinnenbein-Sonnentau) unter D. indica geführt wurden - nicht ganz unbeteiligt waren. Es war für uns ein persönliches spannendes Puzzle, nachdem mein erster Hinweis (Video 1995) auf die eindeutig artspezifischen Eigenschaften gewisser Arachnopus-Emergenzen 2001 von Jan Schlauer bestätigt wurde. Er spaltete daraufhin die erste eigenständige Art von D. indica aufgrund ihrer lichtreflektierenden Emergenzen ab und beschrieb sie als D. hartmeyerorum. Bereits damals war klar, dass die von Irmgard und mir als taxonomisch relevantes Detail bezeichneten Emergenzen (wir publizierten kurz darauf auch Mikroskopaufnahmen des Indumentums von D. serpens, D. finlaysoniana und D. cucullata im "Taublatt" und peer-reviewed im "CPN") so unterschiedlich verteilt sind, dass es bei näherem Hinsehen unvermeidlich zu weiteren Artabspaltungen kommen musste ... und auch prompt kam.

 

Wer sich für die "Entwirrung des Indischen Sonnentau Schlamassels" interessiert, dem sei unser gleichnamiger Film dazu empfohlen (Deutsche Sprache, englische Untertitel). Für unseren 2018 auf YouTube geladenen Film erhielten wir die offiziellen Genehmigungen des Londoner Natural History Museum (GB) sowie des Naturalis Biodiversity Center in Leiden (NLD), Aufnahmen der bei ihnen aufbewahrten Typusexemplare zu zeigen. Man merkt dem - hoffentlich doch - unterhaltsamen Film kaum an, wieviel Recherche und Detailarbeit dahintersteckte. Eigentlich das Richtige für dunkle Novembertage 😀. Also falls Lust und Zeit, viel Vergnügen mit dem "Indischen Sonnentau Schlamassel":
 

 

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Hi  Stefan

Klasse Bilder. Welche Art zeigt denn Bild2? D.chimaera? Oder noch kleine D.graomogolensis? Gefällt mir.

Wenn du mal ein paar Blätter von der D.amazonica über hast, würde ich dich gern erleichtern. 🙂

 

LG

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@Danny: Klasse Bilder sind das wirklich nicht, aber Handyfotos lassen sich schnell machen und im Forum hochladen wenn man wenig Zeit hat...

Bild 2: Das müssten D. chimaera sein die frisch aus dem Glas kamen vor 2-3 Wochen drum sind sie noch so grün und zerknautscht.

Noch ein paar Bilder aus dem GH, auch nicht Topp weil ich kürzlich Fungizid ausgebracht habe, was man den Pflanzen deutlich ansieht. Meine Favoriten D. tentaculata und immer noch D. graomogolensis:20191118_150433.thumb.jpg.d34d0db9983c13720c501b8f955ef3d1.jpg20191118_150444.thumb.jpg.17c537fcd96242c4254265a88ac41e1f.jpg20191118_150454.thumb.jpg.a7e30a59297af730bf8234a00cff2f99.jpg20191118_150720.thumb.jpg.62b96018ec99ad7d2f2ebffeb9d740a8.jpg20191118_150516.thumb.jpg.31a6e2990d390025fb32046f56b714f1.jpg

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Am 17.11.2019 um 12:25 schrieb Stefan:

da sie im Winter eine kühle, trockene Ruhezeit durchmachen.

 

Hallo Stefan,

was ist bei dir trocken? Ganz austrocknen sollte das Substrat wohl nicht? Und hälst du sie im Sommer im Anstau?

 

Grüße

Ronny

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