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Phil H.

Sarracenia Keimprobleme

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Phil H.

Guten morgen, 

Mein Plan für diesen Winter war es in Anlehnung an Henriks Sarracenia Aufzuchtprogramm, selber ein paar verschiedene Sorten groß zu ziehen. 

Einfach da ich es extrem aufregend und spannend finde, was für Wundertüten mich da erwarten würden. 

Um das ganze Projekt aufzuziehen habe ich mir selber eine kleine Pflanzbox zusammen gebastelt. 

Wer sich dafür interessiert sagt bescheid, dann würde ich dafür noch einmal extra einen Beitrag erstellen. 

Da es mir nicht wichtig ist welche spezifischen Klone die Elternteile sind habe ich mir drei sehr unspezifische Tüten, mit jeweils 30-40 Samen im Internet bestellt ( bei Fangblatt falls das relevant sein sollte) 

1. Sarracenia Leucophylla mix

2. Sarracenia moorei green and White 

3. Sarracenia Leucophylla x Oreophila 

Zu meinen Verwundern war dort ein Schild beigelegt auf dem stand das die Samen bereits stratifiziert seien. 

Da ich allerdings nur diese trockenen Samen vor mir hatte konnte ich mir dies beim besten Willen nicht erklären und so packte ich sie via Tupperdosenvariante für 3 1/2 Wochen in den Kühlschrank bei ca. 5 Grad ( Gemüsefach). 

Anschließend, am 5. November wurden sie dann in ihr Substrat gepflanzt (Gemisch aus Perlite, Quarzsand, Torf und etwas Totem Sphagnum) bei relativ konstanten Temperaturen von 20-21 °C und einer Luftfeuchte von 60% bei 12Stunden Beleuchtung. (2 Ikea Växer LED 10W bei 30cm Abstand) 

Nach jetzt gut fast 8 Wochen ist das Ergebnis erschreckend enttäuschend. 

3 * moorei und 1* Leucophylla x oreophila sind gekeimt (bei über 100 Samen!!!!) 

Nun sieht die Box furchtbar Leer aus und der Anblick stimmt mich leider jeden Tag unglücklicher. 

Um das ganze jetzt zu retten habe ich mir ein paar neue Samen zugelegt welche nun auch schon wieder seit einer Woche im Kühlschrank stehen. 

Vielleicht habt ihr ja ein paar Ideen warum es so eine EXTREM schlechte Keimrate gab und was ich beim nächsten Mal verändern kann damit sowas nicht nochmal passiert. 

Vielen Dank und liebe Grüße Phil

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Peter

Lieber Phil,

soweit ich es sagen kann, hast Du alles richtig gemacht. Allerdings brauchen Sarr. Samen manchmal entweder längere Stratifikationszeit, manchmal keimen sie auch erst nach Monaten, allerdings Könnte es sein, dass Du recht altes Material erhalten hast, da kann die Keimrate auch sehr schlecht sein.

Versuch mal hier im Forum Samen zu bekommen, die sind sicher besser....

LG, Peter.

 

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podunk

Hallo,

frische Sarraceniensamen keimen besser. Ich stratifiziere 6 Wochen feucht im Kühlschrank. 3 Wochen ist für sehr trockene oder überlagerte Samen oft nicht genug. Bei manchen braucht man eine zweite Stratifizierung. Ich würde, wenn nichts mehr neu keimt, die Sämlinge rauspikieren und den Rest nochmal 6 Wochen kaltstellen. Sarraceniensamen sind sehr hydrophob (wachsig?). Um Wasser aufzunehmen brauchen sie Zeit. Erst dann wirkt auch die Stratifizierung. Ellison (Am.J.Bot.88, 2001, p. 429) hat das einmal untersucht und meinte, dass für die Golfküstenarten (alata, leucophylla, psittacina) auch 2 Wochen genügen, 4 Wochen seien für die anderen Arten der Atlantikküste ausreichend, ab 6 Wochen gäbe es keine Verbesserung der Keimrate, bei manchen (leucophylla) verschlechtere sich die Keimrate dann sogar. Wahrscheinlich weil auch die Schimmelbildung mehr Zeit hat.  

Viele Grüße

Eric

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Phil H.

Vielen Dank für die Hilfe. 

Hab mir sofort die Töpfe gepackt, Sämlinge zusammen gesetzt und die Samen noch einmal nach draußen auf meine frostfreie Fensterbank am Balkon gestellt. 

Sollte ich die Zeit jetzt wieder auf 0 Stellen oder rechne ich die drei Wochen Kühlschrank dazu, so dass ich in Summe auf 6 Wochen komme? 

 

 

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Leo H.

Hallo,

ich habe dieses Jahr eigene Samen geerntet und erstmal drei bis fünf Wochen bei 12° gelagert und dann bei 5° für sechs Wochen im Gemüsefach, alles trocken. Soweit ich hier lese war das wohl für meine drei Kreuzungen zuviel (leuco x flava, rubra x flava und rubra x leuco)😕. Nach inzwischen sieben Wochen ist noch gar nichts passiert. Die Bedingungen entsprechen in etwa denen bei Phil.

 Zwischendrin haben die ausgesäten Samen geschimmelt, aber ich habe den Schimmel direkt entfernt...

Die Samen haben sich aber immerhin vollgesogen, also gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Lg, Leo

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Beautytube

Hallo zusammen,

 

man kann Sarracenien Samen direkt ohne Stratifizierung gleich nach der Ernte aussäen.

Das geht sehr gut (mach ich immer so).

Die treiben dann schon im Herbst an.

Anschließend werden diese kühl überwintert und im Frühjahr pickiert.

 

Ältere Samen, z.B. solche die man per Post bekommt, stratifiziere ich.

Ich lasse das aber Mutter Natur machen:

Die Samen werde auf reinem Torf ausgesät und in einen Fühbeetkasten bei viel Sonnenlicht und möglichst massiven Temperaturschwankunken gestellt (Tag/ Nachtzyklus).

Auf Regen aufpassen: Wenn es regnet, werden diese Samen weggeschwemmt! Also abdecken!

Mir kommt vor, dass das UV Licht und die Temperaturschwankungen das Keimen besonders stimulieren.

 

Es ist ja auch in der Natur so: Die Samen fallen auf eine Stelle mit nackter Erde. Dort sind sie der vollen Sonne und Temperaturschwankungen ausgesetzt.

 

Was es auch gibt sind Spätzünder. Die Keimen erst nach ca. einem Jahr. Das ist auch logisch. Stirbt die erste Keimung hat die Mutter Natur ein Back Up eingerichtet.

Ich werfe nicht gelungene Töpfe daher erst nach ca. 2 Jahren weg (wenn die Samen besonders sind).

 

Den Kühlschrank benutze ich schon lange nicht mehr.

 

Es gibt aber hoffnungslos üebralterte Samen, da steckt man besser das Geld das man dafür ausgeben möchte in eine Spendenkasse. Bringt mehr.

Es gibt Anbieter im Internet, die nun seit ca. 5 Jahren die selben Samen anbieten. Prost Mahlzeit.

Samen kaufe ich nur von AnbieterInnen meines Vertrauens.

 

Was ich sehr witzig finde ist dann die Entwicklung der Sämlinge:

Die stehen oft zwei Jahre im Wachstum fast still. Dann "explodieren" einzelne Individuen und reifen dann innehalb einer Saison zur ausgewachsenen Pflanze heran.

Bei mir dauert es im Schnitt 5 Jahre bis die Pflanzen groß sind.

Habe gerade die letzten zwei Tage Sämlinge umgetopft. Da sind viele dabei die ich vor 5 Jahren gesät habe und nun groß sind.

 

Ich finde es immer spannend was da so raus kommt.

 

BG,

 

BT

 

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Tim B

Hey Phil,

also ich sehe das ähnlich wie meine Vorschreiber.

Irgendwas schein bei der Stratifizierung falsch gelaufen zu sein, sodass die Samen großteils noch keinen Keimimpuls erhalten haben. ein paar Ausreißer gibt es immer, gerade bei der von dir Gewählten Methode.

Sollte dies der Fall sein, hilft Abwarten und das Substrat Schädlings/ Schimmelfrei halten.

Die beste und natürlichste Lösung wäre: Samen im Herbst aussähen, über den Winter draußen stehen lassen und irgendwann im März/ April keimt dann alles.

 

Natürlich können die Samen auch überlagert sein. das kommt jedoch eher selten vor.

 

Viele Grüße

Tim.

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partisanengärtner
vor 19 Stunden schrieb Leo H.:

Hallo,

ich habe dieses Jahr eigene Samen geerntet und erstmal drei bis fünf Wochen bei 12° gelagert und dann bei 5° für sechs Wochen im Gemüsefach, alles trocken. Soweit ich hier lese war das wohl für meine drei Kreuzungen zuviel (leuco x flava, rubra x flava und rubra x leuco)😕. Nach inzwischen sieben Wochen ist noch gar nichts passiert. Die Bedingungen entsprechen in etwa denen bei Phil.

 Zwischendrin haben die ausgesäten Samen geschimmelt, aber ich habe den Schimmel direkt entfernt...

Die Samen haben sich aber immerhin vollgesogen, also gebe ich die Hoffnung nicht auf.

Lg, Leo

Trocken stratifizieren wie auch hier im Thread erwähnt nützt nichts. Schadet aber auch nicht. Im Gegenteil kühl gelagerte trockene 'Samen halten länger. Stratifizierung geht nur mit angefeuchteten Samen.

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Leo H.

Danke für den Hinweis!

Dann stelle ich die Töpfe einfach mal ins Gewächshaus. Ein bisschen Frost (-2-5°) ist ok, oder? Alternativ könnten sie auch bei 10° stehen...

Lg und guten Rutsch

Leo

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Patrick S.

Ich bin bei Sarracenia da, ähnlich wie Peter, relativ faul. Im Herbst wird ausgesäht, die Töpfe kommen unter einen kleinen Witterungsschutz neben das Gewächshaus, und fertig. 

vor einer Stunde schrieb Leo H.:

Ein bisschen Frost (-2-5°) ist ok, oder?


Ich hatte auch schon „tropische“ Kreuzungen für mehrere Wochen bei Dauerfrost draußen, ohne dass es subjektiv betrachtet geschadet hätte. Wenn du dir wirklich ganz sicher sein willst, schau dir die Wintertemperaturen am Standort an; aber so lange noch nichts gekeimt hat ist Frost mMn problemlos.

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Ronny K.

Hallo,

Samen nach der Stratifikation wieder austrocknen zulassen, ist auch nicht unbedingt keimfördernd.

 

Grüße

Ronny

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partisanengärtner

Um mal den Kommentar von Ronny ohne Ironie zu bringen. Sobald die Keimung im Korn eingesetzt hat ist das Austrocknen genauso tödlich für die Pflanze wie das völlige Vertrocknen wenn sie im Topf steht.

Ein guter Garant für ein schlechtes Keimergebnis ist also die Samen nach den Quellen wieder zu trockenen. Die Samen die eine feuchte Stratifizierung brauchen sollten also auch feucht gehalten werden. Wenn ihr also stratifiziertes Saatgut von jemand erhaltet das völlig trocken ist, könnt ihr es auch gleich wieder zurück schicken. Entweder ist es nicht stratifiziert oder eben tot.

 

Es gibt ein paar exotische Pflanzen die solche Bedingungen ertragen aber unsere Fleischfresser gehören nicht dazu.

Edited by partisanengärtner

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partisanengärtner

Mir ist übrigens aufgefallen, dass Samen die schon mal weisse Pilzfäden auf der Oberfläche hatten tatsächlich noch keimen. Allerdings Botrytisschimmel  auf Samen, ist entweder ein Zeichen das dieses Korn taub war oder schon abgestorben ist.

Die wasserabweisende  Schicht auf dem Samen muss ja irgendwie abgebaut werden (da sind manche Pilze und Bakterien in der Natur sicher hilfreich). Solange die noch intakt ist schwimmt der Samen sehr gut und es dient der Verbreitung. Keimen ist aber erst möglich wenn Wasser die Hülle durchdringen kann. Darum ist öfter mal eine längere Stratifizierung nötig.

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Phil H.

Alles klar, werde die Tage mal den Service des besagten Verkäufers Kontaktieren um etwas Klarheit zu bekommen, um zu erfahren was das Schild auf dem Stand, dass die Samen bereits "stratifiziert" und bereit für die Aussaat seien, letztendlich für eine Bedeutung hat und wie die Samen behandelt wurden. 

Sicherlich Interessant da es scheinbar schon eine größere Gärtnerei zu sein scheint, die unter anderem spezialisiert auf Karnivoren ist. Sollten demnach ja eigentlich wissen was sie tun. 

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Hannes

@Phil H.

Ich habe meine selbst gekreuzten Samen im Gewächshaus ausgesät, jetzt nach ca 10 Wochen fangen nun die ersten an zu keimen, jedoch auch erst sehr wenige (2 Samenkapseln ausgesät, bisher 3 Sämlinge gekommen)

IMG_20191231_121821.jpg

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Beautytube

... wow sehr grobes Substrat. Da tun sich die Keimlinge schon sehr schwer.

Ich nehme nur mehr reinen Torf. Nach dem Pikieren kann man dann etwas Zuschlagsstoffe beimengen.

 

BT

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Kraeuterhexe

Ich habe dieses Jahr auch die ersten Sarracenia Samen im Versuch. 

Ich habe mich für doppeltes Netz entschieden: eine Hälfte kommt im Topf nach draußen (mit regenschutz) die zweite vier Wochen in den Kühlschrank mit der Tuppervariante 🙂

Mal gucken was bzw ob Erfolge zu verzeichnen sein werden.

 

Liebe Grüße

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