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Steingarten-Kalkmoor-Teich


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moskal

Hallo,

 

bin mit Gartenplanung beschäftigt und ein Kalkmoorbeet wird mir immer Sympatischer. Das passt einfach besser in die Landschaft als ein Hochmoor.

Der Garten war vor langer langer Zeit mal Weinberg, ist also klimatisch begünstigte Hanglage und für die Beete/den Teich würde ich Terrassen mit Teichfolienboden anlegen. Oberste Terrasse mit Schräglage ohne Wasserspeicher und direktem Abfluss in die darunterliegende Terasse, diese dann eben mit Barriere und Überlauf zur untersten Terrasse welche ein Teich sein soll. Also oben trockener Steingarten der zusätzlich für die beiden unteren Terrassen Wasser sammelt, mittlere Terrasse feucht mit "Grundwasser", das soll das Kalkmoorbeet sein und unterste Terrasse Teich. Wenn das Alles in Hangrichtung 6m lang ist komme ich auf einen Höhenunterschied von 50-70cm, also gar nicht so dramatisch und mit einer Solarpumpe überwindbar, die zwei mal am Tag Wasser vom Teich in den Steingarten pumpen könnte.

Gibt es Bedenken, Tips, Erfahrungen dazu? Und Lesetips zum Thema Kalkmoor?

 

Gruß, Helmut

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  • 5 months later...

Hab deinen Beitrag mal wieder gefunden und finde die Idee spannend.
Hast du schon was umgesetzt? (auch wenn hier keiner weitergeholfen hat 🙂 )
 

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partisanengärtner

Wenn es dort möglich ist in Trockenphasen Wasser zu ergänzen stell ich mir das sehr schön vor. Wenn da der Boden kalkreich ist wirst Du sogar Kalksinter im Kalkmoor am Moos bekommen.

Falls Du passende Moossorten brauchst kann ich Dir was besorgen. Hier bekommt man noch gelegentlich Kalktuff, der in unserer Gegend auch zum Bauen verwendet wurde. Ansonsten wirst Du sicher Spaghettisteine oder ähnliches in ausreichender Menge bekommen können.

 

 

  • Danke 1
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moskal

Hallo,

 

es ist noch nichts passiert, ein anderes Projekt wird vorgezogen:

bei mir im Garten randalieren sehr viele Rehe, mehr als ich für möglich gehalten hatte. Deshalb wird den Herbst erst mal eine kleine Fläche, so 1-2m² als Kalkmoor vorgerichtet um zu sehen ob ein größerer Aufwand überhaupt Sinn macht. Folienteich werde ich vergessen können. Das Sphagnum ohne Zaun drumrum keine Chance hat weiß ich schon....

 

Gruß, Helmut

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partisanengärtner

Sphagnum wächst kaum in einem Kalkmoor. Allerdings vermute ich das die gefiederten Vandalen auch alle anderen Moose gern verwüsten.

Im Hang hättest Du allerdings leicht die Möglichkeit  ein Netz unauffällig anzubringen. So wie in meinem letzten Projekt letzte Seite ganz unten.

https://forum.carnivoren.org/forums/topic/36569-patchworkmoorbeet-erweiterbares-moorbeet-im-baukastenstil/page/12/#comments

 

Edited by partisanengärtner
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moskal

Das es im Kalkmoor kein Sphagnum gibt ist mir klar, das war nur als allgemeiner Hinweis auf den Randalegrad im Garten gedacht. Ich habe gestern 6m² Teichfolie ertanden und werde die Tage einen Versuch mit Trockenhang und Moor mit Pfütze ohne Teich starten. Mal sehen was wird. Noch mehr einzäunen will ich eigentlich nicht und würde wenn es nicht sein soll es sein lassen und mich auf mein eingezäuntes Areal und mein zuküntiges Grubenfrühbeet beschränken.

Ich werde auf jeden Fall die Tage das Schopflocher Moor und die Lenninger Alb wegs Inspiration aufsuchen.

 

Gruß, Helmut

Edited by moskal
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Mossman
vor 2 Stunden schrieb moskal:

Ich werde auf jeden Fall die Tage das Schopflocher Moor und die Lenninger Alb wegs Inspiration aufsuchen.

 

Gruß, Helmut

Cool!

Bitte um Fotodokumentation! 😁

 

bg MM

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moskal

Hallo,

 

Zitat

Bitte um Fotodokumentation!

klar ist dann der Foto mit dabei!

 

Das Projekt wird nun vorgezogen, ich muß mit dem Wasser aus den Regentonnen vor dem Winter irgendwo hin. Und da stellt sich mir die Substratfrage. Der Garten ist so lehmig, damit könnte direkt mit getöpfert werden und dieser Lehm ist dem Substrat das sich an Ping und Knabenkraut Biotopen zwischen den Steinen sammelt sehr ähnlich. Gebirgs Trockenpflanzen wachsen da sehr gut drin. Ich würde für den Feucht bis Trockenteil meinen Lehm nehmen und mit Kalktuff oder Lavasplit mixen. Die Utricularia Teiche hier ums Eck haben alle auch Lehmboden, das Ganze ist noch mit dem Schilflaub der Jahre davor durchsetzt.  Wäre einbringen von Torf im Nass und Wasserteil überhaupt nötig? Schick wäre das natürlich, ein Sack Schilf,  native Lehm und gut ist. So ähnlich sehen die Schweizer Ausweichbiotope für die unterer See Aldrovanda ja auch aus.

 

Gruß, helmut

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Günter Seiter
Am 14.11.2020 um 10:20 schrieb moskal:

Das es im Kalkmoor kein Sphagnum gibt ist mir klar

Hallo Helmut,

 

das stimmt so nicht ganz. Bei uns in Österreich gibt es im Kalkgebieten einige Moore, die eine Spagnumdecke aufweisen (zB Hechtensee bei Mariazell - leider Privatgrund und nicht zugänglich - unter anderem kommt dort D.anglica vor), sonst aber typische Kalkanzeiger aufweisen (zB Eriophorum latifolium, Menyanthes trifoliata, u.a.).

 

Herzliche Grüße

Günter

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moskal

Hallo Günter,

 

das ist spannend! Hier in der Gegend gibt es Kalksteinbrüche und Heidelandschaften. Aber auch Teiche mit Utricularia. In den Utricularia Teichen messe ich immer zwischen 10 und 15µS/cm was ja nicht zu dem ganzen Kalk in der Umgebung passt. Könnte es sein, daß Lehm gegen Grundwasser absperrt und das auf diese Weise möglich wird? Also oben Regenwasser pur und unter dem Lehm das üblich kalkige Grundwasser.  Die Kalkanzeigenden Pflanzen könnten ja mit ihren Wurzeln in tiefere Zonen vordringen. So in etwa habe ich mir auf jeden Fall das Vorkommen von kalkigen Landpflanzen zusammen mit Wasserpflanzen die es eigentlich saurer mögen in einem ehemaligen Truppenübungsplatz hier ums Eck zusammengereimt.

 

gruß, Helmut

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partisanengärtner

Oberflächliche Versauerung kommt hier auch vor. Meist passiert das bei eher durchlässigeren Böden. Ich habe in der fränkischen  Schweiz auf Kalkuntergrund in einem Hangwald auch großflächig Sphagnummoose im Fichtenwald  vorgefunden.  Darunter auch kräftig rote. Das ist aber kein Kalkflachmoor das eben sehr kalkhaltig ist.

Im Kalkflachmoor ist wegen des stark kalkhaltigen Quellwassers kaum echtes Sphagnum möglich.

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Günter Seiter

Hallo Helmut,

 

ich hatte einmal den Standort Hechtensee gesehen (als ich noch nicht wußte, dass es sich um Privatbesitz handelt). Es handelt sich um einen See im Kalkgebiet, dessen Uferzonen durch Schwimmrasen verlanden. Dort war natürlich das Sphagnum hauptsächlich anzutreffen, aber, soweit ich mich erinnern kann, auch am Übergang zum "Festland", sprich Kalkboden. Dass dort D.anglica vorkommt, wusste ich schon im Vorfeld durch botanische Beschreibungen. Diese Art wird ja auch öfters in Zusammenhang mit Kalkmooren beschrieben.

 

Ich kenne aber auch andere Kalkmoore im Mariazellergebiet im Bereich des Hubertussees, wo ich ebenfalls schon Sphagnumauflagen beobachten konnte. Ich denke zwar auch, dass sie großteils auf einer "Torfschicht", die sich wahrscheinlich aus krautigen Pflanzen gebildet hat, aufliegen, aber die Gewässer rundherum sind definitiv kalkhaltig.

 

Herzliche Grüße

Günter

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partisanengärtner

Spannende Beobachtung. Das Sphagnumarten ihre Umwelt versauern können ist ja bekannt. Das diese auf Schwimmrasen auf stark kalkhaltigen Wasser auch wachsen könnten verblüfft mich schon. Allerdings ist ja Kalk nicht so wasserlöslich wie Salze. Wie sie ihren Lebensraum vor dieser Kalkmenge schützen wäre wohl auch für uns Liebhaber interessant.

 

Das einige mineralischen Dünger (in Maßen) ganz gut vertragen können habe ich schon selber fest gestellt.

 

Drosera anglica ist ja wohl wegen der einen Elternart D.linearis ziemlich kalktolerant. Die wächst ja auch in ausgesprochenen Kalksümpfen in Nordamerika. Allerdings sollen die auf Kalk wachsenden Anglicaformen kleinwüchsiger sein.

Ich habe gelesen das solche zwergige Formen im sauren Lebensraum wieder deutlich größer werden.

 

Edited by partisanengärtner
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moskal

Hallo,

 

war heute im Garten aktiv und es wird kein Kalkmoor sondern ein Sumpfteich nach Vorbild eines Biotops bei mir ums Eck, die Aufnahmen hat ein Kumpel vom mir gemacht, mit dem ich letztes Frühjahr dort auf Biotoptour war, man kann da viele viele stunden verbringen, jede Pfütze ist anders:

schlamm.thumb.jpg.4cb78cf0f83926a1c79fd85b850436ae.jpg

hyla.thumb.jpg.ddf5d332ff74df7f55932508c2dd8735.jpg

unke.thumb.jpg.5bd807df67e9e382c342040899a4a3b0.jpg

utri.thumb.jpg.7eb539a16a1ddbe175aeb8ca52042644.jpg

 

Dazu habe ich so 3-4m² flächig auf 40cm ausgehoben, einen Teil tiefer, mit Teichfolie augekleidet, an der tieferen Stelle einen Mörtelkübel platziert und dann wieder mit meinem Lehmboden bis mindestens 10 cm unter dem zukünftigen Höchstwasserstand aufgefüllt. Der Mörtelkübel bildet die Tiefwasserzone, die dicke Substratschicht dient als Wasserspeicher. Sommers soll das oberflächlich austrocknen und drunter feucht/nass bleiben. Geflutet wurde mit dem Wasser das wegs Frost aus den Regentonnen musste. Mal sehen was wird.

 

Gruß, helmut

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partisanengärtner

Sind das Wasserfroschquappen?

Eine fette Gelbauchunke auch noch, ein sehr interessantes Biotop. Danke fürs Zeigen.

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Wolfgang Liere

Tolle Idee, Helmut

 

Bin echt gespannt, bitte ordentlich Bilder und Infos zum Bau

 

Grüße

Wolfgang

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moskal

Hallo,

 

Zitat

bitte ordentlich Bilder und Infos zum Bau

Well, I'll do my very best!

 

Zitat

Sind das Wasserfroschquappen?

nein, die sind von den Kollegen:

hyla.2.thumb.jpg.55cd7d6e38a7472bf3d77c409372450c.jpg

 

aber die:

gruen.thumb.jpg.d91422decdf12735c2f7596b8da3e316.jpg

gibts dort auch in Massen. Und sehr sehr viel mehr an Krebstieren, Reptilien, Amphibien, Armleuchteralgen, höheren Pflanzen... Ich geh da gerne mit Besuch von dem ich weiß daß sie nicht am nächsten Tag dort mit Spaten und Kescher auftauchen hin. Durschnittliche Verweildauer sind immer so 5-6 Stunden. Apropos Krebstiere: Auf dem Wasserfroschfoto unten rechts sind welche zu sehen.

 

Gruß, Helmut

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partisanengärtner

Solche Massen an Laubfroschquappen habe ich noch nirgends gesehen. Die haben ja relativ winzige Laichkugeln und auch nicht recht viel davon pro Weibchen.

Leider kann man auf dem Bild keine genau sehen. Den hellen Bauch haben beide, aber beim Laubfrosch sind die Augen deutlich seitlich vorstehend. Aber Du wirst sie ja wohl genau angesehen haben.

Kann man halt auf dem Foto nicht so richtig sehen.

 

Laichzeit ist ja ganz ähnlich Mai Juni. Aber wenn das ein richtiges Massenvorkommen ist, wäre das sicher nicht unmöglich.

Diese Kiemenfüßer habe ich auch noch nie in freier Wildbahn gesehen. Nur die Triops sind mir ganz selten untergekommen.

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Nico Lindner

@moskal

Scheint ein fantastisches Biotop zu sein , Dankeschön für diese tollen Bilder. 
Eine Frage hab ich aber , du meintest das auf dem Wasserfroschfoto Krebstiere zu sehen sind , ich habe jetzt schon mehrmals gesucht , finde aber absolut nichts 😮 entweder bin ich blind oder ... 

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moskal

Hallo,

Zitat

du meintest das auf dem Wasserfroschfoto Krebstiere zu sehen sind , ich habe jetzt schon mehrmals gesucht , finde aber absolut nichts

das sind die hier:

fee.klein.jpg.e77cbb62b8fe0b244168d179805561fc.jpg

Süßwasserfeenkrebse, wenn ich nicht wüsste daß es sie dort gibt würde ich das auf dem Foto auch nicht erkennen.

 

By the way, um Stuttgart rum gibt es sehr viele unterschiedlichste Biotope, es könnte ja ein treffen mit Biotoprundgang anstatt ein Treffen in einer Gaststätte im Frühjahr angedacht werden.

 

Gruß, Helmut

  • Danke 2
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