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Längste Drosera-Tentakel?


Andreas Fleischmann

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Andreas Fleischmann

Hallo zusammen,

 

Ich würde gerne auf eure Mithilfe setzen, um herauszufinden, wie lang die längsten Drosera-Tentakel werden können. Und zwar nicht die unifazialen Randtentakel (snap tentacles, Schnelltentakel) der flachrosettigen Arten, sondern die radiärsymmetrischen Randtentakel (die mit rundem Drüsenkopf und Tau dran), wie man sie bei den Arten mit aufrechten Blättern findet. Interessanterweise ist dazu gar nicht viel publiziert - die Anatomie und Morphologie der Drosera-Tentakel ist zwar schon seit Ende des 19 Jhs gut untersucht, und Fenner hat 1904 schon alle wesentlichen Drosera-Tentakeltypen untersucht und abgebildet. Auch Diels war 1906 sehr genau. Aber niemand hat die Längen der Tentakel angegeben (Zellgrößen:  ja, Anzahl der Zellen, Inhalt, Anatomie: alles notiert. Aber wie lang das untersuchte Objekt denn war: Fehlanzeige). Dazu haben wirklich nur ganz wenige Autoren Angaben gemacht - und wenn, dann oft wiedersprüchlich (Bruce Salmon in seinem Buch "CPs of New Zealand" gibt z.B. für D. binata nur 2-4 mm an, für D. arcturi hingegen 3-5 mm - das ist sicher nicht korrekt, denn D. binata ist eine der Arten mit ganz langen Tentakeln, auch die Formen aus NZ).

 

Da habe ich also mal selbst nachgemessen. Rekordhalter bei mir sind D. binata und D. scorpioides. Bei beiden habe ich diverse Standortformen vermessen, und die längsten Randtentakeln waren immer max. genau 10,00 mm lang. Deswegen frage ich hier nach, vielleicht hat ja jemand eine Pflanze, bei der die 1-cm-Marke noch geknackt wird? Wie gesagt, bitte jetzt nicht die snap tentacles von D. burmannii, D. xerophila, D. aliciae etc. vermessen, die kommen über 1 cm, das weiß ich schon. Ich möchte die längsten taubesetzten Drosera-Tentakeln wissen ? Und bevor ich da jetzt noch in diversen Sammlungen hunderte Pflanzen nachmesse (habe ich auch schon gemacht), setze ich zusätzlich noch auf die Schwarmintelligenz hier im Forum.

Am besten wäre natürlich ein Beweisfoto mit Lineal oder Milimeterpapier...

 

Warum das Ganze? Der Grund ist, dass es eine neuentdeckte Drosera mit erstaunlich langen Tentakeln gibt - da braucht ihr aber gar nicht zu suchen, von der Art gibt es noch keine Bilder und Infos zu finden, die ist noch top secret ? Aber da will ich nun erstmal wissen, was sonst so oberes Limit bei Drosera ist, damit ich das in Relation setzen kann. Wenn die neue Art dann beschrieben ist, erfahrt ihr es hier m Forum wie immer als Erste, dann gibts auch Bilder ?

 

Schöne Grüße,

 

Andreas

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Hallo Andreas.

 

ich kann Dir da leider nicht weiterhelfen, finde das Thema aber recht interessant. Bin gespannt, was dabei herauskommt.

 

Gruß

D.Mon

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Siggi_Hartmeyer
Zitat

Und zwar nicht die unifazialen Randtentakel (snap tentacles, Schnelltentakel) der flachrosettigen Arten, sondern die radiärsymmetrischen Randtentakel (die mit rundem Drüsenkopf und Tau dran), wie man sie bei den Arten mit aufrechten Blättern findet.

 

Hallo Andreas,

um unkompliziert und einfach verständlich für Jedermann zu beschreiben welche der existierenden Tentakelformen gemeint ist, empfehle ich unsere dazu mit der Plant Biomechanics Group publizierte Definition in Plant Signaling & Behavior (2013) "Trap diversity and evolution in the family Droseraceae". Ist ganz einfach aber präzise und gilt nicht nur für flachrosettige, sondern auch aufrechte Arten, hier vereinfacht formuliert:

 

T0 = aufrechte Leimtentakel auf dem Blatt, in alle Richtungen beweglich (haben alle).

T1 = In der Blattachse verlängerte Randtentakel mit Leimköpfen.

T2 = In der Blattachse verlängerte Randtentakel mit bilateralsymmetrischen trockenen Köpfen, nur auf und ab beweglich (Schnelltentakel, einige schnelle Katapulte).

T3 = In der Blattachse verlängerte Randtentakel mit trockenem abgehobenem Kopf (Trittschalter) und Gelenkzone mit Einmalfunktion (Katapultfunktion, so nur bei D. glanduligera).

(zu erwähnen, aber nicht in der Definition enthalten, wären noch die schleimigen Relikte von Schnelltentakeln bei D. prolifera).

 

Du bist also auf der Suche nach überlangen T1-Tentakeln, viel Erfolg. Dich interessiert dabei die Morphologie, mich zusätzlich die Funktion, also die Geschwindigkeit. Ich bin gespannt und freue mich auch hier von mehr spannenden Arten zu hören. Falls da noch jemand die Tentakelfunktion durch Probieren zumindest grob messen könnte (Sekunden für das Einklappen), wäre das super. Achtung: Die gesuchten T1-Tentakel führen meist nur eine vollständige Bewegung bis aufs Blatt aus, wenn man etwas Beute wie z.B. kleine Fischfutterstückchen auf den Tentakelkopf legt (Pinzette, Zahnstocher, Nadel). Die Reaktionszeit zwischen Antippen/Beute auflegen und Beginn der Bewegung liegt meist zwischen 8 und 12 Sekunden. Mehrfaches Antippen während der Reaktionszeit stört eher, nützt aber nie.

 

Anmerkung: Allerdings finde ich bei Fenner nur T0-T2 als Zeichnung, aber keinen T3-Tentakel, geschweige denn Beschreibungen von irgendwelchen Katapultfunktionen beim Beutefang (einige Pygmy-T2 und T3). Fenners vorhandene Zeichnungen sind allerdings äußerst detailgenau und immer wieder eine Freude beim Anschauen. Die hast Du mir übrigens um 2004 mal als PDF geschickt, vielen Dank nochmal.

 

Edited by Siggi_Hartmeyer
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  • 6 months later...

Hallo,

ich habe beim Stöbern in "Drosera of the world" im zweiten Band auf Seite 866 ein Bild von D. binata entdeckt. Dort sehen die T1-Tentakel sehr lang aus, ich denke länger als 1cm, vielleicht ist es aber nur eine Jungpflanze und die Tentakel wirken nur verhältnismäßig groß. Es ist eine D. binata, die im puren Sand zu wachsen scheint, sie wächst in Kai Iwi, auf Neuseeland. Wer diese Pflanze in Kultur hat, könnte ja mal nachsehen.

Viele Grüße,

Hoppelhase

Edited by Hoppelhase
Die von T1-Tentakel von D. camporupestris, D. chrysolepis und D. spiralis sehen auch sehr lang aus, da ich diese Arten auch nicht habe, ist dies nur eine Vermutung. D. cistiflora-Tentakel von Blättern im "Hochtrieb" könnten auch die 1cm Marke knacken.
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