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Erbinformationen bei Drosera


AdriKong

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Hey, ich hab da mal ne kleine Frage...

Man hört ja oft, dass Standortformen und bestimmte Klone bei z.B. Sarracenia mit z.B. Wurzelstecklingen vermehrt werden sollen, damit das Erbgut identisch bleibt. Bei speziell gezüchteten Klonen erschließt sich mir das auch, jedoch hab ich mal eine Frage bezüglich der Standortformen an dem Beispiel Drosera Capensis. 
In der Natur und an den einzelnen Standorten vermehren sich diese ja ebenfalls über Samen weiter, da die Vermehrung über „normale“ Ausläufer doch bestimmt nicht zu einer großen und beständigen Population werden kann oder?

Und wenn die „echten“ Standortpflanzen und ihre Sämlinge aus unzähligen Generationen als die uns bekannten Standortformen in Kultur gebracht werden, versteh ich nicht, weshalb eine Vermehrung über Samen nicht als optimale/geläufige Methode angesehen wird... Oder hab ich da was verwechselt? 

Das hab ich mich nur schon etwas länger gefragt und damit ich das Thema in Gedanken endlich abschließen kann, würde ich mich über eine Erklärung freuen. 
L.G. Adrian 🙂

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partisanengärtner

Wenn Du jeweils nur eine Form blühen lässt wird das wirklich die optimale Methode sein.

Falls nicht und Du auch nur eine andere Form versehentlich blühen hast lassen, wird das eine oder andere Pollenkorn gewandert sein.

 

So wie die sich überall reinsähen würde ich bei keiner größeren Sammlung die Hand ins Feuer legen, daß da nicht irgendwo was übersehen wurde..

 

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Hallo Adrian,

eine Pflanze, die irgendwo ausgegraben wurde, unterlag dem dort herrschenden Selektionsdruck, also sie hat diesem Standort überlebt. Wenn ich Samen von dieser Pflanze aussäe, haben die Nachkommen schon einige Gene von der Mutterpflanze verloren und unterliegen außerdem einem anderen Selektionsdruck (Kultur). Eigentlich bräuchte man mehrere Klone von diesem Standort, die man nur untereinander kreuzen darf. In der Erhaltungszucht werden daher optimalerweiser immer meherer Individuen einer Art klutiviert, die allerdings nicht über allzu viele Generation vermehrt werden dürfen. Daher ist eine vegetative Vermehrung vorzuziehen.

 

Grüße

Ronny

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partisanengärtner

Das sie Gene der Mutterpflanze verlieren bei der generativen Vermehrung ist etwas verkürzt formuliert. Sie haben zahlreiche Samen da sollten schon alle Gene zum Ausdruck kommen. Allerdings werden ja nicht alle aufgezogen und wenn man dann die nächste Generation in einem kleinen Ausschnitt aufzieht ist ein Genverlust schon gegeben.

Schon die Entnahme ist ja nur ein Ausschnitt des ursprünglichen Genpools. So gesehen ist auch die vegetative Vermehrung nicht geeignet den Genpool vollständig zu erhalten.

Für uns Hobbyisten ist aber das unerheblich. Jeder neubesiedelte Fleck in der Natur hat einen begrenzten Pool der dann nach entsprechenden Zeiträumen wieder eine eigene Form bildet.

 

Sollte die vegetative Vermehrung auch nur einen geringen Teil der Vielfalt erhalten, müsste man dann auch viele Ausgangsklone weiterkultivieren die auch noch dokumentiert sein sollten. Das macht mit Sicherheit keiner bei Drosera capensis Formen.  Die kontrollierte Samenvermehrung ist für unsere Zwecke durchaus ein Weg Standortformen zu erhalten.

 

Soweit sie überhaupt optisch unterscheidbar sind.

 

Für eine Auswilderung an Originalstandorten werden sie sowieso nie infrage kommen. Das sie sich an unsere Bedingungen anpassen ist nicht zu vemeiden. Wobei ja die Art angeblich sogar einen totalen Atomkrieg überleben soll. Vermutlich auch am Stanort wieder voll übelebenstauglich sein sollte.

In Amerika haben sie sich ja in einigen Darlingtonia Biotopen als invasiv erwiesen. Das waren sicher keine wilden sondern Kultivare von Liebhabern.

Ich wüsste nicht das es in Kultur noch reine klonale Abkömmlinge der Standortformen gibt.

 

Dazu müsste schon jemand Pflanzen oder Samen von einem Standort vor kurzem importiert haben und diese auch immer nur so vermehrt haben. Kann ich mir nicht vorstellen das diese dann auch immer so weiterverbreitet wurden.

 

Gäbe sicher ein Riesengeschrei wenn hier jemand sich als so ein Naturfrevler outet.

Bearbeitet von partisanengärtner
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vor 7 Stunden schrieb partisanengärtner:

Das sie Gene der Mutterpflanze verlieren bei der generativen Vermehrung ist etwas verkürzt formuliert. Sie haben zahlreiche Samen da sollten schon alle Gene zum Ausdruck kommen....

 

Hallo,

das ist richtig, ich bezog mich aber mit meiner Aussage auf das einzelne Individuum. Wobei ber der Aussaat meistens auch schon  diejenigen aussortiert werden, die eine lange Keimdauer haben. Deswegen keimen z.B. Tomaten recht schnell. 

 

vor 7 Stunden schrieb partisanengärtner:

 

Sollte die vegetative Vermehrung auch nur einen geringen Teil der Vielfalt erhalten, müsste man dann auch viele Ausgangsklone weiterkultivieren die auch noch dokumentiert sein sollten. Das macht mit Sicherheit keiner bei Drosera capensis Formen.  Die kontrollierte Samenvermehrung ist für unsere Zwecke durchaus ein Weg Standortformen zu erhalten. 

 

Bei einer Standortbezeichnung kann man sich halt nie sicher sein, ob die Pflanze wirklich von diesem Standort stammt oder die Xte Generation von einer Pflanze ist, die von dem Standort stammt. Wobei das aber nicht für jede Art zutrifft, aber bei den meisten Droseras schon.

 

Grüße 

Ronny

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Nicky Westphal

Hallo zusammen,

 

ich würde es bei Drosera mal so sagen, wenn Samen eines Standortes in Kultur gebracht werden (selten wurden/werden da Einzelpflanzen verwendet) sollten die daraus gezogenen Pflanzen mit diesem benannt werden. Dabei  müssen die Einzelpflanzen keinesfalls identisch miteinander sein! Bei selbst bestäubenden Pflanzen eines Standorts sollte das auch dann weiter beibehalten werden. Das sich über Generationen auch Veränderungen ergeben mag sein, aber der Ursprung bleibt der selbe. Es sind ja nun mal keine selektierten Einzelpflanzen.

 

Grüße Nicky

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