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Sarracenia im Pflanzenzelt überwintern


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Hallo Leute,

 

ich bin der Flo und habe dieses Jahr die Fleischfresser zu meinem Hobby gemacht. Dementsprechend bin ich noch Anfänger uns sehr unsicher in gewissen Dingen. Nun das große Thema Überwintern.

 

Ich habe mir ein Pflanzenschutzzelt zugelegt für diesen Winter (80cmx80cmx90cm) und noch zusätzlich mit Luftpolsterfolie isoliert. Die Pflanzen, Sarracenia Flava, Minor, Ornata, Hybriden, Rubra, Leucophylla und purpurea stehen eng zusammen. Allerdings in Ihren kleinen Töpfen. Zusätzlich ist Stroh ausgelegt. Auch obendrauf. Ein Paar Venusfliegenfallen und eine Darlingtonia stehen auch mit im Zelt (die Darlingtonia ist mit der  Slack'sche Methode getopft). Überwiegen sind die Pflanzen von Green Jaws. Aber auch Bloodflowers und Baumarkt Pflanzen. Allerdings verkauft unser Baumarkt die Pflanzen von Thomas Carow. Die Pflanzen stehen nicht im Anstau, sondern werden nur feucht gehalten. Luftfeuchte ist immer sehr hoch bei über 95 %.

 

Eine Pflanzenlampe beleuchtet zusätzlich, wenn die Temperatur über 4 Grad beträgt.

 

Die letzten zwei Nächte ist nun das Thermometer im Zelt auf unter 0 Grad gefallen ab 24 Uhr. Das Kälteste war -3 Grad. Ab 10:00 Uhr vormittags geht das Thermometer wieder auf über 0 Grad. Sonst haben die Pflanzen keinen Frost abbekommen diesen Saison. Leider hat das nicht ganz so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe mit dem Zelt. Habe gedacht, dass ich so die Temperatur immer über dem Gefrierpunkt halten kann.

 

Ich habe festgestellt, dass die äußeren Töpfe gefroren waren. Nicht steinhart aber schon gefroren.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das weiterhin die richtige Wahl zum Überwintern ist und ich die Pflanzen doch in den Keller schaffe. Da ist es aber leider nicht so kühl. Der Heizraum ist gleich nebenan...

 

Vielen Dank im Voraus für eure Unterstützung und Einschätzung.

 

Viele Grüße und einen schönen Sonntag.

 

Flo

 

 

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Hallo Flo,

die Situation kenne ich gut, da meine Sammlung heuer auch seit langem ordentlich an Größe zugelegt hat und dementsprechend das Thema Überwinterung erstmals mehr Aufmerksamkeit bekommt als die Jahre zuvor.

Zwei Fragen vorweg, haben die Pflanzen weitere Bodendämmung außer dem Stroh? Und befindet sich das Stroh auch auf dem Substrat? Von letzterem würde ich dann nämlich abraten, zum einen macht das mit Blick auf den Wiederaustrieb im Frühjahr fruchtbaren Dreck, zum anderen ist Stroh auf feuchtem Untergrund meiner Erfahrung nach ideales Zuhause für Ungeziefer. Außerdem wäre mir das mit der hohen LF hinsichtlich Schimmel auch zu riskant.

 

Das bischen Frost dürfte den Pflanzen bisher nichts ausmachen, sofern sie sich schon etwas an die Herbsttemperaturen gewohnen konnten und nicht erst am selben Nachmittag aus einem Warmhaus kamen. Sind ja alles zumindest bedingt winterharte Pflanzen und einige bestimmt schon in Winterruhe. Ich hatte meine bis vor kurzem noch in unserem Gewächshaus zwischengeparkt, wo aber wegen fehlender Isolierung auch schon 1-2 mal die Substratoberfläche angefroren ist. War aber schon Ende Oktober und zeigt keinerlei Schadauswirkung.

Solangs nicht kälter wird können die Pflanzen m.E. da noch etwas ausharren, aber wohl spätestens Januar/Februar bleibt der Umzug in den Keller wohl nicht aus. Bei einigen Pflanzen wäre mir da das Risiko im Pflanzenzelt schlicht zu groß um darauf zu hoffen dass sie es da drin aushalten.

Viele Grüße

 

Edited by Aerolata
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venus fly trap

Hallo,

da ich auch viele Pflanzen im Freien in Töpfen seit Jahren überwintere kann ich dir mal mein Vorgehen näher bringen.

Auch bei mir stehen sie mittlerweile immer noch an ihrem Sommerplatz, eigentlich immer so lang wie es geht. Ein paar Minusgrade schaden bei mir nicht wirklich, wichtig ist: kann der Topf tagsüber wieder auftauen damit sie auch Wasser ziehen können? Meine Töpfe stehen in Eurokisten, da kann man auch den Anstau mal erhöhen, dann friert das ganze auch nicht über Nacht durch. 
Bei längeren angekündigten Frösten (auch tagsüber oder unter -5 Grad) werden sie entweder in die Garage gestellt oder in einen Schuppen( ungefähr frostfrei und bei tiefen Temperaturen geht der Lichtanspruch gegen null). Sobald Schnee liegt, kannst du sie auch einfach zuschippen damit, auch eine gute Isolierung. Also Oktober November stehen sie bei mir ganz normal draußen, evtl etwas Vlies drüber, bei Schnee auch solange was zum draufschippen da ist und bei Kahlfrostperioden in der Garage oder im Schuppe ( wo halt gerade Platz ist ^^). Und je nach Temperatur ziehen sie ab Ende Februar/März wieder an ihren Sommerplatz um dann langsam in Fahrt zu kommen.

Gruß

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Danke für eure Antworten und Ratschläge. Das Hilft mir schonmal sehr weiter und beruhigt mich.

 

Die Pflanzen stehen seit September draußen. Also hatten sie Eingewöhnungszeit. Das Stroh habe ich erst Gestern drauf. Hatte aber auch nicht wirklich ein gutes Gefühl dabei aus deinen genannten Gründen. Habe es aber drauf gelassen, da es heute Nacht doch kalt wurde und ich einfach gegen den Frost vorbeugen wollte. Werde es aber heute wohl noch runterputzen.

 

Ich habe das Zelt mit dicken Holzplatten ausgelegt. Da stehen die Pflanzen drauf und alles mit Stroh ausgepolstert. 

 

Im Zelt ist ein Ventilator welcher mit Solar betrieben wird. Hier kann die Luft zirkulieren.

 

Am Tag sind immer Plus Grade im Zelt. So 4-5 Grad ist das Kälteste. Unter Tags ist das Zelt auch immer offen.

 

Ich werde mal die Garage überprüfen wies da mit dem Temperaturen ausschaut. Aber wahrscheinlich werde ich versuchen die Pflanzen so lang wie möglich im Zelt zu lassen und dann wenn es zu kalt wird in den Keller zu schaffen oder vielleicht schon in die Wohnung je nachdem, was der Winter dieses Jahr macht. 😄 Ich werde das Zelt mal mit Flies abdecken in der Nacht und schauen ob das was Hilft.

 

Viele Grüße Flo

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Leo H.

Hi,

 

Also wenn du eine Pflanzenlampe im Zelt hast, bedeutet das auch, dass es einen Stromanschluss gibt, oder? Dann könntest du eine Heizmatte unter die Wasserschale legen, allerdings darf die nicht zu warm werden (auf jeden Fall nicht über 10 Grad in den Töpfen). Oder du kaufst dir eine kleine elektrische Heizung wie Diese hier, die eine Frostwächterfunktion hat. Wenn da nicht das Stroh drin wäre, hätte ich dir an den ganz kalten Tagen auch ein großes Grablicht empfohlen, das erstaunlich stark heizen kann (nur ganz leichter Frost innen bei -10 Grad Außentemperatur). Könntest du vlt. mal ein Bild vom Pflanzenzelt machen, damit man sich das besser vorstellen kann?

 

Lg, Leo

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Nicht ganz. Die Pflanzenlampe läuft mit einer starken Powerbank. Stromanschluss ist leider keine vorhanden. Heizmatte habe ich auch per USB versucht über die Powerbank. Die war aber dann innerhalb von einer Stunde leer.

 

Die Idee mit einem Frostwächter in Form von einer Kerze habe ich auch schon gesehen. Das werde ich auch mal als Alternative versuchen! Davor werde ich aber natürlich das Stroh entfernen. Von der Oberfläche habe ich es schon runter gemacht.

 

Fotos muss ich nachliefern.

 

Grüße Flo

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Peter

Hallo Flo,

ich weiß nicht genau, wie hart die Winter in Deiner Region sind, aber eigentlich lassen sich alle Sarracenien mit nur geringem Winterschutz gut im Freien überwintern, die halten mehr aus, als man glaubt!

Ich habe viele S. und auch Dionea in einer mit Torf-Sand gefüllten, in die Erde eingegrabenen (wichtig!) Mörtelwanne überwintert. Die wird mit einem Vlies zugedeckt, evt. noch eine dünne Lage Laub drauf und wann immer es Schnee gibt, etwas Schnee locker drauf schaufeln - funktioniert tadellos!

Darlingtonia ist da allerdings schwieriger!

LG, Peter.

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venus fly trap

Nach meinen Beobachtungen stecken diese Arten (Dionaea, Sarracenia, etc) ihre Kraft in der kalten Jahreszeit verstärkt in die Vermehrung. Eine kalte Pause ist einfach wichtig. So sehen bei mir z.B. große Töpfe nach ca 4 Jahren aus.

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Stefan
vor einer Stunde schrieb venus fly trap:

Nach meinen Beobachtungen stecken diese Arten (Dionaea, Sarracenia, etc) ihre Kraft in der kalten Jahreszeit verstärkt in die Vermehrung.

... dann hast du aber völlig falsch beobachtet!  Genau das Gegenteil ist der Fall!

 

Grüße Stefan

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Beautytube
vor 6 Stunden schrieb venus fly trap:

Nach meinen Beobachtungen stecken diese Arten (Dionaea, Sarracenia, etc) ihre Kraft in der kalten Jahreszeit verstärkt in die Vermehrung.

Wie überwinterst Du? In der kalten Jahreszeit sind die einfach inaktiv (wenn die Temperaturen gering sind)

 

vor 14 Stunden schrieb Flo92:

Das Stroh habe ich erst Gestern drauf.

Vorsicht!!!! Es sollte über den Pflanzen nichts verrotten! Zu luftdichte Folien sind auch eher kontraproduktiv, das gibt Schimmel (Eigene Erfahrung). Ein oder mehrere Lagen Vlies sind sicher besser oder aber man deckt nur ab, wenn die Temperaturen seht tief sind.

 

BT

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Peter

zu den VFF: Ich gehe davon aus, dass die Bildung von Tochterpflanzen/Adventivsprossen bei VFF wohl entweder vor Ende der Vegetationsperiode erfolgt, bzw. dann die Knospen dafür angelegt werden, meist aber wohl im Frühjahr mit dem Austrieb dann diese Vermehrung sichtbar wird.

Während der Winterruhe selbst passiert sicher nichts, dass durch niedrige Temp. während der Winterruhe im darauffolgenden Frühjahr besonders viele neue Triebe entstehen müsste man genauer im Vergleich untersuchen...wäre aber interessant.

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Ronny K.

Hallo,

nur weil der Gärtner die Seitenrhizome zur Vermehrung nutzt, ist das nicht gleichbedeutend mit einer natürlichen Vermehrung. Sarracenia vermehrt sich natürlicherweise über Samen. Die Bildung von Seitenrhizomen ist dagegen nichts anderes als Wachstum, genauso wie ein Baum einen Seitenzweig bildet und damit seine photosynthetisch aktive Fläche vergrößert. Die Bildung dieser Seitenrhizome hängt davon ab, wieviel Nährstoffe die Pflanze im Herbst eingelagert hat und damit im Frühjahr zur Verfügung stehen.

 

Grüße 

Ronny 

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Servus Leute,

 

vielen Dank nochmal für die ganzen Tipps. Ich habe jetzt das Stroh entfernt und die Variante mit dem Frostwächter ausprobiert. Einfach die Kerze auf einen Untersetzer platzieren und einen Tontopf umgedreht darüber stellen. Die brennende Kerze erwärmt den Ton und der dient dann als Heizung. Vorteil ist auch, wenn die Kerze ausgeht, gibt der Ton noch wärme ab.

 

Wenn man keine Stromversorgung hat und punktuell auf Minusgrade entgegenwirken möchte im Zelt, funktioniert das bis jetzt wunderbar und ist vor allem schonend für den Geldbeutel 😁

 

Grüße

 

Flo

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