Luca_H Posted February 9, 2021 Posted February 9, 2021 Hallo, ich habe meine S. purpurea seit etwa 3 Monaten in Winterruhe bei ca. 5°C und 60% Luftfeuchte. Sie steht an einem hellen Fenster im Keller. Heute habe ich gesehen, dass Schimmel an ihr wächst: Habt ihr da irgendwelche Tipps gegen den Schimmel? LG Luca
Bube71 Posted February 9, 2021 Posted February 9, 2021 Hi Luca, auf jeden Fall zuerst mal die abgestorbenen Pflanzenteile vorsichtig von entfernen, das da mal Luft rankommt.................. 1
partisanengärtner Posted February 9, 2021 Posted February 9, 2021 (edited) Das sieht sehr nach Botrytis aus . Momentan ist mir kein Mittel bekannt das da wirklich gut wirkt. Früher gab es Botrysan das da gut gewirkt hätte. Auf jeden Fall alles Befallene entfernen. Ich würde zuerst die Pflanze umgedreht abbrausen, damit Du beim wegschneiden nicht noch Millionen Sporen verteilst. Dann alles was nicht bis ganz unten knacke grün ist abschneiden. Oft ist ja nur der Ansatz schon tot während das drüber noch gut aussieht. Wenn es meine wäre würde ich die Schnittstellen noch mit Holzasche abtupfen. Ein Hausmittel das funktionierte, aber eine alkalische Reaktion zeigt und darum nicht gern gesehen wird. Falls Du ein Fungizid hast bei dem im Wirkungsbereich Botrytis erwähnt wird kannst Du das anwenden. Der Pilz verträgt UV schlecht darum wäre auch Sonne oder eine Beleuchtung mit UV Anteil gut. Vor allem frische Luft, wenn die Sporenlast abgespült ist und das Befallende entfernt. Dann hast Du gute Chancen das sie wieder wird. Edited February 9, 2021 by partisanengärtner
Luca_H Posted February 9, 2021 Author Posted February 9, 2021 Danke euch beiden für die Antworten. Würde es helfen die Sarracenia einfach nach draußen in die Sonne zu stellen? Wir hatten letzte Nacht eine Temperatur von ca. -10°C und heute eine temperatur von -8°C. Ich habe da allerdings ein wenig Angst, dass sie aufgrund der Kälte eingeht (auch weil sie "nur" in einem Plastiktopf gepflanzt ist und evtl. die Wurzeln abfrieren können (?) ) LG Luca
partisanengärtner Posted February 9, 2021 Posted February 9, 2021 (edited) Wenn Du sie einfach rausstellst wird sie erfrieren, da ist sie nicht aklimatisiert. Wenn es frostfrei wäre hätte sie eine Chance. Der Schimmel ist ziemlich frostfest und freut sich dann über Deine Pflanzenleiche, wenn es wieder wärmer wird. Bei den Temperaturen ist er sicher nicht aktiv. Der Plastiktopf ist nicht das Problem allenfalls das geringe Volumen. Die Wurzeln sind eher kein Problem, das Rhizom und die Austriebspunkte sind entscheidend und am empfindlichsten. Wenn Du sie im Frühling draußen lässt nach den Spätfrösten wird sie so einen Winter locker überstehen. Gib Ihr dann aber ein größeres Gefäß. Da sind die Temperaturschwankungen nicht so groß. Edited February 9, 2021 by partisanengärtner
partisanengärtner Posted February 9, 2021 Posted February 9, 2021 Falls Du ein Moorbeet anlegen willst kann ich sicher eine neue Sarracenia pupurea (Hybride?) beschaffen, die schon aklimatisiert ist. Ein wenig von dem Klebezeug ist dann sicher auch noch übrig. Gilt nur für Dich also keine Anfragen. Wenn Du Torf und Arbeit sparen willst und die Baumärkte dann aufhaben wäre das ein Tipp. https://forum.carnivoren.org/forums/topic/36569-patchworkmoorbeet-erweiterbares-moorbeet-im-baukastenstil/page/11/ Für eine S.purpurea und ein paar Sonnentau reicht da schon ein 10-15 Liter Baueimer. Am besten im Boden versenkt oder nur seitlich isoliert. Nur mit einer schwimmenden Platte aus Styrodur ein wenig Saubvlies vom Discounter (2 Stück für unter einen €) Das entsprechende Sphagnum schick ich Dir auch mit wenn es wieder warm ist. Nur falls Du willst und den Platz auf einem Balkon oder im Garten zur Verfügung hast. Pflegen muß man da nicht viel nur ab und an den Eimer auffüllen, wenn das zu sehr absinkt und eventuell Binsen oder andere unerwünschte Beikräuter entfernen. Gegen die Amseln, zwei 70 cm dicken Drahtstücke drüberbiegen und ein wenig Vogelnetz drüberlegen wenn Du nicht da bist.
Luca_H Posted February 9, 2021 Author Posted February 9, 2021 Danke für die Antwort. Ich komme auf das Angebot zurück wenn ich die Sarracenia nicht gerettet bekomme LG Luca
Ronny K. Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Hallo Luca, du kannst die Pflanze auch fluten. Der Pflanze macht es nichts aus, wenn sie komplett unter Wasser steht. Der Pilz sollte aber nicht weiter wachsen. Grüße Ronny
partisanengärtner Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 (edited) Woher hast Du denn das? Ich habe noch nie gehört das man eine stark von Botrytis befallene Pflanze einfach durch Fluten retten kann. Interessiert mich sehr. Ich würde bei dem Versuch ein vergorenes oder jaucheähnliches Ergebnis erwarten. Edited February 10, 2021 by partisanengärtner
Ronny K. Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Hallo, ob sie so retten kann, weiß ich nicht genau. Jedenfalls habe ich noch nie einen Botrytis-Befall unter Wasser gesehen. Botrytis tritt ja eher auf, wenn das Subtrat sehr feucht und damit die Luftfeuchtigkeit sehr hoch (>85%) ist. Also entweder eher trocken halten oder komplett fluten. Grüße Ronny
partisanengärtner Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Hallo Ronny Ja vor einer Infektion kann ich mir das halbwegs vorstellen. Allerdings wenn die auch gesund zu lange unter Wasser sind, faulen die auch, vor allem bei Zimmertemperatur und der geringen verfügbaren Lichtmenge in einem relativ kleinen Gefäß in stagnierendem Wasser. Eine dauerhafte submerse Kultur von fast allen Sarracenienarten ist mir nicht untergekommen. Ob ein Botrytisbefall unter Wasser so leicht zuerkennen ist wage ich nicht zu behaupten. Eine Gesundung kann ich mir noch nicht vorstellen. Die fluffigen Sporenträger sind da entweder anders aussehend oder werden da gar nicht gebildet. Vermutlich sind dort Bakterien und ganz andere Pilze effektiver. Im Winter draußen unter Eis ist das wieder was ganz anderes. Da ist für alle die Stoffwechselaktivität deutlich verlangsamt. Das wird dieses weiche, kranke Zimmerpflänzchen sicher nicht so Knall auf Fall aushalten. Als Vorschlag für die Behandlung bei einem Anfänger ist Dein Vorschlag auf jeden Fall schon ein wenig exotisch, finde ich. LG Axel
appronny Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Wenn du jegliche schimmelprobleme eliminieren willst dann stell die sarracenia nach draussen ich habe alle arten draussen noch nie irgenwelche schimmelprobleme genuso bei vff 4
partisanengärtner Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Diese Pflanze ist nicht abgehärtet und wir haben deutlich Minusgrade. Da kann man sie auch gleich in die Tonne schmeißen. Nur weil Eskimos 5 Grad Wassertemperatur für badewürdig halten wirst Du das kaum aushalten. Ich kann das gut denn ich habe mich daran gwöhnt.
partisanengärtner Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 Sarracenien die einen Frostschaden erleiden, vor allem am Rhizom schimmeln draußen gottserbärmlich. Meist sind sie dann unrettbar. Wenn man nicht gerade sehr klimabegünstigt lebt sind einige der Arten nicht immer frosthart genug. http://www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/frosch.html
Ronny K. Posted February 10, 2021 Posted February 10, 2021 vor 6 Stunden schrieb partisanengärtner: Hallo Ronny Ja vor einer Infektion kann ich mir das halbwegs vorstellen... Hallo, wenn das Gewebe schon infiziert ist, ist es ohnehin zu spät. Er kann nur hoffen, dass das Rhizom noch nicht komplett befallen ist. Grüße Ronny
Luca_H Posted February 20, 2021 Author Posted February 20, 2021 Hallo, ich habe heute die Blätter abgemacht und das sehr feuchte Substrat gewechselt. Das Rhizom sah noch Schimmelfrei aus. Ich hoffe, dass sie sich wieder aufrafft und wieder schön wächst. Ich werde sie tagsüber rausstellen wenn die Temperaturen über 10°C sind. Noch ein schönes Wochenende euch LG Luca
partisanengärtner Posted February 20, 2021 Posted February 20, 2021 (edited) Momentan passen die Temperaturen tagsüber. Sonnenbrand ist bei dem Sonnenstand noch nicht zu erwarten. Also ideal sie langsam abzuhärten. Soll ja wieder kalt werden. Solange die Nächte frostfrei bleiben würde ich sie nicht reinstellen oder wie unten genannt aufstellen. Der ständige Wechsel zwischen solchen extremen ist sicher nicht so gut. Ich habe einen völlig ungedämmten Dachboden. Der war selbst bei -18 Grad gerade noch frostfrei. Da dort viel Luftbewegung zwischen den Dachziegeln durchkommt werde ich da einiges überwintern können, das die harten Minusgrade nicht so gut aushält. Also noch nicht ausreichend abgehärtet ist. Auch Lichtschächte oder Außenkellerabgänge und viele Garagen sind einen Möglichkeit. Edited February 21, 2021 by partisanengärtner rechtschreibung
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