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Heliamphora Terrarium


Skywalker

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Hey,

ich wollte ich mal ein kleines Projekt vorstellen, an dem ich gerade arbeite: Ein Heliamphora Terrarium

Da es in meinem Gewächshaus im Sommer einfach viel zu warm wird (bis zu 45 Grad), musste ich mir für meine Helis eine gute Alternative suchen. Inspiriert wurde ich von den ganzen absolut genialen Terrarien von den Usern hier auf dem Forum. Da mein Budget leider nicht so riesig ist, musste ich etwas improvisieren.

 

Das Terrarium, welches komplett aus Glas besteht (80cmx40cmx40cm) habe ich bei Ebay Kleinanzeigen für 15€ bekommen. Meiner Meinung echt ein super Preis für die Größe und den Zustand. Nach einer gründlichen Reinigung sah es aus wie neu.

Verkleidet habe ich das Terrarium mit 6mm Doppelstegplatten, welche wir noch von dem Bau meines Gewächshauses übrig hatten. Ist vielleicht nicht so das optisch ansprechendste, aber es erfüllt seinen Zweck. Der Deckel besteht auch aus einer Doppelstegplatte, da man da alles einfach einbauen kann wie man lustig ist. Die Montage der Platten an dem Terrarium ist evtl. nicht jedermanns Sache ? Aber das Aluklebeband hat mich sehr überzeugt.

 

Das Terrarium steht in einem Keller, wo die Temperatur selbst im Hochsommer nicht über 22 Grad klettert. Momentan sind dort kontinuierlich ca. 17 Grad. 

 

Beleuchten tue ich das Terrarium mittels dieser LED von Amazon: https://www.amazon.de/gp/product/B08QCQGYSP/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o02_s00?ie=UTF8&psc=1

Ich weiß, das ist nicht unbedingt vergleichbar mit den Lampen von Sanlight oder Christian Ritter ? Aber ich denke das ich ganz gut mit dieser Lampe klarkommen werde. An zu wenig Licht wird es den Pflanzen nicht mangeln. Die Lampe liegt einfach auf dem Deckel auf, bzw. da, wo die LEDs sind ist natürlich ein Loch. Die Lampe erwärmt sich auf ca. 45 grad. Geregelt wird die mit einer einfachen Zeitschaltuhr.

 

Jetzt kommen wir schon zu der Temperaturregelung. Durch die Abwärme der Lampe erwärmt sich das Terrarium nach ca. einer Stunde auf 26 Grad. Das ist natürlich zu warm. Ich habe eine Kleine Temperaturgeregelte Lüftersteuerung mit einem billigen Arduino Klon gebaut, womit es mir nun möglich ist, die Temperatur zwischen der Raumtemperatur im Keller und 26 Grad zu Regeln. Das Prinzip ist absolut simpel: Bei 22 grad geht der Lüfter an, unter 22 Grad geht er aus. Dadurch oszilliert der Lüfter zwar, aber die Temperatur hält sich konstant bei 22 Grad +- 0,5 Grad. Gemessen wird die Temperatur mittels eines DS18B20 Temperatursensors. Der Lüfter wird über einen Mosfet (IRF640) an und aus geschaltet. Bei bedarf kann ich den Programmierungscode gerne hier veröffentlichen ?

 

Ja, das ist soweit der Stand der Dinge. Geplant sind jetzt noch eine Aktive Kühlung mittels Peltier-Element und eine Beregnungsanlage.

Die Kühlung hatte ich schon eingebaut gehabt, doch leider ist so viel Wasser an dem Kühlkörper kondensiert, dass der Kühlkörper nach ca. 2 Stunden nur noch ein Eisklotz war und der Lüfter mit angefroren war. Da muss ich noch einiges optimieren. 

 

Die Teile für die Beregnungsanlage sind auf dem Weg. Kosten insgesamt 38€. Betrieben wird sie mit einer Schwingkolbenpume aus einer Expressomaschiene, welche einen Wasserdruck von 4 Bar liefern wird. Über die Laufstärke der Pumpe müssen wir uns denke ich nicht unterhalten, aber da das Terrarium eh im Keller steht ist mir das wurscht ?

 

Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten! Anbei noch ein paar Bilder. 

 

Lampe von oben und der professionelle Arduino-Lüfter Aufbau. (Der Lüfter ist mit Silikon eingeklebt)

 

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Lampe und Lüfter von unten: (Die Lampe sieht nicht so hell aus, wie sie eigentlich ist)

 

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Dort baumelt der DS18B20:

 

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Die Pflanzen machen sich bis jetzt ganz gut: (einige sind noch etwas demoliert von dem Transport, da ich sie alle noch nicht sehr lange besitze)

 

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Über Ideen, Tipps und Verbesserungsvorschläge freue ich mich sehr!

 

Liebe Grüße,

Leon

 

Edited by Skywalker
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Sonja Schweitzer

Hallo,

ohne den thread komplett gelesen zu habe: warum versuchst Du nicht, die Temperaturen in Deinem GH unter Kontrolle zu halten, z.B. durch eine zeitweise Schattierung?

30°C halten auch Helis problemlos aus.

Du würdest so die Kosten für die künstliche Beleuchtung sparen und hättest wesentlich mehr Platz. Ein Terrarium Deiner Größe ist schnell zugewachsen.....

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Hallo Sonja,

da ich in meinem Gewächshaus größtenteils Dionaea und Sarracenia halte, welche sich im Sommer durch das viele Licht grandios ausfärben, will ich nicht durch eine Schattierung eine verminderte Ausfärbung in kauf nehmen. Außerdem bringt es mir super Spaß an solchen Sachen wie Terrarien herumzubasteln. Im Winter müssten die Helis aufgrund der niedrigen Temperaturen im GWH so oder so rein.

 

LG

Leon

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Hallo,

also meine Heliamphora sind den ganzen Sommer draussen im freien und im Winter dann im Gewächshaus , ?

VG

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Christoph Hübner

Hi Leon, 

 

schöne Selbstbaulösung. Die neuen Krüge sprechen für eine gute Beleuchtung und die Lösung mit dem Lüfter finde ich super. 

 

Tiefrote Helis im GWH ohne Zusatzbeleuchtung habe ich noch nie gesehen, daher bin ich auch ein Freund der "Kellerkultur". Platzprobleme sind dabei natürlich unvermeidlich, aber die hat man auch im GWH irgendwann. ?

 

Wie löst du den Abfluss von überschüssigem Wasser, wenn du eine Beregnung vorsehen willst? 

 

Und wofür brauchst du eine Kühlung, wo die Temperaturen doch passen? Im GWH funktionieren 30 °C, wenngleich die Pflanzen dann irgendwann auch nicht mehr gesund aussehen. Bei kleinem Luftvolumen im Terrarium würde ich davon auf jeden Fall abraten. "Meine Grenze" liegt bei 25 °C.

 

Peltier-Elemente sind so eine Sache. Auf dem Papier sehen sie erst mal nach einer super Lösung aus. In der Praxis macht man sich damit aber meiner Meinung nach keine Freude.

 

Viele Grüße 

Christoph 

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  • 3 weeks later...

Hiho,

 

sehr inspirierend. Ich überlege schon länger wo ich mein Terrarium herkriegen soll oder wie ichs selber bauen kann. Styro mit einschlemmen möchte ich nicht und so nen Glas klopper is mir zu schwer. Ich werde mir eins mit den Maßen 1100x400x600 zulegen. Und mit deinem Beitrag kam ich auf die Idee vllt nen Terra aus Doppelstegplatten zu bauen, haben ja auch ne leichte Dämmwirkung wenn die Enden Luftdicht sind.

Die Helis haben auch schöne Farben muss ich sagen. Freue mich schon auf ein Update.

 

mfg

Tim

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Guten Morgen,

erstmal vielen Dank für eure Antworten! 

 

@Christoph HübnerDanke dir! Über das Problem, welches du ansprichst, habe ich mir tatsächlich noch keinen Kopf gemacht. Der Plan ist, gerade so viel zu beregnen, das die gleiche Menge auch über die Zeit wieder verdunstet. 

Mit der Kühlung wollte ich ein möglichst naturnahes Klima für die Helis schaffen, sofern dies für ein optimales Wachstum überhaupt notwendig ist. Momentan liegt die Tagestemperatur bei 22 grad, die Nachttemperatur bei 19 grad. Du hast recht, Peltier Elemente sind wirklich nicht das Gelbe vom Ei, aber ich habe schon ein paar vernünftige Tests machen können. Über die Effizienz müssen wir uns natürlich in dem Fall gar nicht erst unterhalten. 

 

@Tim K.Das freut mich, Ich kann das mit den Doppelstegplatten nur empfehlen, da man da auch schnell mal was umbauen kann. Ich denke man könnte ja sogar auf stärkere zurückgreifen, z.B. 8mm oder 10mm...Ich glaube es ist nur wichtig, dass man schlussendlich die Löcher verschließt, da sonst die Luft durch die Platten zirkulieren kann.

 

So und nun zum Update. Was habe ich noch verändert?

Die Beregnungsanlage ist nun komplett fertig. Wie auch bei allen anderen Teilen des Terrariums, bevorzuge ich eine kostengünstige Lösung, wo man selber Hand anlegen muss. Im Prinzip besteht eine Beregnungsanlage aus 3 Teilen. Dem Wasserspeicher, der Pumpe und den Regendüsen. 

 

Wasserspeicher:

Ein alter Kanister wo mal destilliertes Wasser drin war. Ich habe in den Deckel ein Loch gebohrt und den Schlauch bis nach unten geführt. Mit Kabelbindern habe ich an dem Teil des Schlauches, der sich in dem Kanister befindet eine Stange befestigt, sodass der Schlauch auch immer auf dem Boden des Kanisters bleibt. Der Kanister steht einfach auf dem Boden.

 

Pumpe:

Der Schlauch wird nun von dem Kanister zu einer Pumpe geführt und angeschlossen. Verwendet habe ich eine Pumpe, welche normalerweise in Espresso-Maschinen eingesetzt wird. https://www.ebay.de/itm/302903557871

Diese Pumpe ist eine Schwingkolbenpumpe, liefert einen Druck von ca. 4 bar und benötigt 230V (48Watt).

An der Ausflussseite der Pumpe wird ein Steckanschluss für einen 6mm Druckschlauch verschraubt. https://www.ebay.de/itm/164077452818?var=463697174213

Wichtig ist, das ganze schön mit Teflon abzudichten (4 Bar sind nicht zu unterschätzen). Ich habe mit Fusion 360 ein einfaches Gehäuse für die Pumpe gezeichnet und mit meinem 3D Drucker gedruckt. Das Gehäuse habe ich dann mit Kabelbindern auf dem Deckel befestigt.

 

Düse:

Der Druckluftschlauch (https://www.ebay.de/itm/133395196798) verläuft von dem Steckanschluss zu der Regendüse (https://www.ebay.de/itm/133084917782?var=432389254685) Da gibt es bestimmt auch noch kostengünstigere. Sprühwinkel in meinem Fall: 80 grad

Das coole an dieser Düse ist, dass sie einfach in den Deckel eingeschraubt werden kann.

 

Die Kosten der gesamten Beregnungsanlage belaufen sich nicht mal auf 40€. Die Selbstbaulösung ist somit in meinem Fall ganz klar der Fertiglösung vorzuziehen.

 

Allerdings gibt es nun ein paar Dinge, welche man nicht unterschätzen sollte:

 

-Arbeiten mit der Netzspannung von 230V (man sollte sich also sehr gut auskennen oder es lassen)

-Leerlauf der Pumpe führt zu kompletter Zerstörung

-Steuerung der Pumpe

 

Steuerung:

 

Die Steuerung der Pumpe geschieht, wie auch die Temperaturregulierung, mittels des Arduino Unos. Ein Mosfet (IRF640) steuert ein Relais an, welches wiederum die Pumpe an und ausschalten kann. Ich habe mir folgendes bezüglich des Beregnungsintervalls überlegt: Jede Stunde geht die Pumpe für 3 Sekunden an.

Warum? Durch den Stundenintervall mache ich mir die ganze Geschichte um einiges leichter, da die Regelung nun Zeitunabhängig stattfindet. Man spart also kosten (RTC Modul) und Aufwand.

 

Aber was ist, wenn die Pumpe nun den Kanister leer gepumpt hat und man nicht vor Ort ist. Das wäre gar nicht gut. Deswegen habe ich mir einen einfachen Sicherheitsmechanismus überlegt. 

 

Ein kapazitiver Sensor ist unten an der Außenseite des Tanks mit einer 3D gedruckten Halterung befestigt. Dieser Sensor erkennt einfach gesagt ob Wasser da ist oder nicht, ohne sich selber in dem Kanister zu befinden. Wird nun ein gewisser niedriger Wasserstand in dem Kanister erreicht, so gibt der Sensor ein Signal an den Arduino. Die nächsten Einschaltintervalle der Pumpe werden so lange nicht ausgeführt, bis der Sensor wieder Wasser detektiert. Um das ganze noch cooler zu gestalten habe ich zusätzlich eine akustische Warnung mittels Piezo Lautsprecher hinzugefügt. Ist das Wasser alle, mach das Terrarium also so lange Alarm, bis das Wasser wieder nachgefüllt wird ?

 

Ja Leute, das ist jetzt soweit der Stand der Dinge. Die Pflanzen entwickeln sich in meinen Augen sehr gut, die Schläuche färben sich schön aus, die Deckel werden ebenso schöner. Jetzt noch ein paar Bilder von dem Update:

 

Kanister:

IMG_3550.JPG.5eb3a1a42b5965c9b4bbe7c33c0ce47b.JPG

 

Sensor an dem Kanister:

 

IMG_3549.JPG.83a0e31a18889fdd02e1fd9d2bc10449.JPG

 

Steuerung (ja ich weiß, bitte nicht meckern, das wird noch sicher gemacht ;D )

 

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Pumpe:

 

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Regendüsen:

 

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Und ein paar Helis:

 

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IMG_3555.JPG.07ff95cdc624fc53eb3ccddecbb79f3d.JPG

 

IMG_3556.JPG.5c1da7e561a86a2e4cf1f7d2e1a115c8.JPG

 

Liebe Grüße,

Leon

 

 

 

 

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"...gezeichnet und mit meinem 3D Drucker gedruckt."

Was es alles gibt heutzutage...

Bin anscheinend garnich mehr auf'm aktuellen Stand.?

 

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  • 6 months later...
Lukas Volkmer

Hallo Leon,

 

gibt es ein Update zu deinen Pflanzen ? Mich interessiert vor allem wie sich deine Helis unter der Lampe ausgefärbt haben und ob du jetzt eine Peltier-Element-Kühlung gebaut hast ?

 

LG Lukas 

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