Jump to content

Das hat mich bass erstaunt.


spongi

Recommended Posts

Je kleiner das Wissen, desto grösser das Staunen? Ich staune jedenfalls oft, aber gerne. 

 

Das grosse Staunen, Volume I:

 

Venusfliegenfallen (Bild), Ende Februar, noch tief im Winterschlaf. Sie haben so, seitlich und unten gut isoliert, oben ungeschützt, wochenlange Kälteperioden von -5° - -10°C, zwei Wochen unter einem halben Meter Schnee, Wärmeeinbrüche etc. überstanden. Draussen halt. Und jetzt das Erstaunliche:

 

die etwas grössere, halb geöffnete  Falle einer Schuppenstiel, unter der Bildmitte, stammt etwa von Oktober '20 und war Mitte März '21 nach all dem nicht nur noch am leben, sondern sogar noch aktiv / einsatzbereit. 

 

37593037_20210228Vff.jpg.1a60a8f8c88a82881e4839c8efd7416a.jpg

 

 

 

 

 

Das grosse Staunen, Volume II:

 

Venusfliegenfallen wachsen auch im Winter bei Tagestemperaturen unter 10° und Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt. Oberirdisch ganz langsam und doch wahrnehmbar, unterirdisch geht mit neuen Trieben die Post ab.

Das Bild unten stammt von Mitte Dezember 2020 (das oben von Ende Februar 2021). 

 

Ich hab noch mehr gestaunt und melde mich wieder. Kommentare oder Erstaunliches von euch sind natürlich willkommen.

 

1074899928_20201213VFF.jpg.3268cbeceb4ecda8f1f75ee798c54309.jpg

  • Gefällt mir 1
Link to comment
Share on other sites

Das grosse Staunen Volume III

 

Vielleicht nicht das ganz grosse Staunen, aber Hand aufs Herz: wer denkt nicht ans Bewässern der Utricularia intermedia, die auf dem trocken gelegten oberen Plateau des Weihers wachsen? Auch wenn das Substrat dank Kapillarwirkung nass bleibt. Nach einer Woche an der Luft, Temperaturen bis 33°C im Schatten, an voller Sonne? 

 

1. Bild: 15. Juni, Überblick, Teil eines Weihers mit trockengelegtem oberen Plateau. 

2. Bild: Nahaufnahme, 15. Juni; so blieb's dann noch für eine gute Woche

3. Bild: einige Tage nach dem Regen, etwa gleiche Stelle, 1. Juli, Nahaufnahme

4. Bild: das zupft man mit Zeigefinger und Daumen aus dem Schlick. Entwarnung. 

 

 

20210615 Utricularia Weiher trocken.jpg

20210615 Utricularia trocken.jpg

20210701 Utricularia nass.jpg

20210701 Utricularia nass ausgezupft.jpg

Link to comment
Share on other sites

Das grosse Staunen, Volume IV

 

Zwei Triebe Akai Ryu haben sich im Moorbeet eingelebt, Platz verschafft, Seitentriebe und Blüten gebildet. 

 

Nebst ganz gewöhnliche Blüten, die sich bald öffnen dürften, erstaunt mich diese Form zwischen Blüte und Falle. Ein Fallenbäumchen. Eine Blütenfalle. 

Beziehungsweise  zwei. (vgl. 1. Bild).

 

2. Bild: Nahaufnahme. 

Ist das so eine Art Lebendgeburt? Fällt das Bäumchen um und es wurzeln Pflänzchen an? Folgen doch noch Blüten oder verwelkt es zuletzt einfach?

Die Pflanzen wurden IV vermehrt und mir letztes Jahr blühfähig anvertraut. Hat es damit zu tun? Kennt ihr sowas? 

 

Tschüss, bis zum nächsten Staunen und danke im Voraus für allfällige Antworten, auch per PM. 

20210701 VFF Akai Ryu gesamt.jpg

20210701 VFF Akai Ryu.jpg

  • Gefällt mir 2
Link to comment
Share on other sites

Hey Spongi!

 

Deine Dionaeas im Moorbeet sehen toll aus!

Kannst du bitte noch kurz was zu den Kulturbedingungen (Substrat, Standort, Begleitpflanzen) sagen?

Sieht für mich recht trocken aus, fast wie Pinienrinde o.Ä.?

Scheint jedenfalls wunderbar zu funktionieren. Gratulation!

 

viele Grüße, Alex

Edited by Mossman
Link to comment
Share on other sites

Hallo Alex

 

Danke, ja, es geht den VFF soweit gut; sind halt wegen der Blütenbildung noch gestresst, aber unterdessen haben sie wieder in den Fallenbildungsmode gewechselt. 

 

Substrat:

Das mit dem Substrat täuscht auf dem Bild (vgl. Bild 1). Es ist eine Moorbeetmischung, bestehend aus abgelagerten Tannenrinden- und -holzschnitzeln, vermischt mit Torf. Ich hab dann noch etwas zusätzlich Torf eingebracht, v.a. unter das Wurzelwerk der VFF. Torf ermöglicht dank Kapillarwirkung, dass die Feuchtigkeit von unten nach oben gelangt. Regen wäscht die feineren Teile nach unten und oben bleiben die grösseren Stücke liegen. Letztere unterbrechen die Sogwirkung, halten die Oberfläche locker und bilden eine Isolationsschicht zum darunterliegenden feuchten Substrat. Nur die Oberfläche ist trocken; schon 1, 2 cm darunter ist es mindestens feucht, weiter unten nass.

 

Die Akai Ryu ist erst seit letztem Sommer da.

In einen Weiher, ca. 10 x 3 m , nur ca. 40 cm tief, ist diese Fläche aufgeschüttet worden.  Der Wasserstand ist je nach Witterung nur 10 - 15 cm, manchmal 20 cm unter der Substratoberfläche. Bild 1 stammt von anfangs September '20, nachdem ich die VFF eingepflanzt habe. Die stehen noch in Torftöpfchen mit Torf und Perlite drin. Würde ich nicht mehr machen. 

 

Standort:

Das war mein Versuchsfeld um die Frage zu klären, ob VFF mit meinen Haltungsmöglichkeiten klarkommen.

Draussen, ungeschützt, Klima des Schweizer Mittellandes. Es hat geklappt, und ich habe aus dem Weiher unterdessen eine Art Moorschlenke mit Wasserfläche gemacht. Der Winter war hart mit Kälte- und Wärmephasen, eiskaltem Gefrieren oder auch massenweise Schnee. 

Für mich im Nachhinein, (wenn auch fast identisch mit Vol. I und II)

das grosse Staunen Volume V:

und obwohl ich's ja in vielen Berichten der Experten hier im Forum gelesen habe, erstaunlich. Also die Botschaft hört ich wohl, allein der Glaube fehlte mir!

Bild 2 stammt vom 8. Januar '21, gleiche Stelle wie Bild 1, von der anderen Seite aufgenommen. Das Eis des Weihers absolut tragfähig. Alles beinhart gefroren. Die Pflanzen schön geschützt unter Schnee.

Davor aber gab es Perioden von mehreren Tagen mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, mit einem eisigen, trockenen Wind, ohne schützende Schneeschicht. Da hab ich um die Pflanzen gebangt. Ein paar wenige sind vielleicht auch erfroren oder verdurstet, aber vieles war einfach tief zurückgezogen und spriesst wieder.  

Begleitpflanzen:

Im Weiher drin hat es ein paar Binsen, Armleuchteralgen, Blutweiderich. Erst dieses Jahr habe ich aus einem Moorbeet noch ein paar Induktionen vorgenommen mit P. grandiflora, Schwertlilie, Sumpflabkraut. Es folgen dann noch einige weitere wie Sumpfblutauge, Wollgras, Sonnentau. Mit dem Umsetzen eines Stückes von einem Moorbeet in ein anderes hat man sowieso eine Unzahl Pflanzenarten transferiert. Zuerst musste ich mal mit gröberem Geschütz auffahren, dann musste es sich etwas setzen. Nach und nach folgt jetzt die kreative Phase. Und dann braucht's halt Zeit. 

Von einigen Karnivoren abgesehen möchte ich nur einheimische Pflanzen drin haben. Sphagnum möchte ich keines drin oder nur weit ab von den VFF. Manche Arten erfordern eine Kontrolle, sonst überwuchern die alles. 

 

Moorbeet und Moorkübel, mal eingerichtet, geben kaum Arbeit und viel Anlass zum Staunen. 

 

 Alles Gute und sonnige Tage! 

20200908 Moorbeeterde und VFF.jpg

20210108 Moorbeet im Winter.jpg

  • Danke 1
Link to comment
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue. Weitere Informationen finden Sie in unserer Privacy Policy.