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Fragen zur Utricularia Kultur


max.woh

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Hallo alle zusammen,

Ich hatte vor mir eine Utricularia anzuschaffen, da sich durch Zufall in meinem Moorkasten eine vermeintliche U.subulata angesiedelt hat, wollte ich daraufhin mehr über diese Pflanzen erfahren und mir auch willentlich eine anschaffen. Dabei hatte ich soweit ich richtig liege herausgefunden, dass es zwei verschiedene "Unterarten" gibt nämlich welche die Terrestrisch wachsen und welche die im Wasser wachsen (korrigiert mich gerne wenn ich dabei falsch liege). Dabei habe ich es hauptsächlich auf Utricularia abgesehen die dauerhaft im Wasser wachsen können, daher ein wenig an Aldrovanda erinnern. Nur bin ich dabei über einiges gestolpert nämlich das es auch Arten gibt die über die Saison überschwemmt werden, dies aber nicht dauerhaft aushalten oder zumindest dadurch beeinträchtigt wachsen. Daher wollte ich fragen ob jemand Arten kennt die dauerhaft Unterwasser wachsen können. Die nächste Sache die sich mir dazu nun stellt ist natürlich auch welches Wasser ich nutze (Regenwasser?) und welchen PH-Wert dies haben sollte, wie auch ob ich zwingend Filter und oder Pumpen brauche um das Wasser zu säubern.

 

Ich hoffe ich erschlage niemanden mit dieser Masse an Fragen.

MfG

Max

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Hallo Max

 

Mir fallen gerade drei winterharte aquatische Utricularia ein: U. vulgaris, U. australis und U. minor. Kann man alle im Moorbeet in einer Schlenke kultivieren, kann aber je nach Grösse und Art des Moorbeets schwierig werden den Wasserspiegel hoch genug zu halten im Sommer (habe es bei mir nicht geschafft in trockenen und heissen Perioden; die Utricularia fühlten sich ansonsten aber wohl und haben sich gut vermehrt). Ich kenne aber Leute, die diese Arten in Kübeln kultivieren. Zwei Tipps, die ich damals erhalten hatte, falls ich das nachstellen wollte:

 

1. Einen Bodengrund schaffen aus Torf und Quarzsand/-kies. Soll vorteilhaft sein bezüglich des pH-Wertes.

2. Das Wasser im neuen Behälter "impfen" mit Wasser aus dem Gefäss oder Beet, wo sich die Utricularia vorher befanden. Bin mir aber nicht sicher, ob das wirklich nötig ist oder sogar Nachteile mit sich bringen kann. Eventuell kann da jemand diesbezüglich besser Auskunft geben.

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Hi Max!

Neben den beiden von dir genannten Optionen gibt es noch epiphyisch (z.B. in Moospolstern auf Bäumen oder in Bromelien) und lithophytisch (auf Felsen verankert) wachsende Utricularia. 

Es gibt verschiedene aquatische Utricularia die winterhart sind. Einfache und in Kultur verbreitete Arten sind z.B. U. australis und U. vulgaris. Die kann man im Gartenteich wachsen lassen ohne besondere Vorkehrungen. 

LG

Constantin

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Hallo,

Vielen Dank euch beiden für die tollen Beiträge,

nun bin ich ein ganzes Stück schlauer. 

Die nächste Sache wäre natürlich woher ich die Pflanzen beziehe, so wie ich gesehen habe besitzt Green Jaws keine der genannten Utricularia (?) und Fangblatt besitz nur U. australis wobei diese nicht auf Lager ist. Wer jetzt meines Wissens noch übrig bleibt wäre Thomas Carow, er besitz U. Bremii wobei hier natürlich nicht gelistet ist ob er die Pflanze auch auf Lager hat und natürlich ist hier auch die Frage in wie weit Anspruchsvoll U.Bremii ist, da ich zumindest hier im Forum noch nie von dieser Art Wind bekommen habe.

MfG

Max

 

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Wenn sich die Utricularia im Freiland bereits in ihre Überwinterungsknospen (Turionen) zurückgezogen haben, könnte es sein, dass diese deshalb erst wieder im Frühjahr angeboten werden.

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guck mal bei ebay rein da gibts n verkäufer aus ungarn der einige utris hat unter anderem auch bremii , hab auch schon von ihm gekauft ist relativ günstig mit wenig versandkosten (einfach utricularia und dann auf internationale verkäufer)

 

mfg

  • Danke 1
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Meine aquatischen haben das Wachstum mittlerweile eingestellt. Daher kann es nicht mehr lange dauern bis sich die Turionen bilden. Im Grunde kann man die aber auch in der Form verschicken. Dann hättest du aber bis zum Frühjahr recht wenig von denen, da sie so nicht wachsen und nichts fangen können.

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Sonja Schweitzer

Hallo Max,

das Becken für die Utricularia sollte schon lange vor Erhalt der Karnivoren vorbereitet und das Wasser algenfrei und dessen Werte stabil sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du das so schnell umsetzen kannst, es sei denn, Dein Setup ist schon seit längerem eingerichtet. 😉
Ansonsten würde ich das Becken erst mal mit Substrat, Begleitpflanzen und Regen-oder Osmosewasser befüllen und über die kalte Jahreszeit ohne Pflanzen stehen lassen., damit sich die richtigen Wasserwerte einstellen können. Auch sollten die Pflanzen, die die Nährstoffe aus dem Wasser ziehen und somit Algenwachstum verhindern schon mit dem Wachstum begonnen haben, bevor die Utris eingesetzt werden,  um ihre Aufgabe als „Algenkiller“ übernehmen zu können. Das wird auch erst im Frühjahr wieder der Fall sein. Mein Becken ist schon recht alt, aber bevor die Karnivoren darin so richtig mit dem Wachsen begonnen haben befanden sich sehr viele Fadenalgen darin. Die Begleitpflanzen schafften es dann nach kurzer Zeit, das Wachstum der Algen einzudämmen und sorgten am Ende dafür, dass sie komplett verschwanden. Auch eine Seerose trug durch die teilweise Schattierung der Wasseroberfläche ihren Teil dazu bei. Aldrovanda und Utricularia dankten das Alles mit explosionsartigem Wuchs.

 

Jetzt  noch Pflanzen zu bestellen, denen Du ggf.noch nicht die erforderlichen Bedingungen bieten kannst halte ich persönlich aufgrund der genannten Aspekte für keine gute Idee. Das ganze Projekt benötigt einfach seine Zeit.

  • Danke 1
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Danke Sonja für diesen ausführlichen Beitrag,

Ich werde mich dann als erstes an das "Aquarium" machen und alles erstmal vorbereiten. Hättest du zufällig auch konkrete Beispiele für Begleitplflanzen die von Nutzen sein könnten?

MfG

Max

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Sonja Schweitzer

Da wäre z.B. der kleine Rohrkolben (Typha minima), die Wasserpest (Egeria spec.) oder auch das Hornkraut (Ceratophyllum spec.). 
Eine stark wuchernde, emers wachsende Pflanze, die man aber ggf. von Zeit zu Zeit zurückschneiden muss ist die Wasserfeder (Myriophyllum spec.). Diese Pflanze wirkt wahre Wunder gegen Algen und man kann durch ihre Ansiedlung in einem größeren Teich sogar auf die Umwälzung verzichten -das Wasser ist auch ohne glasklar.

Ansonsten würde ich noch eine oder mehrere Pflanzen einsetzen, die die Wasseroberfläche teilweise schattieren, damit nicht zu viel Sonne zum Algenwuchs beiträgt. Auch gegen zu starke Erwärmung schützen die Schwimmblätter solcher Gewächse. Was genau Du da wählst hängt von der Größe des Kulturgefäßes und Deinem eigenen Geschmack ab. Auch ein Schachtelhalm gefällt mir zur Auflockerung sehr gut, wenn er auch in unserem Fall keinen Zweck erfüllt.

 

All diese Pflanzen wirst Du jedoch zu dieser Jahreszeit kaum noch im Handel bekommen. Die Teichsaison ist leider vorbei und das Sortiment nur noch sehr klein oder gar komplett weggeräumt  

Bleiben dann noch Privatleute als Bezugsquelle 😉

  • Danke 1
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Hallo Peter,

Danke für dein Angebot, ich bin aber leider auf Arten angewiesen die ohne Winterruhe auskommen, trotzdem vielen Dank für das Angebot

MfG

Max

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Nicky Westphal

Hallo Max,

 

ich habe jetzt nicht alles komplett gelesen, aber für dich wäre dann U. gibba als aquatische Art passend. Weiterhin wachsen bei mir sehr viele epiphyische oder terrestrische Arten, mehr oder weniger aquatisch. Von U. sandersonii bis U. longifolia oder U. nephrophylla ... wachsen bei mir unten aus den Töpfen und im Anstauwasser der Wannen munter weiter. Also die ganze Sache nicht zu sehr verkomplizieren. Solange du keine speziellen (Hochland-)Arten kultiviern möchtest, ist ein halb und halb Becken mit einer Wasserzone ist für sehr viele Arten ausreichend.  

 

 

Grüße Nicky

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Hallo Nicky,

Danke nochmal für die Erklärung, dass ist definitiv von Vorteil. Leider muss ich aktuell aus verschiedenen Gründen noch davon absehen das Projekt in Angriff zu nehmen und kann auch noch nicht genau sagen wann es soweit ist. Trotzdem haben mir eure Beiträge stark geholfen und falls der Zeitpunkt kommt wo ich alles in Angriff nehmen kann, weiß ich definitiv wie ich vorgehe 🙂.

MfG

Max 

Edited by max.woh
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Hallo,

 

Zitat

wäre dann U. gibba als aquatische Art passend.

für einen Vortrag (für Wasserpflanzenaquarianer) habe ich einen Behälter mit U. gibba angesetzt, um zu demonstrieren wie übergriffig sie submers im Aquarium wird, das sind die Bilder aus meinem Vortrag:

vorutr_13.thumb.jpg.7743ce5b0e36c8ba806ad08a4b482c13.jpg

vorutr_14.thumb.jpg.fb9af63c6f138ee283bd900c0511fe31.jpg

das ist im Aquarium wenn sie wächst die absolute Pestpflanze die alles überwuchert, am Schluss hat man einen Glaskasten der komplett damit ausgefüllt ist und sonst nichts. Alles andere ist verdrängt. Und wenn sie sich etabliert hat bekommt man sie auch nicht mehr los, sie vermehrt sich aus kleinsten Bruchstücken rasant.

Besser hält sie sich emers, da ist sie auch bei weitem nicht so aufdringlich und dann blüht sie auch. Und im Gegensatz zu submers hatte ich bei emerser Haltung bisher auch keine negativen Auswirkungen auf andere Pflanzen feststellen können.

 

Gruß

Helmut

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Hallo,

 

das bei der thailändischen Eriocaulon auch gibba dabei war habe ich erst bei der Blüte mitbekommen:

 

vorutr_11.thumb.jpg.9596a19303215b04c2def9f4f8f96aca.jpg

genauso bei den Stängelpflanzen aus Viet Nam, war mir auch nicht klar, daß gibba mit dabei ist:

 

vorutr_12.thumb.jpg.2bd05267c2fc2db2de86f3cd8c296c44.jpg

vorutr_10.thumb.jpg.f620c6d79a122c5d17aef2dfe815d49a.jpg

dagegen sind die anderen Utricularia die aus Stängeln und Fangblasen bestehen praktisch nicht über längere Zeit zu transportieren und ich habe da schon wirklich schöne gefunden.

Das mit dem Pflanzen mitbringen war vor der Passregelung.

 

Gruß

Helmut

Edited by moskal
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