Tim Beier Posted January 18 Posted January 18 (edited) Hallo Tobias, Der Grund dafür ist einfach um zu sehen was passiert . Ich hatte bisher nie das Gefühl dass ich es mit der Heizplatte geschafft hätte das Gellan vollständig zu lösen. Anders als mit Agar. Medien mit Agar hab ich immer so lange auf Temperatur gebracht bis das Medium "klar" wurde und die Trübung weg war. Wenn ich das nun richtig verstanden habe benötigt man für die vollständige Lösung von Gellan je nach Zusammensetzung des Medium eh Temperaturen jenseits der 100°C. Also beim autoklavieren. Das deckt sich zumindest mit meinen bisherigen Beobachtungen. Na ja und wenn ich jetzt dann später die Gläser raushole wird sich zeigen wie das Medium geworden ist. Ein paar Stunden später.... Das Medium ist wie erwartet, schön klar. Aber das war bisher auch immer so. Jetzt hab ich dann gleich auch mal den Ph Wert nach dem autoklavieren also im fertigen Medium gemessen. Vor Zugabe von Gellan auf 5,69 eingestellt, leicht erwärmt, schätzungsweise ca.80°C (hab nicht gemessen) dann Abgefüllt und autoklaviert. Ph Wert des fertigen Medium liegt bei 5,66 Na ja ich würde sagen Punktlandung! Auch wenn der Ph Wert leicht gesunken ist. Einen leichten Drift hätte ich eh erwartet. Das nächste mal erhitze ich das Medium mit Gellan vor dem Abfüllen mal gar nicht. Dann weiß ich garantiert ob ich mir den Schritt in Zukunft sparen kann. Nachtrag: Nach meinen Recherchen fällt der Ph Wert im Medium mit Pflanzen vor allem ohne Puffer am Anfang sehr stark und steigt dann wieder leicht an. Mit Puffer wie z.B MES fällt der Ph Wert zwar auch, aber bei weitem nicht so stark. MfG Tim Beier Edited January 18 by Tim Beier 1
Tobias Kulig Posted January 18 Author Posted January 18 (edited) Hallo zusammen, ich kann auch was interessantes zum pH Wert von fertigen Medien erzählen: Ich habe heute eine Charge 1/2 MS gemacht. 1. fertig eingestellter pH Wert vor Zugabe des Gellans auf dem Magnetrührer: pH 5.62 2. fertiges, abgekühltes Medium nach zweimaligem Erhitzen (lösen bei 100Grad auf dem Magnetrührer und anschließendem autoklavieren): pH 5.64 Fazit: Perfektes Medium und wie bei Tim ne Punktlandung. Aber gestern stand ich auf dem Schlauch! Das 1/3 MS, wo ich die Herstellung gestern beschrieben habe, war zwar perfekt. Aber der pH machte mir etwas Sorgen: eingestellter Ausgangswert vor Gellanzugabe: pH 5.65 Gemessener Wert nach dem Abkühlen: pH 6.22 Dieser ist zwar etwas hoch, sollte aber noch gehen. Ich stellte mir die Frage, warum er so angestiegen ist.... ...bis Olivia was durchaus interessantes entdeckt hat: Wenn Olivia den Geschirrspüler ausräumt, reibt sie die IV Gläser noch trocken. Und manchmal ist das Küchenkrepp richtig silbergrau! Also metallisch. Durch evtl. Abrieb der Töpfe, Bestecke ect.. Und theoretisch müßte Metallabrieb den pH Wert auch leicht anheben. Ob das jetzt aber letztendlich der Grund war, kann ich nicht sagen. Ist aber irgendwie naheliegend. Grüße Tobias Edited January 19 by Tobias Kulig
Tobias Kulig Posted January 21 Author Posted January 21 Hallo zusammen, heute erläutere ich mal, wie ich IV-Pflanzen subkultiviere. "Subkultivieren" ist nichts anderes wie Umlegen oder Umsetzen. In den meisten Fällen kombiniere ich das Umlegen mit gleichzeitigem Exvitro. Es kommt dabei aber auf die Wuchsform an. Bei den folgenden Bildern handelt es sich um D. bequaertii, wo das Glas nach nur 5 Monaten rammelvoll ist (ausgesät am 07.08.25). Es sei erwähnt, daß es sich nur um 5 Pflanzen handelt, die jeweils einen ziemlichen Durchmesser, aber auch Höhe erreicht haben. In der LFH habe ich bereits eine Pflanze rausgezogen, die bis nach unten mit saftigen Blättern bestückt ist. Und diese Blätter reiße ich nun alle ab, da diese wieder auf frisches Medium gelegt werden. Es ist natürlich ein Risiko, soviele Blätter in nur ein Glas zu setzen! Bestückt habe ich insgesamt 2 Gläser. Ich bin aber tatsächlich auf die Quote gespannt, die austreibt! Und das ist der Sinn von IV: Aus bestehenden Kulturen immer neue Pflanzen zu generieren. Das ist aber auch der bequemere Teil. Man braucht nix zu sterilisieren und man muß keine Zeiten im Auge behalten. Man muß nur steril arbeiten, dann klappt das ausgezeichnet. Das ist der nächste Part: Die restlichen 4 Pflanzen exvitro zu nehmen. Ich habe unterm Wasserhahn das restliche Medium abgespült und vorübergehend in Regenwasser gelegt. Wenn Ihr genau hinschaut, seht Ihr an verschiedenen Stellen ein paar Jungpflanzen. Das ist ein positiver Nebeneffekt von IV. Es werden eigentlich immer ein paar Pflänzchen mehr, als man zunächst sieht. Sie sind halt klein. Und schon sind sie getopft. Die Jungpflanzen bekamen einen eigenen Topf. Und zu guter Letzt kommen die Töpfe in einen Zippbeutel, um die hohe Luftfeuchte zu gewährleisten.....Ins GH können sie noch nicht, ist zu kühl und sie würden evtl. einziehen. Deshalb bleiben sie im Haus, wo es warm ist...und hoffentlich auch bleibt. Grüße Tobias 5
Tobias Kulig Posted January 25 Author Posted January 25 Hallo zusammen, wie bei allem, was Spaß macht, gibts natürlich auch bei der IV Kultur gelegentlich Rückschläge: Kontaminationen. Obwohl ich dieses Glas mit den Blättern von D. bequaertii erst vor vier Tagen bestückt habe, ist diese Kontamination schon weit fortgeschritten. Dies liegt vor allem an den reichlich vorhandenen Nährstoffen des Mediums und an der Beleuchtung. Erinnert Ihr Euch daran, wo ich geschrieben habe, es sei ein Risiko, so viele Blätter in nur ein Glas zu legen? Das meinte ich damit. Da braucht man nicht mehr versuchen, etwas zu retten. Die Sporen sind schon überall! Das wandert direkt in den Müll. Hier ist der Übeltäter: Ich habe kein Problem damit, auch sowas zu zeigen! Sonderlich frustriert bin ich jetzt auch nicht, da ich genug Pflanzen dieser Art habe. Sicherlich sagte ich kurz "Shit"! Aber das wars auch schon. Es geht weiter....und im Moment läuft ne Menge IV bei mir. Der Winter ist geradezu prädestiniert für IV. Grüße Tobias 1
Tim Beier Posted January 25 Posted January 25 Hallo Tobias, Ich hatte vor kurzem eine Kontamination die nach Monaten in einem Röhrchen mit Sämlingen aufgetaucht ist. Da fragt man sich sich dann schon wie das nach so langer Zeit passieren kann . Was verwendest du den als Unterlage zum zerlegen von Pflanzen? Verwendest du da einen Teller, wie auf dem Bild oben zu sehen ist? Hatte ich am Anfang so gemacht und immer mit Iso abgewischt. Hatte da aber immer ein ungutes Gefühl bezüglich Kontaminationen. Ich bin dann relativ bald auf Edelstahlschälchen umgestiegen. Die lassen sich autoklavieren und sind dann definitiv sauber. MfG Tim Beier 1
Tobias Kulig Posted January 25 Author Posted January 25 vor 1 Stunde schrieb Tim Beier: Ich hatte vor kurzem eine Kontamination die nach Monaten in einem Röhrchen mit Sämlingen aufgetaucht ist. Da fragt man sich sich dann schon wie das nach so langer Zeit passieren kann . Tja, die lassen sich nun mal nicht vermeiden. Alle, die IV machen, haben gelegentliche Kontaminationen. Es geht gar nicht anders. Schon allein wegen der Testerei mit neuen Sterilisationsprotokollen. Und je mehr man IV macht, umso mehr Kontaminationen hat man. Eine ganz einfache Rechnung . vor 1 Stunde schrieb Tim Beier: Was verwendest du den als Unterlage zum zerlegen von Pflanzen? Verwendest du da einen Teller, wie auf dem Bild oben zu sehen ist? Ja, ich verwende diesen grauen Teller, der oben zu sehen ist. Ich sprühe ihn mit Iso aus und lasse ihn durch das Gebläse der LFH trocknen. Geht ganz schnell und funktioniert auch gut. Obwohl ich auch so ein Edelstahlschälchen hätte! Aber der Rand ist mir da irgendwie zu hoch. Ich hab es gerne, wie bei unserer Dusche, barrierefrei. Dann muß man sich nicht unnötig bewegen . Gruß Tobias
Tobias Kulig Posted January 31 Author Posted January 31 (edited) Hallo zusammen, heute zeige ich Euch eine weitere Art, die ich erst vor Kurzem exvitro nahm: D. dielsiana aus Zimbabwe. Sie ist zwar noch grün hinter den Ohren, aber das Frühjahr wird das im GH ändern. Die Pflanzen sind super angewachsen und haben auch schon im Glas kräftige Pfahlwurzeln gebildet. Hier seht Ihr den Grund, warum ich so manches Glas noch stehen lasse, obwohl größere Pflanzen anhand des Platzmangels schon raus müssen. Es kommt nicht selten vor, daß so manche Samen erst später keimen. Dabei nutze ich die Gelegenheit und setze die noch recht kleinen Sämlinge in der LFH um. Erst dann werden die größeren Exvitropflanzen zum ersten Mal der normalen Raumluft ausgesetzt und getopft. Die gezeigten Sämlinge wachsen auch sofort weiter. Man kann hier, dank des Gellans, die schon recht langen Wurzeln der Sämlinge sehr gut sehen, die in Relation zur Pflanzengröße doch schon beachtlich sind. Sobald auch diese Pflanzen soweit sind, um rausgeholt zu werden, werde ich von einer Pflanze die Blätter ziehen, welche dann meine nächste Generation werden. Edited January 31 by Tobias Kulig 1
Tobias Kulig Posted Wednesday at 05:26 PM Author Posted Wednesday at 05:26 PM Hallo zusammen, tja Leute, es ist echt dumm gelaufen: Auch das zweite Glas mit den vielen Blättern von D. bequaertii war kontaminiert! Theoretisch hätte das gar nicht passieren dürfen, da die Pflanzen zum einen schon steril waren (aus einem anderen Glas) und zum zweiten alles in der LFH stattfand. Nun ja, es ist jetzt auch kein Beinbruch und wirft mich nicht aus der Bahn. Trotzdem würde mich interessieren, wie es passiert sein könnte. Ist aber letztendlich auch egal und ich konnte ein paar Blätter retten. Ich habe diese gezeigten Blätter gut abseits der kontaminierten Stelle rausgeholt und eine komplette Sterilisation durchgeführt. Ich habe eine Sterilisationstechnik ausgetüftelt, welche auch nach mehreren Tests echt gut funktioniert. Die Explantate (egal von was) werden nicht mal braun. Die Farbe sieht auf dem Bild zwar etwas komisch aus, aber sie sind tatsächlich grün. Sterilisiert habe ich am 27.01. und ist demnach jetzt 8 Tage her. In der Regel tauchen bei mir Kontaminationen ab dem 5. Tag auf. Bis jetzt ist nix zu sehen. Aber es bleibt abzuwarten. Da die Schnitte der Blattstiele nach der Sterilisation recht groß (vom Querschnitt her) sind, konnte ich keine phenole Blutungen feststellen. Ich kann jetzt aber auch gar nicht sagen, ob diese immer kommen oder ob es artabhängig ist. Cephalotus sind bekannt dafür, daß sie stark bluten und die habe ich früher bis zu fünfmal umsetzen müssen, bis es aufgehört hat. Man kann zwar mit Antioxidantien arbeiten, halte ich aber für unnötig.
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