Jump to content

Live-Doku: P. elongata


Tobias Kulig

Recommended Posts

Tobias Kulig
Posted (edited)

Hallo zusammen,

ich habe beschlossen, hier eine weitere Live-Doku zu posten. Dies ist vielleicht im Sinne vieler, die sich an der Kultur dieser sehr interessanten Art versuchen wollen.

ich habe letzten Freitag nach langer Zeit wieder eine Lieferung von Kamil erhalten, bei der ich positiv überrascht war! 
Kamils Preise klingen zwar eher nach den Staatsschulden, aber ich muß sagen, daß ich bei jeder bestellten Art wirklich einen Batzen bekam, der mehr als zufrieden stellend ist! 
Darunter auch P. elongata, die ich nach mehreren Jahren mal wieder austesten will! Ich bekam für eine (!)  Portion 4 schon große Pflanzen im elongaten Wachstumszyklus!  
Da sie direkt aus dem Glas kamen, muß ich sie erstmal akklimatisieren (Exvitro). Seit geraumer Zeit mach ich das mit transparenten Trinkbechern (siehe Bild), was ausgesprochen gut funktioniert und zudem noch Vorteile bringt: zum lüften einfach kurz Becher hoch und wieder runter, das wars.

 

Mein aktuelles Substrat besteht zum größtem Teil aus sehr feinem Vermiculite. Dazu grober und feiner Quarzsand per Augenmaß. KEIN Torf! Also rein mineralisch. Aber trotzdem auch KEIN Perlite! Das sehr feine Vermiculite hat den Vorteil, daß es eine sehr gute Kapillarwirkung aufweist. Der Sand dient lediglich der Strukturstabilität. Zudem läßt sich die Substratfeuchte ohne Torf viel besser steuern, was ich für diese Art für äußerst wichtig halte.

Ich habe mal einen kleinen Test gemacht: Ich habe eine Pflanze für einen Tag in meinen Kühlschrank zu meinen campbellianas gestellt. Da dort eine hohe Luftfeuchte herrscht, habe ich auch auf den Becher verzichtet: War ein fataler Fehler! Am nächsten Tag war die Pflanze komplett in sich zusammengefallen! Ich dachte schon, die wär am Ar…! Vermutliches Problem: Im Kühlschrank ist es extrem hell, was die Pflanzen nicht gewöhnt sind! Ich hab sie daraufhin wieder zu den anderen gestellt: Becher drauf, wieder normale Zimmertemperaturen und nicht ganz so hell. Da sie sich im elongaten Zyklus befindet, hab ich auch das Substrat sehr gut gewässert: Ergebnis: Vollständige Erholung und sie steht wieder aufrecht (es handelte sich übrigens um die Pflanze vorne rechts im Bild). Dadurch hab ich jetzt auch rausgefunden: Alle 4 Pflanzen jetzt gut wässern und dieses Level bis zur nächsten Ruhephase halten.
Ergebnis bis jetzt (wohlgemerkt ohne Nachtabsenkung bei normaler Zimmertemperatur): Sehr zufriedenstellend! 
 

Bei jeder Änderung jeglicher Art werde ich es hier posten….

 

Gruß

Tobias

 

32FCD348-3332-44C3-9E56-3ADA7C76987B.jpeg

Edited by Tobias Kulig
  • Gefällt mir 6
  • Haha 1
Link to comment
Share on other sites

Hi, super Idee mit der Doku!

 

Habe tatsächlich auch vorgestern scho bei Kamil gestöbert... die Preise hatten mich etwas umgehauen, aber bei den Portionen wird es sicht ja echt lohnen!

 

Mit P. elongata überlege ich noch... bin schon froh dass  meine heterophylla diesen Winter gut überlebt hat und wieder fröhlich austreibt.

 

Freue mich auf weitere updates 🙂

 

 

Link to comment
Share on other sites

Ronny K.

Hallo Tobias,

ich probiere es auch schon einige Zeit. Letzten Herbst hatte ich 4 Pflanzen bekommen. Davon haben bis jetzt 2 überlebt. Eine hat sogar geblüht. Beide sind aber bereits in die Ruhephase gegangen. Ich habe jetzt aber auch nochmal 4 Stück bekommen. Aktuell sehe ich aber das Problem, dass es bereits zu warm ist. Ich kann nur sagen, die Pflanze mag es wirklich arschkalt. Im Winter kann man sie gut halten. Leichten Frost sollte sie auch vertragen. Wie der Sommer wird, weiß ich noch nicht. Man sollte aber auf jeden Fall auf die abgestorbenen Blätter aufpassen, bei kühlem und feuchtem Klima schimmeln sie leicht. Dadurch hatte ich zwei Pflanzen verloren. 

 

Grüße 

Ronny

  • Gefällt mir 1
Link to comment
Share on other sites

Tobias Kulig
Posted (edited)
vor 20 Stunden schrieb Ronny K.:

Eine hat sogar geblüht. Beide sind aber bereits in die Ruhephase gegangen.

Servus Ronny,

ich hatte schon mal eine vor etwa 13 Jahren. Ich hatte sie damals auch schon zum Blühen gebracht und zwei Ruhephasen mit 2 Blattformen (diese kurzen Dreieckigen, die Röhrenartigen Blätter) durchgemacht. Während der Blüte ist mir aber unbemerkt Wasser in den Pot getropft! Die Pflanze verfaulte daraufhin natürlich. Aber immerhin weiß ich, an was es gelegen hat und hab daraus gelernt.

 

vor 20 Stunden schrieb Ronny K.:

Aktuell sehe ich aber das Problem, dass es bereits zu warm ist. Ich kann nur sagen, die Pflanze mag es wirklich arschkalt.

Das kann ich so aber nicht bestätigen! Meine Pflanze hatte damals 24-25 Grad am Tag und 10-12 Grad nachts: Die Pflanze war stets kräftig und gesund. Was ich allerdings für wichtiger halte, ist die Beleuchtung! Meine 70W HQI mit dem Canonball 942 Leuchtmittel ist ideal. Das Wachstum meiner campbellianas bestätigen das. 

Meine elongatas werden bei Zimmertemperatur lediglich akklimatisiert und kommen anschließend in den Kühlschrank. Dort muß ich dann die Pflanzen noch an das starke Licht gewöhnen. Dafür lege ich dann was Entsprechendes oben auf die Glasplatte und richte es so aus, daß nur die elongatas vorübergehend schattiert werden.

 

Die Sommertemperaturen spielen bei mir deswegen keine Rolle. Ach ja, ist es hell genug, hat Schimmel wenig Chancen. Auf Pflanzen hab ich noch keinen wahrgenommen, lediglich am Kunststoff der Kühlschrankinnenseite, aber auch nicht viel.

 

Ich bin schon am Überlegen, einen zweiten Kühlschrank umzubauen. Aber mit einer größeren Grundfläche. Den mit so einem Ding hat man echt viele Möglichkeiten.

 

Gruß

Tobias

Edited by Tobias Kulig
Link to comment
Share on other sites

Sonja Schweitzer

Meine Pflanzen standen damals auch nicht besonders kalt und es hat ihnen nichts ausgemacht.

Link to comment
Share on other sites

Tobias Kulig
Posted (edited)
vor 10 Stunden schrieb Sonja Schweitzer:

Meine Pflanzen standen damals auch nicht besonders kalt und es hat ihnen nichts ausgemacht.

Kannst Du etwas zu Deinen Temperaturen sagen? Tag? Nacht?

Mein Bauchgefühl sagt mir, ich soll es tatsächlich mal im Gewächshaus versuchen! Sobald die Pflanzen akklimatisiert sind, werde ich das mal versuchen! Natürlich unter genauester Beobachtung….Soll heißen, alle 15-30min nachschauen.

Edited by Tobias Kulig
Link to comment
Share on other sites

Tobias Kulig

Hallo,

Heute begann ich mit dem ersten Experiment: Das Gewächshaus! 
 

Da ich täglich die Pflanzen kontrolliere (Fingertest) und die Pflanzen schon eine gewisse Festigkeit aufweisen, war ich der Meinung, ich kann mal eine ins GH stellen. 
Zum gegebenen Zeitpunkt hatte ich folgende Parameter:

Temperatur: 30 Grad

Bewässerung: 2cm Anstau (das Substrat ist gut feucht bis nass!)

Standort: eine schattige Stelle hinter höheren Pflanztöpfen

Luftfeuchte: Unterm Becher (80-100%) mit relativ häufigem und längerem Lüften (immer so 10min ohne Becher)

Pflanzenzustand: Sie hält sich sehr gut und wird nicht schlaff! Die Blätter sind schon relativ kräftig und stabil. Die verformten Blätter auf dem Bild sind von Anfang an so. Vermutlich enge Kulturgläser während des Invitros. Die Blätter sind schon so hart, daß sie beim hochbiegen brechen würden. Also lass ich das so.

 

Mein persönliches Fazit: Für den ersten Tag bei den hohen Temperaturen gar nicht schlecht! Morgen lass ich den Becher länger weg und beobachte weiter…

 

Gruß

Tobias

BDDA558B-493E-4055-AED0-E274F979C7C1.jpeg

  • Gefällt mir 4
Link to comment
Share on other sites

Servus zusammen,

ich mußte meinen GH Test für eine Nacht abbrechen: 

1. Am zweiten Tag habe ich die Pflanze kurzzeitig ins Haus holen müssen. Sie hatte den Becher drauf und bekam unbemerkt direkte Sonne ab. Die Blätter hingen schlaff runter. Dies war aber nicht schlimm, denn über Nacht gingen sie in ihre ursprüngliche Position zurück. Sie kam dann am nächsten Tag ins GH zurück, aber diesmal an eine geeignete Stelle (ich hab jetzt auch mein Schattiernetzt drauf). Trotz der teilweise hohen Temperaturen hält sie sich erstaunlich gut! Und das mitten im Exvitro Prozess. 
 

2. ABER: Die Pflanze behinderte sich selber am weiteren Wuchs! Die Blätter stehen nämlich nicht aufrecht, sondern sind in einer Art gekringeltem Wuchs. Das jeweilige neue Blatt kommt nicht richtig raus, sondern wächst am vorherigen Blatt direkt in den Bogen (Ihr seht das am oberen Bild).

 

3. Ich hab jetzt nicht lange rumgefackelt, sondern hab alle Blätter einfach abgeschnitten! Jetzt müßte das nächste Blatt eigentlich senkrecht rauswachsen (so wie es sein soll). Der Vorteil: Die nachkommenden, neuen Blätter werden direkt an die gegebenen Bedingungen gewöhnt. Die abgeschnittenen Blätter hab ich aber mal in einem anderen Untersetzer einfach ins Anstauwasser geschmissen, mal sehen, ob da was geht…. 
 

4. Apropos Blattstecklinge! Direkt am Tag der Ankunft hab ich ja wie erwähnt, eine Menge Blätter abgenommen (mit genügend Blattweiß dran). Das ist jetzt 12 Tage her. Die Blätter sind immer noch knackig frisch! Wir bleiben weiterhin gespannt….

 

Gruß

Tobias

1C646318-02EF-4765-BA63-C619FEB5BDCB.jpeg

Edited by Tobias Kulig
  • Gefällt mir 4
Link to comment
Share on other sites

Hallo nochmal,

ich habe mich entschlossen, hier eine fünfte Pflanze in die Doku miteinfließen zu lassen. Ein befreundetes Vereinsmitglied hat sie mir freundlicherweise überlassen.

Diese ist aber in einem anderen Stadium: in einer der zwei Ruhephasen! Allerdings weiß ich nicht in welcher! Ist aber auch relativ egal. In der Ruhephase gilt immer: absolute Trockenheit!

Im Gegensatz zu meinen vier anderen Pflanzen, die im elongaten Wachstum sind und sich in der Wohnung bzw. GH befinden, hat diese momentan ihren Platz in meinem Kühlschrank unter Hochlandbedingungen:

Temperatur am Tag: max. 24 Grad

Temperatur in der Nacht: 14 Grad

Bewässerung: keine, absolute Trockenheit!

Substrat: feines Vermiculite, grober Sand, feiner Sand 1:1:1

 

Wer noch keine Knolle dieser Art gesehen hat, auf dem Bild sieht man eine relativ große mit ca. 1,5cm Durchmesser. Hier muß man aber echt aufpassen, daß kein Wasser unbemerkt auf die Knolle tropft!! Denn so ist meine Pflanze damals draufgegangen. Das bedeutet für mich, wenn ich meine U. campbelliana-Wand besprühe, muß ich den Topf vorher kurz rausholen. Danach stelle ich ihn leicht erhöht wieder rein (auf ne umgedrehte Petrischale). Sonst besteht die Gefahr, daß evtl. über mein Vlies von unten Wasser hochgesaugt wird.

 

Jetzt muß ich halt solange warten, bis sich bei der Knolle was tut….Fortsetzung folgt

 

Gruß

Tobias

1E8D7BB5-F7D9-45A4-BF37-B7EAE8D650CC.jpeg

  • Gefällt mir 2
Link to comment
Share on other sites

Hallo Tobias,

nach meinen Erfahrungen stirbt sie nicht gleich, wenn sie mal nass wird. Auch am Naturstandort gibt es im Sommer ab und zu Regen. Was ich aber noch nicht ganz verstehe, ist die Ruhephase im Winter. Es Regnet zwar weniger, dafür ist es aber deutlich kühler, wodurch es nicht so massiv trocken ist wie im Sommer. Im Buch Pinguicula of Latin America wird zwar von zwei Ruhephasen geschrieben, aber in der Tabelle wird nur eine Ruhephase im Sommer angegeben. Ist die zweite Ruhephase daher nur optional oder nicht richtig ausgeprägt? Bei mir ging sie im Winter jedenfalls nicht in die Ruhephase.

Außerdem ist in deinem Setup irgendwie immer die gleiche Jahreszeit. Mag sicherlich funktionieren, aber blüht sie dann auch? Im übrigen gibt es auch am Naturstandort Temperaturen von um die 30°C, aber die Winter sind eben deutlich kühler, sogar bis zu -11°C nach dem genannten Buch.

 

Grüße

Ronny

Link to comment
Share on other sites

vor 9 Stunden schrieb Ronny K.:

Außerdem ist in deinem Setup irgendwie immer die gleiche Jahreszeit. Mag sicherlich funktionieren, aber blüht sie dann auch? Im übrigen gibt es auch am Naturstandort Temperaturen von um die 30°C,

Servus Ronny,

ja, bei mir hat das schon funktioniert! Ich hatte mal eine Pflanze vor vielen Jahren, die im Kühlschrank auch geblüht hat (vielleicht sind ja noch Bilder hier im Forum). Sie ist bei mir aber während der Blüte leider verfault, da unbemerkt Wasser in den Topf getropft ist. Die Blüte erschien aus dem Stadium mit den kurzen, dreieckigen Blättern.

 

vor 9 Stunden schrieb Ronny K.:

nach meinen Erfahrungen stirbt sie nicht gleich, wenn sie mal nass wird.

Das kann ich so nicht bestätigen! Bei mir ist sie während der Blüte ratzfatz weggefault, also unmittelbar nach einer Ruhephase. Aber genau das gehört ja zum Lernprozess! Also bleibt sie bei mir trocken. Geschadet hat es damals jedenfalls nicht.

Aber um dies alles zu verstehen, mache ich diese evtl. längerfristige Doku. So kann jeder darauf zugreifen und evtl. Fehler vermeiden. Und ich lerne auch dabei! Ich mache das, weil mir das Spaß macht. Vermutlich deshalb, weil ich rund 9 Jahre pausiert habe und jetzt wieder voll im Hobby eingestiegen bin, und das mit vollem Enthusiasmus und Tatendrang. 

 

Grüße

Tobias

 

Link to comment
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue. Weitere Informationen finden Sie in unserer Privacy Policy.