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D. grantsaui - eine grazile Schönheit


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Hallo,

unter den Südamerikanern gibt es auch eine sehr zierliche, aber durchaus lang werdende Art:

Drosera grantsaui. Die gezeigten Pflanzen stammen aus 'Grao Mogol' im brasilianischen Bundesstaat 'Minas Gerais'. 

 

Auch diese stämmchenbildende Art kann, wie D. chrysolepis, sehr hoch bzw. lang werden! Der Vegetationpunkt an der Spitze bildet mehrere Blätter, während das ältere Stämmchen aus vertrockneten Blättern besteht. Im Prinzip sehen sie aus wie D. madagascariensis. Mein größtes Exemplar im GH, welches gerade blüht, ist aktuell etwa 12cm hoch. Ich bin gespannt, wie hoch/lang sie in Kultur werden können.

 

Die gezeigten Pflanzen sind jetzt seit ungefähr 3 Wochen exvitro und werden demnächst ins GH umziehen. Eine sehr positive Eigenschaft dieser Art ist das ständige Blühen! Die schönen Blüten bezeichne ich fast schon als selbstbestäubend! Mit dem Pinsel muß man hier nicht ran, da auch so mehr als genügend Samen produziert werden.

Und hier liegt auch schon der Knackpunkt: Die Samen dieser Art sind extrem kurzlebig! Bereits nach ein paar Wochen sinkt die Keimrate schon Richtung null! Dies ist vermutlich der Hauptgrund, warum sie in Kultur so selten sind.

Solltet Ihr irgendwo mal Samen dieser Art kaufen wollen, egal von wem, immer nach dem Erntedatum fragen! Sonst ist das rausgeschmissenes Geld....Bei D. grantsaui ist es immer besser, Pflanzen zu kaufen, wenn welche verfügbar sind. Gleiches gilt übrigens auch für D. communis.

 

Meine Kulturbedingungen:

Auch diese Art steht bei mir ganzjährig im GH. Kühlere Temperaturen im Winter stören die Pflanzen genauso wenig wie Hitzewellen im Sommer. Hier blühen sie bei mir aktuell.

Substrat:  Sand/totes, gehacktes Sphagnum, etwa 2:1 mit einer Spur Torf. Sand/Torf 2:1 geht aber auch.

Bewässerung: Diese Art mag es gern etwas nasser! Im Sommer fast topfhoch, im Winter bei kühleren Temps nur leichter Anstau

Luftfeuchte: spielt keine Rolle

 

Auch diese Art stufe ich als "einfach" ein! Für Einsteiger bestens geeignet.

 

Gruß

Tobias

 

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  • 3 months later...
Tobias Kulig
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Hallo,

auch bei D. grantsaui gibts ein kurzes Update. Die Pflanzen stehen im GH und erfreuen sich bester Gesundheit. Die erste Charge Samen wurde schon geerntet. 

Bezüglich der kurzen Keimfähigkeit werde ich demnächst Tests machen, um eine wirklich klare Aussage machen zu können. Ich werde eine gewisse Menge Samen lagern. Und von diesen werde ich immer im Abstand von 1 Woche 20 Samen aussäen. Dann sehe ich, wann und wie stark die Keimrate abnimmt. Wird bestimmt interessant....

 

Gruß

Tobias

 

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Bei so vielen Südammis geht einem das Herz auf 🤩

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  • 6 months later...
Posted (edited)

Hallo,

da es im GH langsam dauerhaft kühler wird und diese schöne Art dies nicht sonderlich mag, sind die Töpfe heute wieder ins warme Terra im Haus umgezogen. Bei dieser Gelegenheit zeige ich Euch, wie ich die Pflanzen "klein" halte: Durch einen klassischen Rückschnitt wie bei einer Hecke. Wenn die Bedingungen passen, treiben regelmäßig neue Seitentriebe aus. Ein Rückschnitt verstärkt diesen Effekt und es geht schneller.

Wenn man die Pflanzen nicht zurückschneidet, sieht das relativ schnell sehr unansehnlich aus und die Pflanzen liegen überall auf den anderen Töpfen mit ihren jeweiligen Arten. Dabei verdecken sie diese ziemlich. Es ist wie bei D. capensis, sie haben tatsächlich Unkrautcharakter! 

Das Schlimmste ist, sie blühen ständig und überall sprießen die Sämlinge. Man muß da echt aufpassen!

 

Trotzdem gehört diese Art ganz klar zu meinen Favoriten! Die Pflanzen sehen einfach anders aus als die anderen Südamerikaner. 

 

Gruß

Tobias

 

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Edited by Tobias Kulig
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  • 2 months later...
Tobias Kulig
Posted (edited)

So, hier mal ein kurzes Update, wie sich die geköpften Pflanzen entwickeln. Alle sind normal weitergewachsen. Diese leicht zu kultivierende Art läßt sich daher auch ausgezeichnet über Kopfstecklinge vermehren. Da ich aber mehr als genug Pflanzen habe, habe ich die abgeschnittenen Köpfe entsorgt. Sonst könnte man diese einfach in nasses Substrat stecken, welche dann auch nahezu zu 100%ig anwachsen (wie D. madagascariensis). Die ersten Blütenstände sind auch schon in der Mache, welche bei mir unter ganzjährig warmen Bedingungen immer zu sehen sind.

Daher wundert es mich, daß D. grantsaui so selten in Kultur ist. Ich habe gerade jetzt im Winter auch noch welche im GH unter kühlen Bedingungen, aber da verhalten sie sich extrem ruhig. Es geht, aber man darf kein großes Wachstum erwarten. Ich habe da ein paar Arten, die ich im Winter doch lieber im warmen Terra sehe. 

 

Gruß

Tobias

 

 

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Edited by Tobias Kulig
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  • 1 year later...
Tobias Kulig
Posted

Hallo zusammen,

ist zwar schon ne Weile her, aber auch hier habe ich neulich allen Töpfen mit D. grantsaui einen radikalen Rückschnitt verpaßt. Den Pflanzen tuts gut und optisch siehts auch wieder passabel aus. Mir persönlich gefallen die D. grantsaui am besten, wenn sie etwa 4-5cm hoch sind. 

 

Die Samen dieser Art sind zwar extrem kurzlebig, trotzdem säen sie sich durch Wind schon ziemlich im GH aus. Bei dieser Art dulde ich das auch, weil man sie zweifelsfrei identifizieren kann. Und zweitens sind Backup-Pflanzen nie verkehrt. Obwohl die D. grantsaui so ziemlich unkaputtbar sind. Da muß schon ordentlich was schieflaufen, bis die draufgehen.

 

Was mir auch gut gefällt, ist, daß sie nicht tief wurzeln. So etwa 3-5cm, dann wars das schon. Und anwachsen tun sie immer! Und das Substrat ist auch ziemlich wurscht, solange es klatschnass ist (darauf stehen sie). Ich bevorzuge aber trotzdem totes, gehäckseltes Sphagnum/Sand 1:1 und ne Spur Torf.

 

Insgesamt eine super Einsteigerart ins Reich der Südamerikaner. Ich verstehe daher nicht, warum sie so selten angeboten wird! Dafür sehe ich keinen Grund. Es ist eigentlich die "D. capensis" unter den Südamerikanern. Wie auch immer. Mir bereitet sie jedenfalls viel Freude und man hat das ganze Jahr über was von ihr....

 

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vor 19 Minuten schrieb Tobias Kulig:

Ich verstehe daher nicht, warum sie so selten angeboten wird! Dafür sehe ich keinen Grund.


Du hast es schon geschrieben 🙂 

 

Die Samen sind extrem kurzlebig. Wenn da jemand nicht so recht drauf achtet, dann ist es wie bei den einjährigen Drosera und Byblis. Die verschwinden wieder nach und nach aus den Sammlungen.

Weiterhin viel Freude mit den Südamerikanern.

 

Grüße

 

Carsten

Tobias Kulig
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vor 13 Minuten schrieb Dose:

Die Samen sind extrem kurzlebig. Wenn da jemand nicht so recht drauf achtet, dann ist es wie bei den einjährigen Drosera und Byblis. Die verschwinden wieder nach und nach aus den Sammlungen.

Hallo Carsten, da hast Du natürlich recht. Aber diese Art ist so vermehrungsfreudig, auch ohne Samen. Und wenn diese Art jemand kultiviert, braucht man den Überschuss nur auszubuddeln und zu verschicken. Blattstecklinge gehen z.B. auch super an. 

Aber es wird schon so sein, wie Du sagst! Es sind in der Vergangenheit soviele Droseraarten verlorengegangen, obwohl sie vor 10 Jahren noch Gang und Gäbe waren. Keine Ahnung, wo die abgeblieben sind....

Christian Dietz
Posted

Hallo Tobias,

 

welche Drosera vermisst du denn? Es stimmt aber in der Tat, dass periodisch einiges verloren geht, warum auch immer. 

 

Gruß

Christian

Tobias Kulig
Posted
vor 2 Stunden schrieb Christian Dietz:

welche Drosera vermisst du denn?

Ich werd mal in einer alten Bestandsliste kramen. Viele davon finde ich nicht mehr....

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