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Frage: Rote Blätter bei der Nepenthes Ramispina bzw. Rebecca Soper was ist deren Funktion und welche Aussagen macht das über die Kulturbedingungen?


FannichtveganerPflanzen

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FannichtveganerPflanzen

Hallo Liebes Forum

 

Ich weiss das ist ein etwas gar langer Titel, sorry dafür. 😅

In der Nachbarschaft wurde vor Kurzem auf der Westseite eine grosse Tanne gefällt. Seit dem scheint massiv mehr Licht durch das Fenster in den Raum. Zwar stand sie nie der Sonne im Weg, da diese von Süden her gegen Abend für ein paar Stunden daran vorbei scheint (früher und auch jetzt noch).

Allerdings scheint jetzt an einem sonnigen Morgen das Gebäude gegenüber Licht zu reflektieren wodurch nun auch am Morgen mehr Licht durch das Fenster scheint.

Dies hat dazu geführt dass meine Rebecca Soper damit begonnen hat die Blätter, die dem ausgesetzt sind, massiv rot zu färben. Sogar alte Blätter von früher wechseln stellenweise von grün zu rot.

Ich beleuchte sie nach wie vor nicht künstlich und auch den Standort habe ich nicht geändert. Sie steht hinter dem Fensterbrett in der 2ten Reihe wenn man so will.

Jetzt zu der eigentlichen Frage: Ist die Rotfärbung eine Art Schutzmechanismus vor zu intensiver Sonneneinstrahlung für die kurze Zeit in der die Sonne direkt drauf strahlt?

--> Die Pflanzen wollen ja meist viele Sonnenstunden aber dann doch nicht immer zu intensiv.

Oder hat das eine andere Funktion? Beute anlocken hätte ich jetzt bei roten Kannen erwartet aber bei Blättern weniger.

 

Nun zur Kultur: Kann ich dies als Indikator für ausreichend Licht für ein wohlbefinden der Pflanze deuten?

-->Überleben und kräftig wachsen tut sie auch so, ist ja eine Baumarkthybride. Geht mir mehr darum ob wohl andere Nepenthes diese Bedingungen auch günstig empfinden.

 

Vielen Dank und beste Grüsse

 

Robin

 

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Nicky Westphal

Hallo Robin,

 

das ist normal bei einer Rebecca bzw. ist die am richtigen Standort wenn sich die Blätter färben. Natürlich ist die Färbung ein gewisser Schutz, aber bei dieser Hybride ja das Schöne, dass die eben nicht grasgrün ist. Bei ausreichend Licht behält diese die Rotfärbung, Evtl. hast du jetzt mal kurzzeitig ein paar Verbrennungen, die wird sich aber dran gewöhnen und sich über mehr Licht freuen.  Gewöhnte Pflanzen (Hybriden) kannst du bedenkenlos auf der Südfensterbank kultivieren. Das Licht hinter Glas kannst du nicht mit dem im Freiland vergleichen. Da wäre es wohl zu viel des Guten.

 

Grüße Nicky

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FannichtveganerPflanzen
vor 1 Minute schrieb Nicky Westphal:

kannst du bedenkenlos auf der Südfensterbank kultivieren

Hi Nicky

 

Danke für die Antwort, ja Südfensterbank würde ich gerne, hab aber nur diese Seite zur Verfügung.

Lese ich korrekt daraus dass das Südfenster für manche Nepenthes ggF. auch problematisch sein könnte?

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Nicky Westphal
vor 54 Minuten schrieb FannichtveganerPflanzen:

Südfenster für manche Nepenthes ggF. auch problematisch sein könnte?

Wenn du von Dunkelkammer auf Südfenster umstellst kanns schon kritisch werden. Je nach Gewöhnung und vorheriger Kultur geht aber sehr viel. Sicher ist nicht jede Nepenthes fensterbanktauglich, aber eben sehr viele und gerade Baumarkthybriden sind dafür gezüchtet. Die stehen vor dem Verkauf im kaum schattierten GWH, da prasselt mehr Sonne drauf wie am Fenster.

 

Grüße Nicky 

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FannichtveganerPflanzen
vor 6 Minuten schrieb Nicky Westphal:

Je nach Gewöhnung und vorheriger Kultur

 

Das kann ich mir gut vorstellen. Habe hier im Forum schon einige Beiträge darüber gelesen dass man die Haltungsbedingungen nicht schlagartig verändern darf, auch nicht zum besseren weil auch dies die Pflanzen stresst.

 

Ich muss aber zugeben dass die Sonneneinstrahlung bei der Fensterbank ein Problem sein kann überrascht mich jetzt doch.

Hätte jetzt eher vermutet dass sich das auf den Vergleich mit dem Terrarium bezieht, bei dem das Licht gleichmässiger verteilt ist und Temperatur und Luftfeuchte besser passen.

 

Was das Licht im Allgemeinen angeht, vermute ich, spielt es sicher auch eine Rolle in welcher Umgebung sich eine Art entwickelt. Ich habe sowohl Bilder von Nepenthes im dichten Wald gesehen, als auch solche, welche tatsächlich auf fast offenen Felder wachsen.

Ich vermute letztere verlangen und vertragen eine viel intensivere Sonneneinstrahlung. --> Ohne dass ich darüber wirklich Bescheid weiss.

 

Gruss

Robin

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Christian357
vor 3 Stunden schrieb FannichtveganerPflanzen:

Ich weiss das ist ein etwas gar langer Titel, sorry dafür. 😅

 

Weit weit besser als "Frage". 🙂

 

 

Ich wundere mich immer bei einigen von meinen Drosera madagascariensis, dass die sehr gedrungen wachsen, ohne die klassischen roten Stämmchen, aber generell nur wenig Rotfärbung aufweisen, sofern die nicht direkt unter der Lampe kleben.

Daher vermute ich mal, dass bei vielen Arten der UV-Anteil eine sehr wichtige Rolle für die Ausfärbung spielt.

Manche Pflanzen, vorallem in schattigeren Arealen, verwerten auch das Licht anders, wo die Farbe des Blattes eine Rolle spielt.

Damit kenne ich mich aber nicht aus. 🙂

 

Generell finde ich die Neigung zu roten Blättern bei den Beckys immer besonders schön, gerade mit dem filigranen Wuchs. Einfach ne tolle anspruchslose Nepenthes.

 

Zu den Blättern selber nochmal: je nach Lichtverhältnissen sind die Blätter natürlich unterschiedlich ausgelegt. Rotfärbung ist halt nochmal zusätzlich ein wenig "Sonnencreme", wenn man so will, aber noch keine Verbrennung.

Ein richtiges "Schattenblatt" wird in praller Sonne schnell den Geist aufgeben und ein Blatt, das für viel direkte Sonne ausgelegt ist, wird im Schatten halt nichts taugen.

 

Ums mit meinem Laienwissen mal etwas anzureichern. 🙂

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Nicky Westphal

Hallo Robin,

 

mal noch 1-2 grundsätzliche Dinge zum Licht.

1. im Freiland hast du ganz einfach andre Lichtverhältnisse als unter Kunstlicht oder am Fenster, dort hast du deutlich mehr Anteile von UV und IR. Dort bauen Pflanzen auch einen Schutzmechanismus auf und sind dies gewöhnt. Nicht das diese das am Fenster nicht auch tun, aber die Fenster filtern die "schädliche" Strahlung deutlich und moderne Pflanzenlampen haben nur einen geringen Anteil an UV und IR. Weisse LED haben diese Spektren meist gar nicht. Also ist die "Verfärbund" nach einer Umstellung nur eine kurzzeitige Anpassung an die neue Lichtintensität.

2. Hell ist nicht gleich hell, bzw. ist es im Wald oder Schatten nicht dunkel! Unsere Wahrnehmung spielt uns da einen Streich, das Auge reguliert das automatisch. Wir sehen bei 100lx genauso gut wie bei 50.000lx. Natürlich hast du im Wald weniger Licht wie auf einer offenen Fläche, trotzdem ist es doch oft heller als wir unseren Pflanzen unter Kunstlicht im Growtent oder Terrarium bieten. Für uns als Betrachter entsteht der Eindruck es sei da extrem (Beispiel 5000lx) hell, dies liegt aber eher an der "dunklen" Umgebung, die in einem normal beleuchteten Raum meist keine 100lx hat. 

Was die Lichtstärke am Fenster betrifft, so hast du dort sicher Spitzen, die über 40.000lx hinausgehen, diese sind für angepasste Pflanzen aber nicht schädlich. Weiterhin kommt hinzu, das der Einstrahlwinkel im Sommer fast senkrecht ist und das Licht kaum weit hinter das Fenster dringt. Dafür sind die Tage Länger. Im Winter, wenn der Lichteinfall besser ist, ist dafür die Intensität deutlich geringer und die Tage eher zu kurz. In Summe ergibt das meist ein "es funktioniert".

Was die Blattfarbe angeht, so wird nicht jede Nepenthes rot (ausgenommen bei Sonnenbrand, danach sind die meisten neuen wieder grün!). Die Rebecca ist eine Züchtung die dunkle Blätter hat und auch haben sollte.

 

Grüße Nicky

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FannichtveganerPflanzen
vor 10 Minuten schrieb Nicky Westphal:

Was die Blattfarbe angeht, so wird nicht jede Nepenthes rot (ausgenommen bei Sonnenbrand, danach sind die meisten neuen wieder grün!). Die Rebecca ist eine Züchtung die dunkle Blätter hat und auch haben sollte.

 

Hi Nicky

 

Genau, das ist ja der Ramispina Anteil, der dazu führt, deshalb habe ich sie auch in der Fragestellung genannt.

Meine Frage bezieht sich auch genau auf die Arten die das machen. Kannenfarben ist ja eine Sache, da es da darum geht die Aufmerksamkeit der Beute auf sich zu ziehen und diese ggF. noch zu irritieren.

Die rote Blattfärbung muss die Ramispina aber auch aus einem guten Grund haben, zB. Durch die Umgebung gefordert oder ein Wettbewerbsvorteil ggü. der Mehrheit der Nepenthesarten die das nicht haben.

Die Rebecca Soper hat dies ja von der Ramispina geerbt.

 

Gruss

Robin

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Nicky Westphal
vor 18 Minuten schrieb FannichtveganerPflanzen:

Die rote Blattfärbung muss die Ramispina aber auch aus einem guten Grund haben, zB. Durch die Umgebung gefordert oder ein Wettbewerbsvorteil ggü. der Mehrheit der Nepenthesarten die das nicht haben.

Wieso muss die dadurch einen Vorteil haben? Ggf. ist diese "Farbmutation" durch eine Anpassung an die Umgebung entstanden und wurde bei dieser Arte weitervererbt. Generell sehe ich bei Farbvarianten keinen großen Vorteil gegenüber andrer "Artgenossen". Z.B. wachsen bei S. flava auch verschiedenen Farbformen an einem Standort, wäre dem so würden die "grünen" am Standort aussterben. Der Lockmechanismus basiert sicher auch auf Farbspektren, aber auch auf Duftstoffen etc. und ist vielleicht nicht so ausschlaggebend.

 

Grüße Nicky

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FannichtveganerPflanzen
vor 4 Minuten schrieb Nicky Westphal:

Wieso muss die dadurch einen Vorteil haben? Ggf. ist diese "Farbmutation" durch eine Anpassung an die Umgebung entstanden und wurde bei dieser Arte weitervererbt.

 

Genau Anpassung an die Umgebung. Das bedeutet dann entweder erzielen eines Vorteils oder vermeiden eines Nachteils.

 

Was das Aussterben angeht nicht unbedingt. Ein Vorteil bedeutet ja nicht unbedingt dass deswegen die "klassische Variante" gleich ausstirbt, sie würde auf Dauer nur weniger Nachkommen haben und allmählich über Zehntausende bis hunderttausende Jahren verdrängt würde. Das ist oft ein langsamer Übergang, wenn nicht ein gravierender Nachteil für die klassische Variante besteht. GgF. kann das ja auch nur ein lokaler Effekt sein, wo der Vorteil nur für ein isolierter Standort gilt.

 

Wenn ich andere Arten betrachte, zB. die Venusfliegenfalle, so reagiert die klassische Variante (ausgenommen spezielle Farbvarianten wie All-Green) ja sehr deutlich auf verschiedene Lichtverhältnisse: Bei wenig Licht, grosse Blätter und kleine Fallen, sowie praktisch keine Rotfärbung, während bei sehr viel Licht die Blätter klein werden und die Fallen gross mit deutlicher Rotfärbung.

Daher vermute ich jetzt mal dass eine Rotfärbung die Lichtausbeute für die Pflanze reduziert.

Da die Pflanze jetzt aber nicht generell rot ist, sondern abhängig vom Licht, vermute ich dass es dafür einen Grund gibt.

Das ist ja beim Menschen beim Bräunungseffekt am Strand nicht anders.

 

Gruss

 

Robin

 

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Nicky Westphal

Ein UV-Schutz muss bei Pflanzen nicht "rot" ausfallen. Der Schutz wird nur soweit wie nötig aufgebaut da die Färbung die Photosynthes beeinflussen würde. Kurzzeitige Rotfärbungen sind meist Verbrennungen die bei nachfolgenden Blättern verschwinden.

Und nein, die Ausfärbung nicht nur Lichtabhängig. Hier spielen die Gesamtbedingungen eine Rolle. Ich habe im Freiland bei Fliegenfallen und Sarracenia selten eine so gute Ausfärbung wie im GWH oder unter Kunstlicht. In beiden Fällen ist UV und IR geringer oder kaum vorhanden. Die Blattfärbung ist bei Rebecca eine genetische Veranlagung welche bei ausreichend Licht zum Vorschein kommt. Wenn die grün bleibt oder eine VFF große Blätter bildet sollte man über seine Lichtverhältnisse nachdenken.

 

Grüße Nicky

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Gordon Shumway

Hallo!

 

Würde behaupten, dass "Rebecca" eine vom Mensch selektierte Züchtung ist, die vermutlich so in der Natur gar nicht vorkommt.

 

Entsprechend hat die Farbe nur sehr eingeschränkt etwas mit "Anpassung an Lebensraum" zu tun und wurde vermutlich nur deshalb selektiert, weil es "gut aussieht".

 

Schönen Gruß,

Ralph

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FannichtveganerPflanzen
vor 1 Minute schrieb Gordon Shumway:

Würde behaupten, dass "Rebecca" eine vom Mensch selektierte Züchtung ist, die vermutlich so in der Natur gar nicht vorkommt.

 

Entsprechend hat die Farbe nur sehr eingeschränkt etwas mit "Anpassung an Lebensraum" zu tun und wurde vermutlich nur deshalb selektiert, weil es "gut aussieht".

 

Hi Ralph

 

Ja das ist richtig, allerdings hat die Rebecca Soper diese Rotfärbung nicht entwickelt, sondern als Kreuzung von der Ramispina geerbt. Das heisst die Ursache dafür würde ich meinem Verständnis nach bei der Ramispina suchen. Und dort wäre eine Anpassung wieder eine mögliche Erklärung.

 

Gruss

 

Robin

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Gordon Shumway

(Rote) Farbstoffe in Blättern haben neben der  bereits erwähnten Schutz- ( hier vor allem Carotine, die vor oxidativer Zersetzung schützen) und Lock-Funktion oft noch die Aufgabe, das Photosynthese-Spektrum zu erweitern.

 

Da Chlorophylle insbesondere blaues und rotes Licht zum Energiegewinn nutzen, würde viel Sonnenlicht wirkungslos verpuffen. Durch bestimmte Farbstoffe können jetzt auch andere Lichtfarben verwertet werden.

 

Aus welchem dieser genannten Gründe die Pflanzen jetzt rötlich sind, kann ich dir auch nicht sagen. Wahrscheinlich eine Mischung aus allen Faktoren...

 

Edited by Gordon Shumway
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